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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewissenhaftigkeit bis gewissensangst (Bd. 6, Sp. 6296 bis 6305)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewissenhaftigkeit, f. , substantivableitung zum vorhergehenden adjectiv, mit dessen aussterben ihr erster gebrauch zusammenfällt. den ersten litterarischen belegen gehen schon buchungen voraus, die von 1716 ab eine fast ununterbrochene überlieferung darbieten: gewissenhaftigkeit, conscientiousness or conscionableness. teutsch-engl. lex. 2, 775; gewissenhaftigkeit, sanctitas, religiositas, religio, conscientiae religio Aler 1, 941a; ebenso (ohne die beiden letzten parallelen) Steinbach 2, 1061; Matthiae 2, 181b; Kirsch 2, 152a; dazu vgl. DWB gewissenhaftigkeit, religion, probité scrupuleuse (exacte) Rondeau 2, Uu 3f.; la conscience, délicatesse de conscience, religion, scrupule, probité exacte, scrupuleuse Schwan 1, 748a; conscientiousness, scrupulousness Hilpert II, 1 s. 466a; die gewissenhaftigkeit, plur. car. die fertigkeit, seine handlungen nach der vorschrift des gewissens einzurichten Adelung 2, 670; Campe 2, 367a; litterarisch ist das femininum zuerst bei Lessing belegt: Merope muszte nicht die gemahlinn des Polyphontes sein; denn es schien dem dichter mit der gewissenhaftigkeit einer so frommen mutter zu streiten, sich den umarmungen eines zweiten mannes überlassen zu haben, in dem sie den mörder ihres ersten kannte (Hamburg. dramaturgie 1, 40) 93, 353; daran schlieszen sich einige belege aus Hamann, mehrere aus Herder, vereinzelte aus Moritz, Lavater, Göthe, Schiller; viel häufiger wird der gebrauch im 19. jahrh., vgl. vor allem die belege aus G. Freytag und Bismarck. auch aus einzelnen mundarten ist das substantiv bezeugt, und im gegensatze zum adjektiv sogar mit eigenen formen; vgl.: kurjos waor, dat de aolle besmoor Röwesaot in üöre gewietenhaftigkeit sick gans genau an de beteeknung holl, well in 't Mönsterland füör den twedden gevadder anwendet wädd Franz Giese Frans Essink (3) (1875)2 18; gewössenhaftechkêt, f. gewissenhaftigkeit wb. d. luxemb. mda. 145b; zum formengebrauch ist nur anzumerken, dasz der plural, wie schon Adelung feststellt, nicht belegt ist.
1) unverhältnismäszig häufig ist das substantiv enger an andere gebunden,meist an bedeutungsverwandtewährend eine gegenüberstellung von contrastbegriffen wieder die ausnahme bildet, vgl.: das christenthum setzt den werth des menschen in seine innere gewissenhaftigkeit, das heidenthum in seine äuszere ... gesetzmässigkeit W. E. v. Ketteler ist d. gesetz d. öffentl. gewissen? 10. gegen: gewissenhaftigkeit und einsicht, was fordern diese von einem mann, der ein mitglied des Hamburger ministerii ist? untersuchet von M. R. Brandenburg 1773; religion ist ein römisches wort, das man hier nicht gebrauchen sollte. im reinsten verstande bedeutet es gewiszenhaftigkeit, scheu vor gott, treue in haltung seines worts Herder (christl. schriften 5) 19, 235; ganz ebenso 20, 248; 20, 264; meine religion, meine innerste

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gewissenhaftigkeit, mein glaube, meine sicherste zuversicht 20, 156; religion war also ... die sorgsamste gewissenhaftigkeit seines innern bewusstseins, der altar seines gemüthes 20, 141; die regel der wahrheit und einzigen tugend, der menschengüte und gewissenhaftigkeit 20, 258; vgl. auch 20, 239; was die gewissenhaftigkeit und treue seiner übersetzung betrift ... Schiller (vorw. zur 'zerstörung v. Troja') 6, 345; er verwaltete diesz amt mit der gröszten gewissenhaftigkeit und unpartheilichkeit Moritz Anton Reiser (2) 140 Geiger; desgl. (mit aller unpartheilichkeit und gew.) Lavater aussichten in die ewigkeit 3, xiii; er war der träger des ernstes und der gewissenhaftigkeit H. Laube (burgtheater 37) 5, 243 Houben; so fühlten sie doch alle, dass er diese kriegerischen pflichten nur aus gewissenhaftigkeit ohne freude erfüllte H. v. Treitschke deutsche gesch. 5, 11; das ist doch eine art, mich in der öffentlichen meinung herunter zu drücken, in meinem fleisz, in meiner gewissenhaftigkeit, mit der ich mich auf amtliche sachen vorbereite Bismarck (im reichstage 8, 5, 1879) 8, 41 Kohl; sie kennen die arbeit, die gewissenhaftigkeit, die sparsamkeit, aber sie wissen nicht, wie die runde summe, welche sie als lohn erhalten, im wind und wetter der konkurrenz zusammengekommen ist G. Keller (grüner Heinrich 2, 15) 1, 388. andere zusammenstellungen werden durch den bedeutungsgehalt vorbereitet, den unser substantiv durch zutritt eines attributes gewinnt: es müszte selbst für Lavater eine schwere aufgabe werden, in dieser kraftvollen und entschlossenen physiognomie (Philipps des groszmütigen) den verzagten kleinmuth und die demuthsvolle gewissenhaftigkeit zu entdecken, womit dieser fürst, wegen seiner nebenehe, in dem bekannten schreiben an Luther und Melanchthon, seine seele zu retten suchte Fr. Matthisson erinnerungen (5: vaterländische besuche) 1 (1810), 238; weil nachdenken und geistige gewissenhaftigkeit im refectorium nicht gekannt waren G. Keller (grüner Heinrich 2, 5) 1, 273; anders: bei unserer vielseitigkeit und gewissenhaftigkeit im denken Heine (Lutezia 1, 39) 6, 289 Elster; vorübergehenden bedingungen des zusammenhanges erwachsen: und sie (die apokryphen) von ihren verfolgern ... aus der welt geschafft, oder sind sie aus neid und gewissenhaftigkeit ... der nachwelt entzogen und in den ruinen der tempel mitbegraben ..? Hamann (fragmente einer apokryphischen sibylle ...) 6, 10 Roth; und es ist charakteristisch für den unabhängigkeitssinn des volkes, dasz diese gaben (an den häuptling) als geschenke behandelt werden ... und für die gewissenhaftigkeit des volkes, dasz sie mit regelmäszigkeit gegegeben wurden G. Freytag bilder a. d. dtsch. vergangenheit 124, 75.
2) einschränkungen des bedeutungsumfanges sind bei unserem substantiv verhältnismäszig selten und werden, wo sie sich neuerdings mehren, mit neuen mitteln durchgeführt. so läszt sich in dem hinweis auf bestimmte träger hier im gegensatze zu den beobachtungen an gewissen (sp. 6226. 6260) nur ausnahmsweise ein ausgangspunkt des bedeutungswandels feststellen vgl.: 'gewissenhaft!' — 'ich sage ihm, die gewissenhaftigkeit der herren advokaten gleicht der tugend alter jungfern: sie steht fest, so lang — sie niemand angreift' Mohrenfels ... ein schauspiel (1794) s. 17; gegen: wer darf über seine gewissenhaftigkeit den stab brechen? Hamann (Golgatha 1) 7, 28; vgl. auch (s. o.) W. E. v. Ketteler 10; Bismarck 8, 41; da seine (Mendelssohns) gewissenhaftigkeit in jeder beziehung im anfange geradezu an ängstlichkeit streift Danzel Lessing 1, 348; alle aber haben eine tendenz, gegenseitige gewissenhaftigkeit in einer gemischten volksgesellschaft als heilig zu begründen Herder (christl. schriften 5) 20, 231. ich bat also mein hausfräulein ... Julien zum kaffee einzuladen. sie hat das gethan, aber in ihrer gewissenhaftigkeit nicht ohne vater und mutter in kenntnis zu setzen Carl Hase (jugenderinnerungen) 11, 1, 165. die einschränkung des begriffes auf ein engeres gebiet der bethätigung kommt hier mehr zur geltung, aber in der reihe der attribute hat auch sie wenig zu bedeuten: solche regeln wie die obigen, wodurch man mit einem anstand von philosophischer gewissenhafftigkeit alle wege verdächtig zu machen sucht ... G. Chr. Lichtenberg aphorismen 2, 127 Leitzmann; seine schwächen sind ferner

