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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnippischheit bis schnippung (Bd. 15, Sp. 1340 bis 1342)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnippischheit, f. protervia, intemperantia, et procacitas linguae Stieler 1894.
 
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schnippkügelchen, n. kügelchen zum spielen, vgl. knippkügelchen (theil 5, 1437) und schnellkügelchen: es kommt so heraus, als ob ich um schnippkeulichen spielte, und sollte mir über dem falschspielen ein grosz gewissen machen. Chr. Weise überfl. ged. 2, 123.
 
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schnipplein, n. , demin. zu schnipp bez. schnippe.
1) als nebenform zu schnippchen, demin. est schnipplein, et schnippchen, das, et idem valet quod schnippe Stieler 1894.
2) kleines stück, vgl. DWB schnipf 1 und schnippel, zur bezeichnung von etwas ganz geringem:

sie achtet auch dein grausam schwert
nicht nur ein einig schniplein werth. engl. komöd. 2, N 8b.


 
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schnipps , nebenform zu schnipp in gleicher bedeutung.
1) als interj.
a) eine schnelle knipsende bewegung und das entsprechende geräusch nachahmend Campe. Frischbier 2, 305a; im ablaut zu schnapps, schnupps, die ein etwas gröberes geräusch ausdrücken, s. brem. wb. 4, 880, zuweilen auch mit schnapps verbunden, s. c: ein messer her; ich schneide das band schnips entzwei. Soph. reise 1, 349.
b) oft nur zur bezeichnung des schnellen, plötzlichen, vgl. 2, b:

(da) liesz jn das unbestendig glück
uhrplötzlich sehen seine tück,
sein feind drungen mit macht auff ihn,
schnips war sein freud und rhu dahin.
Fuchs mückenkr. s. 42.


c) spöttisch abweisend, gleichsam die geberde des schnippchenschlagens ausdrückend:

er meint ich sol bleiben im stall,
ja schnips, schnaps, ich thus nit so ball (bald).
H. Sachs 5, 358b.


2) substantiviert als masc.
a) die schnippende bewegung der finger, das schnippchen Campe:

[Bd. 15, Sp. 1341]


und wenn er erst zu loche sasz,
so schlug mein graf von Rips, —
denn hier that ihm kein teufel was. —
gar höhnisch seinen schnips.
Bürger 24b (der raubgraf).

besonders der nasenstüber Albrecht 205a: ein solcher cujon wie der ist weiter nichts werth, als dasz ich ihn in schubsack stecke, und wenn er herausgucket, einen schnips vor die nasen gebe. Darbennime 55; — kurzer schnitt mit der schere Frischbier 2, 305b.
b) häufig zur bezeichnung eines kurzen moments, im schnipps, im augenblick, im nu, vgl. 1, b und schnipf 2: redet er mit seinen gesellen darvon, und diese gesellen mit andern mönchen, die mönch mit den leyen, der gestalt, dasz in einem schnips die statt voll ware. Bebel facet. (1589) 109b; also wird einer nicht in einem schnips gelehrt, sondern wenn er anhält (sic homo fit doctus, non vi, sed saepè studendo). Corvinus fons latin. 1, 632b;

dan f di letzt zm strtz nider-gefelt
wird man s' im schnips als wisengras abmeën.
Melissus ps. P 4b.


3) abgeschnittenes stück: zur bezeichnung eines kleinen restes, vgl. schnipschen Frischbier 2, 305b; überhaupt etwas sehr unbedeutendes, eine kleinigkeit, zur verstärkung der negation: keinen schnips davon kriegen. Spiesz 223; ich geb nit schnips drumb. Franck sprichw. 2, 20a (als erklärung von 'medium ostendere unguem'): aber wer war er auf dem rathhausze? er gab auf seine collegen nicht einen schnipps! Heinse Enkolp 1, 116;

dein vatter, mutter gnt dir nichts,
drmb gib auch umb sie nicht ein schnips.
Cl. Stephani geistl. action (1568) C 7a.


4) in thüring.-obersächs. mundarten ein springinsfeld Hertel sprachsch. 218; ein unausgewachsener naseweiser junge Kleemann 20a; ein kleiner mensch Albrecht 205a.
5) straszburgisch für schnaps, das getränk:

von drei, vier kännle schnips,
fra quetschelwasser, henn so schlukker glych e hyps.
Arnold pfingstmontag 120.


 
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schnippschen, n. , demin. zu schnipps.
1) nasenstüber Frischbier 2, 205b:

den lorbeer für das hahr, und schnippsgen für die nase. Soph. reise 1, 238.


2) kleines restchen, ein schnippschen licht Frischbier a. a. o.
 
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schnippschere, f., sive scherlein, forpicula Stieler 2046.
 
