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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewerbemitglied bis gewerbepatent (Bd. 6, Sp. 5569 bis 5574)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewerbemitglied, gewerbemittel, gewerbemonopol, s. gewerbsmitglied u. a.
 
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gewerbemuseum, n.: gewerbemuseum die ... für ständige ausstellungen von gewerbe- und industrieprodukten errichteten gebäude. Lueger 4, 647; landesgewerbemuseum zu Stuttgart. ebenda; gewerbemuseum, s. DWB kunstgewerbe. Thiel 4, 426; zwei Berliner herren vom gewerbemuseum waren über die mühlen in streit geraten, speziell über ihren ursprungsort. Fontane (der Stechlin 1, 10), s. 372.
 
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gewerben, verb. , verstärktes werben, s. d. vgl. Graff 4, 1231 (kehweraban), 1234 (gahwarbjan); mhd. wb. 3, 726a (gewerben) Lexer 1, 985; nachtr. 208. die althochdeutsche periode läszt zwischen starkem und schwachem verbum unterscheiden, wobei dem ersteren intransitiver, dem zweiten transitiver gebrauch zukommt. schon für die mittelhochdeutsche

[Bd. 6, Sp. 5570]


zeit geben die formen der überlieferten belege keinen anhalt mehr für diese unterscheidung, und auch der bezeugte transitive gebrauch läszt sich als secundäre weiterbildung vom intransitiven ableiten.
1) die grundbedeutung kommt am reinsten in einem späten (mitteldeutschen) belege zum ausdruck:

den vlegel hoeb er van der erden;
er doucht im ze lîchte, do liess er im gewarben;
onder de haiden warf er in dar,
2 Turke blîben dort derobe. fragment bei
Roth denkm. 87, 3.

zu der vorstellung der bewegung verallgemeinert liegt die sinnliche bedeutung wenigstens dem gebrauch der althochdeutschen übersetzer zu grunde, die gewerben für converti, reverti einsetzen. auf derselben grundlage beruht auch die mittelhochdeutsche verwendung, die das streben nach einem ziel kennzeichnet. in all diesen fällen ist der gebrauch intransitiv.
a) althochdeutsches gewerben = converti, reverti: dedit legem per Moysen ut uel per ipsam reuerteretur ad amorem dei et operationem iustitie. gab dhuo got moysi euua dhazs ir dhoh in dheru chihuurfi zi gotes minniu endi zi rehtnissa uuerchun. Isidor 29, 15 Hench s. 30; quia pius est deus expectat nos cottidiœ conuerti in melius. peitoot vnsih tagalihhin kehuueraban in pezzira. Keros bened.-regel 7 Hattemer 1, 52b, ähnlich auch 1, 38.
b) die weiterentwicklung in der mittelhochd. dichtung.
α)

nâch dir gewarb ich offenbæres nie:
diu zuht was ie in mîner huote. meister
Heinrich Teschler, Bartsch 92, 14.


β)

der nie gewarp nâch schanden
ein wîl zuo sînen handen
sol nu dise âventiure hân
der werde erkande Gâwân.
Wolfram v. Eschenbach Parzival 338, 1;

daʒ ich so lasterlichen hie
verderben mʒ, und ich doch nie
gewarb nâch keinem laster.
Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 5359 (var. neben warb);

do riefent si (die gropierer) vil sêre
'ay êre uber êre,
wie dirre tugende rîcher man
gewerben wol nâch êren kan!'
Rudolf v. Ems Willehalm 7460 Junk,

ebenso K. v. Würzburg Partonop. 9824 u. a.
2) die hauptverwendung der mittelhochdeutschen dichtung beruht auf einer gebrauchsform, in der die vorstellung der bewegung zum begriffe der thätigkeit verblaszt.
a) dazu leiten solche wendungen über, die das ziel der bewegung oder die eigenart der thätigkeit in einem besonderen satz oder in adverbialen formen zum ausdruck bringen. dadurch wird dem verbum selbst der vorstellungsgehalt entzogen.
α)

der kunich Hêlius Adrîânus,
dô gewarf (gewarp) er alsus:
er begunde di stat ze lieben,
harte wol zieren. kaiserchron. 7221 Schröder, ebenso 6009;

