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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
jähe bis jahn (Bd. 10, Sp. 2226 bis 2229)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) jähe, jäh, adj. und adv. praeceps, proclivis, repentinus, nebenform zu gähe (theil 41, 1144), wie jach zu gach. eine mittelform jäch, auch in flectierter stellung, begegnet nicht selten im 16. und 17. jahrh.: ein jecher narr kan der zeit nicht erharren. Sir. 20, 7; ein jächer sinn, ingenium calidissimum, effervescens Stieler 876; jäch zu antworten, inconsideratus in respondendo. ebenda; in dem wortspielenden sprichwort: ein jächer gibt keinen guten jäger. Schottel 1125; wird aber seit dem 18. jahrh. von der schriftsprache wieder abgestoszen. dagegen gewinnt die form jähe, jäh, deren unechtes j bereits im 15. jahrh., wie jach erweist, aufgetaucht sein musz, und die seit dem 16. jh. sich stark verbreitet, namentlich in der neuern sprache gegen das berechtigte gähe, gäh die überhand. es steht ganz in des letzteren bedeutungen;
1) mit ungestüm hereinbrechend, plötzlich herabstürzend:

was ich eur majestät zu melden habe,
ist, dasz durch jähe flut und wolkenbrüche
Buckinghams heer zerstreut ist und versprengt. Shakesp. Richard III 4, 4;

the news I have to tell your majesty
is, that by sudden floods and fall of waters
Buckinghams army is dispers'd and scatter'd.


2) steil und plötzlich abfallend, von felsen, abgründen u. ähnl.: jäher ort, locus abruptus, praeceps, praeruptus Stieler 876; jäher stikkeler ort, praecipitium Schottel 1340; eine jähe kluft am fusze des berges that sich vor ihnen auf. Göthe 21, 63; das thier verzögerte seinen schritt, aber der abstieg war zu jäh, die vorüberziehenden konnten nicht anhalten. 6; hier lag ich am jähen abhang. Bettine briefe 2, 149;

tief unter ihm klettern die ziegen
am jähen absturz der kluft.
Chr. E. v. Kleist 1 (1804) 171;

dort an des stromes jähstem rand.
Gotter 1, 353;

und stets an eines abgrunds jähem rande
sturz drohend, schwindelnd risz er mich dahin.
Schiller Wallensteins tod 3, 3.

das neutrum substantivisch:

das sternenkind, die seele, strebt zur höhe,
der geist, der flieger, stürzt sich in das jähe,
zur dunkeln tiefe schnellt er rasche schwingen.
Arndt ged. (1840) 216.

jäh als adverbium:

auf dem höchsten grat
wo die felsen jäh versinken.
Schiller alpenjäger.

jäh heiszt dann aber eben so auch steil aufragend: aber das steile, jähe scheint der jugend zuzusagen; d esz zu unternehmen, zu erstürmen, zu erobern ist jungen gliedern ein genusz. Göthe 15, 311; auf jeden jähen (der erste druck gähen) gipfel der leidenschaft mich zu begleiten. Schiller 201 (kab. u. liebe 4, 2); mir däucht, man müszte bis zum philosophenthurm reiten können; bis dahin ist es nicht zu sehr jäh. Seume spazierg. 2, 30;

was quält ihr euch und uns, auf jähem stege
nur schritt vor schritt den lästgen stein zu wälzen,
der rückwärts lastet?
Göthe 2, 16;

das fahrzeug treibt an jähe klippen hin,
wo selbst der steurer nicht zu retten weisz. 9, 268.


