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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnippe bis schnipperin (Bd. 15, Sp. 1335 bis 1338)
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[Bd. 15, Sp. 1335]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnippe, f. , auch schnibbe, schnabel, ein spitz zulaufendes stück, zipfel, nebenform zu schneppe, vgl. daselbst. dän. snip zipfel, endchen, schneppe am kleide, schwed. snibb, m. schnippe, spitze, zipfel. die erklärung hat wol an ags. nebb, engl. neb, altn. nef, dän. næb, schwed. näbb, schnabel, anzuknüpfen, vgl. besonders holl. neb und sneb, mnd. nebbe, nibbe Schiller-Lübben 3, 164 neben seltnerem snibbe (s. u. 1); s. dazu Skeat 389. Franck 669, sowie schneppe und schnabel. schnippe ist ein hauptsächlich norddeutsches wort, in nd. form überwiegend snibbe, doch auch snippe, s. unten; hd. meist schnippe. vereinzelt auch in mitteldeutscher sprache als schnippe und schnipfe (Rückert, s. unten). neben dem fem. findet sich auch masc. bildung, so besonders südhannov. snip zipfel, ecke, vorsprung eines waldes Schambach 200a, entsprechend bair. der schnipf rand, spitze Schm. 2, 578. die im nhd. herrschende form schneppe (meist in den bedeutungen 4 und 6) s. besonders. schnippe bezeichnet insbesondere
1) einen langen, spitzen schnabel, so schnibbe Campe; nd. snibbe, so schon mnd. snibbe: eyn dels (der vogele) de hebben krumme snybben unde ok en dels nicht. quelle bei Schiller-Lübben 4, 274a; ebenso nl. snebbe, rostrum avis Kilian; nnd. snibbe, schnaube Richey 273. brem. wb. 4, 889. Schütze 4, 140; ostfries. snibbe, snippe, snib Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a. hd. schnippe: es seind auch vil seltzamer vöggel daselbst, eyn art genant, uwam pirange, .. ist bei nahe so grosz wie eyn huen, hat eyn lange schnippen, beyne wie eyn reyger. H. Staden v 3a; vgl. schnippe, capistrum Nemnich ('so nennt man den rand des schnabels nach dem kopfe zu'). nach Vilmar 363 heiszt eine weisze taube, deren vorderkopf rot oder schwarz ist, rotschnipp bez. schwarzschnipp, vergl. dazu gelb-, grünschnabel. freier, wie schnabel oder maul, vom menschlichen munde in unfeiner rede: halt die schnibb'! Frischbier 2, 304a; hê krigt wat up sîn snibbe. ten Doornkaat Koolman a. a. o.
2) ferner die nase oder den spitz zulaufenden theil des kopfes bei thieren: hessisch schnippe 'das vordertheil des kopfes, obertheil der nase' Vilmar 363; nach Stürenburg 228b dagegen bedeutet schnibbe oder schnüff den unteren, beweglichen theil der pferdenase, vielleicht in volksetymologischer anlehnung an schnauben, besonders von einer weiszen nasenspitze: 'n përd mit'n witten snibbe. ten Doornkaat Koolman a. a. o., oder auch blosz 'n pärd mit'n schnibbe Stürenburg a. a. o.; ein solches pferd heiszt dann auch geradezu eine schnippe Vilmar 363; schnippe, schnauzel, wenn das pferd einen strich oder fleck auf der nasenspitze hat Nemnich. übertragen auf die menschliche nase: er musz seine schnibb überall haben. Frischbier 2, 304a. — ein spitz auslaufender ansatz am raupenleibe: gegen den kopf zu ist der vörder-leib (der 'dicken, meer-grünen, gelbgestreiften raupe') mit einem dunkelbraunen und doppelt schwarz eingebördelten streife, oder kragen gezieret, der übrige theil ist grau und führet am ende eine schnippe. Rösel ins. bel. 1, 2. classe der nachtvögel, s. 109.
3) bezeichnung eines vogels mit langem schnabel, s. DWB schnepfe. die form schnebbe namentlich von einer besonderen art, der heer- oder wasserschnepfe, scolopax gallinago Nemnich. nd. für schnepfe überhaupt, mnd. snippe, snippel, sneppe Schiller-Lübben 4, 276b; nl. nur sneppe und snep-hoen Kilian; nnd. als snibbe Richey 273. Schütze 4, 140; ostfries. schnippe Stürenburg 229a; snippe, snip ten Doornkaat Koolman 3, 245a; brem. 'lieber snippe als snibbe'. brem. wb. 4, 889. ebenso Strodtmann 378a: 'doch sneppe, der vogel, wird mehr sneppe als snibbe ausgesprochen'. für alles übrige vgl. schnepfe. — Heppe wohlred. jäger 269a verweist zu schnippe auf amsel.
4) schnabelförmige theile der kleidung.
a) spitz zulaufendes läppchen von flor oder feiner leinwand, das die frauen früher zum zeichen der trauer auf der stirn trugen, schnibbe Campe. Jacobsson 4, 28a. Hupel 210. Frischbier 2, 304a, und schnippe Adelung. Bernd 271 f.: schnippe, ist so viel als schneppe, von schnabel, s. DWB schneppe, DWB die spitze an einigen kopf-trachten der weiber, pars acuminata vittae mulierum in fronte Frisch 2, 215c, nd. snibbe Richey 273. brem. wb. 4, 889. Schütze 4, 140 (snibbe und schnippe), snibb Danneil 199b, snippe, f. das stirnplättchen an der mütze der bäuerinnen Schambach 200a, snipp, spitz auslaufender theil an kleidungsstücken, besonders bei kopftrachten Dähnert 438b. in Fehmarn heiszt snipp ein tuch, das die frauenzimmer um den kopf binden Schütze 4, 141; ostfries. snibbe, weibliche kopfbinde mit einer spitze unten Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a.