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sichtbar in mancher komischen rolle, die er übertreibt. da er andere fein-komische rollen ohne irgend eine übertreibung spielt, so ist jene übertreibung ein mangel an geistiger gewissenhaftigkeit H. Laube (burgtheater 31) 5, 170; vgl. auch oben Matthisson 2, 83; W. E. v. Ketteler 10. dagegen ist es für die neuere entwicklung kennzeichnend, dasz bei der vielseitigkeit solcher beziehungen nunmehr weitläufigere präpositionalverbindungen, fügungen mit verbalformen, ja mit ganzen sätzen notwendig werden: da ward ich wohl zuweilen ein göttlicher sauhirt oder kuhhirt ... ich ärndtete wegen meiner sorgsamen gewissenhaftigkeit nicht miszuhüten auch hier lob ein E. M. Arndt erinnerungen 12; er war der träger des wortes ... der gewissenhaftigkeit für sinn und geist des ernsten stückes H. Laube (burgtheater 37) 5, 243; wir hatten am burgtheater mitglieder der älteren generation, welche an gewissenhaftigkeit des memorierens mustergültig waren (31) 5, 168; bei dem majoritätsvotum ... geht das gefühl persönlicher verantwortlichkeit, in welcher die wesentliche bürgschaft für die gewissenhaftigkeit der entscheidung liegt, sofort verloren, wenn diese durch anonyme majoritäten erfolgt Bismarck ged. u. erinn. (1) 1, 13; ich würde es mit der gewissenhaftigkeit in erfüllung meines königlichen berufes nicht vereinbar finden antwort könig Wilhelms auf die adresse des abgeordnetenhauses (1863) s. Bismarck 2, 252 Kohl; nachdem ich dergestalt durch perspectiven und parallelen dem geneigten leser einen begriff von der gewissenhaftigkeit beibrachte, welche uns autoren beseelt Anzengruber (dorfgänge 1) 33, 6; oben hatten wir die gefühlsmässige anerkennung der verbindlichkeit als pflichtgefühl bezeichnet; die pflichtmässigkeit des praktischen verhaltens, welches aus demselben folgt, stimmt überein mit der gewissenhaftigkeit, welche in der durchgehenden anwendung des actuellen gewissens, namentlich nach seiner formellen seite, besteht E. v. Hartmann 22 (d. sittliche bewusstsein) 260; sie sorgte für mich fast mütterlich, mit einer gewissenhaftigkeit, als ob ich ein kostbares gefäsz wäre P. Heyse (die hexe vom korso) II, 2 s. 226.
3) beim uneingeschränkten begriff, sofern er nicht durch zusammenstellungen mit anderen substantiven gestützt ist (s. o.), steht das substantiv nur selten ohne begleiter: die aegyptische zwar steife, aber grandiose, und in den verhältnissen bis zur gewissenhaftigkeit genaue kunst W. v. Humboldt Latium u. Hellas (s. litt. denkmale 58) 121; wenn ich auch so eine menge zeit verliere, so mag ich doch aus gewissenhaftigkeit das malzeug nicht hervorkramen, so lange eine verakkordierte arbeit nicht fertig ist G. Keller (an Marie v. Frisch 1879) 3, 433 Bächtold. meist dagegen zeigt sich das substantiv in der begleitung von attributiven bestimmungen, die zweierlei zwecken dienen. entweder lassen sie erkennen, wie der redende die anwendung des begriffes im besonderen zusammenhang bewertet, oder sie dienen ganz allgemein der steigerung. auch in diesem falle kann wie bei dem adjektiv lob oder tadel dadurch ausgedrückt werden: warum will sie uns denn eine unreife gewissenhaftigkeit, warum soll sie uns ein frommer eigensinn verbieten, wenn wir sie würdig brauchen können? Herder (über Jh. Abbts schr.) 2, 286; endlich bekommen diese erzählungen ein merkwürdiges gewicht noch dadurch, dasz sie als ein göttlicher stammesvorzug dieser nation beinah mit abergläubischer gewissenhaftigkeit jahrtausende lang erhalten ... sind (ideen 3, 12) 14, 59; aber auf der universität schon am glauben irre geworden, hatte er in ehrenwerther gewissenhaftigkeit kein geistliches amt begehrt W. v. Kügelgen jugenderinn (6, 3) 364 Nathusius; beispiele der biblischen geschichte .. sind es gar übungen, die von wahrer gewissenhaftigkeit gerade abführen; ach, so gelangt man gewisz nicht zum ziel Herder (christl. schriften 5) 26, 248; hymnen auf sie oder auf irgend einige naturgegenstände kann diese poesie nicht haben; das wäre abgötterei, und sie wiszen, mit welcher gewiszenhaftigkeit sie diese vermeiden muszte (v. geist d. ebr. poesie 1) 11, 272; ist denn dieses volck (das jüdische) so wichtig und so genievoll, so fruchtbar für uns, dasz wir es mit solcher gewissenhafftigkeit hegen sollen? Lichtenberg aphor. 5, 108; denn obgleich der prinz die ersten vorstellungen von anfange bis zu ende auf seinem

