Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewerbsvorschrift bis gewerde (Bd. 6, Sp. 5616 bis 5617)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewerbsvorschrift, f.: wo gewerbs- oder polizeivorschriften oder geltende örtliche ordnungen die inhaber gewisser gewerbe im gebrauche ihrer befugnisse ... beschränken, behält es dabei ... sein verbleiben. bayr. verordnung v. 1826, reg.-blatt s. 106.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbswaare, f.: werden seine (des aufzunehmenden bürgers) gewerbs-waaren andere ansässige bürger zur üppigkeit ... reitzen. Joh. Ad. Weisz zunftwesen 135.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbsweg, m.: und es ist wohl jedem nur einigermaszen verständigen menschen zuzutrauen, dasz er vor der wahl jenes standes die frage selbst untersucht habe, ob er auf dem gewerbswege fortkommen möge, den er betreten will. Lotz staatswirthschaftslehre 2, 51; durch ... statistische notizen über gewerbsbedürfniss ... in den stand gesetzt werden, bei der wahl des zu betretenden gewerbsweges vernünftig ... zu werke zu gehen. anz. d. Deutschen 110 (1845) 3644.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbsweise, adverbialbildung: als viktualienhändler zu besteuern ist auch, wer gewerbsweise vieh vom erkauften futter unterhält, um es zum verkauf zu mästen. preusz. gesetzsammlung von 1820 s. 148; welche ... möblirte zimmer oder schlafstellen gewerbsweise vermiethen. preusz. gewerbeordnung von 1845, s. gesetzsamml. s. 51.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbswerber, m.: wurde angeordnet: dass ... ein personalhandel nur gegen entrichtung einer nach ... der dringlichkeit, mit der der gewerbswerber ein solches recht zu erhalten wünscht, ... zu bestimmende concessionstaxe verliehen ... werden soll. Barth-Barthenheim 2, 396.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbszeitung, f.: gewerbs- und handlungszeitung. Breslau 1802.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbszurücklegung, f.: die zwangsweise untersagung der gewerbszurücklegung findet gar nicht statt. Barth-Barthenheim 1, 327.

[Bd. 6, Sp. 5617]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewerbszusicherungsdecret, n.: von der anfertigung der sogenannten gewerbs- oder befugnisszusicherungsdecrete nach der bisherigen form hat es ... abzukommen. Barth-Barthenheim 3, 331.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbszustand, m.: Patje, abrisz des fabriken-, gewerbe- und handlungszustandes in den Churbraunschweigisch-Lüneburgischen landen. Göttingen 1796; unter diesen einwirkungen hob sich der gesunkene gewerbszustand Münchens ... allmählich wieder. Schlichthörle gewerbsbefugnisse in München 1. einl. s. 33. vgl. auch gewerbliche zustände.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerd, s. DWB gewerth.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerde, f. (und n.), eine form, in der verschiedenartige bildungen vom schriftgebrauch der neueren sprache übernommen wurden.
1) die nebenform zu gewähr (vestitura) ist schon oben besprochen worden. vgl. DWB gewährde sp. 4808; vgl. auch sp. 4784 (giwerida). dazu vgl.: (13. landsgwerd.) item wenn ein landkind ein gt im land Sanen, es si erbs, kaufs oder gabswis innimbt und dasselb fünf jar darnach in rüwiger gewerd nützt und besitzt, so sol es von dem zil hin des guts halb kein rechtliche antwürt zu geben verbunden sein. landrecht v. Sanen (1598), zsch. f. schweiz. recht 9, 2, 110.
2) zur sippe von wahrnehmen, gewahrsam (s. d.) gehört ein anderes, früher veraltetes, fem.: gewerde = behutsamkeit (vgl. gawarida Graff 1, 912; mhd. wb. 3, 510a); vgl.: schicke diʒ frouchin in stillen gewerdin balde von mir unde von minem bette unde gib ir eine marc silbirs unde laʒ si gen. leben des heil. Ludwig 21, 16 Rückert.
3) ein drittes substantiv ist zu werth (pretium, dignitas) zu stellen; vgl. auch das verstärkte adjectiv gewert, gewerth. für die form des nominativ sing. und für das genus dieses subst. liegen wenig anhaltspunkte vor. immerhin ist neben dem fem. (das gleiche genus im mittelniederl. s. DWB gewerde bei Verwijs u. Verdam 2, 1888) auch im masc. oder neutr. nachzuweisen: vgl.: de dre brunswickschen pennigk weren beter in orer gewerde wan de krosse. Braunschweiger schichtbuch, d. städtechron. 16, 418, gegen schullen affgedan unde von neinem gewerde sin. ebenda 385 (die gleiche formel im urkundenbuch v. Westphalen 3, 190; machtloess, unbundich ind van geinem gewerde mer sin); wi arbeidet over nichte, unde waget unse lif unde zele vorgewes, unde wervet nichtes gewert. Lübecker chron. bei Grautoff 2, 505. da von diesen belegen abgesehen (zu dem problematischen gewert bei Wickram, Geiler, vgl. unter c), alle zeugnisse aus niederd. und oberd. gebiet entweder den nominativ plur. oder den dativ. sing. zeigen und somit die anhaltspunkte für das genus versagen, so sind die belege hier vereinigt, da sie auch im bedeutungsgehalt keine unterschiede aufweisen.
a) do man zalte 1362, do gab klein Fritsche von Heiligenstein ein bürgerlin zu Strosburg ein pfunt figen gewichtes umbe ein pfunt erweiszen gewichtes, und schetzetent die kornkeufer, daz die erweiszen eins helbelings beszer worent wan die figen, noch dem also do z mole gultent die beden gewerde. Closener Straszb. chron. (d. städtechron. 8, 135), vgl. auch die belege unter 4); und so su kumment uf die jormerckete, do manigerleige volg und koufmanschatz hine kumment, so kerent sich die wisen z den aller koüfigesten gewerden und lon die doren ir narrenspil triben. Schürebrand 32, 3 Strauch; kleide oder kleinoeter, es werent ... büchelin oder heilgelin oder des gelich von aller leige klütterote und gewerde, daʒ junge lüte gerne hant. 39, 28; ebenso 31, 13 (variante gewerbe s. oben sp. 5504).
b)