3) plötzlich, unerwartet schnell und mit ungestüm kommend:

hilf .. dasz kein jäher sturm noch schneller blitz entsteh.
Günther 550;

hier wo der hoffnung blüten
ein jäher frost erstickt.
C. F. Weisze;

woher, o königinn, diesz jähe schrecken?
Gotter 2, 214;

er wich voll jäher bestürzung. Ilias 5, 626;

erkläre du mir, was so schnell und jähe
das blut mir hemmt.
Platen 100;

gescheh es denn! wir fassen uns ein herz!
verwunden jetzt der erste jähe schmerz.
Freiligrath glaubensbek. 16;

gern mit fall, sturz, sprung, wo es an die bedeutung 2 anlehnt: bei hof gibts jähe sprünge, aula barathrum est. Stieler 876;

was hilft michs aber nun, nun mich so hat gestürzet
durch einen jehen fall das leichte glückesrad?
Fleming 114;

man sieht nicht was man siehet
in dem so jehen fall.
A. Gryphius 1698 1, 279;

kann nicht der ringer
im jähen fall das haupt zerschmettern?
Gotter 2, 211;

denn unerträglich musz dem fröhlichen
ein jäher rückfall in die schmerzen sein.
Göthe 9, 46;

der götter saal schien dir auf gleicher erde,
nun überwältigt dich der jähe fall. 165;

[Bd. 10, Sp. 2227]



ich wuszte nicht wie mir geschehn! wie hart
ein jäher sturz mich lähmend hingestreckt. 335;

der jähe tod, eine seuche (vgl. DWB gähe 3, b): hierumb sprich ich, das mich der gehe todt erstosz, ob ich lenger hie bei euch bleib. Aimon bog. q; aber auch schneller, plötzlich hereinbrechender tod: fur hunger sollen sie verschmachten, und verzeret werden vom fiber, und jehem tod. 5 Mos. 32, 24; dasz seine kinder eines solchen jähen plötzlichen todes gestorben. Schuppius 158; jäher tod, mors inopina Stieler 876;

das gifttrünklein hab ich bereit ...
daran sauft er den jehen todt.
J. Ayrer 56d (297, 19 Keller);

auch hat gott jehes todts gefellt
den verrähtr bischoff Hattonem. 124d (627, 32);

geht in sein zimmer, schaut den leichnam an,
und macht die deutung seines jähen todes. Shakesp. Heinrich VI, 2, 3, 2;

and comment then upon his sudden death;

jäche liebe, amor subitus Stieler 876; zur bedeutung hastig abgeblaszt: jächer gang, gressus citatus, velocissimus ebenda.
4) jäh, von seelenstimmungen, unbedacht, unbesonnen: es ist ein fehrlich ding in einem regiment umb einen schwetzer, und ein jecher wesscher wird zu schanden. Sir. 9, 25; jäher raht, jähe einbildung. Schottel 1340; jähe anschläge, subita, praecipitata, calida consilia Stieler 876; adverbial:

mit urtheil fellen nicht jeh eil,
es seind dann gehöret beide theil.
J. Ayrer proc. 1, 6, observ. iii.

jäh sein zu etwas, schnell, aufbrausend rasch: jech sein zu hadder, zündet fewr an, und jech sein zu zanken, vergeuszt blut. Sir. 28, 13; jäch zu antworten, inconsideratus in respondendo Stieler 876;

und ist eins jehen zorns dabei.
J. Ayrer fastn. sp. 38a (2525, 18 Keller);

jäh heftig, leicht zornig: ein jächer sinn, ingenium calidissimum, effervescens Stieler 876; der general gewaltiger .. solle insonderheit .. (sein) nicht zu jäh noch rachgierig, und der sich in zorn nicht übereilet. Böckler kriegsschule (1668) s. 57;

gehst nicht weg, so erstich ich dich;
dann ich bin gar ein jeher mann.
J. Ayrer fastn. sp. 91d (2800, 32 Keller);

ob ich schon nicht jäh und heftig bin. Shakesp. Hamlet 5, 1;

though I am not splenetive and rash.


