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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnuderig bis schnüffelei (Bd. 15, Sp. 1384 bis 1385)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnuderig, adj. wie das vorhergehende wort: schnuderig, mucosus Maaler 360a; schnudrig, mucosus Steinbach 2, 482; schnüderig, geschnüderig, rotzig, schleimig von einer brühe, suppe Stalder 2, 345; schnuderig, mit rotz beschmiert Seiler 261b. Schm. 2, 573; ebenso nd. snuederig Woeste 247a.
 
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schnuderkengel, m. herabhängender rotz: ein weiszer schnuderkengel hanget jm an der nasen. Maaler 360a; vgl. DWB kengel 6, theil 5, sp. 530.
 
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schnüderling, m. wie das vorhergehende wort Schmeller 2, 573. Stalder 2, 345, schnüderlig Hunziker 228, sternschnüderling, sternschnuppe Schm. a. a. o.
 
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schnuderlumpe, m. derb für taschentuch, wie rotzlappen Seiler 261a; vgl. DWB schnudeltuch.
 
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schnudern, verb. rotz flieszen lassen, den schnupfen haben: rheumaticare strauchen vel schnudern Dief. gl. 497b; schnuderen, mutire Schottel 1406; schnodern, schnudern, schnuden, schnudeln, mocciare Kramer deutsch-italien. dict. (1702) 2, 633c; ich schnudere, mucum edo Steinbach 2, 482; snödarn, mocciare cimbr. wb. 234a; nd. snuedern, rotz aus der nase lassen Woeste 247a, den rotz in der nase hochziehen, durch schnauben ausstoszen, durch die verstopfte nase atmen: so sie den atum hart haben und schnudrent durch die nasen. quelle bei Schmeller 2, 573; vgl. Schöpf 641. Lexer 224. Seiler 261b. Frommanns zeitschr. 2, 551, 16. Anton 4, 7. Bernd 273. Schröer 204a. Kramer Bistritzer dial. 120; den schnupfen haben: die junge hüner bekamen dicke köpfe, sehr schnuderten wie ein ziep (schlesisch). zeitschr. für d. philologie 20, 488 (zu ziep vergl. Schm. 2, 1144). durch die verstopfte nase reden Frommanns zeitschr. 5, 462 (Iglau), vergl. Schröer a. a. o.; nach Stalder 2, 341 wird schnudern, schnüdern gebraucht im sinne von 'ungebührlich weinen, dasz die thränen sich mit dem rotz vermischen, besonders von kindern'; überschnudern, überschnüdern, verschnudern, mit rotz besudeln, geschnüder, ungebührliches weinen der kinder. ebenda; auf schnuder, f. rüssel weist schnudern, mit dem rüssel, schnabel suchen Schm. 2, 573; in besonderem sinne:

des nîdes gesinde siht man slichen
bî der strâʒen, ûf den stîgen,
snudern, smollen unde swîgen. renner 14117.

hier ist also wol ein laut zurückgehaltener verachtung (schnauben) gemeint.

[Bd. 15, Sp. 1385]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnudernase, f. rotznase, auch von einem menschen: schnudernasz (die) schnuderig, mucosus Maaler 360a;

ein yetlich schnudernasz zücht ein bart. kloster 8, 807.

schnudernase, junger laffe, naseweises mädchen Seiler 261a.
 
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schnudler, m. eigentlich rotzbube, beschmutzer, dann wie sudler einer der unsauber, unordentlich arbeitet, weiter auch allgemein als schimpfwort: du unnützer schnudler, du bist noch zu jung, unnd gering umb den schnabel. Ayrer proc. jur. 2, 3 (s. 491 der ausgabe von 1600);

(in die abtei Willigmut soll nicht hinein)
kein predigläufer,widertäuffer,
kein bepantoffelt schnudler, kuttelnsudler.
Fischart Garg. 279b;

in zusammensetzung: schnarchsudler (vgl. DWB schnarchen 6, sp. 1181), papirsudler und andere hudler. groszm. (kloster 8, 594). hierzu schnudlerin: wenn man verlässige krankenwärterinnen hätte, dürfte man sich nicht mehr auf gerathewohl yeder fremden schnutlerinn anvertrauen, die nur auf gewinn, nicht aber auf ihre pflichten sieht. quelle von 1825 bei Schm. 2, 573; im fränk.-hennebergischen bezeichnet schnudler schnauze, maul Frommanns zeitschr. 2, 464. vgl. DWB schnude, f., schnuder, f.
 
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schnudrian, m. ein mensch, der 'sowohl die nase unreinlich hält, als auch, der durch die nase undeutlich spricht' Bernd 273; s. schnudern. das wort ist wie schlendrian gebildet.
 
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schnuff, m. (vergl. DWB schnuffeln, DWB schnüffeln, DWB schnuffen, schnüffen), die nase; dann auch die witterung in einer sache (vgl. nd. versnuff krigen, witterung, wind von einem dinge bekommen brem. wb. 4, 908), die art und weise, um einen zu hintergehen, anzuführen Schmidt 205. Kehrein 1, 364; niederd. snüff, schnauze, nase; die vorderspitze an schuhen oder pantoffeln (hier als fem. bezeichnet) Richey 275; vgl. Schütze 4, 147. Danneil 200a. ten Doornkaat Koolman 3, 249a. Müller-Weitz Aachener mundart 219.
 
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schnüffel, m. einer der überall herumsucht, sich in alles mischt, alles wissen will Albrecht 205b; schnüffel, naseweiser bursche Hertel sprachsch. 219, grober kerl ebenda, vgl. Frischbier 2, 308a; bei Woeste 247b im sinne von nase, vgl. ten Doornkaat Koolman 3, 250a. schnufel, f. nase und maul des hundes, rindes, pferdes u. s. w., verächtlich des menschen Schm. 2, 573, vgl. Frischbier a. a. o. s. schnüffeln.
 
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schnüffelei, f., zu schnüffeln gebildet, das herumsuchen, herumstänkern.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für