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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnuckung bis schnudelei (Bd. 15, Sp. 1382 bis 1383)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnuckung, f. suspirium cum lacrymis, vel post fletum suspiria Stieler 1897; s. DWB schnucken 1.
 
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schnuddel-, schnudder-, s.schnudel-, schnuder-.
 
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schnude, m. schnupfen Hertel sprachsch. 219; s. DWB schnaude sp. 1205.
 
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schnude, f., daneben schnudern, f. nase und maul der thiere, verächtlich auch vom menschen Schm. 2, 573; schnude, f. nase Reinwald 2, 114. Frommanns zeitschrift 2, 464.
 
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schnudel, schnüdel, m.
1) schnudel, der rotz, als hessisch und fränkisch bei Campe verzeichnet; das wort ist aber weiter verbreitet, die formen schwanken; s. über den etymologischen zusammenhang oben unter schnauden sp. 1205. mhd. snudel Lexer mhd. handwörterb. 2, 1043. schnoder, schnuder, schnudel Kramer deutsch-italien. dict. (1702) 2, 634a. schnūdel Vilmar 365 (daneben häufiger schnuttel, schnuddel); schnudel, schnuddel, schnurl, schnull Kehrein 364, schnuddel Schmidt 205, schnudel Albrecht 205b (hier auch von andern unsauberkeiten, besonders wenn sie beim essen vorkommen), schnudel Schöpf 641: nachdem er sin gifft und schnudel meistlich ausgegossen hette und sein mtlein an uns geklet. Nigrinus beschlag P 4a; welcher teuffel hat dich darumb gebeten oder dir geboten dein schnudel auszzustrawen. ebenda. umgelautet: ir hieng ein groszer schnüdel usz der nasen. Eulenspiegel 75 (s. 117 neudr.); gleich darauf: und sah den schnudel wol.
2) personifiziert schnüdel, rotziger, schmieriger mensch, auch in freierer anwendung:

und die schnüdel und güdel
und die schnufar und jufar. teufels netz 13380;

vgl. mhd. wb. 2, 452b. Lexer mhd. handwb. 2, 1039. Germ. 5, 302.
3) schnudel, f. nase Reinwald 2, 114. Frommanns zeitschr. 2, 464.
 
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schnudelbeck, m., entstellt aus nudelbeck (s. dieses oben theil 7, sp. 976): jagten und triben die schnudelbecken mit groszen wackensteinen. Fischart Garg. 198b.
 
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schnudelbock, m. kind mit rotziger nase Schmidt 205.
 
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schnudelbrei, m. zur bezeichnung eines ekeln gemisches: die etwan 37. jar mit jrem schnudelprei, rattenkraut und wurmsamen, jm land herumb gestrichen und stationiert sein. Fischart bienenk. 193b.
 
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schnudelbuch, n. schmieriges, verächtliches, unordentlich geschriebenes buch: wie der unverschämpte bettelmünch, der schneiderknecht inn seinem schnudelbuch offentlich Luthero die schuld gibt. Nigrinus pap. inquis. 570;

der hat verursacht solches gar
mit seinen schnudelbüchern zwar.
Fischart 1, 250, 4672 Kurz;

dimin. schnuderbüchlein:

dein schnudelbüchlein und dein lügen
werden doch nicht viel schaden mügen. 174, 1625.


 
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schnudelbutze, -butz, m. rotz in und aus der nase, herabhängender nasenschleim (s. DWB butze 2, theil 2, sp. 589):

wer deinen schnudelputz nicht gerne wil vertragen
der tret ihn selber ausz.
Scherffer Grobian. 9.

übertragen auf eine person in älterer sprache, derb - spöttische bezeichnung bald schärfer, bald gemütlich-lustig gebraucht: durch anhalten und bitt viler gter frommer auszerlesenen bundten und rundten schnudelbutzen. Lindener Katzip. 2 (s. 61 Lichtenstein); und wirt der auszerwölte schnudelputz also zu einem wurststehler. 231 (s. 136 Lichtenstein); sihe da, jhr feine schnudelbutzen. Fischart Garg. 17b;

du schnudelputz, must hindan weichen.
Mauritius Haman B 4;

du schnudelputz was hast mangels dran. schulwesen F 7.

[Bd. 15, Sp. 1383]


wie schelm: wie er dann voller ubermts und stoltz war und doch ain schnudelbutz darbey. Lindener Katziporus 76 (s. 86 Lichtenstein); entstellt zu schnūd'lputzer, schimpfwort, bei Schöpf 641 bezeugt.
 
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schnudelei, f. schmutzerei, dann auch unordentliches wesen:

das ich noch nicht erschrocken sey
für jrer groszen schnudeley.
Nigrinus beschlag Q 4b;

schnudelei, liederliches leben Jecht 98b. vgl. DWB schnudeln.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für