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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewindefenster bis gewinden (Bd. 6, Sp. 5858 bis 5859)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewindefenster, n.: gewindefenster ... alle fenster, die 2 bis 4 fensterflügel haben, welche letzteren aber durch gewinde, d. i. häspen und häsphaken mit dem fensterrahm zusammenhängen und hiedurch geöffnet werden können; im gegensatz derjenigen fenster, die man in die

[Bd. 6, Sp. 5859]


höhe schiebt. Jacobsson 2, 84b; ähnlich Campe u. a.; gewindefenster, a window turning on singes. Hilpert; ähnlich Beil a. a. o. vgl. schiebefenster, gewichtfenster.
 
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gewindeform, f., vgl. Lueger lex. d. ges. technik 4, 650.
 
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gewinde-, gewind-gang, m.: gewindegang, pas de vis, filet de vis, thread. Beil; gewindegang, schraubengang. Karmarsch; gewindegang, der abstand von zwei punkten desselben (gewindeganges) in einer zur cylinderachse parallelen heiszt die ganghöhe oder steigung; je nach richtung, anzahl und querschnitt der gänge unterscheidet man rechts- und linksgängiges, einfaches, doppeltes u. s. w. sowie dreieckiges oder scharfes und viereckiges oder flaches gewinde; die abmessung des ganzen in richtung der cylinderachse heiszt gangbreite oder gewindehöhe in richtung der radien gangtiefe oder gewindetiefe. Stenzel deutsches seemänn. wb. 147b; hölzerne schrauben sind wenig gebräuchlich, ihre gewinde sind immer solche mit dreieckigen (scharfen) gängen ... der kantenwinkel des dreieckigen gewindganges wird, mit rücksicht auf die geringe festigkeit des stoffes, bei hölzernen schrauben grösser genommen als bei metallenen. Herm. Fischer die bearbeitung der hölzer 686.
 
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gewindehalbmesser, s. gewindedurchmesser.
 
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gewindehöhe, s. gewindegang.
 
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gewindekluppe, f., gewindekluppe ... werkzeug zum schneiden von schraubengewinde um einen cylindrischen körper von metall oder holz. Stenzel a. a. o.
 
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gewindel, n., verbalsubstantiv zu windeln s. d.: das gewindel Campe 2, 363b; gewindel ... das häuffge windeln. Heinsius 2, 436b, s. gewindelt.
 
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gewindelänge, f.: bolzendrehbänke mit verstellbaren anschlägen, durch welche die gewindelänge, der gewindedurchmesser und die bolzenlänge bestimmt werden. Lueger lex. der ges. technik 7, 284.
 
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gewindelehre, f.: wie für cylindrische bohrungen und durchmesser, so werden auch lehren für gewinde hergestellt ... indem diese cylindrische gewindelehre neben der genauen form und steigung des gewindes auch noch den äusseren, sowie den kerndurchmesser angibt. Lueger 4, 649.
 
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gewindelt , participiales adjectiv mit zwei auf verschiedenartiger ableitung beruhenden verwendungen.
1) engere anlehnung an das fem. windel, s. oben gewindel: ein kindlein gewindelt in ihr tüchlein, gelegt in die krippen. predigt des 15. jahrh. (Münchner handschr.), s. Schmeller 22, 948;

Jesus, das zarte kindelein
lag in einem harten krippelein
gewindelt in ein tüchelein. wiegenlied in des 'knaben wunderhorn' 2, 474;

lasz dich selbst den himmel mahlen
mit den farben, die er weisz,
und die stracks die ersten stralen
wurffen auff den erden-kreisz,
als natura jung und zart
allererst gewindelt ward.
S. Dach 653 Österley (nr. 282);

Rhea bot dem verschlinger einen gewindelten stein, den er um Delfi wieder ausbrach. Joh. Heinr. Voss anm. zu Vergils Georgicon (1789) 259; die trauerspieldichter legen das gigantische schicksal gewindelt in eine epigrammatische wiege und die lustspieldichter setzen den neugebornen scherz auf ein schlachtrosz. Börne (dramat. blätter: über Lemercier le corrupteur) 1, 278; während des gesprächs zog eine singende procession zu zweien und zweien herein, kerle in einem grauen leinwand-sack gewindelt, mit einer ditto zipfelmütze, in welche zwei löcher für die augen geschnitten — fabelhafte figuren wie die mummelbätze. Gaudy (aus dem tageb. eines wand. schneiderges.) 1, 198 Müller.
2) auf ein mit windels (vgl. oben sp. 5852) sich berührendes verbum (vgl. auch wendelstein, wendeltreppe) weist gewundene oder gewin delte stufen haben auftritte von ungleicher breite. Helfft wb. der landbaukunst 147b;
 
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gewinden I , verstärktes winden zu wind (ventus) s. d.; es was auch so kalt und gewindet so vil, dasz in etwa vil tagen niemant gewandlen möcht, weder ferre noch nâchent (var. gewidert; und so gewindt). Zink Augsb. chron., s. d. städtechron. 5, 180; vgl. auch unten die participialform gewindet; vgl.:

[Bd. 6, Sp. 5860]


(gansen) vlieghen nu oost, nu west,
also alst hem gewindet best.
Maerlant der naturen bloeme, s.
Oudemans 2, 666.

 

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