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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewerbewissenschaftlich bis gewerbisch (Bd. 6, Sp. 5597 bis 5601)
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[Bd. 6, Sp. 5597]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  gewerbe-, gewerb-,gewerbswissenschaftlich, adj.: J. H. M. Poppe, gewerbwissenschaftliches volks- und jahrbüchlein. ein magazin aller neuen erfindungen 1838ff.; Mohl, aus dem gewerbswissenschaftlichen leben. ergebnisse einer reise nach Frankreich 1845.
 
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gewerbezählung, f., vgl. Thiel 4, 426b und oben sp. 5478: die instruktion für die behörden lehrt, dass bei der volks- und gewerbezählung am 1. dezember d. j. folgende drucksachen zur verwendung kommen: 1) haushaltungsverzeichnisse, 2) zählkarten, 3) gewerbe-fragebogen. preusz. ministerialblatt f. d. innere verwaltung 36, 249; die zahl der arbeiterinnen, die in den verschiedenen industrien Belgiens nachts beschäftigt werden, ist nach den ergebnissen der gewerbezählung vom 31. oktober 1896 ausserordentlich klein. Bauer gewerbliche nachtarbeit der frauen (1903) 153.
 
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gewerbe-, gewerbzeugnis, n.: fabrikanten und händler aus dem grossherzogthum Hessen ... haben sich ... ein ... gewerbzeugniss darüber auszuwirken: dass sie ... durch auslösung des gesetzlichen gewerbepatents und zahlung der gewerbesteuer, die befugniss erworben haben, ... waarenaufkäufe zu machen, ... und es wird ihnen ..., nachdem sie sich mit diesem gewerbezeugniss ... legitimiert haben, ... ein gewerbeschein ausgestellt werden. Zeller gewerbepolizei (polizeiwissenschaft 12, 1) 135.
 
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gewerbe-, gewerbzins, m.: herr v. Schickfuss erhebet von vermietheten häusern zins, von ... Christoph Winnert incl. gewerbezins 48 thlr. grundsteuer-catastralakten von Domslau (1743), s. Meitzen urk. schles. dörfer s. 119; ein haus mit einer metzig zu Mainz gab 12 sz den. zins. ... es scheint dies aber kein gewerbzins, sondern ein bodenzins zu sein. Mone ztschr. gesch. Oberrh. 13, 390.
 
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gewerbezurücklegung, -zusicherung, -zustand, s. DWB gewerbszurücklegung u. a.
 
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gewerbe-, gewerbszwang, m., gegensatz zu gewerbefreiheit (s. d.): sie (die zünfte) haben endlich dem entschiedensten gewerbszwange, und monopolen, welche selbst die ersten lebensbedürfnisse umfassen, nicht nur duldung, sondern sogar achtung, und beinah untastbare heiligkeit zu verschaffen gewuszt; indessen jede beschränkung der gewerbefreiheit unter dem allgemeinen hasse erliegt, und die regierungen selbst diejenigen monopole, deren ertrag den staatskassen vorbehalten war, dem höheren interesse der allgemeinen wohlfahrt aufzuopfern beginnen. (J. G. Hoffmann) das interesse des menschen ... bei d. bestehenden zunftverfass. (1803) 2/3; ew. königliche majestät haben bereits ... solche grundsätze für die polizeiliche leitung der gewerbe zu sanctioniren geruht, welche mit der fortdauer des gewerbszwanges, den die zeitige zunftverfassung voraussetzt, unvereinbar sind. Dohna immediatbericht an den könig (1810) bei Rohrscheidt 388; so finden wir die weise mitte, der beschränkten konkurrenz in dem richtigen verhältnisse der gewerbtreibenden meister zu den gesellen, welche beschränkende mitte sich, sowohl von dem gehässigen gewerbszwange, als von der anarchie der gewerbsfreigebung gleich weit entfernt, in dem praktischen leben ausspricht. Reingruber natur d. gewerbe (1815) 23; dass die regierung ernstlich durch eine allgemeine aufhebung des gewerbezwanges dem wohlstande der verwüsteten provinz wieder aufhelfen wolle. s. Rohrscheidt 279; dies war ein zustand, wie ihn der extremste verfechter des gewerbezwanges nur träumen konnte. Kaizl in Schmollers forschungen 2, 1, 53.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbszweig, m. auch hier ist gewerbe ursprünglich im weitesten sinne gebraucht, vgl. auch erwerbszweig: so kann der verfall der kleinen städte ... nur in den hindernissen gesucht werden ... den verlust eines erwerbszweigs durch die beszre kultur der übrigen zu ersetzen. (J. G. Hoffmann) das interesse des menschen .. an d. bestehen d. zunftverf. 128; vgl. erwerbungszweig, theil 3, sp. 1062; vgl. nahrungszweig th. 7, sp. 317; gewerbsamkeitsbranche (s. u.). der neuere gebrauch strebt ausschlieszlich dem engeren begriffe der productiven arbeit zu; hierbei ist auszerdem der plural bevorzugt.
1) weiterer begriff von gewerbe.
a) singulargebrauch: kurz, wie kann eine regierung hoffen, dasz ihr die zollbücher, eine richtige und genaue kentnisz der verbindungen ihrer unterthanen mit den

