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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnupfer bis schnupftabakdrucke (Bd. 15, Sp. 1390 bis 1391)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnupfer, m. im gebrauch der schriftsprache jetzt beschränkt auf die bedeutung eines, der tabak schnupft (siehe schnupfen 2); er ist ein starker schnupfer u. ähnl.; in zusammensetzung: taback- ò schnupf - tabackschnupfer Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634b;

der leichte Franzen-aff, der schnupfer bei der wahl.
Haller 95 Hirzel;

mundartliches: schnupfer, die nase Frommanns zeitschr. 5, 106, 8 (kärnt.); einmaliges schnaufen, einzelner atemzug (s. DWB schnupfen 1, schnaufer spalte 1208): dasz er gleich niederfiel und keinen schnupfer mehr that. Felder Nümmamüllers 80, vgl. Schm. 2, 579.
 
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schnupfetzen, schnopfetzen, verb., fortbildung zu schnupfen: schnupfezen, schnopfezen, schluchzen, besonders wie kinder nach dem weinen (s. DWB schnupfen 1), auch tabak schnupfezen (schnupfen 2) Schm. 2, 579; schnupfetzen, spüren Klein prov. - wb. 2, 136 (Österreich); schnupfez'n, schluchzen Schöpf 642; schnopfitz'n, ein wenig, aber stoszweise atem holen, schnüffeln Hintner 223, schnupfaz'n, spähen Lexer 224; auf md. gebiete bezeugt bei Pfister 265: schnüpfezen, schluchzendes weinen. rotzen, wainen, seufzen, schnopfezen. quelle bei Schm. a. a. o. mhd. snupfezen, snüpfezen Lexer mhd. handwb. 2, 1046, ahd. snopffizan (daneben snephezungo, f. singultu) Graff 6, 851, vgl. Weigand4 2, 620 unter schnipsen, schnipzen.
 
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schnupfetzer, schnopfetzer, m. (s. das vorhergehende wort): schnopfitzer, einmaliger tiefer atemzug (in gleicher bedeutung also wie schnupfer, schnaufer) Hintner 223; schnupfetzer, die nase (kärnt.) Frommanns zeitschr. 5, 106, 8; in älterer sprache als scheltwort, zänker, prahler:

der selb hiesz in ain knollen,
ain trunken und ain vollen,
er wärnit lär,
ain schnopfezär.
Uhland volksl.2 507 (nr. 249);

greyner, zancker, schnöpffitzer,
wie gefelt dir das.
Ott 115 liedlein (1544) nr. 44.

vgl. Schmeller 2, 579.
 
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schnupffliege, f.: es daurete mich, dasz der kerl, von diesen purschen, worunter einige waren, denen noch der milch-brey am munde klebte, so viele schnupf - fliegen einfressen muszte (sich soviel sagen, sich so behandeln lassen muszte). Felsenburg 2, 368.
 
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schnupficht, adj. rheumaticus Schottel 1406, schnupficht, gravedinosus Stieler 1907. Steinbach 2, 482; schnupficht, als

[Bd. 15, Sp. 1391]


wann einer die schnuppe hat. Frisch 2, 217a; ein hauffen schnupffigte materie, welche mit ihrer feuchtigkeit die natürliche wärme aufhält. Prätorius storchs winterquartier (1676) 278. schnuppicht: es ist mir aber wegen des stürmischen schlechten wetters meistens so dumm, schnuppicht und schlappicht zu muth gewesen. Merck briefs. 1, 164.
 
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schnupfig, adj. wie das vorhergehende wort: schnupfig, mucosus quelle bei Frisch 2, 217a; er sieht schnupfig aus, schnupfig reden u. ähnl.: dazu bin ich fieberartig schnupfig und etwas leidend. A. v. Humboldt in 'im neuen reich' 1871, 360; ihre stimme hatte den schnupfigen ton, der ein begleiter weinender augen ist. Ludwig 2, 318;

hustend, speiend, rotzig und schnopffig.
Waldis Esop. 4, 100, 174 Kurz.


 
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schnüpfler, schnöpfler, m. liebhaber von schnupftabak Tobler 395b.
 
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schnupfpulver, n. pulver, das man in die nase einzieht Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634b.
 
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schnupfschere, f. lichtputzschere Hertel sprachsch. 219. s. DWB schnupfen 1.
 
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schnupftabak, m. geriebener oder gemahlener tabak, der in die nase eingesteckt und aufgezogen wird (s. DWB schnupfen 2); kräuter-, blumen - schnupf - taback, mit blumen oder wolriechenden kräutern angemachter schnupftabak Kramer deutschitalien. diction. (1702) 2, 634b, gekörnter schnupftaback, wolriechender schnupptaback ebenda, schnupf-tobak Frisch 2, 217a. Adelung, schnupftabak Campe, schnupptewack Jecht 98b. Albrecht 205b. Schröer 203b, niederd. snuvtobak zu snuven, schnupfen, vgl. öcon. lex. (1744) 2637. Jacobsson 4, 30b. der gebrauch des schnupftabaks soll am franz. hofe unter Franz II aufgekommen sein (Weigand4 2, 624); neben schnupftabak begegnet in älterer zeit nach md. und nd. art schnupptabak auch in der schriftsprache, vgl. das unter schnupfen, verb. angeführte; die gäste suchten ihre bisem - knöpff und balsam - büchslein, auch sogar ihren schnupfftaback hervor. Simpl. 1, 105 Kurz; bereitet ihm einen solchen köstlichen schnupftaback daraus. 2, 289; und hab ich nit weit vom Rheinstrom eine mühl gesehen, die nur den schnupfftaback darauff zu mahlen, erbauet worden. 3 (1684), 97; hättest mein leben um'n prise schnupftabak haben können. Schiller räuber 2, 3 schauspiel; einige loth schnupftoback. Siegfr. v. Lindenberg (1784) 1, 44; er male nur mit schnupftabak und grüner seife. H. Heine 4, 26 Elster; ein todesurtel bestätigen, ist ihm wie 'ne prise schnupftabak nehmen. Gutzkow ritter vom geist 1, 21; ein dütchen schnupftabak. Keller werke 5, 334;

ich hab sogar kein schnupftabak
und hab kein kreuzer geld im sack. d. knaben wunderh. 1, 503 Boxberger;

man visitiert von pak zu pak,
doch zeigt sich nichts — als schnupftoback.
Schiller 3, 172.

einem schnupftabak geben, ihm einen verweis geben Schröer 203b; s'iss wäck wî schnupptewack, schnell und spurlos verschwunden Jecht 98b. Albrecht 205b.
 
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schnupftabakdrucke, f., schweiz. für schnupftabaksdose Stalder 2, 345; s. DWB schnupfdrucke.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für