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b) die vordere schnabelartig auslaufende taillenspitze am frauenkleide Frischbier 2, 304a; nd. snibbe Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a.
c) mnd. snippe, schnabelförmige verlängerung am schuh Schiller-Lübben 6, 265b:

den schomakeren (sie hatten groll) up klyppen (holzschuh),
dede hadden langhe snyppen. d. städtechron. 16, 112 (schichtspiel zu Braunschw. 349).


5) roverschip, snibbe, traustrum. lat.-nd. glossar des 15. jh., s. zeitschrift für d. phil. 16, 225; vgl. nl. snebbe, sneb-schuyte, cymba oblonga Kilian, sonst mnd. snicke, ein kleines kriegsschiff.
6) schnabelartiger ausgusz an einem gefäsz, s. schnipfe (und schneppe).
7) für schnippchen: einem die schnippe schlagen, s. Jan Perus 31.
 
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schnippel, schnipfel, m. n.
1) kleines abgeschnittenes stück, schnitzel. ableitung von schnippen, vgl. daselbst. das masc. ist wol das ursprüngliche geschlecht und ausdrücklich angegeben in den meisten idiotiken, s. u.; das neutr. nur bei Campe und Bernd, scheint auf der auffassung als deminutiv zu beruhen. vgl. auch Weigand 2, 620. schnipfel bei Campe, vgl. die ableitungen: darum hatte er auch in währender schreibarbeit mehr federn zerbissen und schnipfel zerzaust und selbstgespräche geführt, als ein genosse in deutschem kloster in gleicher frist gethan hätte. Scheffel Ekkeh.88 261 (cap. 17). in hoch- und nd. mundarten wie überhaupt in der umgangssprache weit verbreitet, vgl. Schm. 2, 578. Kehrein 1, 363. Spiesz 223 (dünner abschnitt von einer scheibe holz, span, oder stück brot von der seite des laibes). Müller-Weitz 218 f. Bernd 271. nd. snippel. brem. wb. 4, 894. Schütze 4, 144 (rübenscheiben). Stürenburg 229a. ten Doornkaat Koolman 3, 245a. Woeste 246b. Frommann 6, 480 (aus Lippe; schmale, dünne, längliche stückchen von grünen bohnen, äpfeln, birnen, auch brot und schinken). nur im plur. als schnippali Sartorius 112, nd. snippels brem. wb. a. a. o. in diesem sinne steht auch gern das deminutiv schnippelchen.
2) penis, bei kleinen knaben Bernd 272, ebenso preusz. schnibbel Frischbier 2, 304b; wol als deminutiv zu schnippe, schnabel, wie im preuszischen schnibbel auch geradezu für schnabel steht. ebenda.hierher mnd. sneppel:

darna kramp om ok de sneppel. d. städtechron. 16, 248 (Braunschw. schichtspiel 4731, vgl. das glossar) —?