[Bd. 6, Sp. 5598]


ausländern geben werde? wie kann sie also wissen, ob die anordnung, die sie macht, nicht einem ihr unbewuszten wichtigen gewerbezweige tödlich sein wird? Mauvillon (11) 130; da aber ihre (der kaufleute und fabrikunternehmer) gedanken gewöhnlicher weise nur mit dem interesse ihres besondern gewerbszweiges, nicht mit dem allgemeinen besten der gesellschaft beschäftigt sind. Garve verdeutschung des Adam Smith (1, 11 the interest of their own particular branch of business) 1, 465; ein gutsbesitzer, ein pachter, ein handwerksmeister, ein kaufmann, sind gemeiniglich im stande, ein oder zwei jahre von ihrem gesammelten kapital zu leben, wenn sie auch nicht einen einzigen arbeiter in ihrem gewerbszweige beschäftigen (1, 8) 1, 121; aber schon schwerer entschlieszt er (der fondsbesitzer) sich, seine fonds dem betriebe des ziemlich mühsamen ackerbaues zu widmen. er wird für diesen gewerbszweig schwerlich etwas hergeben, wenn er nicht voraussieht, der ertrag seiner betriebsamkeit werde ihm nicht blosz einen ausreichenden arbeitslohn verschaffen. Lotz revis. 3, 231; ähnlich 1, 302.
b) der pluralgebrauch: zuweilen kann selbst in einem lande, dessen reichthümer schnell wachsen, durch das hinzutreten eines neuen gebieths oder durch neu entdeckte gewerbszweige, der gewinnst, welchen kapitalien bringen, und mit ihm der zinsfusz von dahrlehnen, plötzlich steigen. Garve verdeutschung des Adam Smith (1, 19 branches of trade) 1, 170; ebenso (4, 7 distant employments) 3, 39; unter die wichtigsten vortheile, welche die theilung der arbeit erzeugt, gehört auch noch der, dasz sie überall wohlstand verbreitet, und dasz sich durch sie die masse des gesammten einkommens einer nation unter ihre einzelnen glieder weit leichter richtig und gleichmäszig vertheilen läszt, als wenn alle gewerbszweige von allen zugleich betrieben werden. Lotz revision 1, 260; wo mehrere oder alle gewerbszweige in einander griffen, wie bei dem verkehr mit Amerika, wurde die berathung ganz collegialisch, die stimmenmehrheit entschied streitige punkte. Immermann (epigonen 7, 2) 7, 12 Hempel; und als ich nun kam nach Holwan — ... fand ich daselbst den Abu Seid von Serug, der sich allerlei stammbäume machte — und sich vielerlei gewerbzweige erdachte, — bald sich gab für einen spröszling von Saszan, — bald für einen schöszling der königswurzel von Ghassan. Rückert (1. makame) 11, 230.
2) die jüngere betonung der productiven arbeit.
a) singulargebrauch: die gewöhnlichsten mittel, wodurch die besondere beförderung eines gewerbszweiges von seiten des staates zu bewirken gesucht wird, sind folgende: es wird die einfuhr derjenigen waare, deren inländische erzeugung befördert werden soll, erschwert, oder gar gänzlich verboten u. a. Kröncke abhandl. über staatswirthsch. gegenstände 1, 6; von deutschen ... gerichten (ist) ... mehrfach ausgesprochen worden, dass es nicht wider das prinzip der gewerbefreiheit ... verstosse, wenn sich gewerbsgenossen ... verbinden', einen gewerbszweig ... lebensfähig zu erhalten. entsch. d. reichsger. in civils. (1897) 38, 158, vgl. auch s. 157.
b) der pluralgebrauch: in eben dem verhältnisse sind während dieses zeitraums die arbeitspreise gestiegen, und die gewinnste, die sich aus den verschiedenen gewerbs- und handlungszweigen ziehen lieszen, verkleinert worden. Garve verdeutschung des Adam Smith (1, 9 different branches of trade and manufactures) 1, 163; das gleiche 4, 298 (5, 2 particular branches of trade); das handwerk wird nun ... zur verarbeitung nicht mehr so viel werkzeuge und andere hülfsmittel gebrauchen, welches, in so fern diese dinge erzeugnisse innländischer gewerbzweige sind, für diese eine verminderung ihres absatzes und verdienstes zur folge haben wird. Völker 21; die thätigkeit der handwerker-bank soll ... mit möglichster berücksichtigung aller gewerbszweige gleichfalls sofort beginnen. entwurf zur errichtung einer industrie- u. handwerkerbank s. 16; die wahl der vertreter geschieht nach gewerbszweigen. Proudhon die volksbank deutsch v. Bamberger 27; auch sind es nicht die alten innungen, die zuerst zur selbstständigkeit gelangten, sondern die innungen neu aufblühender gewerbszweige, die nie einem hofrecht unterworfen waren. Arnold aufkommen d. handwerkerstandes

