Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnötzen bis schnuddel- (Bd. 15, Sp. 1381 bis 1382)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnötzen, verb., s. DWB schnätzen sp. 1199.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnucht, m. name einer art von hechten (Köln) Campe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuck, m. atemzug, schluchzer, aus dem nd. bei Campe aufgenommen (s.schnucken); schnukk, suspirium cum lachrymis vel post fletum suspiria, geschnukk Schottel 1406, vergl. Stieler 1897; snukk, der letzte atem brem. wb. 4, 900; snuk, der schlucken (vergl. nd. snuckup) ten Doornkaat Koolman 3, 250a, ebenso bei Hupel 210; abweichend bei Woeste 247a im sinne von schnurre, anekdote (vgl. DWB schnack).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnucke, f., niederd. snucke, das in den norddeutschen heidegegenden (im lüneburgschen, bremischen und holsteinschen) gezüchtete und geweidete schaf (vergl. heidschnucke theil 4, 2, sp. 812). schnucke, f. genus ovium Schottel 1406, vgl. Klein prov.-wb. 2, 137 (Harz). Richey 275. brem. wb. 4, 900. Schütze 4, 148. Danneil 200b. ten Doornkaat Koolman 3, 250a:

meilenlang einöde, nur heid' und aschiger flugsand;
kaum ein gezirp, kaum fern dürftiger schnucken geblöck.
Voss 6, 311.

neben snucke ist im nd. snicke im gebrauche, s. brem. wb. 4, 900; eine andere nebenform ist schnacke oder schnake, s. DWB schnack 4, g oben sp. 1155; heideschnacken oder schnucken Jacobsson 6, 63b, heideschnaken Frisch 1, 434c. die herkunft der bezeichnung ist unklar; ten Doornkaat Koolman a. a. o. denkt an nd. snicken, snucken, schluckende laute von sich geben.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuckeln, verb. lecken, saugen, naschen; eine abschnuckeln, zerküssen Schm. 2, 567, vgl. Schmidt 204. Kehrein 1, 363. Pfister 265; daher schnuckler, schnucklerin, leckermaul Schmidt a. a. o. Woeste 247a; vgl. noch schnuckel, f. näscherin Kehrein a. a. o. küchenschnuckel, einer der in der küche herumnascht Schm. a. a. o., schnuckeleins-, schnuckelesware, zuckerzeug, schnuckes, schnuckeschen, leckermäulchen und andere in den mundarten vorkommende bildungen; s. DWB schnucken, schnücken 2.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnucken, schnücken, verb. mundartliches, nur selten in der schriftsprache vorkommendes wort.
1) ructare, eructare, singultire (vgl. DWB schlucken, DWB schluchzen, auch schnupfen): singultare, snucken, snicken (niederd.) Dief. 536c, vergl. Schiller - Lübben 4, 280b; sowol das krampfhafte aufstoszen aus dem magen (schlucken) wie das heftige mit dem weinen verbundene oder ihm folgende geräuschvolle atmen (schluchzen) wird mit schnucken bezeichnet: schnukken, in fletu suspirare Schottel 1406. Stieler 1897; nd. he weenet, dat he snukket; snukkup, der schlucken Richey 275; vgl. brem. wb. 4, 900. Schütze 4, 148. Dähnert 440a. Danneil 200b. Schambach 200b; schnikken, schnükken Stürenburg 229a. ten Doornkaat Koolman 3, 244b; vgl. Hupel 210. Frischbier 2, 308a. nd. korrespondenzbl. 13, 86. Liesenberg 199. Frommanns zeitschrift 6, 481 (Lippe); schnuckzen, schluchzen Jecht 98b. dieses auf das nd. und die angrenzenden gebiete beschränkte wort zeigt enge berührung mit nd. snikken, singultire, vergl. engl. snickup, singultus und snacken, respirare, captare animam, anhelitum recipere, singultire (Kilian), s. oben schnacken 3, sp. 1157 und Schm. 2, 566 unter schnackeln. in der schriftsprache begegnet es nur selten: wenn er (der magen) überfüllet ist, so schnucket und rützelt er. Comenius sprachenthür übers. von Docemius (1657) § 292; weineten die meisten, dasz sie schnucketen. Olearius reisebeschr. 230b; der einzige laut, den man hörte, war von dem gutherzigen bauer, der, den kopf an die wand gelehnt, innerlich schnuckte. Nicolai Sebaldus Nothanker 1, 60; er hatte den grundsatz, dasz man einem geschlagenen, weinenden kinde zeit lassen müsse, um auszuschnucken. Engel schriften 12, 22.
2) in md. gegenden wird schnucken oder in umgelauteter form schnücken im sinne von saugen, lecken, naschen gebraucht; schnücken, an der brust saugen Reinwald 2, 114; an der brust, am finger saugen, wie kleine kinder thun Spiesz 223; schnucken, naschen Pfister 264, vgl. Hertel sprachsch. 219:

[Bd. 15, Sp. 1382]


sie selbst (die chorherren) kaum in die kirchen kücken,
wie die hund in die küchen schnücken.
Waldis päbstl. reich L 3b.

s. DWB schnuckern, DWB schnückern.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuckern, schnückern, verb. naschen, naschend herumstöbern; nd. dör snukkern, herum snukkern, alle winkel genau durchsuchen, durchstänkern brem. wörterb. nachtr. 321; bi den junfern snükkern, aufs 'löffeln' ausgehen Dähnert 440a; snückern, schnobern, schnäppern, gern naschen; snückerig, naschhaft Schambach 201a; vergl. DWB schnucken, DWB schnücken 2; snuckern, schluchzen Woeste 247a; snikkern, snükkern, snukkern, singultire ten Doornkaat Koolman 3, 244b. s. DWB schnucken 1 und vgl. DWB schnökern.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuckisch, adj. naschhaft, leckermäulig, wählerisch (norddeutsch); s. DWB schnucken, DWB schnücken 2, schnuckern, schnückern.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuckup, m. schlucken, singultus; niederd. snukkupp, s. DWB schnucken 1.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuckung, f. suspirium cum lacrymis, vel post fletum suspiria Stieler 1897; s. DWB schnucken 1.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnuddel-, schnudder-, s.schnudel-, schnuder-.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für