dô gewerf er leider ubele. 6839. 5386;

dô gâhte vaste ûʒem bade
der herzoge Orilus.
Jeschûte und er gewurben sus.
diu senfte süeʒe wol getân
gieng ouch ûʒ ir bade sân
an sîn bette: dâ wart trûrens rât.
Wolfram v. Eschenbach Parz. 273, 14, ähnl. Partonop. 6009;

und klagende sprach er (Kurvenal) wider sich:
'got hêrre, wie gewirbe ich?
i' ne wart alsus besorget nie'.
Gottfried v. Straszburg Tristan 2358 Bechstein, ebenso 11965. 2480;

swie sie gewurben in der vrist,
swaʒ man gesprach oder getreib,
Lucia von in stete bleib. pass. 29, 68 Köpke, ebenso Freidank 176, 2.


β)

als ich iu von in beiden
wærlîche mac bescheiden,
wie er gefuor und sî gewarp (vgl. die variante gevert
für gewerbe oben sp. 5492).
Gottfried v. Straszburg Tristan 1815;

(Heintz Slecht) ... het ein eid ze den heilgen gesworn, dz er hinnanhin wider den burgermeister, die rät, wider die burger noch wider gemein statt Zúrich noch wider nieman der z inen gehört, niemer getn noch gewerben sol mit geistlichen noch mit weltlichen gerichten noch

[Bd. 6, Sp. 5571]


ane gericht noch mit deheinen andern sachen. Züricher stadtbücher 1, 312.
γ)

dô Friderich ûʒ Ôsterrîch alsô gewarp,
dêr an der sêle genas und im der lîp erstarp,
dô fuort er mîner krenechen trit in derde.
Walther 19, 29;

der junge degen zier
alsô ritterlich gewarb
daʒ dâ von sinen handen starb
under in der frst.
Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 4777 Regel;

mîn vorhte ist grôʒ in manege wîs
wie ich alsô gewerbe
daʒ niht an uns verderbe
mîn lîp und iuwer êre.
Konrad v. Würzburg Engelhard 3345 Haupt, ebenso Partonop. 14594. 14367;

diu vil hêre wil mich lân
nâch ir gruoʒe sterben ...
in kan niht gewerben
daʒ ir wol stênden ougen klâr
iht wellen ruochen mîn.
Gottfried v. Neifen 4, 21 Haupt.


δ)

waz ist hie dîn gewerben
bî deme der nû wil sterben? das alte passional 332, 49 Hahn; der gleiche reim in Pfeiffers marienlegenden 71.


b) hieran knüpft ungezwungen secundär entwickelter transitiver gebrauch an:
α)

dat ich im baʒ entseggen kan
denne er es umbe mich gewerben kunde.
H. v. Veldeke (nach B. C.), vgl. minnes. frühl. 257;

herre, warumm hât ir mich
besant? ... mget ir
mit mir ihts gewerben,
daʒ lâʒ ich niht verderben.
Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 8937;

mer kunden si't noch gewerven,
dat si uch mochten entsetzen ind enterven,
si soulden 't node laissen. die weberschlacht 501, s. deutsche städtechron. 12 (Köln) 257.


β)

nu bitet Sîfridenfüern die botschaft:
der kan si wol gewerbenmit ellenhafter kraft. Nibelungen 498, 2 Lachmann;

sô einer eine botschaft hovelîchen gewerben kan oder eine schüʒʒel tragen kan ... sô sprechent etelîche liute: 'wech! welch ein wolgezogen kneht daʒ ist'. Berthold v. Regensburg (7 von den engeln) 1, 96 Pfeiffer;

nu ist der reise zît mir schîn
sô kurz daʒ ich halben tac
niht für dis stunt gebeiten mac:
dâ von sô hân ich sorgen pfliht,
wan ich mac gewerben niht
sô kurzlîch ein reise. Reinfrid v. Braunschweig 7868 Bartsch;