[Bd. 6, Sp. 5599]


27; die verordnung vom 9. februar 1849 begründet nicht nur die einrichtung der gewerberäte, sondern macht auch in den meisten gewerbezweigen den selbständigen gewerbebetrieb von dem beitritt zu einer innung nach vorangegangenem befähigungsnachweise oder von einer prüfung abhängig. Bornhak preusz. staats- u. rechtsgeschichte (1903) 479.
 
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gewerbhaftig, adjectiv, in wörterbüchern viel belegt, mit anlehnung an die bedeutung erwerb: gewärbhafftiger mensch, der vil gewinnt und eine gte begangenschafft hat, quaestuosus homo. Maaler 178b; quaestuosus, gewerbhafftig, voll gewinn. König 966b; quaestuosus ... gewinnreich, gewerbhafftig. Cellarius 171; ähnlich Dentzler 640. Matthiae 1, 1105. Hederich 1, 1422; viel weiter greift Heynatz aus, der zugleich die grundform gewerbhaft bucht, doch lassen sich dessen angaben nicht durch belege stützen: gewerbhaft oder gewerbhaftig findet man theils für gewerbtreibend, theils für gewinnbringend in älteren büchern. Heynatz 2, 55.
 
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gewerbig (bei Schweizer schriftstellern gewirbig), abgeleitetes adjectiv, das der neueren sprache nur noch im schweizerischen schriftgebrauch angehört. die älteren belege weisen zwei richtungen der entwicklung auf: mit dem verbum werben, gewerben hat das adjectiv das festhalten an der sinnlichen grundbedeutung der bewegung gemein, doch verengt sich die hierauf beruhende bedeutung rührig, thätig, gern in der richtung auf gewinn, erwerb. diesz ist namentlich der gang der schweizerischen entwicklung. von anfang an jedoch steht neben dieser kennzeichnung einer eigenschaft die mehr appellativische verwendung, die sich eng an gewerbe = commercium anlehnt, gewerbig ist hier = gewerbtreibend. dieser zweig der entwicklung ist ganz abgestorben.
1) die auf der sinnlichen grundvorstellung beruhenden bedeutungen beweglich, rüstig, anstellig, thätig. fleiszig: si tet als die gewirbigen binlein, die das süsz honig aus den manigfeltigen blumen eintragend. Johannes Meier vorr. zu Elsbet Stagels leben d. schwestern zu Tösz. Vetter s. 4;

