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gewerbepolizeilich bis gewerbequelle (Bd. 6, Sp. 5575 bis 5577)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewerbepolizeilich, adj.: darf demjenigen, dem die verwaltungsbehörde eine gewerbepolizeiliche konzession erteilt hat, diese nicht oder nur unter gewissen voraussetzungen wieder entzogen werden. Schultzenstein, s. verwaltungsarchiv (1903) 11, 383; gewerbepolizeiliche gesetze. entsch. d. reichsger. in civils. 55 (1904), 170; gewerbepolizeiliche verhältnisse. Landmann gewerbeordnung (1903) 1, 7; gewerbepolizeiliche zwecke. Rohrscheidt gewerbearchiv 3 (1904), 393.
 
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gewerbepolizeirecht, n.: in Elsass - Lothringen ist die gewerbeordnung erst am 1. januar 1889 eingeführt worden. indes wurde schon vorher in einigen wichtigen punkten eine übereinstimmung des gewerbepolizeirechts herbeigeführt. Landmann gewerbeordnung (1903) 1, 6.
 
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gewerbepolizeisection, f.: später beabsichtigte die gewerbepolizeisection im ministerium des innern (1809) die gänzliche auflösung des zunftwesens in Litauen. Rohrscheidt 176.
 
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gewerbepolizeivergehen, n.: hinsichtlich des ... gewerbepolizeivergehens ... sei die strafverfolgung ... verjährt. entsch. d. reichsger. in strafs. (1882) 6, 372.
 
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gewerbeprincip, n.: es war dies das handels- und gewerbe-princip, das auf der nationalen ständetafel des altgermanischen lebens nicht mit verzeichnet gestanden, und durch welches die entwickelung des städtethums von vornherein eine antifeudale richtung in sich aufnahm. Th. Mundt gesch. d. deutschen stände (2, 1) 274.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsprivilegium, n.
1) vorrechte, die einer gruppe, einer innung zustehen: die gesellen bildeten keine besondere gesellschaft ... durften ... keine eigenen handwerksartikel führen, sondern mussten sich vielmehr nach den gewerbeprivilegien richten. Rohrscheidt 15.
2) vorrechte, die einem einzelnen verliehen werden: jeder, welcher eine neue entdeckung, erfindung oder verbesserung im gebiete der gewerbe selbst gemacht hat, ... erhält, wenn er den nachgesetzten erfordernissen genüge leistet, ein gewerbsprivilegium. bayrische verordn. betr. d. gewerbswesen v. 1826 (s. regier.-blatt s. 140); auf den namen Wichmanns werden uns zwei gewerbeprivilegien aus

[Bd. 6, Sp. 5576]


Magdeburg überliefert. Eberstadt ursprung des zunftwesens 123.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsprodukt, n. vorwiegend im plural gebraucht, vgl. auch gewerbliche produkte. das compositum entspringt der neueren bedeutungsverengung von gewerbe: dasz ... auch dieser umstand keinen kleinen einflusz auf die ausfuhr deutscher gewerbs-produkte und die vergrösserte anzahl der gewerbetreibenden haben musz. Joh. Adam Weisz über das zunftwesen 88; zudem braucht man wirklich heut zu tage nicht so viele gewerbs-produkte, als noch vor hundert jahren. 84; das gleiche einl. s. 29 (gewerbeprodukt); sehr viel nachdruck wurde von seite der gewerbefreiheitlichen agitation auf das billigerwerden der gewerbsproducte in folge der aufhebung der zünfte gelegt. Kaizl kampf um gewerbereform (Schmollers forschungen 2, 1) 27; gewerbemuseum die ... für ständige ausstellungen von gewerbe- und industrie - produkten errichteten gebäude. Lueger 4, 647; da kann er (der staat) sich der einschränkung der meister, auf die der nachfrage nach ihren gewerbprodukten angemessene zahl, als eines wirksamen ... mittels bedienen, das ... verhütet, dasz sich nicht mehrere mit dem handwerksbetriebe beschäftigen, als es ... heilsam ist. Völker (1801) 55; dass manche sich gesellen fremder oder verwandter gewerbe halten, um durch diese ihren gewerbs-producten eine nicht auf rechtliche weise erzielte veredelung zu geben. entwurf einer allgem. handwerker- u. gewerbeordnung f. Deutschland (1848) s. 13. dazu gewerbeproduktion, f.: alle oben angegebenen betriebe als fabrikmässige betriebe angenommen, bilden die in der kapitalistischen gewerbeproduktion beschäftigten arbeiter 0,73 ^% der gesamtbevölkerung des landes (Georgien). zeitschr. f. d. gesammte staatswissensch. erg.-heft 1, 119 (1901).
 
