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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewinden bis gewinger (Bd. 6, Sp. 5860 bis 5861)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewinden II , verstärktes winden (torquere, rotari) s. d., ist nur in der älteren sprache belegt (vgl. Graff 1, 747; mhd. wb. 3, 679; Lexer 1, 991). die intransitive actionsart, die im angels. und mittelniederl. (Bosworth-Toller 468a, Verwijs-Verdam 2, 1913) gepflegt und auch althochdeutsch belegt ist (so er zi thiu tho giwant. Otfrid IV. 12, 40) tritt in der mittelhochdeutschen dichtung ganz hinter der transitiven zurück:

vil kûm diu küneginne gewant
ir zöpfe ûʒ sîner starken hant.
Wolfram v. Eschenbach Willehalm 147, 25 Lachmann;

ebenso K. v. Würzburg troj. krieg 34486; Partonopier 5911; pfaffe Amis 1101 (als er ez ûf gewant); genau so Joh. v. Würzburg 2595; ähnlich Ulrich v. d. Türlin Willehalm 318 (ir tocken în gewant); zur erklärung ist zu beachten, dasz das präfix in rhythmisch gebundener sprache mit vorliebe hinter einsilbigen präpositionen eingefügt wird, die ihrerseits dem intransitiven verbum ein object angliedern, vgl.:

ein sûche an der reise
mit alsulchir vreise
in angewant und an im warb,
daʒ er ûf dem wege starb.
Jeroschin 17149;

sî slûgin in nnd îltin dan.
îdoch vumf gerittene man
der Prûzin dî geschicht irsân
und vîentlîch sî an
in snellir vart gewundin. 14479;

daʒ er sî nî intblûmete,
joch nî unkûschlîch angewant,
sundir lîʒ, als er sî vant. 19072.


 
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gewinderolle, f.: gewinderolle, tournette, dévidoir. Rädlein 1, 383b.
 
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gewindeschablone, f., s. Lueger lex. d. ges. techn. 4, 649 (gewindelehre).
 
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gewindeschneiden, n., erstarrte form der verbalverbindung gewinde schneiden s. o.: zum gewindeschneiden von muttern dienen gewindebohrer oder schneidstähle. Lueger 7, 283; G. Baumann, berechnungen über das gewindeschneiden ... ein praktisches handbuch für eisen- und metalldreher, maschinenbauer und schlosser 4. aufl. 1885. vgl. auch H. Fischer die bearbeitung der hölzer 686.
 
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gewindeschneidstahl, m., s. das vorhergehende; vgl.: an der stange sitzt fest der arm h, an welchem der gewindeschneidstahl eingespannt ist. Lueger 7, 284.
 
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gewindesteigung, f., vgl. gewindegang: bei einigen (schraubenschneid)maschinen wird der vorschub des schlittens zwangläufig durch eine leitspindel bewirkt, die für abweichende gewindesteigungen gegen eine andere ausgewechselt wird. Lueger 7, 283; das werk verfolgt den zweck, dem angehenden eisendreher durch erläuterte beispiele über alle ihm vorkommenden fälle von gewindesteigungsberechnungen anleitung zur auflösung derselben zu geben. buchhändlerische ankündigung des unter gewindeschneiden angeführten werkes.
 
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gewindet, participiales adjectiv zu winden, vgl. gewinden I:

der sohn und vater, der und der,
gar lieb und freundlich hauchet,
aus einem herzen her und her
der athem süszlich rauchet.
von beiden kommt der herzenwind,
von beiden gleich gewindet
ist beider geist und seufzer lind.
Spee trutz-nachtigal (29, 218) 127 Balke.


 
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gewindetheil, m. in der beziehung auf den allgemeinen begriff von gewinde nicht beobachtet, wol aber in engerer beziehung auf das gewinde am neueren gewehr (vgl. auch oben sp. 5851 aus Mauritius): gewindetheil, schwanzschraubenkopf an dem gewehrkolben, screw, bouton taraudé d'une culasse de fusil. Karmarsch technol. wb. 13, 247; der lauf endigt mit einem gewindetheil zum anschrauben der hülse. instr. über das infanterie-gewehr modell 71-84 ... (1886) (§ 4) s. 2; gewindetheil ... mit einem schraubengewinde versehenes stück eines gewehrs, besonders der teil zur verbindung von lauf und hülse. Stenzel d. seemänn. wb. 147b.
 
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gewindetiefe, s. unter gewindegang.

[Bd. 6, Sp. 5861]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewindig, adj.: gewindig, behend, hurtig. Westenrieder 225; gewindig (gwinti) sich leicht wendend, drehend, hurtig, behend. Schmeller 22, 948; es läszt sich nicht entscheiden, wie weit eine nebenform zu gewendig (sp. 5476) vorliegt und wie weit mit einer graphischen zerdehnung von quintig, quint zu rechnen ist.
 
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gewinger, mundartliche nebenform zu gewinn, gewinnst s. d.

 

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