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sessel sitzend, mit der gröszten gewissenhaftigkeit abwartete, so schien er sich doch nach und nach auf eine gute weise davon zu dispensiren Göthe (lehrj. 3, 8) 18, 283; vgl. DWB er beobachtet die gröszte gewissenhaftigkeit ... the greatest conscientiousness Hilpert I, 1, 466a; vgl. auch mit grote gewissenhaftigkeit F. Reuter (stromtid 2, 22) 2, 348; vgl.(sp. 6298) sorgsame gew. E. M. Arndt er innerungen3 12; dasz sich Olga der ihr gewordenen doppelaufgabe: das kind ruhig und das wasser im kochen zu erhalten, mit einer durch furcht und hoffnung gleichmäszig geschärften gewissenhaftigkeit unterzogen hatte Th. Fontane (Stine cap. 5) I, 5 s. 29; welche ... münz, till und kümmel mit mathematischer gewissenhaftigkeit verzehnteten Hamann (Golgatha u. Scheblimini!) 7, 63 Roth. vielleicht hielten es auch einige aus übertriebener gewissenhaftigkeit für unverzeihliches verbrechen, von einem bundsgenossen des teufels zu schreiben J. F. Köhler dr. Joh. Faust (1791) 49; was sie selber schlimmes wirklich gethan ... sich zurückzurufen ... und mit unbarmherziger gewissenhaftigkeit zug um zug O. Ludwig (Heiterethei) 2, 139 Stern; dasz gerade dieser hohe herr in seiner peinlichen gewissenhaftigkeit jede mittheilung in die fremde vermieden hat G. Freytag der kronprinz u. d. deutsche kaiserkrone 39; desgl. Fontane (v. d. sturm) i, 1, 193.
 
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gewissenheit, f. , substantivbildung zu dem participialen adjectiv gewissen III (s. sp. 6216f.), dessen active bedeutung es hauptsächlich übernimmt. in der mittelhochdeutschen periode am meisten verbreitet (vgl. gewiʒʒenheit mhd. wb. 3, 791b; Lexer 1, 996), reicht es mit ausläufern noch in das 16. jahrh. herein. von gewissen IV, mit dem es sich in seiner hauptverwendung am nächsten berührt, grenzt sich unser fem. mehr stilistisch und zeitlich ab. vielleicht dasz es auch am grundbegriff der scientia länger festhält, der ja in der negierten bildung unwissenheit (vgl. ungewissenheit mhd. wb. 3, 792a; vgl. auch variante zu Luther 2, 718) fortlebt. der bedeutungsübergang in der richtung auf conscientia ist in den frühesten wie in den spätesten zeugnissen belegt, wenn auch nicht immer zu entscheiden ist, wie weit dabei der religiöse begriff durchschlägt. auf die passive bedeutung des zu grunde liegenden particips führt vielleicht die zusammenstellung des fem. mit gewissheit zurück, mit dem es auch oft in der handschriftlichen überlieferung variiert, vgl. (s. auch unter gewissheit) Freiberger stadtrecht 23; Freidank 5, 21; U. v. Richental 152; Bamberger halsgerichtsordnung 66; Karolina 2, 31, im gegensatz zu den varianten mit gewizheit zeitschr. f. d. a. 7, 330; (weishaite) K. v. Würzburg Partonop. 16887. formell ist festzustellen, dasz der für die präsensformen des particips zuständige dental nur bei Freidank 5, 21 beobachtet ist: gewissentheit in variante mit gewissenheit. die doppelspirans geht auch hier in der schreibung späterer belege von zz zu ss über:
1) das substantiv bringt die am particip entwickelte grundbedeutung zum ausdruck: gewissenheit, scientia, prudentia:

daʒ êrste cleit sî milte diu vor gote ie schein
ob aller tugent schôn reht als ein edel stein.
daʒ ander sî gewiʒʒenheit mit stæte
daʒ dritte wârheit unde scham. Kolmarer handschr. (124, 42) Bartsch s. 491;

schœne mit rîcheit,
dar ûf sint si vil gemeit.
si solden merken schœne jugent,
gewiʒʒenheit und ganze tugent (var. gewiʒheit)
an einem ieglîchem man. fink u. nachtigall zeitschr. f. d. alt. 7, 330;

dâ wâren undr in beiden,
als si kunden underscheiden
ir ieglîches gewiʒʒenheit:
wan beidenthalben wart geseit,
die wîle sie dâ lâgen,
nâch iegelîches vrâgen
von lande und von mâgen.
H. v. d. Türlin krone 17556;

ich, der mit mîner hant
hân überwunden elliu lant,
müeste nû gevangen sîn
von der gewiʒʒenheite mîn,
würb ich anders danne mir
nû riete mînes herzen gir.
Konrad v. Würzburg Silvester 1147

dazu vgl. (der gewissenheit sigen wir bar) W. v. Rheinau Marienleben 117, 42; (ist ane gewiʒʒenheit) zeitschr. f. d. alt.

[Bd. 6, Sp. 6300]


7, 330; desgl. altd. blätter 1, 109; (mit gewiʒʒenheite) Konr. v. Würzburg Partonopier 16887. auch bedeutungsverengerungen erwachsen einzelnen zusammenhängen:

und daʒ sie einegen trit dar abe
deheinen wîs wolten komen,
sît sie hâten genomen
Gâwein ze einem wîssere,
swie er ungewis wære:
wan eʒ nâch wâne was geschehen,
daʒ sie in hâten ersehen
ze alsolher gewiʒʒenheit.
H. v. d. Türlin krone 28278;

won! dem weine der do wechsit an dem weinstocke. wen man den lesen sal. von den zeichen der reifkeit. von der gewissenheit die man sal habin beide in der pressen und auch in dem kellir md. weinbuch (Wiener handschr.) s. Wiener sitzungsber. 71, 553 Haupt.
2) der übergang zum ersatz des lat. conscientia; vgl. gewissenheit conscientia. voc. variloquus (15. jahrh.) Diefenbach-Wülcker 620; vgl. conscientia, gewissenheit, erkantnisz, quod se quis noscit et iudicat peccatorem vel non. Melber voc. prädic. F 3b. scrupulus .. remorsus conscientie. pinlich unrwe der gewissenheit b 4, 3b; auch hier ist der engere religiöse begriff gelegentlich durch angeschlossenen objectiven genetiv gekennzeichnet; vgl.:

ich wil eu sagen mêre
von deme uʒʒeren altare
da man daʒ vihe z treip
daʒ ist den sunden gewiʒʒenheit (J. Grimm: der). bücher Mosis (Vorauer handschr.) bei Diemer deutsche ged. 61, 6

gegen:

vil groʒ wirt unser smerze
die wurme eʒʒent uns daʒ herze
daʒ ist uns gewiʒʒenheit
diu tut uns also michel leit. jüngstes gericht bei Diemer deutsche ged. 290, 11;

swer niht gebeten künne,
der versuoche des meres wünne.
mennegelîches gewiʒʒenheit (var. gewissenheit, gewissentheit, gewisseheit, witzekeit)
vor gote sîne schulde seit. Freidank 5, 21 W. Grimm;

die nôt ich dir niht wil verheln:
daʒ ist mîn gewiʒʒenheit,
die mir an das herze gneit.
Ebernand v. Erfurt Heinr. u. Kunigunde 3107 Bechstein;

ich wil euch aber in dieser faulen bben belonung nit haben, sonder euch bei meiner gewissenheit, und nach ewer arbeit belonen Aimon (1535) F 2a; aber bei meiner gewissenheit, hat er mir slichs, oder sunst einich verdriesz gethan, so uberziehe ich jnen mit hunderttausent mannen ebenda b 3a; schweren einen eidt zu gott ... ob jhr das in ewer gewissenheit thun mögent, dasz ... kammergerichtsordn. v. 1555 bei Bergmann corp. iur. iud. civ. germ. acad. 174; des mir dem statschreiber wider mein consciens und gewissenheit gewesen Zapf reformationsurkunden v. Aalen 23 (1575).
3) zur berührung mit gewissheit vgl.: und batt die von Ulm, das si der schuld uff inn kemind, so wölt er si erlichen zalen in kurtzer zit und wölt inn gewissenhait (var. gewiszhait) gng darumb tn Ulr. v. Richental Constanzer concil 152 Buck;

möcht hiemit gern ein gewissenheit habn,
tu ich euch mit warheit sagn:
mein zeug steht hier in groszer gefar. Oberuferer Christigeburtspil 105 Schröer.

