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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewinnträgig bis gewinnvoll (Bd. 6, Sp. 6097 bis 6102)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewinnträgig, gewinntragend, adjectivbildungen zu der wortverbindung gewinn tragen, s. sp. 5910: lucrativus, gewinnträgig Dasypodius S 8c; lucrativus, gewinntragend König 674b.
 
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gewinnüberschusz, m., neuere bildung, die eine in der geschäftsform des begriffes gewinn liegende bedeutung (s. sp. 5905) stärker zum ausdruck bringt: dasz wir es gar nicht für nothwendig halten, dasz die städtische gasanstalt mit einem gewinn-überschusz arbeitet. Vossische zeitung v. 19. 5. 1864 s. 7b.
 
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gewinnung, f. , verbalsubstantiv zu gewinnen (s. d.), bringt die function eines nomen actionis, die an gewinn verdunkelt wird (vgl. sp. 5893f. 5897f.), eigens zum ausdruck. die neue bildung ist früh beobachtet und verhältnismäszig häufig ohne präfix belegt, vgl. gewinnunge, winnunge mittelhochd. wb. 3, 712b; gewinnunge Lexer 1, 992; winnunge 3, 911. die formen ohne präfix, die der bedeutung nach keinerlei unterschied gegen die zusammengesetzte form aufweisen, werdenwenigstens in den älteren mitteldeutschen zeugnissenzur begriffsbestimmung mit herangezogen, weil sie vielfach die bedeutungsentwicklung wirksamer beleuchten. (zu den niederdeutschen belegen vgl. Schiller-Lübben 5, 732b.)
1) wenn die belege weit in die mittelhochdeutsche periode zurückgreifen, so entstammen sie doch weder der lyrik, noch der epik (einzige späte ausnahme im Lohengrin). soweit sie überhaupt der kunstform erwachsen, gehören sie der lehrhaften dichtung an: Heinrich v. Melk, Thomasin; andere zeugnisse sind der prosa der urkunden und des geistlichen stils entnommen. hieraus erklärt sich auch eine einseitigkeit des gebrauches, die gegenüber dem neueren stil auffällt: an gewinnung wurde früher fast ausschlieszlich der begriff des erwerbs zur geltung gebracht. in diesem engen rahmen erscheint der ältere gebrauch aber wieder beweglicher: gewinnung führt dort vom nomen actionis bis zum collectivbegriff und zur sachbedeutung, während das neuere gewinnung sich auf das nomen actionis beschränkt, mit dessen hervorhebung es sich gegen gewinn abgrenzt.
a) das nomen actionis im älteren stil.
α) die bedeutung erkämpfen, siegen ist, wie angedeutet, nur selten belegt, in einem mitteldeutschen zeugnis für winnunge und in einem jüngeren oberfränkischen für gewinnung:

[Bd. 6, Sp. 6098]


noch glichewol si den strit vorlorin
den si god zwer geheiʒin hatte,
er hochfard wart also groʒ irkorin
daʒ eʒ en an der winnunge schatte.
do flehetin si gote in groʒir demud
und begundin sich besinnen ...
god der lieʒ si do gewinnen. ritterspiegel 1112 Bartsch;

von der gewinnung dieser statt Bergzabern seint die hernach geschrieben verss zu latein gemacht. Matthias v. Kemnat chronik Friedrichs I. 28.
β) der geschäftsbegriff des erwerbs:

ze bœser gewinnunge
ist sîn herce unt sîn zunge
[balt] in wunderlîcher wîse.
Heinr. v. Melk erinnerung 217 Heinzel;

du wirst ouch geborn âne wæte:
durch waʒ bistû so stæte
an bœser gewinnunge? 493;

