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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnippung bis schnirrbrater (Bd. 15, Sp. 1342 bis 1343)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnippung, f., das schnippen, et die schnippe, crepitus digitorum, talitrum, it. scissio, sive sectio in partes minutas, aliàs schnippelung. Stieler 1894.
 
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schnipsen, schnipzen, verb. schluchzen, eine intensivbildung zu schnupfen (oder eigentlich zu dem abgelauteten schnipfen) mit dem suffix -zen aus goth. -atjan; vgl. Weigand 2, 620 f. ahd. snophizen, belegt snoffizan singultu, snephezungo dasselbe Graff 6, 851; besonders im 15.—16. jahrh. belegt: singultare, -ire, snupftzen, schnuppen, schnupffen, schnipfczen Dief. gloss. 536c; schnipfftzen, singultire, gemere. voc. Melber. bei Schm. 2, 578; so bei dem Wetterauer Alberus (1540): singultio ich schnipsz. singultus das schnipssen. Nn 2a; ich schnips dict. kk 3a; schniptz KK 2b; ein .. mann der schlg ein mal sein hauszfraw .. da gieng sie hin in die kammer, und weynet unnd schniptzt. nit lang darnach gieng der man in die kammer und sprach: was sitzstu da zuweynen und zuschniptzen, wie die kinder? ehebüchl. (1565) 15a; so noch jetzt wetterauisch schnippsen, schnippsern Kehrein 1, 362. ferner schnipsen, singultire Apherdian 17 bei Frisch 2, 217a; bairisch schnopfezen, schnupfezen Schm. 2, 579: so ainem die speis oder trank aufreucht im hals, so wirt ains gröppitzen und schnopffitzen (aufstoszen, rülpsen). s. ebenda; auch schnöpsen: das er vor weinen und schnöpsen dem pfaffen nichts weiter hab künden bevelchen oder sagen. Zimm. chr.2 3, 506, 21 Barack.
 
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schnirkel, m.
1) ältere, jetzt veraltete nebenform zu schnörkel (s. daselbst), spira, ductus spiralis, similis cornibus arietinis Wachter 1453; die übergeworfene schnirkel, volutae Stieler 1693; bei Adelung und Campe noch als landschaftlich neben schnörkel; ebenso dän. snirkel, vgl. auch schnerkel 1: es hat daselbst der duca Caravita in einem garten neben dem königlichen schlosse die ungereimtesten schnirkel jener kupferstecher besonders von steinen aufgeführet. Winckelmann 1, 425; theils sind es schnirkel wie die schlingen der weinreben. 5, 46;

dein (ist) der meisel, durch den aus rohem blocke der säule
zierlich schlanke gestalt mit krausem schnirkel emporsteigt.
Kosegarten rhapsod. 2, 122.

oft in freierem sinne, tand: um mir einen dolch zu kaufen, einen tressenhut, ein paar zierliche kniebänder, und andre schnirkel, womit die damalige hofjugend zu prunken pflegte. 171; sonderbarkeiten: der Franzose ist in allen künsten nur da ausgezeichnet, wo er sich unbekümmert seiner natur überläszt;

[Bd. 15, Sp. 1343]


wie ihm einmal das wort kunst in den kopf steigt, macht er die wunderlichsten schnirkel. Grillparzer4 16, 64; abenteuer, possen (?): der herr von Rosenberg .. verfügte sich wieder zur compagnie, welcher er die schnirckel erzehlete, die er auf dieser begleitung mit dem alten cavalier gehabt. Darbennime 592.
2) preuszisch auch ein unzuverlässiger mensch, der in gewundener linie geht und handelt Frischbier 2, 306a. — schwäb. ein langer, hagerer mensch Campe, mit verweis auf Schmid, der indes in seinem schwäb. wörterb. 474 nur schnickel in dieser bedeutung anführt.
 
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schnirkelbeet, n. (vgl. schnirkeln):

kein garten hat mich je vergnügt,
wo jedes spröszchen, das kaum aufgeschossen,
auch schon in festen windeln liegt,
und blumen nur auf schnirkelbeeten sprossen.
Blumauer ged. 2, 8.


 
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schnirkeln, verb. schnörkel bilden, vgl. DWB schnirkel 1 und schnörkeln:

muckt lieber, steif und nett,
durch schnirkelndes bosket.
Voss 5, 233.


 
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schnirkelnadel, f. 1) eine art schnirkelschnecke, helix decollata Nemnich. 2) die tute, tutenschnecke, conus Campe.
 
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schnirkelschnecke, f. 1) eine art schnecken mit dünner, gewundener schale, auch sonnenhorn, posthorn, helix Nemnich. Oken 5, 420 ff. 2) die tutenschnecke, kegelschnecke, conus Nemnich.
 
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schnirkelwerk, n.: von den drey untern feldern (einer wand in Portici) ist das mittelste breiter, als die auf den seiten, ... zwischen denselben gehen schwarze streifen herunter mit zierlichem schnirkelwerke bemahlet. Winckelmann 1, 423.
 
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schnirrbacken, verb., nd. snirrbakken, etwas backen, mit bezug auf das prasseln der butter, auch überhaupt etwas leckeres bereiten. brem. wb. 4, 894. Campe. vergl. schnirrbraten, und schnirren.
 
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schnirrbraten, verb. etwas schnell und stark braten, besonders in der pfanne oder auf dem roste, nd. snirrbraden und snurrbraden brem. wb. 4, 894. Campe, vgl. schnirren. — dazu schnirrbraten, m., nd. snirrbraden, ein so bereiteter braten Campe. brem. wb. 4, 894, ein in der pfanne, nicht am spiesze gemachter braten Dähnert 438b, ostfries. snir(tje) brâ' im topf gebratenes stück fleisch Stürenburg 229b. ten Doornkaat Koolman 3, 246a. —
 
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schnirrbrater, m. ungeschickter koch, der den braten zu schnell und scharf brät Campe, nd. snirrbrader Richey 274. brem. wb. 4, 895. Schütze 4, 145; auch snirrbraderij, -ey, -ie, f. wenn alles in der pfanne oder auf dem roste, nicht am spiesze gebraten wird Richey a. a. o. brem. wb. a. a. o. Schütze a. a. o.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für