eben so gwissz msz der inner mensch ... des seinen sein, das warheit und kein gespenst .., sunder ein plerophonia unnd gewissenheit des innern menschens, jha vil gewisser dann der eüsser mensch des seinen ist Franck weltbuch a 5b. dazu vgl. die oben angeführten varianten.
 
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gewissenlich, gewissentlich, adj. und adv.
1) verstärkte form zu wissenlich, (vgl. wiʒʒen, wiʒʒentlich Lexer 3, 962):

von diu solt uns sîn wîhe sîn gewizzenlîch,
sô waere sîn ampt nicht ungewislîch.
Heinr. v. Melk, priesterleben 412 Heinzel.

daz alliche niht gewizzenlich ist den smahvolchen himmelreich 126 (zsch. d. a. 8, 148);

das gleiche (daz ist gewizzenlîch) Ortnit (IV) 342, 2; wir lernen ouch die gewizzenliche minne, daz wir virsten sin gotelichen wundir Trudperter (Hohenburger) hohes lied 29, 13 J. Haupt; der gotlichen warheit gantzes gewissenliches

[Bd. 6, Sp. 6301]


urkunde Joh. v. Neumarkt leben d. h. Hieronymus) 135 Benedict (certum iudicium et veritatis experimentum); man sol auch keinem manne sein leip oder sein gut verteilen, er sei dan gegenwertig oder ime sein gewissenlich tag beschiden tedinges zu warten Kuttenberger zusätze zur 2. redact. des deutschen Iglauer bergrechts (§ 23a) Zycha s. 38; vgl. auch was in wissentleich were umme das geczugnusse ... Iglauer oberhofentscheidung bei Zycha. 429 (gewissentleich Tomascheck s. 63);

er (Joseph) hiez im entwichen den liut gaerlichen
daz nieman da waere der saehe sine gebaere,
so si sich ein andir bechanten und gewizzelichen maneten. Milstäter genesis 98, 18 Diemer (adverb fehlt in der Wiener handschr.);


2) unter dem einflusz des substantivs gewissen steht: gewissenlicher oder gotforchtiger, conscientiosus. voc. theut. m 5a; dazu vgl.: gewissenlich, adverb, conscientiose. voc. incip. teut. i 7a.
 
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gewissenliebend, participiale zusammensetzung: zeige mir der herr Lilienfeld, was für fug ein redlicher und gewissen-liebender politicus haben kann, diesen faulen krebs, diesen schädlichen authoren (Machiavelli) hohen gemütern in die hand zu geben Er. Francisci lustige schaubühne (2, 2) 2, 585.
 
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gewissenlos, adj. und adv.
1) zuerst im ackermann aus Böhmen belegt und dann wieder bei Eberlin v. Günzburg beobachtet, wird es doch erst im 17. jahrh. reicher verwendet, als contrastbegriff zu gewissenhaft, mit dem es auch oft zusammengestellt ist vgl. sp. 6290, 6291). wie dieses ist es bei Abr. a S. Clara und Grimmelshausen bevorzugt.
a) der bedeutung, die in dem gleichzeitigen wiʒʒenlos (vgl. von vil wiʒʒen wiʒʒelôs und von vil willen willelôs mystiker 2, 591, 14 s. mhd. wb. 3, 789b) zu tage tritt, steht unser adjectiv vom ersten belege an fern, es wird ihr erst in neuerer verwendung vorübergehend nahegebracht: kann ein gewiszenloses vieh sich denken, dasz alle die grossen, unterdrückenden massen, regierungen und bleiklumpen in der zeit bleiben, oder sich in nichts auflösen werden? Herder (Joh. offenb.) 9, 82 genau so 9, 81; vgl. auch die belege in γ.
α) im gegensatze dazu steht schon der erste beleg, der deutlich an das subst. gewissen anknüpft: jurist, der gewissenlosz crist hilfet do nit mit rechts und unrechts vorsprechung und mit seinen krummen urteilen ackermann aus Böhmen 41, 18; schon hier ist mit der negierung zugleich ein tadel und makel verknüpft, der namentlich auch in den buchungen zum ausdruck kommt: gewiszenlos, conscientiam negligens, contemnens, sine conscientia Stieler 1179 (unter los); Matthiae 2, 181b; Kirsch 2, 152a; homo parum religiosus, sincerus, nullius conscientiae homo Aler 1, 941a; ein gewissenloser mensch, un homme sans ame Schwan 1, 748a; a man of no conscience, an unprincipled man Hilpert 2, 1 s. 465c; gewissenlos, heist derjenige, der nicht nur aus einer sclaverei der unvernünfftigen neigungen und affecten wider das gewissen handelt, sondern sich auch über seine böse thaten kein gewissen machet J. G. Walch philos. lex. 12, 1316; daher ein weites gewissen jemandem zuzuschreiben so viel heiszt, als: ihn gewissenlos nennen Kant (metaphys. d. sitten 2, § 13) 5, 274.
β) im litterarischen gebrauche sind es namentlich parallelverbindungen mit anderen adjectiven, die dieses moment des tadels hervorheben: können auch gefährlichere, und gewissenlosere anschläge gegeben werden ungewissenhafter gewissensrat (1689) 42; entgegen aber seind auch einige, die sehr gewissenlosz und ungeschickt: gewissenlosz darum, weilen sie offt wegen eines nadelstich und geringen schaden grosses geld erpressen Abr. a S. Clara etwas f. alle (der wund-arzt) 1, 123; dasz er den lasterhafften und gewissenlosen sünder niemahlen weder ruh noch rast lässet gehab dich wohl! (7) 108; als sein die kriegsleuth jhres sträfflichen und gewissenlosens wandel halber den thieren nicht ungleich mercks Wien 145; dasz er gantz ehrlosz, gewissenlosz, gottlosz seinen herrn und heiland verrathen Judas der ertzschelm 2, 200; doch von wegen darf ich mit meinen landsleuten nicht sprechen; die sind wol selten in einem andern lande schlimmer und gewissenloser vernachlässigt als bei uns in Sachsen Seume (spaziergang 1) 2, 110 Hempel; um das masz der gewissen-losen