Râtiô diu kraft kan
bescheiden daʒ übel vomme guot.
die verliust swer sînen muot
an gewinnunge wenden wil.
Thomasin wälscher gast 8845 Rückert;

dazu vgl. 8835 (swer sînen muot wil verlân nâch gewinnunge ze hart [var.: gwinne, gewinne]); koubet aber ein phaffe oder ein ritter uf gewinnunge ettewaʒ, deʒ er welle furt genieʒʒen: davon sal er zol geben. Erfurter weisthum v. 1289 (1, 43) bei Kirchhoff s. 24; ouch ensall niemand dehein silbir ... kouffe dorch vorwechszils willen uff winnunge. Mühlhauser ordnung v. 1393 bei Lambert s. 156; und sint alle lûte. iwer scolære daʒ si got ulegent umbe iwer heil. die genade scult ir niht uerliesen mit unrehten gewinnunge. o quam bene negotiatur qui sibi celestia mercatur. speculum ecclesiae 170 Kelle;

der phaffe der dâ ist wol gelêrt
mit ungelêrten leien gert
bœser dinge unde sunde
und gewinnunge zaller stunde (var. gewinnes).
Thomasin wälscher gast 9310;

und er aischet von der gewinnunge und von der werckung und von dem gelück aller ding. Eggesteyn weisheit Salom. 13, 19 (de acquirendo et de operando, umb seinen gewin, gewerbe und hantirung ... bittet er. Luther);

swem gewinnunge lieb ist,
der mac vertragen zaller vrist
verlust wirser danne ein man
der guot samnen niht enkam.
Thomasin wälscher gast 3991.


γ) der übertragung und verallgemeinerung streben zu: herr, du erfullest aber mit dir, di niht anders wenn dich begern ... di alle dink achten als ein unflat, auf das du allein ir winnung seist (var.: ir erwinnung, gebinnung ... ut lucrifaciant te solum). Johann v. Neumarkt übers. d. soliloquien 72 Sattler; die do seind ... Israhelisch: der gewinnung ist der son gotz. Mentel Röm. 9, 4 (quorum adoptio est, welchen gehört die kindschafft); ebenso cod. Tepl. u. a.; in dem er auch euch hat gerufen durch unser ewangelium in di gewunnung der wunniclich unseres herren Jhesu. cod. Tepl. 2 Thessalon. 2, 14 (ebenso [gewinnung] Mentel, Quentel u. a.; zum herrlichen eigenthum Luther);

grosze wennunge uch des wirt
hondertfalt uch das widder wirt.
freide und ewigk leben
wel uch min vatter widder geben. Alsfelder passionssp. 1247 Grein.

(zu der form wennunge vgl. oben sp. 5980.)
b) den übergang zum collectivbegriff und zur sachbedeutung kennzeichnen nur belege, die der bedeutung erwerben erwachsen: iz ne suln durch recht ne heine erbin geldin der toden dube, noch iren roub, noch spilis gewinnunge. Görlitzer landrecht 46, 9b Homeyer (landr. 2, 217); ob auch die auʒʒern die weil gewinnung in der stat hieten, da von sullen si gen der stat tun, daʒ ander geste tund. urkunde Ludwigs des Bayern (1335) Weech (oberbayr. archiv 23) 172; vgl. auch Gemeiner Regensburger chron. 2, 6. 13;

manige gewinnunge
die ich âne barmunge
nam von witwen unt von wäisen,
die lâʒʒent mih nicht ûʒ den fräisen.
Heinr. v. Melk erinnerung 771 Heinzel;

vgl.: ein mensche insal dikeine winnunge nemen an koufene noch an verkoufene, weder rechte winnunge noch unrechte. Herm. v. Fritzlar mystiker 1, 192; vgl. ritterspiegel

[Bd. 6, Sp. 6099]