hei sprach: ich enkomen vur den koning neit,
dar hei mich hœrt off seit,
da is hei mir zo male gram,
umb dat ich eme he vore nam,
van sime schatze sulche gewerde,
id endroge neit dri perde. Karlmeinet 389, 23. Keller s. 598;

des hope wi, dat he uns de drittich punt schole weder gheven unde bereden unde de vorsetenen ghulde in alsodannen guden ghelde, alse he van unser weghene upgheboret heft eder in des ghewerde. rechtsspruch des domcapitels von Minden (1392) bei Meinardus 2, 49;

[Bd. 6, Sp. 5618]


ok wart der stadt beste gesein,
dat me koffte de teigelstein
na des rades erkenninghe
al vor Brunswichsche penninghe
na des penninges ghewerde. das schichtspiel 4682; deutsche städtechron. 16, 247: vgl. auch s. 418;

unde oft wi deme sulven ghemenen copmanne jenige ware af koften ofte kopen wolden der uns to unser herschup bederf, unde behoef were, des scholen unde willen wi van stund nae ghewerde der ware dem copmanne, als se ghelden mach, mit reden ghelde vornogen. urk. v. 1457 bei Cassel, Bremensia 2 (1767) 279. vgl. auch vers. eines bremisch-niedersächs. wbs. 5, 233; siclus dat is ein ghewichte sulvers unde ist so gut van gheverde alse twei Kollensche schillinghe unde de maket twintich hellinge. Loccumer bibl. erz. (hdschr. mitte 15. jahrh.) 49b u. a., s. Schiller-Lübben 2, 101.
c) fraglich ist, ob die folgenden formen hierher zu stellen sind; sie würden dann für übertragenen gebrauch des subst. zeugen: die weil ir vormals auch in einem solchen gewert mit mir gewesen sind, als der schalckhafft vogel mir ,.. auch zlegen wolt. Wickram (Gabriotto u. Reinh. cap. 31) 1, 274 Bolte (der gefert vorschlägt); ein gter lümbd, ein gut gewört, ist besser dann silber und gold. Geiler v. Kaisersberg buch d. sünden d. mundes (1518) 28bc; sein gter lümbden unn gt gewörte. ebenda (ist an ein collectiv zu wort hier zu denken?).
4) ein fem., das der bedeutung nach auf werden zurückgeführt werden könnte: korn und gewerde ... die secke mit der gewerde. Straszburger rathsschlusz von 1452, s. Ch. Schmidt 144; (die müller sollen) schaffen das jederman sin gewerde trucken heim kumme. ebenda; und ouch alle gewerde natürlicher und frischer blibe (var. spis). Schürebrand 37, 4 Strauch;

waʒ ist di werlt?daʒ sage mir.
di werlt daʒ ist ein schicklich gewerde
von deme himmele und von der erde
und von deme daʒ da ist darinne (mundus est constitutio
coeli et terrae et omnium quae in eis sunt).
Secundus 351 Strauch (z. f. d. a. 22, 395).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Die Suchanfrage lieferte keinen Treffer.