[Bd. 6, Sp. 6302]


libertinischen flattirung vollzumachen ungewissenhafter gewissensrat 19; er könne demnach nicht glauben ... dasz ich so gewissenlosz und leichtfertig gewesen sei, ein so grobe sünd ... zu begehen Grimmelshausen (vogelnest 2, 16) 4, 630 Keller; so war er jetzt nach vollbrachter that (der bluthochzeit) weder leichtsinnig noch gewissenlos genug, der innern rüge derselben ... zu entfliehen Schiller (gesch. d. franz. unruhen) 9, 385; ein sehr unregelmässiger und gewissenloser lehrer G. Freytag (soll u. haben 2, 6) 4, 269; so lose leute ... die ... andere in gefahr der ewigen verdammnüsz vorsetzlicher und gewissenloser weisz stürtzen dörfften Grimmelshausen wiedererstand. Simpl. 3, 243; du machst sie erstlich gewissenlosz, hernach forchtsam, und endlich grausam 3, 483; ihr seid gewissenlos und selbstsüchtig wie alle männer P. Heyse (Annina) II, 1 s. 288;

so sind sie alle, alle.wenn sie lügen,
so glauben sie sich klug.verrat ist schlauheit,
die härte festigkeit.gewissenlos
und taub sein bei der menschheit klageruf
ihr grosser sinn, der kleines nicht beachtet.
Grillparzer (Esther 2) 85, 242;

wie sehr dieses moment des tadels den bedeutungsgehalt beeinfluszt hat, zeigt sich vor allem darin, dasz das adjectiv nunmehr sogar zu eben dem substantiv gesetzt werden konnte, das es negiert: und ohne beobacht- und beängstigung deines gewissenlosen gewissens durch allerhand vortheil, list und betriegerei erschächern Grimmelshausen wiedererstand. Simpl. (3, 2 rathstübel Plutonis 14) 3 (1713), 166; auszerdem vgl. gewissenlos als schimpfwort bei L. v. Pansner dtsch. schimpfwb. 23a; vgl.: so wäre er ja der gröszeste übelthäter, der auf ewige zeiten hin gewissenlose frevler vor gott zu gerechten machte Herder (christl. schriften 5) 20, 259.
γ) erst in jüngerer entwicklung ist das adjectiv mehrfach auch ohne beimischung eines tadels belegt, entsprechend der wandlung im bereiche des substantivs (vgl. oben sp. 6224 zu Hebbel und W. Raabe): vgl. der handelnde ist immer gewissenlos; es hat niemand gewissen als der betrachtende Göthe maximen u. reflex. nr. 241; kann ein gewissenloses vieh sich denken das die ... verderbung dieser welt alzo bleiben ... werde Herder 9, 8; ebenso (s. o.) 9, 82; nur der paradiesisch naive, der beschränkte und der gewissenlose mensch lebt leicht, dem tiefer gehenden hämmern die pulse, wenn er bedenkt, welch ein fürchterliches schraubenwerk das leben ist. Fr. Th. Vischer auch einer (1904) 475. unter den buchungen sind nur wenige, die sich auf blosze negierung beschränken, und auch bei ihnen ist für die deutung einige vorsicht geboten: ungewissenhafft oder gewissenlos sein, to be unconscientious, unconcionable, not conscientious, not conscionable; to have no conscience ... teutsch engl. lex. 2, 2264; senza conscienza (anima), privo di conscienza, sans conscience Rädlein 1, 384b; sans conscience Rondeau 2, Uu 3 f; ebenso Schwan 1, 748a; gewissenlos, ohne gebrauch des gewissens handelnd, fertigkeit besitzend, ohne gebrauch des gewissens zu handeln Adelung 2, 670; ähnlich Campe 2, 367a.
b) zur form ist das vereinzelte eindringen des compositionszeichens hervorzuheben: dasz solche gewissenslose drucker und buchhändler gefunden werden, welche sich so viel mehr dieser sünden theilhafftig machen, so viel mehr sie die schand-possen unter die leute bringen Weise die drei ärgsten erznarren (vorrede, 4 neudr.); vgl. auch gewissenslos (in der ausgabe v. 1687 gegen gewissenlos 1680) Abr. a S. Clara mercks Wienn 77; die sich nicht scheuen, einer so gewissens-losen sache den rükken zu halten, und mit ihrer feder zu schützen Butschky Pathmos (nr. 629) 903. einmal ist das wort als compos. zu lose statt zu los belegt (vgl. auch unten th. 6 sp. 1181 ff.): wer wieder das überwiegende gewissen handelt blosz deswegen, weil es gehindert wird, den nennet man gewissenlose Chr. Wolff ged. v. d. menschen thun u. lassen (§ 89) s. 54.
wie bei gewissenhaft sind auch bei gewissenlos verhält nismäszig häufig steigerungspartikeln und steigerungsformen beobachtet: ich wil auch nit sagen ... wie gar sorgfeltig gewissenlosz sie (die mönche) seint Eberlin v. Günzburg (vermahnung an den rat v. Ulm) 3, 32; item seind wohl einige anzutreffen, die gantz gewissenlos die artzenei zu theuer geben Abr. a S. Clara etwas f. alle (der apothecker) 1, 116; aber von anderen leuthen blut leben, ist gantz gewissenlos (der schneider) 1, 492; vgl.(sp. 6301) sehr gewissenlosz

[Bd. 6, Sp. 6303]