ouch sol ir enkeiner bi sinem eide alle die wile, so si in bsse von unser stat Zúrich sint, enkein ding niemer gewerben weder an herren noch an stetten noch an nieman anders, da von dise bsse muge ab gan dekeines weges. Züricher stadtbücher (verbannung v. 12 ratsmitgliedern 1336) 1, 104; swer der danne ist der der sache werber gewesen ist, der si einer oder me, wann er si selbe niht gewerben mohte. Augsburger stadtrecht 11. art. 1 Meyer.
3) der neuhochdeutsche gebrauch geht andere bahnen. ein niederdeutscher beleg knüpft allein an die eben besprochene verwendung an. die übrigen belege nehmen die engere richtung auf erwerben und scheinen von der parallele gewerbe = negotium, commercium beeinfluszt.
a) dat he en selven mit sinen ghebede nicht helpen en kan unde he sick mit sinen ghebede teghen gode nicht geschicken noch ghewerven en kan. Veghe 214 Jostes.
b) bei der engeren richtung auf den erwerb sind es namentlich auch participialformen, die diesen bedeutungswandel stützen, vgl. werbender man, werbendeʒ gût mhd. wb. 3, 724b. Lexer 1, 770. auch in anderen verbalformen ist der gebrauch intransitiv (doch vgl. das beispiel aus Auerbach).
α) participialformen: die gewerbenden un handwerchlüt. Freiburger statuten (1520) s. 92, vgl. oben sp. 5512; damit der gmain gewerbent und durchraissend mann desto statlicher handlen und wandlen, auch reiten, faren und zu fuess geen kann, ist ... fürgenommen ... das iemant ... in die lantstrassen oder dorfgassen ... mist oder tunget darin machen ... sol. weisthum v. Silz (österr. weisth. 3, 41); so sind schon itzt wieder, und zwar von allen politischen parteien wenn schon in

[Bd. 6, Sp. 5572]


abweichendem maasse, neue plane zu weiterer ausdehnung des einflusses der gewerbenden klassen im gange. Mohl staatsrecht (1860) 1, 37; es könne ... unmöglich eine trefflichere einrichtung geben, als diejenige, welche die bauern und die kleineren auf dem lande wohnenden und gewerbenden menschen unter eine solche ... schirmherrschaft und obhut stellte. Arndt erinn. aus d. äuszeren leben 294.
β) sonstige verbalformen: im handell und gewerben mit blossem gelt. Luther gr. sermon v. d. wucher (6, 54 Weimar); wen ich hundert gulden hab, und damit gewerben soll, mag mir hundertherlei far begegen, das ich nichts gewinne. s. 53; sie fühlte ihre beste kraft brach liegen ... in dem kleinen hausstand ... sie wollte etwas gewerben. Auerbach edelweisz 234; er g'wirbet und g'wärbet (Solothurn). Schild 97, 440. vgl. gewerbig.
 
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gewerbeniederlassung, s. gewerbsniederlassung.
 
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gewerbeopferung, s. DWB gewerbsopferung.
 
