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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewinnrechnung bis gewinnspiel (Bd. 6, Sp. 6081 bis 6083)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewinnrechnung, f., zur kaufmännischen formel gewinn und verlust gehörig: conto de gain et de perte, gewinn- und verlust-rechnung, ist eine von den hülffs- oder neben-rechnungen, welche in dem italienischen buchhalten ... nothwendig befunden wird. Chomel 2, 1307.

[Bd. 6, Sp. 6082]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewinnreich, adj. , jüngere concurrenzform zu gewinnig, gewinnlich u. a. mit der beschränkung auf die bedeutung gewinnbringend (nur die gleichung: quaestuosus, gewinnreich, gewerbhafftig Cellarius 171 könnte fraglich erscheinen; vgl. auch gewunnen reich Henisch, s. o. sp. 6078). der neuere gebrauch zielt auf übertragung:
1) der begriff des geldgewinns ist vorwiegend aus wörterbüchern belegt:
a) lucrosus ... plenum lucri, gewinnreich, gewinnlich, ... profitlich. Andr. Reyher theatr. rom.-teut. 2 (1668), 4176; gewinnreich sive nutzreich, lucrosus. Stieler 1582; dazu: gewinnreich, quaestuosus. Aler, Kirsch, Matthiae, Steinbach; (quaestuosus s. gewinnbringend) Hederich; gewinnreicher handel. Schottel 412a; gewinnreich, reichen oder groszen handel bringend. Rumpf wb. z. reinig. d. sprach- u. schreibart 138; ebenso Campe 2, 365a.
b) was aber von plattnern, waffenschmiden, messerschmiden, huffschmiden, schlossern, sein werden, werden ein gut jahr haben, und gewinnreich. Paracelsus (prognosticon auff das 37. jahr) 2, 649; diese heirath war glänzend und gewinnreich für sie. Schiller (Elfride) 15, 1, 325; auch nahm die fernere entwicklung dieses wichtigen departements (post) die bewährten anfänge wieder auf, die seit dem groszen kurfürsten zu einer gemeinnützigen und dabei doch für den staat gewinnreichen handhabung des postregals gemacht worden waren. H. Prutz preusz. gesch. 3, 211; dieser theil des geschäftes ... galt zur zeit für die gewinnreichste thätigkeit der handlung. G. Freytag (soll u. haben 1, 5) 4, 59; sein geliebtes besitzthum begrüszte er stets mit der gleichen freude. ... getauscht hätte er, wenn auch noch so gewinnreich, mit keinem. M. v. Ebner-Eschenbach dorf- u. schloszgesch. (der kreisphysicus) 2 64.
2) zum übertragenen gebrauche vgl.: auch die gegenwart Wilhelm August Schlegels war für mich gewinnreich. Göthe (tag- u. jahreshefte 1799) 31, 86 (urspr. brachte mir viel gewinn); wir rechnen die schrift des verfs. .., wie sehr sie auch von den gegnern als parteischrift der äuszersten rechten verschrieen werden mag, doch zu den gewinnreichen schriften der richtigen mitte. Lücke in den Götting. gelehrt. anz. 1841 s. 227 (24. stück); ja mit den jahren sogar theilhaftig geworden aller feinheiten eines in solchem grade gewinnreichen umgangs. K. Gutzkow der zauberer von Rom 2, 160.
 
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gewinnsam, adj., nur in wörterbüchern, dort aber mit ungewöhnlicher regelmäszigkeit für den begriff lucrosus überliefert: lucrosus ... fast nutzlich und gwünsam. Cholinus-Frisius 524a; genau so Frisius 783a; ebenso Dasypodius S 8c (zugesetzt: das vil gewinns hat); desgleichen Serranus o 3b; gewinnsam, das vil gewinns bringt, lucrosus. Dasypodius Tt 1c; ähnlich Maaler 201d; voc. v. 1618, s. Schmeller 22, 931; Henisch 1599; Schönsleder V 5b; Hulsius (1596) G 2a (chose de grand profit); Dentzler 413a (das viel eintregt); ghewinsam, utilis, fructuosus, compendiosus. Kilian 147a; Rädlein 1, 383b (profittevole, profitable); Rondeau 2, Uu 3d (profitable, lucratif); gewinnsames, nützliches oder profitables gewerbe ... lucrative trade. teutsch engl. lex. 2 (1716), 774.
aus diesem engeren rahmen greift nur eine buchung heraus, die auf einen persönlichen träger des begriffes zielt: gewinsam ... quaestuarius ... der gewinns halben thut. Schönsleder V 5b.
 
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gewinnsdrucker, m., vereinzelte bildung: wie wenig gott eins gewinszpredigers verschont, also wenig wirt er der gewinszdrucker verschonen. Eberlin v. Günzburg schriften 3, 161 Enders.
 
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gewinnseinbusze, f., von Campe (verdeutschungswb. 448b) für lucrum cessans vorgeschlagen; vgl. auch DWB gewinnsmangel.
 
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gewinnsgott, m., vgl. gewinnsdrucker: lucrii dii, gewinns-götter. Dentzler 413a.
 
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gewinnshaftig, s. gewinnhaftig.
 
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gewinnsjagd, f., neuere bildung, vgl. gewinnfieber sp. 6077: aber in diesen zeitläuften und bei einem leben, wie ich es führen muszte, immer auf der niedrigsten gewinnsjagd umhergetrieben und fruchtlos abgehetzt. Gottfried Keller (Martin Salander 15) 8, 253.
 
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gewinnsmangel, m.: da nun aber bei einem bloszen lucrum cessans ... der verlust blosz ein verlust am gewinste

[Bd. 6, Sp. 6083]


ist: so ist es ein gewinst-verlust. ... sollte man gewinstverlust darum verwerfen wollen, weil die zusammengesetzten theile einander aufzuheben scheinen ... so könnte man auch gewinnsmangel dafür vorschlagen. Campe verdeutschungswb. 448ab. vgl. auch gewinnseinbusze.
 
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gewinnspähe, f., von Campe verdeutschungswb. s. 564 für speculation vorgeschlagen.
 
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gewinnspiel, n. die zusammenstellung der nahe verwandten begriffe ist spät und selten belegt: haupt- sive kern-trefflich, herrlich, seu gewinnspiel, folia electa, victoria, charta egregia, lusus validus. Stieler 2087 unter spiel; Hardion hat in seiner abhandlung über die gewinnspiele der alten weder die lage dieses knochens, noch die thiere, von welchen er genommen wurde, angegeben. Winckelmann (v. d. neuesten Hercul. entdeckungen) 2, 214.

 

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