und ungeschickt (der wundarzt) 1, 123; in werken und tahten (ist mancher) aber wohl viel gewissen-loser als jene Butschky Pathmos (nr. 569) 816; also schied er mit schwerem herzen von da, wo ihm, wenn er sich gewissenloser betragen, wohl jede erwünschte gunst geblüht hätte P. Heyse (der verkaufte gesang) II, 5 s. 99; es geht mir recht nahe, sprach er (der wolf), dasz ich unter euch schäfern als das grausamste, gewissenloseste thier verschrieen bin Lessing (fab. 3, 18) 13, 225.
2) unter den verbindungen des adjectivs überwiegen die attributiven, während die mit dem verbum mehr auf einzelne gebrauchsformen beschränkt sind.
a) er musz in sich selbst gewisz sein, auszerdem wäre er gewissenlos, wenn er nach seiner überzeugung zu handeln ... und auch andere zu einem handeln ... zu bringen suchte Fichte sittenlehre (1798) 313; dazu vgl. (sp. 6290) gewissenhaft und nicht gewissenlos sein; (vgl. sp. 6302) Grimmelshausen 4, 630 Keller; Grillparzer 85, 242; Abr. a S. Clara etwas f. alle 1, 492; desgl. Schiller 9, 385; Göthe max. u. refl. nr. 241; P. Heyse II, 1, 288; als man befürchten muszte ... wenn man die richtigkeit der Kantischen darstellung (des gewissens) leugnete, für gewissenlos zu gelten A. Schopenhauer (grundlage der moral 9) 3, 552 Grisebach; vgl. (sp. 6290) den nennen wir gewissenlos D. Fr. Strausz streitschriften 176; vgl. gewissenlos machen Grimmelshausen wiedererstand. Simpl. 3, 483.
b) der gewissen-lose mensch hätte tausend thaler gewinst genommen, und einen unschuldigen zum tode verdammen helffen polit. stockfisch (1681) 31; das gleiche F. Th. Vischer auch einer 475; sonst ward ich in diesen frommen jahren des garnhandels bald überdrüszig, weil ich dabei, wie ich wähnte, mit zu viel rohen und gewissenlosen menschen umzugehen hätte Bräker der arme mann im Tockenburg (6) 188; weil die Engländer gewissenlose leute sind Sophie v. La Roche frl. v. Sternheim (2) 247; dasz ihr ein gewissenloser mann seid Pestalozzi Lienhard u. Gertrud (2, 62) 23, 215; gew. männer) Kotzebue (der rehbock 3, 9) neue schausp. 19, 136; dasz die gewissenlose welt so wol o allmächtiges gold, als o allmächtiger gott seufftzen pfleget Abr. a S. Clara mercks Wienn (1680) 77; (gew. lotters-gesind) etwas f. alle (der bettler) 1, 708; (gew. geitzwänste) Butschky Pathmos (nr. 266) 352; (gew. reiche) Moscherosch insomnis cura parent. (29) 113; einer, der unter die gewissen-lose ungerechte advocaten geräth Fr. Caccia hl. Antonius v. Padua (1692) 275; vgl. auch (sp. 6301) gew. krist ackermann aus Böhmen; sünder Abr. a S. Clara gehab dich wohl! 108; (grundschelme) Grimmelshausen wiedererstand. Simpl. 3, 240; (betrüger) Stranitzky ollapatrida Fuchsmundi 50 (Wiener neudr. 10, 298; (verleumder) Bismarck ged. u. erinn. (25) 2, 155; (volksverführer) Sudermann sturmgeselle Sokrates 10, 30; — waren fünff grausame mörder, die ... alles umbrachten, was in ihre gewissenlose händ geriehte Grimmelshausen wiedererstand. Simpl. 3, 299; einen der durch gewissenlose reden ist verschwätzt worden Abr. a S. Clara etwas f. alle (der advokat) 1, 61; (gewissenlose servitut) Moscherosch gesichte Phil. (1, 7) 412; (gewissenlosen wandel) Abr. a S. Clara mercks Wienn 145; dieses ist in wahrheit eine lästerliche vorkehrung und ein gewissen-loser miszbrauch der göttlichen lehre d. ungewissenhafte gewissensrat 54; ebenso (sp. 6301) anschläge 42; flattierung 19; bei der gewissenlosen tournüre, die in Weimar überhand nehmen will, musz man niemanden mehr trauen Göthe (an Kirms 2. 4. 1799) briefe 14, 65; ein gewissenloses betragen Adelung 2, 670; (an unconscionable behaviour) Hilpert 2, 1, 465c; so hat herr Langhans auch den nahmen gottes unverantwortlich, und gewissenloser weise miszbrauchet d. ungewissenhafte gewissens-rat 14; du mit zween landfahren, gewissenloser weisz, seiest nach Rom geloffen franz. kriegs-Simpl. 1 (1683), 185; desgl. Grimmelshausen wiedererstand. Simpl. 3, 243; und dasz sich die geschicke eines staates von zwanzig millionen weder in gewissenloser noch anders als in der weise eines ehrenmannes lenken lassen Bismarck (im landtage 6. 2. 1868) 3, 463 Kohl.
die substantivierung zweigt nur vereinzelt vom attributiven gebrauch ab und ist in diesen ersten ansätzen auf die personification beschränkt, während für das nomen

[Bd. 6, Sp. 6304]


actionis eine eigene substantivbildung (s. gewissenlosigkeit) entwickelt wird: was wunderst dann dich so mächtig. dasz unter den geistlichen auch einige gewissenlose anzutreffen seind Abr. a S. Clara etwas f. alle (die geistliche) 1, 5; gewissen, ein miszbrauchter, von vielen sogar verachteter, name, und dennoch der einzige wahre tempel einer menschen-religion: denn dem gewissenlosen bleibt nichts übrig, als leere andacht, meinungen und gebräuche Herder (christl. schriften 5) 20, 160.
c) ganz spärlich sind die adverbialen functionen entwickelt: gewissenlos handeln Campe 2, 367a (nicht bei Adelung); (vgl. sp. 6291) gewissenlos ergreifen Göthe 53, 30; vgl.(sp. 6301) gewissenlos verrathen Abr. a S. Clara Judas der erzschelm 2, 200; die heiligste religionshandlung kann irreligios, d. i. gewissenlos verrichtet werden Herder (christl. schriften 5) 20, 249; neuerdings mehren sich hier die belege für abschwächende verallgemeinerung: hier kam ich bei den berühmten quellen des Clitumnus vorbei, die jetzt von den eseltreibern und waschweibern gewissenlos entweiht werden Seume (spaziergang 1) 2, 102 Hempel; uns wird meistens der schöne reis gewissenlos zu einer art kleister verkocht, welcher nach gar nichts schmeckt Herm. Hesse Peter Kamenzind (7)28 195.
 
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gewissenlosigkeit, f. , substantivbildung zum vorhergehenden, wie dieses einigemal auch mit dem compositions -s belegt: gewissenslosigkeit Hermes 6, 229; Wilh. Raabe alte nester kap. 5. die belege für das substantiv setzen erst zu ende des 18. jahrh. ein und reichen bis in die neueste zeit. die buchungen suchen die bedeutung des substantivs in der bloszen verneinung: die gewissenlosigkeit (plur. car.) die fertigkeit ohne gebrauch des gewissens zu handeln Adelung 2, 670; Campe 2, 367a; le peu ou point de conscience Schwan 1, 748a; want of principle, unscruplousness Hilpert 2, 1 s. 466a. der litterarische gebrauch tritt nur selten in diese grenzen zurück: was geht in der menschheit betragen über diese ganze volle gewissenslosigkeit des märchens oder noch besser der jugendzeit? — die 'ewige seligkeit', denn die wird freilich in einem noch etwas höheren grade gewissenslos sein W. Raabe alte nester kap. 5; dazu vgl. E. M. Arndt schr. f. s. l. Deutschen 1, 506; sonst kommt das beim adjektiv beobachtete moment des tadels beim substantiv fast noch stärker zum ausdruck: gewissenslosigkeit ist nicht mangel des gewissens, sondern hang sich an dessen urtheil nicht zu kehren Kant (metaphysik d. sitten 2 einl.) i, 6, 401; vgl. auch Stäudlin gesch. d. lehre von d. gewissen s. 84, s. unter gewissensbiss. das substantiv ist gern mit anderen substantiven zusammengestellt, die das vorwurfsvolle am unserigen herausarbeiten. das ist vor allem da der fall, wo ein träger des begriffes gekennzeichnet ist:
1)

denn, was entschlossenheit den männern heiszt des staats,
ist meisten falls gewissenlosigkeit,
hochmuth und leichtsinn ...
Grillparzer (ein bruderzwist 3) 95, 82;