sag, was hat die stat vür ein handel?
er sprach: 'es ist ein groser wandel,
ein namhaft und ein genge stras
der Tewtschen, so an unterlas
da webern mit gewerbiger hant
durch das gepürg in das Welschlant
und in andre lant hin und wider.
H. Sachs (lobspruch d. stadt Salzburg) 22, 484 Götze;

so habe ich doch allein allhie für den gemeinen soldaten, auch gemeine handtgewärbige, jedoch auszerlesen unnd wol erfahrne künstlein anzeigen unnd lehren wöllen. Raimund Minderer medicina militaris (1620) 144 (handgewerbige in späteren ausgaben); wenn sie ganz klein sind, so kräzt sie die mutter nimmt sie der vater, so wie sie aber ab deren armen kommen, so entfremden sie sich auch mehr oder weniger den herzen, es sei dann ein b'sungerbar hübsches und g'wirbiges kind, das sich fest zu ketten weisz an dem einen oder dem andern herzen. Gotthelf geld und geist oder die versöhnung (1852) 401; er ist gewerbig, wenn man ihm mit holzschlägel auf den grind gibt. Schweizer sprichwort bei Wander 1, 1652; e gwerbige mensch (sich viel umthuend). Schmeller 22, 982.
2) bedeutungsverengerung in der richtung auf gewinn, erwerb.
a) nur aus älteren wörterbüchern belegt ist die auch unter gewerbhaftig (s. d.) verzeichnete passive bedeutung: res quaestuosa, fast nuzlich und gwünsam, gewärbig. Cholinus-Frisius 722b; ebenso Maaler 178b.
b) dagegen reiht sich ungezwungen hier an: und kam her gen Augspurg ... zu einem kramer, genant Ulrich Schön, was auf dasselbe mal ain reicher gewerbiger kramer. B. Zink (d. städtechron. 5) 126; dann daselbst allweg und noch verstendig, gwerbig, kunstreich volck, guter sitten gewonet, die kein grobheit gebrauchen. Trithemius chronica d. Franken 66b;

nein, fragst du nach verdienst, so sieh den Porcius,
er ists, bei dem man sich zum manne modeln musz;
steif, ehrbar, ordentlich, in seinem thun bedächtlich,
gewirbig, zum gewinn war nie ein weg verächtlich,
er ist aus versicht (!) keusch, bricht sich und andern ab,
und lässet ohne sich ja keine leich ins grab.
Haller (der mann nach der welt) schweiz. ged. 125 (vgl. dazu
Schönaich neolog. wb. 258, 30 Köster);

[Bd. 6, Sp. 5600]


