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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnittlauch bis schnittnutzholz (Bd. 15, Sp. 1356 bis 1357)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnittlauch, m. lauch mit binsenförmigen blättern, der sich öfters abschneiden läszt und nachwächst und der klein geschnitten an speisen gethan wird Adelung. öconom. lex.2 2634, porrum sectivum Dasypodius, schaenoprasum, porrum sectivum, sectile Stieler 1081. Frisch 2, 216a, allium schoenoprasum, vgl. DWB schnittling, DWB schnittzwiebel Nemnich. Pritzel - Jessen. Oken 3, 558, ahd. snitilouh, s. unten; mhd. snitelouch, snitlouch Lexer handwb. 2, 1038, mnd. snedelôk Schiller-Lübben 4, 271b: brittula snitelouch (Sum.) Dief. gl. 82a; cepa .. snitilouh (ahd.) 113b; percola eyn snedeloch, snitloich, snitelouch (Sum.) 424c, porrum .. schnitlauch 448b, porrus sectilis, porrusectilis snite-, snit-, sintlouch ebenda; sisymbrium .. snedelok 538c, sniedoloich nov. gl. 341b, vgl. auch Weigand 2, 621. Kluge5 334a und dänisch snitløg. auch mundartlich sehr verbreitet, oft in entstellter form, s. Seiler 260b (schnittlech). Schmeller 2, 586 (schni'le' s. schnittling). Schöpf 641. Hertel 41 u. sprachsch. 218. Frischbier 2, 306b (schnittloch). Haltrich 76b (schnidlenk, m.); nd. snidlâk, m. Schambach 200b, snittlôk Danneil 274a. Pritzel-Jessen führt auszerdem noch auf: schnedlach und schnittlacht (St. Gallen); anderes s. unter DWB schnittling:

ob du schnitlach wöllest hǎn,
so bis clg und weis.
Cl. Hätzlerin 2, 71, 106;

was man aber vom abgeschnittenen kraut zum täglichen gebrauch der kuchen überliefert, wird schnittlauch genennet. Hohberg 1, 490a; der schnitt - lauch wird im frühling von einander gerissen, und eintzeln .. in gut fett erdreich .. gepflantzet. 3, 386b; ein mann, der eines nachmittags müde nach hause kam, hätte gern ein stück butterbrod mit schnittlauch darauf gegessen. Hebel 2, 153; die handvoll grüner bohnen, spinatblättchen oder gelber rübchen, welche sie endlich in ihr körbchen that samt dem büschelchen petersilie oder schnittlauch, das sie als dreingabe erkämpfte. Keller 3, 31; deine verehrung .. vor eierkuchen mit schnittlauch theil' ich heut' nicht. Gutzkow ritter v. geist 3, 159. — dazu schnittlauchduftend, adj.: Kathrine brachte den salat und ihr schnittlauchduftendes backwerk. 1, 84; schnittlaucheierkuchen, m.: beim duft eines erinnerungsreichen schnittlaucheierkuchens. 2, 188.
 
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schnittlein, n. frustulum, peripsema, ramentum, recisamentum; güldene schnittlein, dicuntur panis crocatus Stieler 1901, ahd. snitelîn, buccellam Graff 6, 814; dafür oberd. auch schnittli (schweizerisch) und schnittel: pachen schnittl, guldene schnittel als backwerk (vgl. schnitt 4). Germ. 9, 201 (kochbüchl. aus Tegernsee 15.—16. jahrh.). — sprichwörtlich mit bezug auf die brotschnitte in der suppe: von 9 suppen ein schnittle als bezeichnung einer sehr entfernten verwandtschaft Schmid 629; er is a schnidl auf alli suppn, einer, der sich zu allen meinungen bekennt Hügel 143a. — als ausruf:

ocha, ocha, schnitly, bysz mich nit! fastn. sp. 870 (Etsli tragdenkn. 283).


 
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schnittler, m., s. schneideler. Stieler 1902.
 
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schnittlicht, adj., s. schneidelicht. ebenda.
 
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schnittling, m. abgeschnittenes stück, abgeschnittener junger schosz. ahd. snitilinc, snitelinc, glossiert mit palmes, surculus, sarmentum Graff 6, 843; mhd. snitelinc Lexer handwb. 2, 1038; palmes .. snitelinc (Sum.) pl. snidelinge Dief. gloss. 407b; sarmentum .. snydelinc 513a; talea .. snitelinc (Sum.) 572a; seit dem 12. jahrh. belegt, s. Weigand 2, 621. ableitung von schnitt, vgl. daselbst.
1) abgeschnittenes stück überhaupt, schnitzel Adelung; papierschnitzel: weil er (der puderbeutel) .. einen schatz für mich, die schnittlinge nemlich meines in der übereilung der furcht castrirten tagebuchs enthält. Thümmel reise 10, 263; diesen mann kann ich zum glück dir .. aus dem überreste meines tagebuchs kennen lernen, ohne dasz ich die schnittlinge in meinem puderbeutel dazu ziehe. 299.
2) im weinbau die zu fächsern abgeschnittenen reben, vergl. schnittholz 1. Adelung. Nemnich: schnittling, rebschosz von