die form, in welcher die gemeinheit, die gewissenslosigkeit und der profansinn bei ihm auftritt Bog. Goltz ein jugendleben 22 201; er dachte auf keine flucht, sondern fuhr fort, die thorheit der Athenienser und die gewissenlosigkeit des tyrannen heftig zu tadeln Schiller (Solon) 9, 181; herr Ribezal aber dringt ins innre der familien, straft ... die unverträglichkeit der ehegatten ... den aufwand, die unwissenheit, die gewissenslosigkeit der herrschaften gegen das gesinde Hermes Sophiens reise 6 (1778), 229; ich wurde mir über die unwissenheit und gewissenlosigkeit meines artztes klar ... Bismarck ged. u. erinn. (10) 1, 235; anders: aber das ungeheuer war siegreich durch die kühnheit seiner entwürfe, durch die leichtigkeit und gewissenlosigkeit alle hülfsmittel an sich zu reiszen E. M. Arndt, (England u. Frankreich) schr. f. s. l. Deutschen 1, 506;
2) er begriff nicht, wie man die gewissenlosigkeit so weit hatte treiben können, ihnen die kranke und sie sich selber zu überlassen Immermann (epigonen 1, 10) 3, 61 Maync; dasz sie blind wider ihr urtheil und gewissen für denjenigen stimmen, der in dem ersten scrutinium die relative majorität gehabt hat. es heiszt dies bei den wahlmännern von Glatz eine gewissenlosigkeit bei der wahl der abgeordneten voraussetzen, welche ... Bismarck

[Bd. 6, Sp. 6305]


(1851) 1, 284 Kohl; es ist heillos, mit welcher gewissenlosigkeit sogenannte volksliebhaber und republikaner mit dem volke umgehen Jer. Gotthelf (Käthi, die groszmutter 3) 10, 74 Vetter.
 
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gewissenruhig, s. gewissensruhe.
 
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gewissenrührlich, adjektiv zu der oben sp. 6283 aus älteren denkmälern belegten wortverbindung (vgl. auch die form mit dem compositions s. gewissensrührig unter gewissensrührung): ausgeschüttete, herz- ehr- und gewissenrührliche lästerungen Butschky hochd. kanzlei (3, 120) 3, 210.
 
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gewissensanfechtungf., vgl.: richtet er sich in solcher seiner gewissens - anfechtung und gemüts-verwirrung ohnversehens im bett auf und schriehe ... Grimmelshausen wiedererstandener Simpl. 3, 455.
 
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gewissensangelegenheitf., vgl.: die sprache der mandate und edicte kann bei solchen gewissensangelegenheiten unmöglich durchaus bestimmt sein Lichtenberg aphorismen 4, 10 L. vgl. DWB gewissenssache.
 
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gewissensangst, f. in der zusammensetzung früher bezeugt als in der loseren form der wortverbindung, vgl. den buchtitel: gewissensangst eines fürnehmen catholischen politici, welcher bei disem wandelbaren glück fast lutherisch werden will (1631) gegen angst des gewissens sp. 6275; vgl. auch trouble, remords de conscience, dechirement de coeur Rondeau 2, Uu 3 f; ähnlich Schwan 1, 748a; anguish of conscience Hilpert 2, 1, 465c. gleich im 17. jahrhundert ist das compositum viel beobachtet, bei Opitz, Hammer, Rist und Scriver, einen höhepunkt der verwendung erreicht es im gegensatz zu Göthe. dem nur ein beleg entnommen ist, in der sprache Schillers. von der verbreitung, die das fem. dort und anderswo erreicht, sticht die spärlichkeit der belege für das bedeutungsverwandte gewissensfurcht ab: die gewissensfurcht Campe 2, 367a; gewissensfurcht, fear of remorse or conscience Hilpert 211, 465c; eine art natürlicher pietät oder gewissensfurcht hielt mich ab, das unbequeme wesen (Zwiehans schädel) unterwegs auf gute weise wegzuwerfen oder zurück zu lassen Keller (grüner Heinr. 3, 10) 2, 135. dazu vgl. DWB gewissenssorge: die tiefe überzeugung von unserer unvertilgbarkeit durch den tod, welche, wie auch die unausbleiblichen gewissenssorgen bei annäherung desselben bezeugen, jeder im grunde seines herzens trägt Schopenhauer, welt als wille (2, cap. 41) 2, 557.
1) bei gewissensangst unterliegt die bedeutung auch im wechsel der zusammenhänge kaum irgend welchen schwankungen.
a) zu dem oben angegebenen ersten belege stimmen auch die buchungen durchaus, die mit Stieler einsetzen, aber nur lückenhaft weiterführen: gewiszens, sive seelenangst, morsus, vulnus conscientiae, furiae Stieler 380 (unter angst); angor, cruciatus conscientiae Matthiae 2, 181b Kirsch 2, 152a; vgl. auch Kramer 2. 97b die gewissensangst, plur. car., die angst, d. i. hoher grad der unlust, aus vorstellung der unrechtmässigkeit einer handlung oder seines zustandes Adelung 2, 670; ganz ähnlich Campe 2, 367a (höchster grad der unlust, die ein böses gewissen hervorbringt). nur das deutsch - engl. lexicon will die unterscheidung zwischen nachfolgendem und vorhergehendem gewissen (vgl. sp. 6222, 6275 oben) auch auf die zusammensetzung übertragen: gewissens-angst 1) ehe man was thut, ein gewissens-scrupel, scruple, scrupulosity. scrupulousness or doubt of conscience. 2) nachdem man etwas böses gethan; die gewissensnagung, marter, folter oder qual; der wurm des nagenden gewissens, the sting, remorse or cheeck of pour conscience 2, 775.
b) wie wenig diese letzte eintheilung dem sachverhalte entspricht, das zeigen schon die zusammenstellungen mit anderen substantiven; wenn unter diesen wohl auch furcht und absicht auftreten, so gilt doch der in ihnen liegende hinweis auf die zukunft nicht der handlung, an die die gewissensregung anknüpft, sondern deren folgen: wie gehts denn zu, dasz ihr ... eure seele für der gewissensangst, für schrecken und furcht ... mannigmal nicht bewahren könnt Scriver seelenschatz (4, 12, § 76) 2, 426a; furcht, unruh, gewissensangst, verzweiflung wirken nicht viel weniger als die hizigsten fieber Schiller (versuch über den zusammenhang § 15) 1, 161; doch nicht

