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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnittbaum bis schnitter (Bd. 15, Sp. 1350 bis 1352)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnittbaum, m. baumstamm, der mit der säge in stücke von bestimmter breite und dicke zerschnitten wird, um zu holzarbeiten verwendet zu werden, vgl. schnitt-nutzhölzer. Behlen 5, 541 ff.: es war ein wunderschöner frühmorgen, da schickt

[Bd. 15, Sp. 1351]


mich der förster hinauf am Hochkopf, ich sollte ein dutzend starke schnittbäume ausweisen. didaskalia 11. märz 1873.
 
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schnittbohne, f. die gewöhnliche bohne, phaseolus vulgaris Pritzel-Jessen. Nemnich, die zum essen zerschnitten wird Campe; besonders in Norddeutschland; ebenso dän. snittebønne.
 
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schnittbrenner, m. eine art gasbrenner, wobei das gas ausströmt durch einen schnitt, der in verticaler richtung den kopf des brenners theilt Karmarsch-Heeren3 5, 474.
 
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schnittbrot, n., mhd. snitbrôt, brot für die schnitter Lexer handwb. 2, 1038; — geschnittenes brot bei tische (?):

Agneta, hör, der herr will heud
aber mal haben viel frembt leud.
da wolt ich gern, du sehst drauff,
wen man dasz schnidprot hebet auff,
do liegen den offt vor den gesten
allerley speis nur nach dem pesten.
dasz wörfft man jn den auff den trog.
Ayrer 3171, 9 Keller;

lasz sie (die bettler) an liechten galgen lauffen
und last den bunden dasz schnidprot. 3172, 20.


 
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schnittbülte, f. bültengras, buttengras, carex stricta. Pritzel-Jessen.
 
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schnittchen, n. , demin. zu schnitt.
1) ein schnittchen machen, s. schnitt 1, a.
2) kleines abgeschnittenes stück, quadrula, frustulum, frustillum Steinbach 2, 476; ein schnittchen brod, frustulum panis, lamella panis Frisch 2, 215c; ein apfel und ein schnittchen brot ist ihre gewöhnliche mahlzeit. Ludwig 2, 580; vom fleisch: aber kind, gieb mir doch noch ein schnittchen fleisch und einen löffel voll brühe. Siegfried v. Lindenb.4 1, 55; kommt, reicht euern teller her, hier leg' ich euch dies vortreffliche schnittchen (schinken) vor. Geibel 7, 142;

er ging an wilden schweinskopf,
zerlegt ihn all und all,
und präsentirt die schnittchen
den herrn in königs saal.
Herder 25, 250 Suphan.

papierschnitzel: (er) bewies es mir auf der stelle durch seinen alten denkspruch, den er mir auf ein schnittchen papier schrieb. Thümmel 6, 375. ebenso mundartlich, niederd. snidjen Schambach 200a, preuszisch schnöttke Frischbier 2, 306b.
3) daneben auch in anderem sinne:
a) backwerk von blätter- oder butterteig, das in länglich viereckige form geschnitten ist. Frischbier 2, 306b. vgl. schnitt 4.
b) mutterschaf, das nicht mehr zur zucht dienen soll und gemästet wird Schambach 200a, weibliches schaf Hertel sprachschatz 218.
c) rundliches frauenzimmer. ebenda.
 
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schnitte, f. abgeschnittenes flaches stück. feminine weiterbildung zu schnitt, vgl. Grimm gramm. 3, 347. ahd. snita, snitta, snida, glossiert mit buccella (panis), torta Graff 6, 843, mhd. snite, snitte in den bedeutungen 1) schnitt, hieb; 2) abgeschnittenes stück; 3) streifen (von zeug und pelzwerk); 4) schiene: 90 sniten ferri, s. Lexer handwb. 2, 1038. in der neuern sprache nur von dünnen scheiben von speisen: schnitte, frustum, abscissum aliquid Steinbach 2, 476; besonders von brot: panis incisus Schottel 1406; buccella .. snede, snydde, stucke, schnitt, stuck, snitten, schnyte Dief. gloss. 83a; ebenso in neuern mundarten, bair. der und die schnitten Schm. 2, 585 f.; tirol. schnittn, f. Schöpf 641; cimbr. snitta cimbr. wb. 234a; lausitzisch schnitte Anton 4, 7; erzgebirgisch schnite Göpfert 114a; in Posen Bernd 273; henneb. schnîte, stück brot von der seite Spiesz 223. eine schnitte fleisch, braten, schinken: ich unterdessen hatte gabel und messer ergriffen, um einer schnitte kalten bratens zuzusprechen. Keller 3, 144. meist aber von brot: mit diên (dem abendmahl) er genuôge fuôrot (speist) diê imo uuideresint, also Judas uuas, demo er buccellam (diê snitun) gab. Notker ps. 80, 17; er haiʒet dich dc du eʒ brechest, und dc du ain sniton, ain brcheli ... den armen gebest. Grieshaber pred. 1, 60; daʒ der riche kfet mit alle sime gte, daʒ koufet der arme mit eineme eyge oder mit einer snieten brôtes. Leyser pred. 125, 2; bring mir ain schnitten brotz. Merzdorf historienbibel 447;