2195 Bartsch (pferde mag her wole koufin ... und eine winnung daruʒ sloufin); Mühlhauser ordnung v. 1380 (daʒ er dorinne kein winnunge suche) Lambert s. 156; Breslauer ordnung v. 1360 (dovon her in winnunge gebe) Korn 1, 198;

vil manegem was zem roube gâch ...
die volgten den die niht zen schiffen mohten,
den man brach rîch gewinnung abe (handschr. gwinnung). Lohengrin 5904 Rückert;

daʒ die selbin vormunde vor ire erweit alle iare di czwelfte marg an iargulde, an schult und an winnunge, die von der kindir gelde geuallin ... mag, sullin ... nemen. Breslauer vormundschaftsordnung v. 1373 Korn 1, 234; dazu vgl. als zeugnis für den pluralgebrauch: inde lachte eiklichen minschen up nae sinre haven, narungen, gereiden ind verdeinten loin ind winnungen. Koelhoffsche chron. (Köln), s. d. städtechron. 14, 774; o man, ir wiʒʒt, daʒ uns ist ein michel gewinnung von disem hantwerk. cod. Tepl. apostelgeschichte 19, 25; ebenso Mentel, Eggesteyn und fast alle Vorlutherischen übersetzer (dat uns is gewinninge Quentel, winninghe Arndes; gewin Pflanzmann; dar wir grossen zugang von diesem handel haben Luther, εὐπορία).
2) die buchungen, die schon in den vocabularien einsetzen, bringen das nomen actionis zur geltung, lassen aber auch die weiterentwicklung zur sachbedeutung belegen: lucratio, winnunge vocab. lat.-germ. 15. jahrh. Diefenbach 338a; gewinnung vendicatio oder pietung, verkauffung, unrechtnemung. vocab. theut. (1482) m 6a; dazu vgl. aber auch lucrum, winnunge neben gewin Diefenbach 338a; lucrifacere, winninge doen. Kölner gemma gemmarum 1507 Diefenbach a. a. o.; lucratus, gewinnunge. Augsburger gemma v. 1512 Diefenbach a. a. o. auffällig ist die grosze lücke in der überlieferung, die die buchungen vom 16. bis an das ende des 17. jahrh. aufweisen. erst bei Stieler wird die form wieder erwähnt, wobei auch die sachbedeutung offen gelassen wird: gewinnung ... gewinnen, it. der gewin et gewinst, lucrum, quaestus, proventus, reditus, it. victoria. 2544; die sachbedeutung wird sogar vorangestellt bei Frisch nouv. dict. des passagers (1772), der zu der gleichung mit lueratus zurückkehrt: gewinnung, das erworbene, aquêt, bien, qu'on ne tient par succession ... aquisition. 2, 280.
sonst arbeiten die neueren buchungen gerade das nomen actionis schärfer heraus, schon weil sie das substantiv meist in verbindung mit einem objectiven genetiv vorführen: gewinnung, lucratio. Aler 1, 937b; gewinnung für gewinn, im salzwesen. Frisch 2, 451a; gewinnung, so viel als erlangung, gewinn. Hederich 1, 1425; gewinnung ... das gewinnen, l'acquisition, acquêt, it. la conquête. Schwan (1783) 1, 746b; die gewinnung eines prozesses. ebenda; die gewinnung, das fördern der erze, l'extraction des mines. ebenda; ebenso Adelung u. a.; die gewinnung des heues, der feldfrüchte. Adelung, Campe; die gewinnung des unterhaltes. Campe.
3) denn der neuere gebrauch begünstigt einseitig die verbindung des substantivs mit dem objectiven genetiv und hält hierdurch auch die verbalkraft des substantivs lebendig. entwicklungsformen der sachbedeutung sind entweder veraltet oder in engeren stilformen isoliert.
a) reste der sachbedeutung und des collectivbegriffes: und die gewinung, so uber dem abzug des, so darauf gangen ist, daran (an dem verlage der Schedelschen chronik) erstanden were, getailt hetten. urk. v. 1492 bei Kapp gesch. d. d. buchhandels (1) 766; die dreiszig johr, so ich zu haus gesessen bin, in dieser statt nit um funfhundert gulden arbeit ... van demselben nit ein fünftheil gewinnung ist, gemacht, sunder alle ... um fürschten, herrn und ander fremde personen verdient ... dasz ich allein dieselben mein gewinnung van den fremden in dieser stadt verzehr. A. Dürer (brief an den rath der stadt) nachlasz s. 63; so wollen die alten weiber nit mer mess ... bestellen und ist unser gewinnung schmal worden. klag und antwort von ... pfaffen über d. reformat. bei Schade 3, 156; hier auf werden die gewinnungen aus getheilet. J. C. Wagenseil 554; gewinnung, das gewinnen, die gewinnungsarbeit, die quantität des auf einem bergwerke gewonnenen minerals. Veith 243.
b) für das nomen actionis gehört der absolute gebrauch eigentlich nur dem älteren stile an: und er im für nam

