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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewissensgrund bis gewissenskrank (Bd. 6, Sp. 6321 bis 6322)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewissensgrund, m., nur im plural beobachtet, zunächst an die bedeutungsgemeinschaft mit gewissensfrage geknüpft, später selbständiger: einige gewissensgründe und fragen, die man ihm selbst und andern vorlegen könne (buchtitel) s. oben sp. 6314; so viele persönliche aufforderungen, durch die wichtigsten staats- und gewissensgründe unterstützt, und verstärkt durch die dringendsten einladungen aus Deutschland, muszten auf das gemüth eines fürsten (Gustav Adolfs) eindruck machen Schiller (30 jähr. krieg. 2. buch) 8, 146.
 
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gewissenshahn, m., gelegenheitsbildung: du denckest, wenn der tück bewiesen ist, es werd kein hahn darnach krähen, womit wiltu aber den gewissens-hahn beschwichtigen, der in dir krähet? Heinr. Müller geistl. erquickstunden (199) 387.
 
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gewissenshammer, m.: gewiszenshammer, stimulus conscientiae Stieler 759 Matthiae 2, 182a; Kirsch 2, 152a.
 
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gewissensheilung, f.: gewiszensheilung, sedatio, placatio conscientiae, vulgo tranquillatio mentis Stieler 818; Matthiae 2, 182a; Kirsch 2, 152a; vgl. gewissenskrank.
 
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gewissensheirath, s. gewissensehe.
 
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gewissenshenker, m.: gewissenshenker gebrauchen einige neuere für gewissens-zwinger; es ist aber unschicklich und zweideutig zugleich. wie leicht könnte man unter gewissenshenker den verstehn, der das gewissen an den nagel hängt Heynatz 2, 57; dazu vgl. Campe, der gewissensvogt vorschlägt: der henker tödtet, der vogt zwingt 2, 367a,
 
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gewissensherrschaft, s. gewissenszwang.
 
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gewissenshöllef.: von der gewissens-höllen ... dein eigen gewissen ist deine hölle. schläfft das gewissen, so dünckt dich, dasz du im himmel seist; wacht das gewissen auff, so merckstu erstlich, dasz du in der höllen seist Heinr. Müller erquickstunden (89) 145.
 
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gewissenshund, m.:

der speer durchbohrt ihm (Jesus) seine brust und seite,
zu stilln in unser den gewissens-hund.
Lohenstein geistliche gedanken 70.


 
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gewissenskampf, m. , im 17. jahrh. vereinzelt bezeugtes, erst neuerdings gebräuchlicheres compositum, das meist im plural erscheint: wodurch er den sonst gottesfürchtigen und löblichen churfürsten in seiner anfechtung und gewissens-kämpfe nur zu confundiren getrachtet der ungewissenhafte gewissens-rath vorr.
1) jede neue forschung in der schrift, jede wichtige predigt über eine neue glaubensfrage warf ihn (Luther) wieder in gewissenskämpfe G. Freytag (bilder a. d. deutschen vergangenheit (2, 4) 19, 134; der heilige Antonius stand nun wie angewurzelt still, bald das junge weib, bald den korb mit guten dingen betrachtend, offenbar in heftigen gewissenskämpfen, wobei er sich verlegen hinterm ohr kratzte P. Heyse (neue nov.: das schöne

[Bd. 6, Sp. 6322]


Käthchen) II, 8, 119; dasz die ersten lyrischen herzschläge des jungen seminaristen nicht irgend einer erträumten oder leibhaftigen liebsten ... gegolten hatten, sondern den gewissenskämpfen um den kirchenglauben (dorfromantik) II, 16 s. 53; das ringen mit dem geist und die fürchterlichen gewissenskämpfe des mörders (Macbeths) sind in der unruhigen scene ... mit einer wahrheit und wilden poesie geschildert G. Freytag (technik des dramas 2, 2) 14, 114.
2) und in wüstem liederlichen aufzug schien sie heiszen gewissenskampf zu kämpfen W. v. Kügelgen jugenderinn. (4, 1) 246 Nathusius; es war derselbe gewissenskampf, dieselbe fehde des einzelnen gegen herrschsüchtige priestermacht, welche einst seinen lieben vater aus der kirche getrieben hatte ... G. Freytag (Karl Mathy) 22, 225. dazu vgl.:
gewissenskonflikt: ob der kranke sich nicht verrate, wer wisse, wie der andre arzt, den Erik nicht kannte, im gewissenskonflikt sich entscheiden werde? Fr. Th. Vischer auch einer (1904) 395.
 
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gewissenskrank, adj.: seelenkrank, conscientiae stimulis agitatus, dicitur etiam gewissenskrank Stieler 1025; dasz auf schlosz Neuhof die religion nur in den wirtschaftsgebäuden und den hintern wohnungen vertreten sei, den kammerherrn ausgenommen, der noch immer mit dem schwermüthigen und gewissenskranken grafen Zeesen in briefwechsel stand K. Gutzkow der zauberer von Rom (1, 13) 1, 186.

 

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