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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnuraal bis schnureben (Bd. 15, Sp. 1404 bis 1405)
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[Bd. 15, Sp. 1404]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnuraal, m. ein bandförmiger fisch in fremden gewässern, dessen schwanz in eine saite ausläuft, länger als der leib selbst, stylephorus chordatus Oken 6, 141.
 
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schnurassel, f. eine gattung der asseln, walzig und wurmförmig, sich spiralförmig zusammenrollend, Julus. Oken 5, 619.
 
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schnürband, n. band zum schnüren, besonders an kleidungsstücken, taenia, ein schnürriem, schnürband Corvinus fons lat. (1660) 655b, funiculus quo contrahitur pectorale muliebre, quod velut lorica pectus circumdat Frisch 2, 217c. Adelung, niederd. snrband ten Doornkaat Koolman 3, 248a: 'mit der vergangenheit', faszte sie sich in drey stolzen worten, 'der gegenwart und der zukunft'; spielte bey dem ersten mit dem schnürband — warf sich bey dem zweyten in die brust und blickte bey dem dritten mit gräszlich andächtigen augen gen himmel. Thümmel reise 9 (1803), 50;

was er verhüllte, war freylich kein hals
von solcher Griechischen federkraft, als
hier einer sein schnürband zerrisz. 6 (1794), 256.


 
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schnürboden, m.
1) im bühnenraume des theaters der boden zum befestigen und handhaben der schnüre, an denen die decorationsstücke hangen Hügel 143b, allgemein üblich.
2) aufreiszboden, ein wagrechter bretterboden, auf welchem zeichnungen in natürlicher grösze aufgetragen werden, behufs genauer ausarbeitung der theile, z. b. bei holztreppen Karmarsch-Heeren3 7, 778.
 
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schnürbrett, n. 1) bei den buchbindern brett zum schnüren der bücher Jacobsson 7, 266a. 2) in der weberei harnischbrett, gallirbrett Karmarsch-Heeren3 7, 778.
 
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schnürbrust, f. zum schnüren eingerichtete brustbekleidung des weiblichen geschlechts, corset, brustschnur, quod frequentius efferunt eine schnürbrust, mamillare Stieler 1907, busto da donna da esser lacciato dinanzi ò dietro Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 635b, fibulatorium, ometis Steinbach 1, 212, pectorale muliebre, schnür-leib Frisch 2, 217c, schnür-brust, schnürleib, schnür-mieder, auch gorgentine genannt, ist ein .. mit eitel dicht an einander geschobenen fischbein-stäblein durchsteifftes und belegtes brust-stücke .., worinnen das frauenzimmer ihren leib zusammen zu schnüren und zu befestigen pfleget. frauenz.-lex. (1715) 1753. bei Adelung vom schnürleib als mehr gesteift und an der brust mehr gewölbt unterschieden; Lessing schreibt schnierbrust; da kombt etwan eines seidenkramers jung, der bringt etwas der frauen zur schnürbrust, dem mann etwas zu ausz-staffierung eines kleides. Schuppius 203; er (Lelio) ist besser gewachsen und schlanker, ob er gleich keine schnierbrust trägt. Lessing 1, 378; kein nackend hälsgen mehr, nicht mehr ohne schnürbrust, dasz es mir ordentlich lächerlich tuht. Göthe briefe 1, 133 Weim. ausgabe; der hofmeister ... umkleidete mich mit einer entsetzlichen schnürbrust. Arnim 2, 154;

mit einer schnürbrust war des Putzes brust bedecket.
Zachariä 106 (renomm. 6, 61);

den matten damen ward schnürbrust und saal zu enge. 259 (schnupft. 3, 346);

in eine kleine fliege, —
siehst du, was ich erfand! —
verwandle dich (Amor), und fliege
auf ihrer schnürbrust rand.
Bürger 5a;

drauf leg' ich ihr die schnürbrust an. 18b;

auch ward ihr in die länge
die schnürbrust mächtig enge. 22a;

(er) hub, um brust und hüften,
die schnürbrust an zu lüften. 23a.

im bilde: ich soll meinen leib pressen in eine schnürbrust und meinen willen schnüren in gesetze. Schiller räuber schauspiel 1, 2.
 
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schnurbuch, n. mit einer schnur der controle wegen durchstochenes buch mit fortlaufender seitenzahl Sallmann 84b.
 
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schnurbund, m., bei Oken 5, 445 eine schneckenart der gattung spaltschnecken, trochus conulus.
 
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schnurcheln, verb., nebenform zu schnarcheln, s. dieses oben sp. 1178.
 
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schnürchen, n., demin. zu schnur: heute noch kann ich es spüren, wie sie mich dauerte, als sie mir einen alten fingerhut von ihrem pfleger, an einem gelben schnürchen hängend, übermachte. Mörike 2 (1878), 69; Sali kniete nieder und nahm so gut er es verstand, das masz (zum schuh), indem er den zierlichen fusz der länge und breite nach umspannte mit dem schnürchen und sorgfältig knoten in dasselbe knüpfte. Keller 4 (1894), 126. bildlich etwas an einem schnürchen haben, fertigkeit darin besitzen Adelung, häufiger

[Bd. 15, Sp. 1405]


am schnürchen haben, gut im gedächtnis haben, von Adelung auf den gebrauch der schnur zum aufreihen zurückgeführt (vgl. DWB schnur 5, besonders die dort angeführte stelle Kant 10, 193), wobei in Borchardt-Wustmanns sprichtwörtlichen redensarten (1894) 423, 1057 an den rosenkranz erinnert wird, aber auch an die anwendung der schnur zur handhabung der puppen im puppenspiele gemahnend (vgl. DWB schnur 3, c): ich aber, der ich den könig Oedipus (des Sophokles) am schnürchen hatte, scheiterte ganz am Euripides. Grillparzer (1887) 15, 26. ähnlich: die die freyen künste in denen trivial schulen wohl begriffen, auch ihre cursus auff denen academien absolviret und die discurs und dictata ihrer lehrer an einem schnürgen herzusagen wissen. Thomasius von nachahmung der Franzosen 24, 25 Sauer; so dasz ich mich jetzt übe, sie (die geschichten) unveränderlich in einem singenden sylbenfall an einem schnürchen weg zu recitiren. Göthe 16, 73; ich kann die rede aufs schnürchen. Immermann 3, 22 Boxberger; etwas geht wie am schnürchen. deutlicher knüpft die wendung einen am schnürchen haben, in der gewalt, im gehorsam, an die handhabung der puppen an: die (kinder) hat man nicht immer so am schnürchen, dasz sie nur schreien, wenn's dich nicht stört. Göthe 7, 125. von der angelschnur (s. DWB schnur 3, d) scheint das folgende bild genommen zu sein:

drauf kam ein graf mit band und stern
und klopfte (als freier) an das thürchen.
die mutter sprach: den goldnen herrn
den lasz mir nicht vom schnürchen.
Ludwig (1891) 1, 25.


 
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schnureben, adj., dasselbe wie schnurgerade, ad amussim exaequatus Frisch 2, 217c: item, da man stöllen entgegen lenget, und uber sich unter die tagschecht brichet, das es schnureben soll zutreffen, und eine wasserseige und brunne bleiben, und först und sole an beiden orten zutreffen sol. Mathesius Sar. 143a.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für