[Bd. 15, Sp. 1357]


weinstock, malleolus. Golii onomast. 368, s. Frisch 2, 216a. vgl. die glossierung mit palmes, s. oben.
3) bei den gärtnern überhaupt ein junger jahrschosz, der zur fortpflanzung abgeschnitten wird Adelung. Nemnich. Jacobsson 4, 29b. öcon. lex.2 2634 f.; bildlich: dieses nebenszepters, des ablegers und schnittlings vom mutterszepter. J. Paul Tit. 1, 164.
4) für schnittlauch (vgl. das.), allium schoenoprasum Nemnich. Pritzel-Jessen. öconom. lex.2 2634. Schm. 2, 586. Hügel 143a. Frommann 5, 463 (schnîtling, in Iglau).
5) junges männliches pferd oder rind, das nach dem verschneiden noch nicht ganz geheilt ist Schmeller 2, 586, juvencus castratus Frisch 2, 216a.
6) aus dem mutterleibe geschnittenes kind, gewöhnlich ausschnittling, s. theil 1, 959 oder (entstellt zu) ausschindling, ebenda 950: schnittling, caeso, s. ausschnidling Frisch 2, 216a; schnittling, m. celui qui est venu au monde par une incision faite au ventre de sa mère; qu'on a tiré du ventre de la mère. Rondeau 507.
7) die unterste reihe ziegeln eines daches, dachtraufenziegel Jacobsson 4, 29b, halbe dachblatte Schmid 474.
8) in Wien schnidling, kurzgeschnittene haare Hügel 143a; in der gaunersprache für haar überhaupt Avé-Lallemant 4, 602. — vgl. schnidlingkopf, frauenzimmer mit kurz abgeschnittenen haaren Hügel a. a. o.
 
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schnittmeister, m.: an etlichen orten ist der gebrauch, dasz man mit einen oder zween vertrauten und bekannten um ein gewisses geld, den gantzen schnitt (die ernte) abzubringen, dinget, die schauen ihnen dann um eine genugsame anzahl schnitter um, dingen mit ihnen, und lohnen ihnen nach dem tagwerck, so gehts auch schleunig zu, und darff der hausvatter nicht so anhäbig nachsehen, weil die schnittmeister zu eignen ihren nutzen darob seyn müssen, dasz nichts versaumt sey. Hohberg 2, 51b.
 
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schnittmesser , n. messer zum schneiden, mhd. snitmeʒʒer Lexer handwb. 2, 1039; speziell
1) messer mit 2 handhaben, dessen sich böttcher, wagner und andere handwerker bedienen Adelung, vergl. schneidemesser Jacobsson 4, 29b; sculprum ... snyt meszer Dief. gloss. 521c; schnittmeszer, scalprum rectum et incurvum, culter vietorius utrinque manubriatus Stieler 1252; schnitt-messer, s. schnitzmesser, concisorium, scalprum manubriatum vietorum Frisch 2, 216a; was übrig bleibt, davor lassen wir ein beil oder ein schnittemesser schärffen. Weise kl. leute 150;

schnitmesser schnitzer hamer zangen

unter allerlei hausrat aufgeführt fastn. sp. 1219.
2) das rebmesser der winzer Adelung, vgl. schnittheppe und: putatorium .. eyn schnid messerlin Dief. gloss. 474c.
3) in der chirurgie: nach diesem schneyde jm mit einem starcken scharffen schnitmesser ein wündlein durch die hirnschalen, unnd öffne dieselbige. Würtz wundarzn. 97.
4) obscen (penis): aber wie der grob paurenknecht mit seinem wüesten schnidmesser den kitzel in das hünder vierthail bracht, fieng sie mit niderer stim an zu jemern und zu schreien. Zimm. chron.2 4, 10, 15 Barack.
 
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schnittmonat, m. erntemonat, august, vgl. DWB schnitt 2 und Weinhold monatsnamen 54: calen. augusti 31. schnitmonat. augst. Tegernseer kal. von 1534, s. Germ. 9, 196.
 
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schnittmorchelblume, f. das wollgras Nemnich.
 
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schnittnarbe, f. narbe von einer schnittwunde.
 
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schnittnutzholz, n. die holzarten, welche durch sägen oder auf schneidemühlen zu holzarbeiten in theile von bestimmter breite und dicke zerschnitten werden Jacobsson 7, 264b f. Behlen 5, 541—545. vgl. schnittholz 3.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für