bald aber fanden sie im weben feiner leinwand gröszern gewin; bald ward diesz und handel mit köstlichem linnen die vornehmste ihrer gewerbigen thätigkeit. Zschokke klass. stellen der Schweiz 149; unter diesen umständen wird eine jede oberkeit ihren grössten gewinn und vortheil von der beschützung der freiheiten finden, durch welche das hausglück stiller, gewerbiger und arbeitsamer einwohner gesichert und geäuffnet wird. Pestalozzi schriften 12, 157; ja, du hast eine gewerbige gescheite frau, da gescheiteste von meinen kindern. schade, dasz die nicht ein mann geworden ist, die hat einen unternehmenden geist. Auerbach edelweisz 249.
3) der appellativische gebrauch; die anlehnung an gewerbe = commercium.
a) attributive verbindungen.
α) unser vater ist genant Burkhart Zingg und was auf dasselb mal ain gewerbig man und arbeit auf der Steirmark und het er und guet und was beseszen zu Memingen. B. Zink (deutsche städtechron. 5) 122; item welcher in Mals sein haus hat und päurliche rechte thuet ... dem ist vergunt, dasz er zwei rinder ... halten ... doch ob einer ein gwerbiger mann wäre, der ein rosz hätte, der soll ein rind weniger halten. weisth. v. Mals (österr. weisth. 4, 29); vor dem lewenthor (bei Ulm) war auch ein herrlich vorstatt, die reichet bisz zum spital für Götzingerthor hinausz, da sassen vil gewerbig burger und kaufleute innen, auch die besten handwercker und herbergen. S. Franck Germania 396b.
β) der rmisch knig Sigmund liesz angentz alle sine reisigen in der statt gassen verhten, die burger von Costentz in gweer und harnisch gerst, usz bevelch des knigs, damit wechslern, koufflten und anderm gewirbigem volck, dero usz aller christenheit vil da warend, kein schad geschehe. Tschudi Schweiz. chron. (z. jahre 1415) 2, 7b Iselin; welcher aber in stetten, flecken ... und fürnemlichen an gewerbigen orten, als an gassen oder plätzen, ein wohn oder behausung bawt, dem sol kein dachgefell oder träff auff die gemeind ohne kendel und rinnen z gelassen noch gestattet werden. Fronsperger bauordn. 31a; eine andere wohlthat welche die grafschaft Mark ihm verdankte, war die verwandlung der accise oder verbrauchsteuer in eine für ein offenes gewerbiges land passendere abgabe mittelst fixation. Pertz aus Steins leben 1, 45; ich spreche von Yverdon, oder Iferten, nächst Lausanne und Vevey, das gewerbigste und ansehnlichste städtchen des Waatlandes. Zschokke klass. stellen der Schweiz 278; die alten gewerbigen reichsstädte .. schwangen sich nie ganz wieder zu dem vorigen wohlstande empor. Becker weltgeschichte (1830) 9, 162.
b) die substantivierung: allen und iglichen geistlichs und weltlichs stands, ... darz kauflten, schiffluten, verechtern, gewerbigen, flossern ... gnad und alles gt. patent des pfalzgrafen Philipp von 1493, ztschr. gesch. Oberrh. 9, 427; wir haben usz furstlichem gemt uns, unsern landlten und unsern, auch gemeinem gewerbhandel z gde und erlichterng vil beswernis den selbigen gewerbigen und súnderlich, die wine keúfen und verkefen uff den Rine, unsern kramern zu Winheim ... ernwert. ebenda.
 
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gewerbigkeit, f., ableitung zum vorhergehenden, die anfangs weiter verbreitet, neuerdings nur noch Schweizer schriftstellern angehört. dem entspricht auch die bedeutung, die die eigenschaft des fleiszes, der betriebsamkeit, in der richtung auf den erwerb zuspitzt: schon zu anfang dieses 14. jahrhunderts hatte sich die hiesige bürgerschaft durch allerlei handwerker ungemein vermehret; natürlicher weise waren darunter verständige männer, welche durch fleisz und gewerbigkeit vermögen errangen. P. v. Stetten 1, 6; indessen bleibt immer gewiss wahr, dass die auflagen des landes auf eine art eingerichtet sein sollten, welche die hausordnung und gewerbigkeit und den fleiss der einwohner nicht stören, sondern äuffnen und befördern würden. Pestalozzi schriften (1824) 12, 180; so erstarkte die thätige gemeinde durch kluge benutzung der zeiten, durch gewerbigkeit, kunstfleisz und haushälterische sparsamkeit der bürger. Zschokke klass. stellen der Schweiz 149; eigentlich sollte man London und Konstantinopel nicht mehr zum europäischen system zählen. England mit seiner gesetzgebung, verfassung und freien

[Bd. 6, Sp. 5601]


gewerbigkeit gehört schon zu Nordamerika, Konstantinopel zu Asien. (d. irrfahrt d. Philhellenen) novellen 8, 331.
 
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gewerbisch, adjectiv, vereinzelt in wörterbüchern aufgeführt und dort auf die parallele mit negotium beschränkt: gewerbischer ... negociosus. vocab. von 1482; negotialis, institorius, gwerbisch. W. Schönsleder prompt. germ. lat. V 5a; negotialis, gewerbisch, zu einem geschäfft gehörig. Dentzler 494.

 

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