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gewerbeprotokoll, s. DWB gewerbsprotokoll.
 
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gewerbeprozess, m.: die angeblich zu weite entfernung des ordentlichen gerichts ist allerdings ein grund, der zu einem theile unwiderlegbar ist, nur dass er, weil es ausser den gewerbeprozessen noch recht viele andere, der schleunigen erledigung bedürfende rechtsangelegenheiten giebt, zu viel beweist. Kowalzig bestrafung des arbeitsvertragsbruches (1875) 14.
 
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gewerber, gewerbe, m. nomen agentis zu gewerben, vorwiegend in der bedeutung, die sich mit gewerbe = commercium berührt, vgl. gewerbend unter gewerben.
1) eine allgemeinere bedeutung scheint vereinzelt zur geltung zu kommen: wir vorbannen ... alle, die do frevelich lemen, wunden, todten, fahen, gefangen legen und auffhalten die patriarchen, ertzbischoffen und bischoffen und ihre gewerben. Luther (bulla coen. domini) Weim. 8, 698; also erscheinen auch gessellen, gemeiner, gewerber, pundtsleuth etc. einander (als geister): dz allen zeichen sind, jhrs ellenden wesens abzustehen. Paracelsus (de animabus mortuum) 2 (1616), 273 (dieselbe stelle in des Erasmus Francisci höll. Proteus [1695] 135).
2) meist jedoch herrscht die engere bedeutung vor, sie läszt das wort bis in den anfang des 19. jahrh. heranreichen: da (auf dem conzil zu Konstanz) send so vil fürsten, herren, ... und die grosz gewerben von aller kaufmanschaft (gewesen). Burkh. Zink, s. deutsche städtechron. 5, 66; (wir, die hauptleute der bauern) fugen ewer furstlichen hochwirdigkait (bischof Konrad v. Würzburg) zu wissen, das wir uns im namen unsers herren Jhesu Christi zu uffrichtung seines hailigen, ewigen worts, auch erledigung vilfeltiger, unchristlicher betrangung und beschwerung, dem göttlichen wort entgegen, so den gewerbern, handtieren, auch witwen und waisen biszher manigfeltigklich aufgeleget und begegnet, ... zusamen getan ... schriftstück von 1625 bei Baumann quellen z. bauernkrieg aus Rotenburg 432; der gewerber und der handelsmann schafft seine waaren schnell; der bauer langsam. Schlosser (polit. fragm.) kl. schr. 2 (1780), 248. Heynatz, der diesen beleg 2, 55 gibt, merkt dazu an: der gewerber statt derjenige, welcher ein gewerbe treibt, ist wenigstens nicht sprachähnlich gebildet; aber auch der fleissigst arbeitende gewerber musz sich täglich unausgesetzt anstrengen. Joh. Ad. Weisz über das zunftwesen (1798) 127; jede stadt und jeder ort ist ... nichts anders als eine

[Bd. 6, Sp. 5577]


sammlung einzelner menschen, die durch ihren einflusz auf das ganze ihrer gegenseitigen verhältnisse auf eine nämliche weise auf einander segnend und verheerend einwirken, wie der einzelne gewerber auf seine umgebungen und besonders auf die verhältnisse, in denen er zu seinen, ihm arbeitenden und von ihm und seiner gewerbsamkeit abhänglichen, menschen steht. Pestalozzi (ansichten über industrie, erziehung und politik) 9, 75.
 
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gewerbequelle, s. DWB gewerbsquelle.

 

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