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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnödheit bis schnolle (Bd. 15, Sp. 1376 bis 1377)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnödheit, f., zum adj. schnöde gebildet und dessen bedeutungen folgend. nach schnöde 1 im sinne von verächtlichkeit, schlechtigkeit, verworfenheit: welcher mönsch sicht in dem spiegel seiner vernunfft, die schnödheit seiner geburt, und masen seiner sünden. Keisersberg dreieckecht spiegel Aa 3b; schnodheyt der sunden. Luther 9, 727, 9 Weim. ausgabe; ein berg der verwerffung unnd schnödheyt. Franck weltb. 178a. nach schnöde 2, schroffheit gegen andere, unfreundlichkeit u. ä.: dasz schier seine sprödigkeit mich verdrosz, — und ob seiner schnödheit das blatt mir schosz. Rückert (1882) 11, 316; nd. snöeheit, klugheit, schlauheit, witz, behendigkeit brem. wb. 4, 896 (s. DWB schnöde 3).
 
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schnödig, adj., gleichbedeutend mit schnöde Steinbach 2, 482; im sinne von 'scharf, heftig reizend' (vergl. schnöder wind): wären weder die stralen der sonnen, so ihme gerad auff die gosche schienen, also klar und hitzig, noch auch der gesang der vögel .. also scharff und schnödig gewesen, dasz sie ihn hätten an seinem tieffen schlaff ermuntern können. Harnisch 111.
 
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schnödigkeit, f., häufiger als schnödheit im gebrauche; mhd. snœdekeit mhd. wb. 2, 2, 453a. Lexer mhd. handwb. 2, 1042, schnödigkeit, turpitudo, improbitas, malitia Maaler 360a. nach schnöde 1 in der bedeutung von armseligkeit: daszs ander, da mitt ein mensch keüscheit mag behalten, das selb ist, schnödigkeit der kleidung. Keisersberg seelenpar. 39a. dann allgemein verächtlichkeit oder stärker im sinne von verworfenheit, niedrigkeit: schnödigkeit des lebens, ludibria, fragilitas et miseria vitae; schnödigkeit des reichtums, nummorum foeditas Stieler 1905; die schnödigkeit des fleisches und der fleischlichen wollüsten. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 633c, vgl. Steinbach 2, 482; es ist gar ain grosze schnödikeit, die armen verspotten. Steinhöwel Esop. 69 Österley; und sie sehen all dein schnödigkeit. bibel v. 1483 Ezech. 16, 37; sein brangen und uszwendiger schein ist ein zeichen, der inwendigen böszheit und schnödikeit. Keisersberg narrensch. 137c; die schnödigkeit der ehre, erhellet sonderlich in dem, das man auf unterschidlichen wegen darzu kommen kan. Butschky Pathm. 281;

Kallisto liesz sich doch von einem gott besiegen;
das milderte die schnödigkeit der that.
Wieland 10, 143 (Diana u. Endymion).

im sinne von pudenda, scham, blösze: die milte natur usz ir güte allen thieren versehen hat einen langen schwanz damit ir schnödigkeit zu bedecken. Cyrill spec. sap. 62. nach schnöde 2 in neuerer sprache mit der bedeutung von schroffheit, unfreundliche, gehässige schärfe u. ä.: er behandelte uns mit einer gewissen schnödigkeit; die schnödigkeit der antwort verletzte mich.
 
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schnödiglich, adj., wie das einfache schnöde; im sinne von ärmlich:

nach armer lude wise
mit snodeclicher spise. Elisabeth 4956;

gebräuchlicher in adverbialer fügung: schnödigklich, teterrime Maaler 360a; schnödiglich, indigne, immerito, inepte; aufs schnödiglichste, turpissime, foedissime, extreme, contemtim. Stieler 1905: alle göt und göttin, das doch ain grosz übel ist, schiltet er schnoudiglich. Steinhöwel Esopus 41 Österley. schnödiglichen: als jhr denn desz ein exempel gesehen habt, das mir schnödiglichen geschehen seyn solt. buch der liebe 314b.
 
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schnödlich, wie das vorhergehende meist in adverbialem gebrauche: schnodlich, nequicquam, incassum voc. von 1482 bei Lexer mhd. handwb. 2, 1042; und hlt mich gar schnödlich. Th. Platter 52 Boos;

wen sol das tunken guot,
dasz ir also schnödlich thuot
und den spiegl nembt mit gewalt. fastn. sp. 455, 28.

[Bd. 15, Sp. 1377]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnödverkehrt, adj.:

die schnöd-verkehrte hertzen,
nach jhrer pfaffen raht und lehr,
erfinden, deinem wort (so unsre gröste ehr)
noch zu unehren, newe schmertzen.
Weckherlin 183.


 
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schnofeln, verb. durch die nase reden (Österreich) Klein prov.-wb. 2, 136. idiot. austr. 108; auch schnuppern, ausspüren Hügel 143a.
 
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schnok, m., schnottfisch, hassel, hasel (s. theil 4, 2, sp. 546). Siebold 203; snok oder snouk Flandris, ein hecht. Gesner de piscibus 198. die herkunft des wortes ist dunkel.
 
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schnökerei, f. das herumschnüffeln, durchschnüffeln (siehe schnökern) Frisch 2, 216c; niederd. snökerije, näscherei, löffelei brem. wb. 4, 896.
 
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schnökern, verb. schnüffeln, durchschnüffeln, naschen, im nd. und in der umgangssprache Norddeutschlands vielfach gebräuchlich: hannov. snökern, naschen, löffeln, verliebte besuche ablegen brem. wb. 4, 896; snöckern, in der stille auszuwittern suchen, herumsuchen, besonders nach naschwerk Danneil 200a, vergl. Woeste 246b. Frommanns zeitschrift 5, 294 (Fallersleben), bei Schambach 201a snückern: die Franzosen mögen gern ein gut stück essen — sie schnökern gern. Bode (Trist. Sh.) 7, 51; bei Keisersberg im sinne von schnüffeln (vergl. DWB schnäuken, DWB schneiken, schneuken): schnökeren als junckfrauwen lauffen in dem hausz schneicken, und wellen alles wüssen das die frauw in dem hindersten winkel hat. baum d. seligk. 12d.
 
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schnolle, f. tünche, mit der die fertig gebrannten tabakspfeifen überzogen werden Jacobsson 4, 30a.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für