[Bd. 6, Sp. 6306]


dieses inhalts allein; zärtlichkeit, reue, gewissensangst, unterwerfung, nehmen ihr theil daran Lessing (Hamburg. dramaturgie 1, 27) 93 294; wie das ich in diesen tagen bei dem jetzigen bösen zustand unser zeiten, in eine schwere anfechtunge und gewissens angst bin gefallen gewissensangst eines fürnehmen cathol. politici A 1b; sie waren ohne zweifel eine erfindung der dichter, welche die strafe des bösen und die gewissensangst in lebendigen und persönlichen bildern darstellen wollten Stäudlin gesch. d. lehre v. d. gewissen 7; auszer dem beschriebenen ... ist ihr nun aber noch eine davon ganz verschiedene und besondere pein beigesellt, welche bei jeder bösen handlung fühlbar ... wird und, nach der länge ihrer dauer, gewissensbisz oder gewissensangst heiszt A. Schopenhauer (die welt als wille u. vorstellung 4, 65) 1, 469 Grisebach; jenes gefühl, das die ausübung des unrechts und des bösen begleitet, oder die gewissensangst (4, 62) 1, 433; in jener dunkel gefühlten, aber trostlosen quual, die man gewissensangst nennt welt als wille (1, 4) 1, 432; sterben war ein scherz, lag nur auch der nebenbuhler tot. gewissensangst, das drohende jenseits, alles war erträglich, nur eines nicht: sie in seinen armen zu wissen O. Ludwig (zw. himmel u. erde) 1, 319 Stern; die stimmung einer wie von furien verfolgten und wie der höchsten gewissensangst kam über die in sich haltlose und so tief ehrgeizige seele K. Gutzkow d. zauber von Rom (5, 15) 6, 74; ... einer gequälten, angstvollen seele, bei ihren redlichen absichten und gewissensängsten, (zufriedenheit ... zu geben Herder (abschiedspred. 1769) 31, 135.
c) Adelung, der dem grundwort (angst) den plural zubilligt, will ihn doch für das compositum abstreiten, desgl. Campe. aber schon Grimmelshausen giebt ein beispiel auch für dieses: mir gefiele vielmehr an meinem mann, dasz er vorsichtig handelte, und ... der gewöhnlichen weiblichen leichtsinnigkeit ... beizeiten vorbauete, und sie mit betrohenlichen gewissensängsten umschreckte wieder erst. Simpl. 3, 382; dazu vgl.:

ich klagt' um könige, die vor dem blitze
der geister in gewissensängsten zagen,
statt treu zu stehen an der bildung spitze.
Immermann (Tristani 1 nachgesang) 13, 249 Hempel;

ich habe ihnen gegenüber einstmals aus meinen kleinen gewissensängsten kein geheimnis gemacht H. Sudermann das hohe lied (2, 14) 515.
2) syntaktische verbindungen geht das substantiv am liebsten in der begleitung eines attributiven adjectivs, seltener einer possessivbestimmung, ein. andernfalls scheint es beim substantiv ein bedürfnisz, anlehnung an parallele substantive zu suchen, wie sie eben belegt wurden, vgl. zur function des subjektes Lessing 93 294; Schiller 1, 161; Schopenhauer 1, 469; O. Ludwig 1, 310; dagegen vgl. nur:

gewissensangst war ihnen strahlenlicht,
erstickt war nie die röthe holder scham.
Seume ged. (elegie geschr. auf einem dorfkirchhofe)2 7;

zum objectsacc. vgl. Stäudlin 7; Schopenhauer 1, 433 gegen einige buchungen, die ihre im lebendigen sprachgebrauch nicht fehlende begleitung abgestreift haben: gewissensangst haben, in delicto morderi conscientia Aler 1, 491a; gewissensangst ausstehen, to suffer the pongs of conscience Hilpert 2, 1, 465c; ähnliches gilt für genetivund präpositionalverbindungen vgl. (s. 1, b) Gutzkow 6, 7

gegen: was heiszt die zukunft, die uns gräber deken?
die ewigkeit, mit der du eitel prangst?
ehrwürdig nur, weil schlaue hüllen sie versteken,
der riesenschatten unsrer eignen schreken
im holen spiegel der gewissensangst.
Schiller (freigeisterei u. resignation) 4, 29;

vgl. Scriver 2, 426a; Herder 31, 135 und die obigen belege (1, c) aus Immermann und Sudermann gegen:

die ziegen-insel auch, da jener keiser sasz,
und sein betrübtes brod mit furcht und zittern asz,
blosz ausz gewissens angst, zum spiegel der tyrannen,
die erstlich gute leut', hernach sich selbst verbannen.
Opitz (Vesuvius) weltl. poem. 1 (1646), 27;

endlich aber wachete das bellende hündlein an der lincken brust auff, dasz er nicht wust vor gewissens angst was er thun solte Matth. Hammer histor. rosengarten (cap. 38) (1654) 435.

[Bd. 6, Sp. 6307]



a) die attribute sind weniger quantitativer, als qualitativer art:
α) und darum aus lauterer gewissens-angst sein leben abgekürzet Abr. a. S. Clara huy u. pfuy der welt (der hahn 1707) 156; als er eben im begriffe war, von unaufhörlicher gewissensangst getrieben, den meineid ... wieder gut zu machen Moritz, Anton Reiser (3) 307;
β) dasz alle diese ... weltliche ubungen ... dennoch in der erschrecklichen gewissens-angst, sonderlich aber in der letzten stunde des todes .., einem menschen nicht das allergeringste nützen Rist himml. lieder (dedicat. zur 3. zehn) (1643) A. 3a (nicht in der ausgabe von 1652); vgl.(s. o.) (betrohenliche gew.) Grimmelshausen wieder erstand. Simpl. 3, 382; die bängste gewissensangst bemächtigte sich meiner A. G. Meiszner (mordbrenner ...) bei Fürst dtsch. erz. 69;

man raunt sich grauenvolles
in die ohren, unnatürlich ungeheure
verbrechen wecken unnatürliche
gewissensangst, und die beladene seele beichtet
dem tauben kissen ihre schuld.
Schiller (Macbeth 5, 1) 13, 135;

Gellerts ... den ich ... mit solchen wunderlichen fragen nicht belästigen wollte, um so weniger, als ich mich derselben in heiteren stunden selbst schämte und zuletzt diese seltsame gewissensangst mit kirche und altar völlig hinter mir liesz Göthe (dicht. u. wahrh. 2, 7) 25, 126; wie heimliche gewissensangst war es, wie ein verlangen nach sühne, wie ein niemals schweigender vorwurf H. Sudermann das hohe lied (2, 19) 587; erschauernd in grundloser gewissensangst (1, 16) 192.
b) zu den possessivbestimmungen vgl. gewissens angst eines fürnehmen catholischen politici, welcher bei diesem wandelbaren glück fast lutherisch werden wil. entdecket einem fürnehmen catholischen geistlichen zu Stade (Halberstadt 1631); die gewissensangst eines verbrechers, welche durch die Furien versinnlicht wird Schiller (zerstreute betracht. ü. versch. ästhet. gegenstände) 10, 185; vgl. dazu (sp. 6306) gewissensangst eines politici; die eilfertigkeit meiner flucht hatte meine gewissensangst zerstreut, aber sie kam schrecklicher zurück, wie meine kräfte mehr und mehr ermatteten Schiller (verbrecher aus verlorener ehre) 4, 73.
c) zu anderen bestimmungen vgl.: gewissensangst über das begangene ist nichts weniger als reue, sondern ... erkenntnisz seiner selbst Schopenhauer welt als wille 1, 350.

 

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