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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewerbeverhältnis bis gewerbevoll (Bd. 6, Sp. 5594 bis 5595)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  gewerbe-, gewerbsverhältnis, n. , im plural gebraucht, zielt auf gewerbe im engeren sinne productiver bethätigung. vgl. auch gewerbliche verhältnisse.
1) zwischen dieser zarten beschäftigung fuhr er fort, den neffen über handels- und gewerbsverhältnisse zu unterrichten. Immermann (epigonen 7, 2) 7, 17 Hempel; dagegen fehlte dem vermeintlichen abkömmlinge des königs von Lakedämon aller sinn für die kuriositäten aus der länder- und völkerkunde, und aus dem gebiete der erfindungen, handels- und gewerbsverhältnisse. (Münchhausen 1, 6) 1, 78; damals, als sie es für dringlich erachteten, einen ausschusz für das verfassungswerk und zur prüfung der anträge über handels- und gewerbsverhältnisse niederzusetzen. stenogr. ber. d. Frankf. nationalvers. 199b; die grosse bedeutung der lehren ... welche aus der geschichte derselben (der älteren zunftverhältnisse) hinsichtlich der neugestaltung der gewerbe- und industrieverhältnisse reichlich zu schöpfen sind. Kaizl in Schmollers forschungen 2, 1, s. 2.
2) gedenken wir hier nur insbesondere der besorgnisse, welche nach den berichten fast aller landräthe die erörterungen über die gewerbeverhältnisse veranlassen. bericht der regierung zu Merseburg, nov. 1816 bei Rohrscheidt 561; ein gewerbe, das den staatsschutz umsonst verlangt, und in dieser beziehung vor andern bevorzugt sein will, spricht seine unverträglichkeit mit den natürlichen gewerbsverhältnissen von selbst aus. Lotz staatswirthschaftslehre 2, 158; den höheren behörden kann ohnehin mit gerechtigkeit nicht zugemuthet werden, dasz sie die gewerbsverhältnisse aller einzelnen orte genau kennen sollen. Nibler zunftwesen (1816) 71; ich glaube nicht, meine herren, dasz die gewerbsverhältnisse der Pfalz eigentlich als günstig zu betrachten sind, gleichwohl halten die Pfälzer daran. stenograph. bericht der Frankfurter nationalversammlung 758a; es handelt sich ... um das recht der freizügigkeit, und um die regelung der gewerbsverhältnisse. 759b.
 
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gewerbe-, gewerbsverkehr, m.: Wiens, dieses centralpunktes des inländischen gewerbs- und handelsverkehres. Barth-Barthenheim 1, 5; (der unterschied im früheren und jetzigen gewerbestande) ist der bald gewünschte und beförderte, bald befürchtete und verhinderte schritt vom geschützten, bevorrechteten und überhaupt begränzten gewerbeverkehr zum freihandel und der gewerbefreiheit. Berlepsch chron. des gewerke 6, 53. s. auch gewerblicher verkehr.
 
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gewerbe-, gewerbsverleihung, f.
1) für einzelne handlungen gebraucht; vgl. gewerbe-concession u. a.: die grossen nachtheile ... welche der ... nationalbetriebsamkeit durch die mit den recursen wider

[Bd. 6, Sp. 5595]


gewerbsverleihungen verbundenen verzögerungen, und die ... lähmungen der gewerbsthätigkeit entspringen. Barth-Barthenheim 3, 161; bei den entscheidungen über solche versetzungen von gewerben, bei denen die freizügigkeit nicht statt findet, ist ganz so wie bei den neuen gewerbsverleihungen vorzugehen. 1, 269.
2) in der wissenschaftlichen sprache als umfassender begriff eingeführt: aber nicht bloss der ritterschaft, auch dem hofe nahm die konsequenz des staatlichen standpunktes seine sonderrechte in bezug auf die gewerbeverleihung. die so genannten hofschutzgewerbe wurden aufgehoben. Kaizl in Schmollers forschungen 2, 1, s. 59.
 
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gewerbeverlust, -vermögen, -verpachtung , -verrichtung, s. gewerbsverlust u. s. w.
 
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gewerbeversammlung, f., vgl. oben gewerbeverein (sp. 5593): da nun ... nach diesem system ... das ganze wohl und wehe des bürgerthums diesen bürgervereinen selbst in die hände gegeben ist, so ist es natürlich, dass auch das statut, ... ja selbst der wirkungskreis dieser provinzial-gewerbe-versammlung der eigenen erschaffung freigegeben werden muss. Windwart rettung d. gewerbestandes (1848) 9.
 
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gewerbe-, gewerbverständig, substantiviertes adjectiv, das nur in der verbindung rath der gewerbeverständigen belegt ist. die behörde, die hierdurch gekennzeichnet wird, ist ein vorläufer des gewerbegerichts (s. d.) und entspringt der franz. gesetzgebung der Rheinbundsstaaten (vgl. le conseil de prud'hommes est institué pour terminer ... les petits différens, qui s'élèvent ... entre des fabricans et des ouvriers. bullet. des lois de l'empire franç. [märz] 1806 s. 353); in Köln wurde durch ein dekret vom 26. april 1811 ein rath der gewerbverständigen errichtet. Gottlieb amtsbefugnisse d. raths d. gewerbverständigen einl. s. 10; der rath der gewerbverständigen, wie er jetzt (1831) in Köln besteht, ist erst allmählig zu dem geworden, was er jetzt zum wohl und besten der industrie ist. vorrede; wir Friedrich Wilhelm ... bestimmen ... dasz die in der Rheinprovinz bestehenden fabrikengerichte und der rath der gewerbe-verständigen zu Aachen fortan den namen: königliche gewerbegerichte führen sollen. verordn. von 1846 (s. preusz. gesetzs. s. 403).
 
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gewerbevertheilung, f.: dasz die trennung der gewerbe an sich kein festes fundament haben kann; weil durch den bloszen fortschritt der mechanischen künste .. einige gewerbe ... zu bloszen tagelöhnerarbeiten herabsinken ... indessen umgekehrt neue industriezweige entstehen, die gar nicht in die alte abtheilung passen. ... das alles würde statt finden, wenn auch die jetzt bestehende gewerbevertheilung das werk der richtigsten spekulation, und nicht ... ein gewebe von zufälligkeiten und falschen ansichten wäre. (J. G. Hoffmann) das interesse des menschen ... bei d. bestehenden zunftverf. 70.
 
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gewerbeverwaltung, f.: preusz. ministerialblatt der handels- und gewerbeverwaltung; etat der handels- und gewerbeverwaltung, s. stenogr. ber. d. preusz. abgeordnetenhauses (1905) 7, 9710.
 
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gewerbeverzeichnis, s. gewerbsverzeichnis.
 
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gewerbevolk, n.: aus dem ackerbauvolke wird das gewerbe- und handelsvolk, das um das jahr 1300 nur noch freie handwerker kennt. Griep bürgerkunde 55.
 
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gewerbe-, gewerbvoll, adj., s. gewerbereich: miszstände, wie das überbauen der häuser, die krummen anlagen der straszen, wo jeder nur sein plätzchen und seine bequemlichkeit im auge hatte, fallen in einem dunklen gewerbvollen zustande nicht auf. Göthe (Schweizerreise 1797) 43, 41.

 

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