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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewindehöhe bis gewindeschneiden (Bd. 6, Sp. 5859 bis 5860)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewindehöhe, s. gewindegang.
 
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gewindekluppe, f., gewindekluppe ... werkzeug zum schneiden von schraubengewinde um einen cylindrischen körper von metall oder holz. Stenzel a. a. o.
 
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gewindel, n., verbalsubstantiv zu windeln s. d.: das gewindel Campe 2, 363b; gewindel ... das häuffge windeln. Heinsius 2, 436b, s. gewindelt.
 
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gewindelänge, f.: bolzendrehbänke mit verstellbaren anschlägen, durch welche die gewindelänge, der gewindedurchmesser und die bolzenlänge bestimmt werden. Lueger lex. der ges. technik 7, 284.
 
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gewindelehre, f.: wie für cylindrische bohrungen und durchmesser, so werden auch lehren für gewinde hergestellt ... indem diese cylindrische gewindelehre neben der genauen form und steigung des gewindes auch noch den äusseren, sowie den kerndurchmesser angibt. Lueger 4, 649.
 
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gewindelt , participiales adjectiv mit zwei auf verschiedenartiger ableitung beruhenden verwendungen.
1) engere anlehnung an das fem. windel, s. oben gewindel: ein kindlein gewindelt in ihr tüchlein, gelegt in die krippen. predigt des 15. jahrh. (Münchner handschr.), s. Schmeller 22, 948;

Jesus, das zarte kindelein
lag in einem harten krippelein
gewindelt in ein tüchelein. wiegenlied in des 'knaben wunderhorn' 2, 474;

lasz dich selbst den himmel mahlen
mit den farben, die er weisz,
und die stracks die ersten stralen
wurffen auff den erden-kreisz,
als natura jung und zart
allererst gewindelt ward.
S. Dach 653 Österley (nr. 282);

Rhea bot dem verschlinger einen gewindelten stein, den er um Delfi wieder ausbrach. Joh. Heinr. Voss anm. zu Vergils Georgicon (1789) 259; die trauerspieldichter legen das gigantische schicksal gewindelt in eine epigrammatische wiege und die lustspieldichter setzen den neugebornen scherz auf ein schlachtrosz. Börne (dramat. blätter: über Lemercier le corrupteur) 1, 278; während des gesprächs zog eine singende procession zu zweien und zweien herein, kerle in einem grauen leinwand-sack gewindelt, mit einer ditto zipfelmütze, in welche zwei löcher für die augen geschnitten — fabelhafte figuren wie die mummelbätze. Gaudy (aus dem tageb. eines wand. schneiderges.) 1, 198 Müller.
2) auf ein mit windels (vgl. oben sp. 5852) sich berührendes verbum (vgl. auch wendelstein, wendeltreppe) weist gewundene oder gewin delte stufen haben auftritte von ungleicher breite. Helfft wb. der landbaukunst 147b;
 
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gewinden I , verstärktes winden zu wind (ventus) s. d.; es was auch so kalt und gewindet so vil, dasz in etwa vil tagen niemant gewandlen möcht, weder ferre noch nâchent (var. gewidert; und so gewindt). Zink Augsb. chron., s. d. städtechron. 5, 180; vgl. auch unten die participialform gewindet; vgl.:

[Bd. 6, Sp. 5860]


(gansen) vlieghen nu oost, nu west,
also alst hem gewindet best.
Maerlant der naturen bloeme, s.
Oudemans 2, 666.


 
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gewinden II , verstärktes winden (torquere, rotari) s. d., ist nur in der älteren sprache belegt (vgl. Graff 1, 747; mhd. wb. 3, 679; Lexer 1, 991). die intransitive actionsart, die im angels. und mittelniederl. (Bosworth-Toller 468a, Verwijs-Verdam 2, 1913) gepflegt und auch althochdeutsch belegt ist (so er zi thiu tho giwant. Otfrid IV. 12, 40) tritt in der mittelhochdeutschen dichtung ganz hinter der transitiven zurück:

vil kûm diu küneginne gewant
ir zöpfe ûʒ sîner starken hant.
Wolfram v. Eschenbach Willehalm 147, 25 Lachmann;

ebenso K. v. Würzburg troj. krieg 34486; Partonopier 5911; pfaffe Amis 1101 (als er ez ûf gewant); genau so Joh. v. Würzburg 2595; ähnlich Ulrich v. d. Türlin Willehalm 318 (ir tocken în gewant); zur erklärung ist zu beachten, dasz das präfix in rhythmisch gebundener sprache mit vorliebe hinter einsilbigen präpositionen eingefügt wird, die ihrerseits dem intransitiven verbum ein object angliedern, vgl.:

ein sûche an der reise
mit alsulchir vreise
in angewant und an im warb,
daʒ er ûf dem wege starb.
Jeroschin 17149;

sî slûgin in nnd îltin dan.
îdoch vumf gerittene man
der Prûzin dî geschicht irsân
und vîentlîch sî an
in snellir vart gewundin. 14479;

daʒ er sî nî intblûmete,
joch nî unkûschlîch angewant,
sundir lîʒ, als er sî vant. 19072.


 
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gewinderolle, f.: gewinderolle, tournette, dévidoir. Rädlein 1, 383b.
 
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gewindeschablone, f., s. Lueger lex. d. ges. techn. 4, 649 (gewindelehre).
 
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gewindeschneiden, n., erstarrte form der verbalverbindung gewinde schneiden s. o.: zum gewindeschneiden von muttern dienen gewindebohrer oder schneidstähle. Lueger 7, 283; G. Baumann, berechnungen über das gewindeschneiden ... ein praktisches handbuch für eisen- und metalldreher, maschinenbauer und schlosser 4. aufl. 1885. vgl. auch H. Fischer die bearbeitung der hölzer 686.

 

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