 
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jähe, f. praecipitium. Stieler 876; nebenform zu gähe theil 41, 1146, und in folgenden bedeutungen bezeugt:
1) steilheit, abschüssigkeit, steile stelle, sowol von der höhe nach der tiefe, als umgekehrt:

(ein habicht) der von des felsengebirgs hochschwindelnder jähe gehoben,
rasch hinfährt in die thale. Ilias 10, 63;

aber ich selbst hielt drauszen allein das dunkele meerschiff,
dort am ende der bucht, und knüpfte die seil an den felsen,
spähete dann, aufklimmend zur schroffigen jähe des abhangs. Odyssee 10, 97;

so wie ich stand, ausspähend auf schroffiger jähe des abhangs. 148;

herab mich gestürzt von der jähe des felsens! 14, 399;

zur heimat lenken wollt ich seinen schritt
hin über meiner eignen felsen jähe.
Rückert 83.

in einem bilde für eine plötzlich auftauchende gefahr:

stets wache sorgfalt
löset aus spizigen jähn des krieges!
Voss Horaz od. 4, 4, 78;

curae sagaces
expediunt per acuta belli.


2) jähe, unbesonnenheit, hitze:

ich selbst hett in der jeh wolan
ihm ein tödlichen schaden than.
J. Ayrer 343d (1723, 1 Keller);

(ich) befürchtete
von dem geprüften manne diese jähe
der raschen jugend nicht.
Göthe 9, 172.


 
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jähend, plötzlich, part. eines verbums jähen, vergl. DWB gähen theil 41, 1147: erlöse uns von dem schnellen jehenden tode. Luther 1, 329a.
 
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jaherr, m. der zu allem ja, herr! spricht:

daʒ bœse eʒ (das geschöpf hoveschalc) lobt und swacht daʒ guot,
als eʒ dann vindt der herren muot;
'ja, herre' ist im daʒ beste,
und an triegen ouch daʒ leste,
eʒ bricht sîns herren willen selten. Haupts zeitschr. 8, 575, 849;

[Bd. 10, Sp. 2228]


daher gesinnungsloser schmeichler oder unterwürfiger beipflichter einer fremden meinung, wie niederl. ja-heere, jae-man, jaeschepen, judex pedarius sive pedaneus Kilian; mhd.

die jâhêrren hânt den muot,
si lobent swaʒ der hêrre tuot.
Freidank 50, 2;

nhd. Angelus und dergleichen sind nichts, denn jaherrn und folger. Luther 1, 48b; auf das ein concilium nichts anders sei, denn ein jaherr, der im raht oben an, zu nehest bei dem handfas an der thür sitze, und zuhöre, was die gnade junker uber dem hohen tische gebieten. 8, 211a; schmeichler, jaherren. Kant 10, 302; alle diese schmarotzer, alle diese süszlichen jaherrn. Göthe 36, 16; er ist ein guter, ehrlicher mann, dick und träge, ein jaherr. Fichte leb. u. briefwechsel 1, 171;

(wir sollen) was unrecht ist, nicht willigen drein,
in böser sach kein jaherr sein.
P. Rebhun bei
Tittmann schausp. 1, 103, 40.

die moderne sprache hat, ohne die bedeutung des wortes zu ändern, die etymologie des wortes vergessen, legt es sich daher als einen herrn zurecht, der immer ja sagt: oberhofmeisterinnen sind, wie es nach dem modelle der jaherren neinherren gibt, wahre neinfrauen. J. Paul Tit. 1, 180; ein widerruf! ... und warum nicht? warum soll ich denn wie jeder, das ganze leben durch mein eigner jaherr bleiben (denn ich sage zu allem ja, was ich sage) und nicht auch mein neinherr werden? vorsch. d. ästh. 3, 140. vgl. jabruder, jaknecht, jamensch.
 
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jähheit, f. raschheit, plötzlichkeit, auch im handeln und denken, vgl. gähheit theil 41, 1147. bei Stieler jächheit pernicitas, acceleratio praepropera, festinatio praeceps, blinde jächheit ist nicht weit vom unglück, festinatio improvida et caeca infelix est, jächheit soll die gebür nicht überschreiten, ea demum velocitas placet, quae, ubi jussa est, vestigium sistit. 876.
 
