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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnödigkeit bis schnoller (Bd. 15, Sp. 1376 bis 1377)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnödigkeit, f., häufiger als schnödheit im gebrauche; mhd. snœdekeit mhd. wb. 2, 2, 453a. Lexer mhd. handwb. 2, 1042, schnödigkeit, turpitudo, improbitas, malitia Maaler 360a. nach schnöde 1 in der bedeutung von armseligkeit: daszs ander, da mitt ein mensch keüscheit mag behalten, das selb ist, schnödigkeit der kleidung. Keisersberg seelenpar. 39a. dann allgemein verächtlichkeit oder stärker im sinne von verworfenheit, niedrigkeit: schnödigkeit des lebens, ludibria, fragilitas et miseria vitae; schnödigkeit des reichtums, nummorum foeditas Stieler 1905; die schnödigkeit des fleisches und der fleischlichen wollüsten. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 633c, vgl. Steinbach 2, 482; es ist gar ain grosze schnödikeit, die armen verspotten. Steinhöwel Esop. 69 Österley; und sie sehen all dein schnödigkeit. bibel v. 1483 Ezech. 16, 37; sein brangen und uszwendiger schein ist ein zeichen, der inwendigen böszheit und schnödikeit. Keisersberg narrensch. 137c; die schnödigkeit der ehre, erhellet sonderlich in dem, das man auf unterschidlichen wegen darzu kommen kan. Butschky Pathm. 281;

Kallisto liesz sich doch von einem gott besiegen;
das milderte die schnödigkeit der that.
Wieland 10, 143 (Diana u. Endymion).

im sinne von pudenda, scham, blösze: die milte natur usz ir güte allen thieren versehen hat einen langen schwanz damit ir schnödigkeit zu bedecken. Cyrill spec. sap. 62. nach schnöde 2 in neuerer sprache mit der bedeutung von schroffheit, unfreundliche, gehässige schärfe u. ä.: er behandelte uns mit einer gewissen schnödigkeit; die schnödigkeit der antwort verletzte mich.
 
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schnödiglich, adj., wie das einfache schnöde; im sinne von ärmlich:

nach armer lude wise
mit snodeclicher spise. Elisabeth 4956;

gebräuchlicher in adverbialer fügung: schnödigklich, teterrime Maaler 360a; schnödiglich, indigne, immerito, inepte; aufs schnödiglichste, turpissime, foedissime, extreme, contemtim. Stieler 1905: alle göt und göttin, das doch ain grosz übel ist, schiltet er schnoudiglich. Steinhöwel Esopus 41 Österley. schnödiglichen: als jhr denn desz ein exempel gesehen habt, das mir schnödiglichen geschehen seyn solt. buch der liebe 314b.
 
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schnödlich, wie das vorhergehende meist in adverbialem gebrauche: schnodlich, nequicquam, incassum voc. von 1482 bei Lexer mhd. handwb. 2, 1042; und hlt mich gar schnödlich. Th. Platter 52 Boos;

wen sol das tunken guot,
dasz ir also schnödlich thuot
und den spiegl nembt mit gewalt. fastn. sp. 455, 28.

[Bd. 15, Sp. 1377]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnödverkehrt, adj.:

die schnöd-verkehrte hertzen,
nach jhrer pfaffen raht und lehr,
erfinden, deinem wort (so unsre gröste ehr)
noch zu unehren, newe schmertzen.
Weckherlin 183.


 
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schnofeln, verb. durch die nase reden (Österreich) Klein prov.-wb. 2, 136. idiot. austr. 108; auch schnuppern, ausspüren Hügel 143a.
 
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schnok, m., schnottfisch, hassel, hasel (s. theil 4, 2, sp. 546). Siebold 203; snok oder snouk Flandris, ein hecht. Gesner de piscibus 198. die herkunft des wortes ist dunkel.
 
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schnökerei, f. das herumschnüffeln, durchschnüffeln (siehe schnökern) Frisch 2, 216c; niederd. snökerije, näscherei, löffelei brem. wb. 4, 896.
 
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schnökern, verb. schnüffeln, durchschnüffeln, naschen, im nd. und in der umgangssprache Norddeutschlands vielfach gebräuchlich: hannov. snökern, naschen, löffeln, verliebte besuche ablegen brem. wb. 4, 896; snöckern, in der stille auszuwittern suchen, herumsuchen, besonders nach naschwerk Danneil 200a, vergl. Woeste 246b. Frommanns zeitschrift 5, 294 (Fallersleben), bei Schambach 201a snückern: die Franzosen mögen gern ein gut stück essen — sie schnökern gern. Bode (Trist. Sh.) 7, 51; bei Keisersberg im sinne von schnüffeln (vergl. DWB schnäuken, DWB schneiken, schneuken): schnökeren als junckfrauwen lauffen in dem hausz schneicken, und wellen alles wüssen das die frauw in dem hindersten winkel hat. baum d. seligk. 12d.
 
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schnolle, f. tünche, mit der die fertig gebrannten tabakspfeifen überzogen werden Jacobsson 4, 30a.
 
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schnollen, verb. für schmollen (?), s. DWB schnollsuppe: die nur immerdar grollen, schnollen, kurren, murren, brummen, summen. Creidius; s. DWB schnullen.
 
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schnoller, m., s. DWB schnuller.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für