[Bd. 6, Sp. 6100]


die statt Antium z gewinnen ... berfft er das kriegszvolck ... erzelet jn ... was nutz in auch ausz solcher gewinnung erstund. Frontinus deutsch (1532) 19b; das ... ist mein hab, die ich ererbert (erarbeitet) hab härtiglich mit meiner hand. wann nie hab ich fall gehabt zu groszer gewinnung. Dürer nachlasz 14; im engeren rahmen einer berufssprache, so der des bergwerks, liebt auch der neuere stil scheinbar absoluten gebrauch, doch ist hier das object jeweils unschwer zu ergänzen: der geringere oder grössere widerstand, den die gesteine der gewinnung entgegensetzen. Lueger lex. d. ges. technik 4, 651; die arbeiten waren daselbst in schwunghaftem betriebe, die gewinnung aber im verhältniss zu der aus- und vorrichtung zu stark, um eine gleich hohe förderung nachhaltig liefern zu können. zeitschr. f. das berg-, hütten- u. salinenwesen 8 A s. 98; förderung und gewinnung sind nur dann gleichbedeutend, wenn das mineral, so wie es zu tage kommt, verkäuflich ist, wie z. b. steinkohle. sonst versteht man unter gewinnung stets die fertigstellung für den absatz. R. v. Carnall die bergwerke in Preuszen und deren besteuerung s. 97; die gewinnung für sich allein ... kann aber auch den fraglichen maaszstab für den betriebsumfang nicht abgeben. ebenda; das gesetzlich zukommende neuntel von dem werthe der gewinnung. ebenda.
im allgemeinen überwiegen auch hier verbindungen mit objectivem genetiv, die den neueren gebrauch des substantivs ja hauptsächlich tragen; sie stehen so ziemlich allen bedeutungsrichtungen offen, die oben für gewinnen erschlossen wurden.
α) persönliche objecte im genetiv: so sollen alle procuratores ... wider rechtliche gewinnung der räthen ... sich enthalten. acta publica (1668) Londorp 1, 218; z gewinnung der orientischen unnd griechischen kirchen. Wurstisen Basler chron. (1580) 315; die freie anwerbung ist der natürliche weg zur gewinnung einer flottenbemannung. Oppenheims deutsche jahrb. 12 (1864), 11; das verschuldete zum teil die knappheit der mittel, welche die gewinnung eines ausreichend starken und gehörig vorgebildeten lehrerstandes hinderte. H. Prutz preusz. gesch. 3, 224; dieser aber bildet sich sogleich seinen feldzugsplan, der dahin gehen soll, zur gewinnung der frau sich zuerst des mannes zu versichern. Th. Mundt Paris u. Louis Napoleon 1, 155; wenn sie als zielpunkt zunächst den verschlusz des Schwarzen Meeres und die gewinnung des sultans für diesen zweck durch liebe, durch geld, durch gewalt in aussicht nimmt. Bismarck ged. u. erinn. 2, 270.
β) beim sächlichen object steht der begriff des erwerbs im vordergrunde; die beziehung auf kampf und streit ist jetzt ganz veraltet: deshalb die gantze gewinnung der bataille darauf ankommt, dasz man nicht sonder ordre stille stehet. reglement vor die kgl. preusz. infanterie 356. der begriff des erwerbs andererseits streift die engere bindung an die rechts- und geschäftsformen ab und bevorzugt einen weiteren rahmen.
1)) ob sie auch kinftiglich ichtz ... ererben ... mit gewinung auch dero oder anderer erbschafft. C. Sender, s. d. städtechron. 23, 230; die landrente, ein reiner ertrag, der nach völliger wiedererstattung der auf seine gewinnung verwandten kosten, übrig bleibt. Garve übers. d. Adam Smith (4, 9 in order to obtain them) 3, 408; münzen, die künstlich gefaszt waren, und zu deren gewinnung der schuster mehr gleiche münzen ausgeben muszte, als der preis enthielt. Stifter bunte steine5 185 Aprent.
2)) auf das die brüder icht der sel schäden liten, so si durch gewinnung willen des öles ausz dem closter giengen. Gregors dialoge (Augsburg 1473) 1 cap. 15; gewinnung des saftes, extraction of the syrup. Karmarsch technol. wb. 13, 247; dasz die frauen wenigstens ein mal im jahr den wein tüchtig versuchen können, an dessen gewinnung sie so mühevollen antheil haben. H. Hansjakob schneeballen vom Bodensee 66; vgl. gewinnung von heu u. a., s. o.; unstreitig werden die zur gewinnung, zur benutzung und zur veredelung der gaben der natur nöthigen geschäfte am besten getrieben werden. H. H. Cludius v. d. ... ndd. freien bauern (1805) 2; die masse des unentbehrlichsten lebensbedürfnisses, das dem zu dessen gewinnung oder erzeugung gewidmeten theile des naturfonds abgewonnen wurde. Lotz revision d. grundbegr. d.