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jählich, adj. rasch, plötzlich, wie gählich theil 41, 1147: jähelich subitus, repentinus, inopinatus Stieler 876; zu Wurzen ist ein thumprobst newlich des jehlichen tods gestorben. Luther 3, 517b; auch, wie jäh 4, rasch, heftig: die bitterkeit wuchs, man enthielt sich kaum jählicher schimpfreden. Göthe 56, 199.
 
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jähling , neben gähling theil 41, 1147.
1) als adv. plötzlich, unerwartet: man klopft jehling an. J. Ayrer 344a (1723, 32 Keller); ich bin aber nicht gewohnt, so jähling krank zu werden. J. E. Schlegel 2, 348;

(eine krankheit) die nur weret etlich tag
und lest denn jeling wider nach.
J. Ayrer fastn. sp. 46d (2570, 37 Keller);

als ich einmal ...
in einer kirche sasz: so fiel mir jähling ein ...
Gellert 1, 219;

hastig, rasch zufahrend: wird nu der bischoff in der sach wider mich verfolgen, mit seinen hunden den feinden göttlichs worts, halt ich dafür, er werde jehling mit mir handeln lassen. L. Keiser bei Luther 3, 420a; Jahn Grundo liest den brief als jehling. J. Ayrer 444b (2232, 8 Keller).
2) als adjectiv: den jählingen berg. Schweinichen 1, 348 (ein gählinges thal. 179); und jählinges todes stürbe. Chr. Weise erzn. 359; wegen seines so jählingen wohlstandes. avant. 1, 156; sich um meine jählinge veränderung nicht wenig bekümmerte. Felsenb. 1, 437; woher ihr dieser jählinge zufall kam. 499; diese ohnmacht wäre ihr von gar zu jählinger freude zugestoszen. 2, 585; seine so jählinge veränderung nicht merkten. 4, 166; faszte den jählingen schlusz. 454; wegen dem jählingen todesfall des hrn. domdechanten. Mercks briefs. 1, 245; in einem solchen jählingen anstosz von unwillen oder miszmuth. Wieland 8, 241; ihr erbieten ist mir viel zu jäling. Hermes Soph. reise 3, 205.
 
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jählingen, adv. wie gählingen theil 41, 1148; mit verlust des nasals: dasz ich gewisz, wo du mir nicht bald hülfest, jähligen stärben musz. Zesen Roselieb (1646) 17.
 
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jählings, adv. wie gählings theil 41, 1148:

lehmige schluchten
ausgehöhlt von wilden regengüssen
fielen jählings ab.
Platen 334;

als der dort (auf dem steilen abhang) überhangende rasen losbricht und jener unglückliche jählings, pferd über mann unter, ins wasser stürzt. Göthe 23, 235;

dunkel brennt das feuer nur augenblicklich und dampfet,
wenn das wasser die gluth stürzend und jählings verhüllt.
Göthe 1, 268;

und ein schwindel stürzt ihn jählings
nieder in des fettes fluth.
Tieck 5, 591;

[Bd. 10, Sp. 2229]


jählings sterben. Hahns hist. (1723) 3, 230; indem er sich aus dem gewöhnlichen schlummer jählings zu ermuntern schien. Felsenb. 3, 238;

und jählings hob sie aus den schäumenden
gewässern, wie ein nebel, sich empor.
Bürger 146a;

denn jählings überfiel ihn schwere krankheit. Shakesp. Heinrich VI, 2, 3, 2.


