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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewerbequelle bis gewerbereich (Bd. 6, Sp. 5577 bis 5578)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewerbequelle, s. DWB gewerbsquelle.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsrat, m. mit collectiver und individualisierender bedeutung.
1) die individualisierende bedeutung: consiliarius. eben so sind fabrikinspectoren, gewerbsräthe nüzlich, wenn sie keine unmittelbare einwirkung auf die gewerbe haben sollen, sondern nur angestellt sind, um für vervollkommnung der gewerbe zu arbeiten, die regierung und das volk auf neue nüzliche zweige aufmerksam machen. Joh. Karl Leuchs gewerb- u. handelsfreiheit 221; gewerbsräthe blos zu dem zwek anzustellen, dasz sie jedem anfragenden unentgeldlich rath geben ... möchte ein in hinsicht auf den zwek und nuzen viel zu kostbares mittel sein. 222; den von den gewerbräthen abgehörten zeugen wird eine summe taxiert. Gottlieb amtsbefugnisse des raths d. gewerbverständigen 131; die gewerbetechnischen räthe werden von mir ... ernannt und führen den titel regierungs- und gewerberath. s. preusz. gesetzs. 1891, 165.
2) die collectivbedeutung: consilium, vgl. der rath der gewerbeverständigen, s. das letztere. der gewerberath ist die frei gewählte behörde aller innungen einer stadt oder eines bezirks ... die mitglieder des gewerberathes werden vereidet. entwurf e. allg. d. handwerker- u. gewerbeordn. 1848; für jeden ort oder bezirk, wo wegen eines erheblichen gewerblichen verkehrs ein bedürfnisz zu einem gewerberathe obwaltet, soll ein solcher ... errichtet werden. preusz. verordn. von 1849 (gesetzs. s. 93); sollte der maler erst um erlaubniss nachsuchen einen buchbindergehülfen zu halten oder überhaupt pappsachen anfertigen zu dürfen, der arme mann wäre mit frau und kindern dem elende erlegen, bevor der bescheid des gewerberaths angelangt wäre. Born die bürgerl. existenz ist gesichert (1849) 9.
 
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gewerberaum, s. DWB gewerbsraum.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsrecht, n. , mit individualisierender und mit collectivbedeutung des zweiten compositionstheils.
1) vgl. gewerbeberechtigung, gewerbeprivilegium. gewerberecht, right or privilege of exercising a trade or profession. Hilpert 1, 463c.
a) bäcker, kuchenbäcker und pfefferküchler erhalten nur einerlei bäckergewerbeschein und mit diesem gleiche gewerbsrechte. preusz. gesetz über d- polizeil. verf. d. gewerbe v. 1811 (gesetzsamml. s. 270); der gleichzeitige betrieb unzünftiger gewerbe ist durch die von dem meister ausgeübten gewerbrechte nicht ausgeschlossen. Württemberg. gewerbeordn. v. 1828 (reg.-bl. s. 253); endlich kommt noch zu bemerken, dass ein zwischen einzelnen handels- und gewerbsclassen getroffenes übereinkommen über ihre gegenseitigen gewerbs- und handelsrechte ... ungültig sei. Barth-Barthenheim 1, 291; soweit ein gewerbebetrieb stattfindet, fordert das gesetz ... die gehörige beachtung fremder ausschliesslicher gewerberechte. entscheidung d. reichsger. in civils. (1897) 39, 33; dazu vgl.: den magistraten (steht) ... die verleihung der gewerbebefugnisse zu ... mit ausnahme der (ohnehin untersagten) ertheilung von realgewerberechten. Kleinschrod 86; mit einführung der neuen deutschen gewerbeordnung sind alle an dem betriebe von handwerken oder technischen gewerben haftenden realrechte aufzuheben. woher sollen jedoch (die) ... staatsbehörden ... den werth der ... auf fraglichen gewerbsrealitäten haftenden passiven ermitteln. entwurf einer allgem. d. handwerker- u. gewerbeordnung 1848.
b) alle in dem vereinsbezirke ansässige mit gewerbsrecht versehene mitglieder eines bisher schon zünftigen gewerbes ... sind gehalten, dem treffenden vereine ihres bezirkes beizutreten. bayr. verordn. betr. d. gewerbswesen v. 1826 (reg.-bl. s. 115); die abgaben, welche die gewerbtreibenden zu bezahlen hatten, bestanden ... in einer

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kaufsumme für das gewerbsrecht. Wilda gildenwesen (1831) 303.
2) die collectivbedeutung, vgl. DWB handwerksrecht: die aufnahme in das kaufmännische gewerberecht richtet sich nach den vorschriften der artikel 49—52. Württemb. gewerbeordn. v. 1828 (reg.-bl. s. 268); gerade die erfahrung lehrt mich, dasz ein solches directes eingreifen in das gewerbswesen und in das gewerbsrecht überhaupt unheil hervorruft. Stahl, s. stenogr. ber. d. Frankf. nationalvers. 775a; gewerberecht, der inbegriff der auf die regelung und controle des gewerbewesens gerichteten gesetze und verordnungen. Thiel 4, 426.
 
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gewerberechtlich, adj.: bei einigen ämtern fanden wir das prinzip der amtsbürtigkeit, das im geraden gegensatz zu dem zunftzwang nicht die gewerberechtliche einbeziehung, sondern den personenrechtlichen abschluss fordert. Eberstadt ursprung des zunftwesens (1900) 128.
 
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gewerbereferendar, m., neuerer titel, vorstufe zu gewerbeassessor, gewerberat (vgl. auch unter gewerbeinspection).
 
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gewerbereform, f., Kaizel, der kampf um gewerbereform ... in Bayern (Schmollers forschungen 2, 1).
 
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gewerberegal, n., vgl. Thiel 4, 426.
 
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gewerbereglement, s. DWB gewerbsreglement.
 
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gewerberegsamkeit, f. gelegenheitsbildung, mit der eine in dem wort gewerbsamkeit ruhende vorstellung kräftiger herausgearbeitet wird: die ganze lage der dinge habe sich so gestaltet, dass ... eine entscheidende bewegung vorwärts unvermeidlich sei, wenn nicht Baiern ... bei einer sich allenthalben hervordrängenden gewerberegsamkeit ... sich weit zurückgeworfen ... sehen wolle. Mascher deutsches gewerbewesen (1866) 649.
 
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gewerbe-, gewerbreich, adj. , vgl. DWB gewerbearm, gewerbelos.
1) zu gewerbe - erwerb; gewerbreich stadt, emborium celeberrimum, urbs quaestuosissima. Stieler 1582.
2) gewerbreich, reich an gewerben, wo die gewerbe blühen. Rumpf 137: zu prüfung derer, die sich künftig als mühlenbau-, hauszimmer- ... meister ansetzen wollen, sollen in den gewerbreichsten städten commissionen errichtet werden. ges. über d. policeil. verh. der gewerbe (§ 98). s. preusz. gesetzs. 1811, 273; darauf folgte eine wanderung durch das gewerbreiche Elberfeld, wobei wir einige der bedeutenderen fabriken besichtigten. Friedr. Heinr. Ranke jugenderinnerungen 302; vielleicht war es gerade eine folge der geringen wirksamkeit der bank im gewerbereichen westen, dasz dieselbe eben damals, wo man über kapitalmangel allenthalben klagte, ihre gelder nur zum kleineren teile unterbringen konnte. W. Lotz gesch. d. d. notenbanken (1888) 56.

 

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