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schnippschnapp ,
1) schallwort, vgl. mhd. snippensnap Lexer handwb. 2, 1037. Grimm gramm. 3, 304 und schnipp 1:

do msz man richten usz all sachen
und schnyp, schnap mit dem holzschh machen.
Brant narrensch. 44, 10.

vergl. das schwäbische rätsel für den pantoffel: 's guot über d' stiega und duet schnipp schnapp. Birlinger 400b f.
2) als subst., bastardschlosz Karmarsch-Heeren3 7, 716.
3) scherzhafte bezeichnung des schneiders (zu schnippen 3): und weil es bald tischzeit war, bestellte er den schnipschnap nach der mahlzeit wieder zu sich. Weise erzn. 126 neudruck.
4) schweizerisch schnippischnappi für schnabel im kinderliede, s. Seiler 260.
 
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schnippschnappschnurr ,
1) ein kartenspiel, das besonders im anfange dieses jahrhunderts üblich war und von Vilmar 363 folgendermaszen beschrieben wird: 'der reiz des spieles bestand für die kleinen grösztentheils darin, dasz bei jedem ausspielen, welches möglichst rasch von statten gehen muszte, das betreffende jener vier wörter gerufen wurde: wer die sieben hatte, spielte aus und rief schnipp, wer die achte derselben farbe hatte, folgte mit schnapp, wer die neune hatte, darauf mit schnurr, und wer die zehne hatte, rief apostolorum (abgekürzt auch bostelorum, bastelorum) und zog den stich an sich; ebenso hatte der, welcher den buben besasz, denselben mit schnipp auszuspielen, die dame derselben farbe folgte mit schnapp u. s. w. es gehörten mithin wenigstens vier spieler zu diesem spiele; wer die meisten zehn und as hatte, folglich die meisten stiche machte, war sieger. zuweilen aber wurde auch die sache umgekehrt: sieger war der, welcher seine karten zuerst los wurde' (so auch nach Weigand und Kleemann), vgl. ferner besonders Weigand 2, 620 und Frischbier 2, 305 f. die kurze form schnipp schnapp schnurr ist angegeben bei Hertel sprachschatz 218, ferner als schnipp schnapp schnorum bei Müller-Weitz 218; ebenso nd. als snipp snapp snurr Danneil 200a. Mi 83a:

und beim schnipschnapschnur bist du der ewige hahnrei.
Voss 120 Sauer (d. hagestolz 77).

[Bd. 15, Sp. 1342]


gewöhnlich die längere viergliedrige, wobei die ersten glieder fest stehen, für schnurr zuweilen schnorr Kleemann 19c. Schm. 2, 578 oder schnorem Spiesz 223 erscheint, namentlich aber der letzte theil mannigfachen entstellungen ausgesetzt ist, so zu bastelorum Spiesz 223, bastelor Schm. 2, 578, baselorum Frischbier 2, 305a, basilurr 548b, basiloniur, auch burr; bei Kleemann 19c als pasterlôrum, fisilôrum, rex basilôrum, ex pussilôrum; ganz abweichend ist schnipp schnapp schnurr schnäppäpper Sartorius 112. ganz vereinzelt finden sich 6 glieder, so in einem spiele 'pochert', das nach einer mittheilung von Ludw. Erk in Dreieichenhain (bei Frankf. a. M.) noch 1820 üblich war, in der form:

schnipp-schnapp-schnorum,
ram-bas-culorum.


2) selten in anderer bedeutung: a) thüringisch als begleitformel beim nägelschneiden Hertel a. a. o. b) ostfries. schnippschnapp-schnooren Stürenburg 354a bez. snip-snap-snaren ten Doornkaat Koolman 3, 245b, kleine leckereien.
 
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schnippsel, n. kleines, zerschnittenes stückchen, schnitzel Albrecht 205a. Hertel sprachsch. 218 (als masc.). Göpfert 38. Frischbier 2, 305a. hessisch für schmierkäse, s. DWB schnipp 6, a.
 
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schnippsen, verb. , weiterbildung zu schnippen in gleicher bedeutung.
1) mit den fingern ein schnippchen schlagen Albrecht 205a: noch hatte Menelaus nicht ausgeredt, als Trimalcion, der prächtigste mann, mit den fingern schnippste. Heinse Enkolp 1, 79; er .. vergasz sich und schnipsete mit den linken noch arrestfreien fingern zu stark gegen den tisch. J. Paul uns. loge 3, 52; weil ich in meiner hand die anstrengung der seinigen zu neuem schnipsen verspürte. ebenda.
2) etwas mit den fingern fortschnellen Campe. Bernd 273. Hertel sprachsch. 218.
3) kleine stückchen rasch abschneiden. ebenda.
4) bair.-österr. stehlen Schmeller 2, 579. Hügel 143a. vergl. schnipfen 3, a.
5) vom zwitschern der vögel, vgl. DWB schnippen 6, b, wol lautmalend: singvöglein schnipsten und zwitscherten in den zweigen. gartenlaube 1862, s. 205.
 
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schnippung, f., das schnippen, et die schnippe, crepitus digitorum, talitrum, it. scissio, sive sectio in partes minutas, aliàs schnippelung. Stieler 1894.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für