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nationalwirthschaftslehre 3, 294; ähnlich 1, 307; jedes produkt durchläuft seinen ganzen werdegang von der gewinnung des rohstoffes bis zur genuszreife in der gleichen wirtschaft und geht ohne zwischenhand in den konsum über. K. Bücher entstehung der volkswirtschaft5 92; tiere ... zum zwecke regelmässiger gewinnung von fleischnahrung zu züchten. s. 51; gewisz nimmt alles wirtschaften seinen ausgang von der nahrungsgewinnung. s. 42; die vorarbeiten (zu dem baue) auf dem platze hatten gleich nach dem ankaufe angefangen, und über die gewinnung und beischaffung der stoffe war schon damals verfügt worden. Stifter (der waldgänger 2) erz. 2, 93 Aprent.
3)) gewinnung der erze, alle arbeit, wodurch man die steine, erze und mineralien ... in den gruben ausschläget, und an den tag fördert. Jacobsson technol. wb. 2, 85a; vgl. auch Karmarsch 13, 247; Veith u. a.; vgl. silbergewinnung unten theil 10, 1, 1005 u. a.; die streben, welche man zu der gewinnung der schiefern gebrauchet. F. L. Cancrinus beschr. der bergwerke in Hessen 69; die zu gewinnung des metalls erforderlichen gröszern kosten. Garve übers. d. Adam Smith (1, 11 the increase of the expence) 1, 397; in der alaunhütte erkundigten wir uns genau nach der gewinnung und reinigung dieses so nöthigen materials. Göthe (dicht. u. wahrh. 2, 10) 25, 324; das recht zur gewinnung verschiedener mineralien innerhalb derselben feldesgrenzen. allgem. berggesetz f. d. preusz. staaten (gesetzsamml. f. 1865) 717; zur gewinnung der für die kochsalzbereitung erforderlichen soole. zeitschr. f. berg-, hütten- u. salinenwesen 4, 239; das französische gesetz ... unterwarf alle unterirdisch betriebenen steingewinnungen der bergpolizei. A. Huyssen comm. z. preusz. allgem. berggesetz2 120; dagegen wird unter den naturvölkern überall die gewinnung und verarbeitung des eisens ... geübt. K. Bücher entstehung der volkswirtschaft5 54; wogegen bei der gewinnung des stempels vermittelst des treibfäustels der arbeiter während des schlagens eine kräftige bewegung ... macht. Herold, s. zeitschr. f. berg-, hütten- u. salinenwesen 3, 60; da jede gewinnung eines stempels, ganz gleich ob sie durch herausschlagen, zerhauen oder sprengen desselben stattfindet, auf mächtigen flötzen von gefahren begleitet ist, so verwenden die häuer darauf die grösste aufmerksamkeit. V. Meitzen ebenda 5, 123; vgl. DWB stempel gewinnen sp. 5964.
γ) zu den verbindungen mit abstractem object führen schon übertragungen, wie: die ordnung der inneren verhältnisse Italiens und die gewinnung und sicherung eines neuen und frischen bodens für die italische civilisation. Mommsen röm. gesch. 35, 307; das haus der abgeordneten versagt der regierung die mittel zur herstellung einer den gegenwärtigen verhältnissen und bedürfnissen entsprechenden kriegsflotte; es versagt ihr den von ihm verlangten beistand zur gewinnung der früchte der mit so vielem, theueren blute errungenen siege des verflossenen jahres. Bismarck (im preusz. landtag 1865) 2, 415.
1)) brechen auf einmahl die ... nie erwarteten begebenheiten aus: als erlangung königlicher würde ... zuwachs der provintzien, gewinnung der freundschafft fremder potentaten ... Besser neue vorrede zu ... Kolbe v. Wartenberg 152; und uns so auch die gewinnung der sympathien der durch ihre landesgeschichte uns entfremdeten katholischen unterthanen erschwert. Bismarck (im reichstag 1873) 6, 32; und das resultat dann nochmals zur gewinnung der übereinstimmung mit den von der kammer etwa für nöthig erachteten abänderungen an die erste kammer zurückgehen müssen. (in der 2. kammer 1851) 1, 314.
2)) darum folgten ... auf die lehrjahre die wanderjahre. sie waren sonst zur gewinnung des meisterrechts nötig. F. L. Jahn werke 2, 1, 403; die fünf jahre abwesenheit in Amerika, verbunden mit der gewinnung des amerikanischen bürgerrechts. Bismarck (im nordd. bund 1868) 4, 11; kämpfen wir ... für unsere unabhängigkeit und für die gewinnung eines besseren zustandes. E. M. Arndt schriften f. m. l. Deutschen 4, 252.
3)) so wil zu gewinnung der zeit mit einer andern weitläufftigen histori der anwesenden compagnie nicht weiters beschwerlich sein. Grimmelshausen wieder erstandener Simpliciss. 3, 159; gleiche ordnung wird auch zur gewinnung der zeit, hinfüro gehalten werden. Sandrub