'thaʒ sitôt', quad er, 'âna nôt,themo ih biutu thiz brôt'.
thô nam er eina snitûn thârinti bôt sa Jûdase sâr.
Otfrid 4, 12, 38;

dicke sniten stieʒ er drin (in die schüssel). Seifrid Helbling 1, 1034;

nym weis dünn brod schnitten. kuchenmeisterei C 3a; nym weis brod, schneid die rinden darvon, daraus mach dünne schnitten. D 2b; (er) nam darausz ein gte grosse schnitten brot. Wickram rollwagenb. 108, 11 Kurz; und gibt ime drei schnitten prots,

[Bd. 15, Sp. 1352]


die nach lengs geschnitten vor sein (ihm) etliche lagen. s. theil 2, 274 (unter botenbrot); (er) asz grosze schnitten vol (von kleinen fischen), auff einer schnidten etwan zweyhundert. Pauli schimpf u. ernst 106a; ob's denn da (am ende der welt) so butt aus ist, sieht er, als wenn ich quansweise die schnitte brodt abbreche? Siegfr. v. Lindenberg4 2, 317;

des glichen so acht ich ouch nit,
wann ettwas jn dem drinckgschir lyt,
ob man das mit dem mund abblosz
oder dar jn das messer stosz
oder eyn schnytten von dem brott.
Brant narrenschiff 110a, 197;

Wursthans, da nem die schnitten brod.
H. Sachs fastn. sp. 3, 21, 163 neudruck;

die schniten brodts wil gar nit klecken. 24, 258.

so auch in den zusammensetzungen brod-, DWB semmelschnitte, ferner butterschnitte, brodschnitte mit butter bestrichen, und entsprechend honigschnitte, muszschnitte, quarkschnitte Campe, vgl. daselbst; butterschnitte, tabula panis butyro tecta Steinbach 2, 476; wenn ich nun zu einem jungen was hatte, gab ich Landeskron eine honigschnitte, so raufte er sich, so lange ich wollte, mit demselbigen jungen. Schweinichen 1, 44. — brotschnitten werden gebacken, gebäht u. s. w., vgl. A. Schultz höf. leben2 1, 395:

ob ir niht anders hêtet,daʒ ir möht geleben,
ich wolde iu eine spiseden vollen immer geben,
sniten in öl gebrouwen. Nibel. 224, 1 Zarncke;

ich tæte ê als Rûmolt,
der künec Gunthere riet,
do er von Wormʒ gein Hiunen schiet:
er bat in lange sniten bæn. Parz. 420, 29;

die köhlersfrau .., welche, gastfreundlich bemüht, erhitzte brodschnitten mit butter zu tränken und durchziehen zu lassen, köstlich fette bissen den hungrig lüsternen (kindern) bereitete. Göthe 21, 52. — schnitte bezeichnet auch geradezu ein backwerk: arme ritter, brotküchlin, schnitten, guldene schnitz, artolaganus Henisch 108, 38; guldin schnitten, brotkuechle, artolaganus. voc. von 1618 bei Schm. 2, 586, so jetzt noch mundartlich im Wiener walde guldene schnidln 'breite semmelschnitten, die in abgeklopften, etwas gesalzenen eiern getränkt und in schmalz gebacken werden' ebenda; nassauisch schnitte, schniete, eine art kleiner pfannkuchen Kehrein 1, 363: der buer sprach: Greta hauszfraw, bach küchlin und schnitten, ich hab ein gast uberkummen. Pauli schimpf u. ernst 16 Österley.
 
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schnittel, f. n., s. schnitteln.
 
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schnittelmesser, m. schnitzmesser, vgl. DWB schnitteln: in seinem hausz hielt er ... einen groszen jungen, dessen bestallung nicht weniger war das pferd zu satteln, als des schnittelmessers sich zugebrauchen. junker Harnisch (1669) s. 16.
 
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schnitteln, verb. in kleine stückchen oder schnitten zerschneiden; seltenere parallelbildung zu schnitzeln, so bair.-tirol. Schm. 2, 586. Schöpf 641, und nd. sniddeln Schütze 4, 141 neben snitteln, das äuszere von etwas wegschneiden Dähnert 439a. dazu das subst. schnidl, kleine schnitte: guldene schnidln, s. schnitte, ein halbe semelschnidl (quelle vom jahre 1724), das oder die suppenschnidl Schm. a. a. o., schnittl, n. Schöpf a. a. o., nd. snittels, plur. schnitzel Schütze a. a. o. Dähnert a. a. o., vgl. auch buccella .. schnitel Dief. nov. gloss. 61a. — selten in der schriftsprache:

ein vierter schnittelt' eine maus
aus einem apfelkern ihr aus.
Wieland 21, 12.

als gärtnerausdruck für schneideln (s. das.) Jacobsson 7, 264b.
 