3) schnippel, frack, s. DWB schniepel 1.
4) nd. snippel, zipfel, kleiner vorsprung Schambach 200a.
 
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schnippelbrocken, m.: wir waren von den tafeln ausgeschlossen .. und waren ganz zufrieden, uns hinter den coulissen von den angenehmen schnippelbrocken zu ernähren, die uns die tante reichlich zukommen liesz. Kügelgen jugenderinner. eines alten mannes 220.
 
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schnippelchen, n. kleines abgeschnittenes stückchen, deminutiv zu schnippel 1: das zeichen ist ein schnippelchen von unsrer mamsell ihren brautschuhen. Lichtenberg (1801) 3, ix. bildlich: gespenster fühlen ein behagen an solchem tugendgekitzel .. es fällt ihnen gar nicht ein, dasz sie selber die bösen dämonen sind, deren grausamkeit sie gerührt beweinen, und der sie steuern wollen mit einem stück englisch pflaster von dem sie mit der feinen englischen scheere der mildthätigkeit schnippelchen abschneiden, um damit den aufgesperrten rachen der entsetzlichen wunden zu verkleben. Brentano frühlingskr.2 22. auch schnipfelchen: die schuhe waren aus glänzenden saffianschnipfelchen geschnitten. Keller 6, 208. — nd. snippk'n, snippelk'n Danneil 200a, snibbelken Mi 82b.
 
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schnippeln, verb. in ganz kleine stückchen zerschneiden, schnitzeln. deminutiv zu schnippen, vgl. das. und Germ. 16, 28. am meisten verbreitet auf nd. gebiete als snippeln brem. wb. 4, 893. Schütze 4, 144 f. Danneil 200a. Schambach 200a. Woeste 246b. Stürenrurg 229a. ten Doornkaat Koolman 3, 245b. so vom zerschneiden der bohnen Frommann 6, 480: schnippelde bohnen, s(ch)nippelbonen Stürenburg a. a. o. ten Doornkaat Koolman a. a. o.; dazu auch snippelmest, snippelschere. ebenda. auf hd. gebiet hauptsächlich in den ostmitteld. mundarten, die das pp unverschoben behalten, so besonders thür. Keller 41. Hertel 41 (schnebbel viel gebräuchlicher als schnīd). sprachsch. 218. Jecht 98a, unnütz an etwas herumschneiden Kleemann 20a, ebenso Albrecht 205a. ferner in Posen Bernd 272. in Altenburg und Leipzig steht daneben ein anderes wort schnippeln, herumhüpfen Hertel sprachsch. a. a. o., vom aufspringen der fische im wasser; auch flink, behend, geziert, unnütz hin- und herlaufen Albrecht

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a. a. o. die verschobene form schnipfeln ist vergleichsweise selten, Wachter 1453 bezeugt sie für das schwäbische, Klein 2, 135 für den Elsasz (abschnitzeln, schnitzeln, holz oder papier verschneiden). Schmeller 2, 578 kennt abschnippeln, schneppelmesser und schnipfeln als nebenform zu schnipfen, vgl. das.: einem an seiner ehre schnipfeln und schnepfeln. ebenda. die literatursprache hat sich des wortes wenig bemächtigt und es dann theils in der mitteld. form schnippeln übernommen (so bei Campe. Weigand 2, 620), theils die streng hd. form schnipfeln hergestellt, so Adelung: Edwin hatte das brodmesser in der hand und war eifrig bemüht, einen strohteller in ganz kleine stücke zu zerschnipfeln. Heyse kinder der welt 2, 264.
 
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schnippelung, f. Stieler 1894, s. schnippung.
 