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histor. u. poetische kurzweil 51; entzwischen liesse ich zu gewinnung der zeit den verlangten legitimationsbrieff zu stndten richten. Abele künstliche unordnung 1, 231; ebenso 244; zur gewinnung von raum und zeit bin ich so frei, ohne weiteren eingang hierüber folgendes zu bemerken. Grillparzer (an Julie Löwe) briefe 89; dem versuche schliesst sich ein zweiter an; die gewinnung der kürze durch neue wörter. F. L. Jahn (bereicherung des hochd. sprachschatzes) 1, 42.
4)) der handfertigkeitsunterricht als ein 'turnen am werkzeuge' ist danach ein unerläszliches mittel zur geistesgymnastik und die gewinnung von arbeitsfreudigkeit eine der wichtigsten grundlagen jeder erziehung. schönheit u. gymnastik (1907) s. 8.
 
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gewinnungsarbeit, f., vgl. gewinnung 3) b) β) 3)): die gewinnungsarbeiten werden von einer besondern arbeiterklasse, den hauern oder häuern, ausgeführt ... hiernach heissen sie auch häuerarbeiten. Lueger lex. der ges. technik 4, 650; gewinnungsarbeit, auch gewinnerarbeit Veith 243 u. a.; in den bisherigen bereichen der revidirten bergordnungen gehörte ... das erz der halden den knappschaftskassen; wo daher für deren rechnung die gewinnungsarbeit eröffnet ist ... bleibt ihnen ihr recht; neue gewinnungen sind aber die knappschaftsvorstände ... zu eröffnen nicht befugt. A. Huyssen comm. z. preusz. allgem. bergges.2 (1867) 40; höchst sinnreich ... ist die hier angewendete abbaumethode. ... es ist nämlich dabei für eine bequeme fahrnisz, zweckmäszige und wohlfeile förderung, guten wetterwechsel, wasserabflusz und unterstützung der gewinnungsarbeit durch zweckmäszigen einbruch gesorgt. G. Faller Schemnitzer berg- u. hüttenmännisches jahrb. 14, 103.
 