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schnitter, m. der schneidet, doch nur in der eingeschränkten bedeutung: der arbeiter, der in der ernte das korn mit der sichel abschneidet Jacobsson 7, 264b. öcon. lex.2 2633. ableitung von schnitt (s. das. 2), vgl. Weigand 2, 621. so schon ahd. snitari messor Graff 6, 844; mhd. snitære, sniter, snitter, sneder Lexer handwb. 2, 1038; messor .. snider, ern-, arnesnider, snidder, hd. schniter, schnitter (in der erne), nischter in der aren, snedir, snytterer Dief. gloss. 359a; schnitter messor. Dasyp.; ernder, messor, falcarius Maaler 359d; messor, frugum sector Stieler 1901; vgl. ferner Schm. 2, 586 ff.: dô er siu dô hinasante, dô sprah er, daʒ der arin michel uuâre, unte dero snîtare luzil uuâri. Hoffmann fundgr. 1, 63, 37 (predigt aus dem 10. jahrh.); dc der herre swenne dc snit kumet, sine sniter wil haiʒen den knüllen und den ratten (unkraut) ze büscheln binden. Grieshaber pred. 2, 44;

Ysaach was ouʒ gegangenze einem brunnen,
daʒ er ouch besæhewaʒ worhten sîne snittære. genes. 44, 3 Diemer;

[Bd. 15, Sp. 1353]



nû was iʒ regnic unde naʒ,
dô sî dar quâmen, alsô daʒ
man der snitter dâ niht vornam.
Nic. v. Jeroschin 25924;

sie gieng hin, kam und las auff den schnittern nach auff dem felde. Ruth 2, 3; das gras auff den dechern ... von welchem der schnitter seinen arm nicht füllet, noch der garbenbinder seinen arm vol. ps. 129, 7; rottet aus von Babel, beide den seeman und den schnitter in der erndte. Jer. 50, 16; und umb der erndtezeit, wil ich zu den schnittern sagen, samlet zuvor das unkraut, und bindet es in bündlin, das man es verbrenne. Matth. 13, 30; ainem schnitter, der stark und geschickt ist, zehen pfenning (tagelohn). landpot in Ober- u. Nieder - Baiern 71b; wenn die erndte vorhanden ist .. werden die schnitter (mäder) hinein geschicket mit einer scharffen sichel, welche die reiffen und gelb geworden früchte herunter schneiden. Comenius sprachenthür 395; an vielen orten führt man die schnitter mit trommeln und pfeiffen .. ins feldt. Hohberg 2, 50a; unter dem lachendsten himmel .. fuhren sie durch ragende mandeln und durch den gesang lustiger schnitter. Schmidt kom. dicht. 442;

die schnitter sehn die sens von scharffen rost verzehret.
A. Gryphius 1, 551;

ihr fürsten, das gott euch höre! gebt seine sichel dem schnitter,
dem pflüger die rosse zurück.
E. v. Kleist 2, 12;

da ergriffen die schnitter die sensen.
Hölty 41 Halm;

der schnitter edler halme.
Voss 4, 69;

seine sichel entfällt hier dem schnitter,
eingesungen von harfengezitter,
träumt er geschnittene halmen zu sehn.
Schiller 1, 312;

bunt von farben
auf den garben
liegt der kranz,
und das junge
volk der schnitter
fliegt zum tanz. 11, 315;

kommen die schnitter, so ruft sie (die wachtel) ganz keck:
tritt mich nicht, tritt mich nicht! wunderhorn 1, 194 Boxberger;

zuweilen im bilde: die erndte, ist das ende der welt. die schnitter, sind die engel. Matth. 13, 39; er (Galilei) kam wie ein tüchtiger schnitter zur reichlichsten erndte. Göthe 53, 169;

dann, wenn des lasters riesentroz die langmuth
des himmels aufgezehrt, die reiche ärndte
der missethat in vollen halmen steht,
und einen schnitter sonder beispiel fodert,
dann stehen sie (Alba) an ihrem plaz.
Schiller dom Karlos 2, 6;

weh' der ähre, die nur taube körner trug,
wann der herr gebietet seinen schnittern.
Rückert (1882) 11, 478;

frisch auf, mein volk! — die flammenzeichen rauchen,
die saat ist reif; ihr schnitter, zaudert nicht!
Körner 17 Streckfusz.

besonders vom tode:

es ist ein schnitter, der heiszt tod. wunderhorn 1, 97 Boxberger.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für