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schnippen, verb. eine schnelle kurze bewegung ausführen. besonders vom knipsen oder schnellen mit den fingern oder einem raschen schnitt mit der schere. auszerhalb des westgermanischen ist das wort nicht bekannt; es steht wol im ablaut zu schnappen, vgl. daselbst. engl. snip (mit der schere abschneiden), vgl. Skeat 568b, holl. snippen, snipperen, resecare, secare, incidere Kilian, auch von dem schneidenden schmerze, den kälte, wind, wunden verursachen, vgl. Oudemans 6, 390 und Franck 919. ahd. mhd. sniphen, s. schnipfen. dagegen begegnet ein md. snippen in gänzlich anderer bedeutung, nämlich für schwatzen, plaudern, zanken, in verbindung mit snappen (vgl. das.):

sie enkan niht dan snippen und snappen.
were ich bi er, ich sluge sie uff die kappen. Alsfeld. passionssp. 4536;

mit spæhen worten glanz
einʒ snipt und snappet aber einʒ und ist noch wort noch wîse ganz. meisterl. 97, 54;

nd. snippen, zischeln, belegt 1462, s. Weigand 2, 620; vgl. dazu mhd. snippensnap, bez. snipfensnapf mhd. wb. 2, 2, 448a. Lexer handwb. 2, 1037. Grimm gramm. 3, 304:

du bist ein leije, snippen snap! diu liet wil ich hie schrîben. minnes. 2, 12b Hagen;

er speht, er breht, er snip und snappe!
Konr. v. Haslau jüngling 592 (zeitschrift f. deutsches alterthum 8, 568).

in der nhd. schriftsprache als schnippen, ebenso in md. und nd. mundarten; das schnipfen der oberd. dialekte siehe besonders. mitteld. (hess.-fränk.) auch schneppen Schm. 2, 577. Kehrein 1, 361. Pfister 263, schnäppen Schmidt 199, s. daselbst.
1) mit den fingern knipsen, schnellen, vgl. DWB schnippchen 1: schnippen, digitis micare. einen auf die nase schnippen, dasz es blutet, nasum alicujus talitrô vulnerare. einem vor dem gesichte hermschnippen, in conspectu alicujus digitis concrepare Stieler 1893, auch schon bei Kramer 2, 632b; crepare digitis Wachter 1453; vgl. Bernd 272: ich musz sie absolut haben! die rechte hand schreibt: absolut; und die linke schnippt mit den fingern dazu: es ist also mein ernst. Lessing 12, 153; der oberamtmann schnippte wie ein knabe, der unvermuthet erfährt, dasz keine schule heute sei, mit den fingern. Immermann 3, 207 Hempel; drauszen auf der treppe schnippte er mit den fingern. Ludwig 2, 367; aber Laura war nirgend zu finden, denn sie lauschte hinter der gardine und schnippte, als sie die blumen im knopfloch sah, mit den fingern über den gelungenen scherz. Freytag handschr. 2, 192; knabe lenker ... (immerfort umherschnippend) Göthe 41, 45 (Faust II, 1, s. schnippchen 1), mit accusativ der wirkung:

kleinode schnippt er wie im traum. 46.

selten in dem übertragenen sinne von ein schnippchen schlagen:

den philistern allzumal
wohlgemuth zu schnippen.
Göthe 1, 140.


2) so auch transitiv, mit einer solchen bewegung etwas fortschnellen Adelung; brotkügelchen auf jemand schnippen. Bernd 272. Jecht 98a; überhaupt schnell schleudern Hertel sprachsch. 218: wenn er nur jetzt käme, da schnippte ich ihn mit meinem finger in die ecke. Arnim kronenw. 1, 370;

hei, wie die buben johlen,
und mit den fingern schnippen
die funken-girandolen!
A. v. Droste-Hülshoff 1, 109;

freier:

drauf nahm er (gott) einen butzen (klumpen)
und macht ein männlein draus.
er schnippt ihn in die höhe,
blies ihn ein bissel an. wunderh. 2, 258 Boxberger.