 
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jahn, m. weit verbreitetes wort der landwirte und winzer, sowie des forstwesens.
1) dem landwirte ist es schweizerisch (als jahn, jan, john) ein gewisser bezirk oder vorgesteckter raum für eine feldarbeit (z. b. schneiden, gäten), bei der entweder nur einer oder mehrere in gerader linie zu einem gemeinschaftlichen ziel hinarbeiten. Stalder 2, 72; tirolisch der jân, ein strich noch stehenden getreides. Fromm. 3, 331; fränk. jahn, gahn, gohn, eine in die länge sich erstreckende fläche bei der arbeit im feld, auf wiesen oder in weinbergen, auf der eben gearbeitet wird, streife (reihe) getreide, gras, kartoffeln u. s. w. Kehrein 209; jegelicher huber ist ouch jerlichen schuldig dem vogte ein vastnachthun und ein jan vol habern. weisth. 1, 825 (Ortenau, 15. jahrh.); hessisch die jâne, auch jône, im Schmalkaldischen jûn, die reihe, linie, der strich arbeit, z. b. im kornschnitt, im heumähen, gerade vor sich hin, den man vornimmt. Vilmar 181; düringisch in derselben bedeutung gôn, gônmeister der erste knecht, der beim mähen vormäht, den ersten gôn macht, haut; niederd. jain, masc., und gai, masc. und neutr., die beim behacken oder roden der kartoffeln quer über den acker gebildete reihe. Schambach 58b. 93a; in der Mark gai fem., schwaden, gang zwischen pflanzenreihen.
2) beim winzer ein stück reben, das von einem andern durch gräben abgesondert ist. Stalder 2, 72; die winzer pflegen die ihnen anvertrauten groszen weinberge, um bessern gemerks willen, gleichsam in gewisse districte abzutheilen, und solche nach ihrer sprache jahne zu nennen. öcon. lex. (1732) 1114; die reben jahnweise düngen. Adelung.
3) in dem oberdeutschen forstwesen heiszt jahn oder john abgehauenes und nach reihen, wie die schwade des getreides, hingelegtes busch- oder strauchholz; daher jahn- oder johnhauer, holzhauer. Jacobsson 2, 304a.
4) das wort schlieszt sich zunächst an mhd. jan, reihe:

hie endet sich der rîme jan. Mariengr. in Haupts zeitschr. 8, 277, 67;

und dieses selbst wird, als fremdwort, in zusammenhang gebracht mit franz. gain, erwerb, gewinn, gagner erwerben, gewinnen, altfranz. gaaigner das feld bauen (Diez wörterb. 1, 225. Littré 1, 1814b), was wieder mit altspan. guadañar mähen zusammenhängt. der landwirtschaftliche ausdruck fuszt demnach auf der ursprünglichern bedeutung des fremdworts, und das mhd. jan hat eine erweiterung des ältern sinnes erfahren.
5) ableitungen von jahn sind das verbum jahnen, johnen, eine bestimmte feld- oder landarbeit in einer geraden langen fläche gemeinschaftlich oder nur einzeln verrichten. Stalder 2, 72; mhd. jânen, durch feldarbeit gewinnen:

dâ von wart er (Adam) uʒ paradîses vröuden her gepfrenget
in dirre werlte unvröuden kamer,
dâ von uns twinget noch des vluoches zange unt sleht der hamer:
wir müeʒen unser spîse in sweiʒe von der erde jânen. minnes. 2, 236a Hagen (vgl. 1 Mos. 3, 17);

östr. janeln korn oder weizen jochweise schneiden. Castelli 174; hessisch jahnig, der reihe nach, die bäume werden jahnig abgehauen, ohne unterschied, ohne einen stehen zu lassen. Vilmar 181; über jânmeister, düringisch gônmeister vgl. oben 1; jahnweise, jahnhauer s. 2 und 3. ob auch bair. jænbrod, brot was die schnitter, mäher, holzhauer und andere feldarbeiter zwischen frühstück und mittagmahl und zwischen diesem und dem abendessen als erfrischung zu sich zu nehmen pflegen. Schm. 1, 1207 Fromm., hierher falle, bleibt unentschieden.
 
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jahn, gekürzte form des eigennamens Johannes; vgl. u. Jan.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für