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gewinnungsgebiet, f.: oder ist es mit den Oderbruchkrebsen wie mit den Werderschen kirschen, deren gewinnungsgebiet sich nächstens über die ganze provinz Brandenburg erstrecken wird? Fontane (frau Jenny Treibel 7).
 
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gewinnungskosten, pluraletantum: denjenigen aufwand hingegen, welchen die aufsuchung und wegnehmung eines naturproduktes erfordert, kann man durch den ausdruck gewinnungskosten bezeichnen. Lotz revis. der nationalwirthschaftslehre 1, 58; und den natürlichen gewinnungskostenbetrag der fische auf diese weise durch einen künstlichen zusatz noch erhöhet hat. 3, 259; die mitgewonnenen, dem anderen theile zustehenden mineralien müssen jedoch dem letzteren auf sein verlangen gegen erstattung der gewinnungs- und förderungskosten herausgegeben werden. allgem. berggesetz f. d. preusz. staaten § 56 (preusz. gesetzsamml. 1865) s. 718.
 
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gewinnungsort, m.: vgl. gewinnungsgebiet: anlagen zur bereitung von steinkohlentheer und koaks, sofern sie auszerhalb der gewinnungsorte des materials errichtet werden. preusz. gewerbeordn. v. 1845 (gesetzs.) s. 46.
 
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gewinnverleiher, m.: wo Rom oder Athen gewisz nicht verfehlt haben würden, Merkur dem gewinnverleiher tempel und altäre zu errichten. Matthisson erinnerungen 3, 23.
 
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gewinnverlust, m., s. gewinnstverlust: er verliert dabei immer in der regel weiter nichts, als die entbehrung eines erwarteten, ihm von der vorsehung beschiedenen, gewinnes, dessen verlust zwar, wie jeder gewinnverlust, immer auch etwas störend auf den gang seiner betriebsamkeit einwirken wird ... Lotz handb. der staatswirthschaftslehre 3, 200.
 
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gewinnvertheilung, f., vgl. gewinnantheil, gewinntheil: ist die gesellschaft von längerer dauer, so hat der rechnungsabschluss und die gewinnvertheilung im zweifel am schlusse jedes geschäftsjahrs zu erfolgen. dtsch. bürgerl. gesetzbuch § 721 im reichsgesetzblatt (1896) 317.
 
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gewinnvoll, adj., vgl. gewinnreich u. a. im gegensatze zu gewinnlos: der ankauf und das urbarmachen wüster ländereien ist daselbst die gewinnvollste anwendung des gröszten sowohl als des kleinsten kapitals (the most profitable employment). Garve übers. d. Adam Smith (3, 4) 22, 252; gewinnvoll ... vielen gewinn gewährend, vortheilhaft, zuträglich. Campe 2, 365a; erst jetzt entdeckt Meil's wittwe eine arbeit des königs (Friedr. Wilhelm III.) aus dem jahre 1793. schnell kauft ein hiesiger kunsthändler

[Bd. 6, Sp. 6103]


die platte und lässt einige abdrücke abziehen ... und ungewiss ob seine majestät es gestatten ... beeilt sich der besitzer der gewinnvollen platte ... die curiosität zu verbreiten. A. Nicolovius an Göthe, s. Göthe briefe 42, 364; soll aber eine neue (arbeit) unternommen werden, dann gilt es, die geleise erst zu suchen, in denen sie laufen kann, und aus diesen wieder das kürzeste, das sicherste und gewinnvollste auszuwählen. Otto Ludwig (zwischen himmel u. erde) 1, 345 Stern.

 

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