3) auch mit der schere schnippen Campe; von einem kurzen raschen schnitt, auch von einem schnitte in die luft, wobei es dann auf das knipsende geräusch geht, vgl. DWB schnippern: dasz sie (Philine) ... an langer silberner kette eine mäszig grosze englische scheere trug, mit der sie manchmal, gleichsam als

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wollte sie ihrem gespräch einigen nachdruck geben, in die luft schnitt und schnippte. Göthe 23, 204.
4) daher ferner mit der schere in ganz kleine stückchen schneiden oder kleine theilchen abschneiden, doch sind in diesem sinne die weiterbildungen schnippeln und schnippern üblicher, s. daselbst. Adelung; als technischer ausdruck: beschnippen, sagen die tuchmacher, wann sie die groben und offtmahl kotigen spitzen von der wolle, woraus die guten tücher werden sollen, abschneiden, lanae partes inutiles forfice demere ut puriores panni inde texantur Frisch 2, 215c; so noch bei Hertel sprachsch. 218. Liesenberg 199 (wo nur diese bedeutung angegeben ist). Bernd 273.
5) als ausdruck einer schnellen, elastischen bewegung, besonders vom elastischen zurückfahren angespannter oder festgehaltener und dann plötzlich losgelassener dinge, ähnlich wie schnappen: ein bret schnippt in die höhe. Adelung; und nicht lange, so schnippte der kleine ring mit groszer schnellkraft an die nase des herrn von Milzwurm. Tieck novellenkr. 4, 408. übertragen: ain fragzeichen, das setzt und braucht man wa fragrede seind, und ist auch nach der stymm art unnd gleichnus geformiert also.?. dz ain lini oder virgula über sich schnipt, wie sich die stymm in ainer frag am ende erhebt und über sich schwingt. Ickelsamer teutsche gramm. s. 48 neudr.mit der hand wohin fahren (?): biszweilen schnipte er in den schiebsack (die tasche), biszweilen sagte er dem hauszknecht etwas in das ohr. Weise erzn. s. 90 neudr. vgl. auch 7, b.
6) daran schlieszen sich einige kunstausdrücke der jägersprache.
a) den schwanz auf- und nieder bewegen, wie es besonders feldhühner thun Jacobsson 4, 28a. Behlen 5, 540 f. Kehrein weidmannsspr. 262. Hartig lehrb. f. jäger5 (1832), 78.
b) bezeichnung eines tones, den die (schwarz)amsel von sich gibt, wenn sie ein wildes thier erblickt Adelung. Jacobsson 4, 28a: wenn ihnen (den schwarzamseln) vom wildpret, füchsen oder hasen, was in die augen oder zu nahe kommt, besonders zur abends-zeit, so schreyen und schnippen sie ohne aufhören. Döbel 1, 55b; 'bei allen drosselarten die eigenthümlichen warnungstöne bei annäherung irgend einer gefahr' Kehrein weidmannsspr. 262. Behlen 5, 540.
7) weitere mundartliche besonderheiten.
a) ungarisch, auszer seinem beruf in holz arbeiten Schröer 203b. wol zu 4.
b) altenburg., zappelnd in die höhe springen Hertel sprachsch. 218. zu 5, vgl. schnippeln.
c) hessisch, sich schnippen für schnüppen, sich schneuzen Vilmar 363.
d) in Esthland, kurz angebunden sein Sallmann 48, vergl. schnippisch.
 
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schnippentaube, f. gefleckte taube, columba maculata Nemnich (zu schnippe 1?).
 
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schnipper, m. digitis concrepans Stieler 1893 (s. schnippen 1). — stirnläppchen bei hauben, s. DWB schnippe 4, a: eine alte, sehr häszliche frau .. mit einer weiszen schürze und schwarzen haube, von der ihr ein langer schnipper bis an die nase herunterhing. Eichendorff2 3, 49 (taugen. 5). — thüringisch für leckermaul Hertel sprachsch. 218.
 
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schnippergeld, n. 'schnippchen, hohn, spott' Frischbier 2, 305a:

und ob die täge gleich viel kürtzer als die nacht,
will er bey trüber nacht doch süsze stunden zehlen,
doch wer zu näschrich ist, bekommt oft schnipper-geld. carm. nupt. vom anfange des 18. jh. s. ebenda.


 
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schnipperin, f. foemina digitis micans, et crepans, et aliâ significatione minutatim dissecans Stieler 1893. — vgl. thüring.-henneb. schnipperine, f. vorlautes, naseweises mädchen Reinwald 2, 114. Spiesz 223.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für