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gewerbe-, gewerbsordnung, f. , vorwiegend auf den mittleren gebrauch von gewerbe zielend. zur bildung vgl. DWB kirchenordnung, DWB zunftordnung u. a.; die form gewerbsordnung ist hier auf die ältesten belege beschränkt.
1) in der anlehnung an typen wie zunftordnung, handwerk-, gewerksordnung (vgl. z. b. handwerksordnung für Westpreuszen 1774) macht sich zunächst der engere begriff von gewerbe geltend. hierher gehört der älteste beleg für das compositum, ebenso einige andere beispiele aus der fachwissenschaftlichen litteratur: das zunftwesen ... wurde von gedachtem kaiser (Carl VI.) ... gereinigt, denn er befahl unterm 29. november 1724 zum behufe einer generalgewerbs- und zunftordnung eine specification aller handwerker. Barth-Barthenheim 1, 43; der rechtsgelehrte und der geschichtforscher betrachten das gewerbswesen auf verschiedene art, jener zieht aus den gewerbsordnungen das gemeinsame heraus und stellt darnach die allgemeinen rechtregeln auf. Mone über die gewerbe im 14. und 15. jahrh. (s. zeitschr. f. gesch. des Oberrheins 2, 3); so gab der bischof von Speier 1716 der weberzunft in seinen ämtern Kislau und Rothenberg eine gewerbsordnung. 9, 138; ebenso (policeiliche gewerbsordnung für die schneider) 10, 85; früher haben sie (die gewerbe) sich eine ordnung selbst gegeben und mit gutem erfolg; nicht vom staate sind die ersten gewerbeordnungen ausgegangen, und erst als die regierungen hineingriffen und die gewerbeordnungen machten, fielen sie so aus, dasz sie den gewerben eine last waren, statt eine förderung. F. J. Stahl, s. stenogr. ber. d. Frankf. nationalvers. 775b; ich selbst habe aus den petitionen entnommen, dasz jeder einzelne gewerbstand eine bestimmte idee hat — ja sogar realität, denn das, was für ihn passt, ist seine gewerbsordnung; wenn wir eine allgemeine gewerbsordnung machen, so wirken wir auf die bestehenden zustände nachtheilig ein. 776a.
2) auch in den theoretischen erörterungen, die die forderung einer gewerbeordnung als ein gegengewicht gegen die gewerbefreiheit aufstellten (s. o.), ist da, wo der umfang des begriffes gewerbe überhaupt gekennzeichnet erscheint, an den engeren begriff des handwerks gedacht, vgl.: freilich ist, nachdem obige verordnungen ins leben traten, das fabrikatwesen in Preuszen sehr gehoben, und handel und gewerbe haben ... eine bedeutende lebendigkeit gewonnen; allein desungeachtet hört man auch dort die gewichtvollsten beschwerden über die schlimmen folgen der gewerbefreiheit, und die wiedereinführung einer mehr geregelten zunftverfassung ist wiederholt gewünscht, auch ist nach einem desfalsigen antrage der preuszischen stände die abfassung einer zweckmäszigen gewerbe-ordnung von der regierung genehmigt. Huwald über gewerbefreiheit u. gewerbeordnung s. 21; um den regen wetteifer aller arbeitenden kräfte und das streben nach immer höherer technischer vervollkommnung in ganz Deutschland zu erhalten ... wird das princip der freien concurrenz festgehalten; um aber jeden zur vorbildung seiner arbeitskräfte zu nöthigen ... um einen tüchtigen handwerkerstand in Deutschland zu erhalten, wird durch eine gewerbeordnung festgesetzt, an welche bedingungen die befugnisz eines jeden gewerbes geknüpft ist. stenogr. ber. d. Frankfurter nationalvers. 693a; es scheint fast, als wenn der goldene

[Bd. 6, Sp. 5573]


boden, den das handwerk nach dem sprichworte hat, in vielen gegenden, und namentlich in Preussen durch zu weit gegriffene gewerbsfreiheit risse und sprünge bekommen hätte. ... ich frage also den volkswirthschaftlichen ausschuss, ob die vorlage der gewerbeordnung, die meines wissens, schon vor der zweiten lesung der grundrechte versprochen war, bald zu erwarten sein wird. 4408b. vgl. auch Blesson über gewerksordnungen und gewerbefreiheit (Berlin 1832).
3) viel weiter dagegen greift die praxis der gesetzgebung in den einrichtungen, die sich als gewerbeordnung kennzeichnen.
a) den namen selbst trägt erst die württembergische ordnung von 1828: in folge dessen verordnen und verfügen wir ... (art. 1. gegenstand der gewerbeordnung) das gegenwärtige gesetz umfasst alle diejenigen gewerbe, welche der ... staatssteuer unterliegen. reg.-blatt 238. die preuszische gesetzgebung von 1811 war als gewerbepolizeiedikt ins leben getreten, die bairische von 1826 führt den namen: verordnungen betreffend das gewerbewesen. erst die preuszische ordnung von 1845 nannte sich ebenfalls gewerbeordnung. um dieselbe zeit aber wurde bereits die forderung einer allgemeinen deutschen gewerbeordnung aufgestellt, die sowohl in der litteratur als in den parlamentarischen verhandlungen um die mitte des 19. jahrh. vertreten wurde, vgl.: Kleinschrod, beiträge zu einer deutschen gewerbeordnung mit rücksicht auf die bayerische gewerbsgesetzgebung (Augsburg 1840); die bedingungen für den aufenthalt und wohnsitz werden durch ein heimatgesetz, jene für den gewerbbetrieb durch eine gewerbeordnung für ganz Deutschland von der reichsgewalt festgesetzt. entwurf des ausschusses für volkswirthschaft der Frankf. nationalvers. (stenogr. ber. s. 689b); vgl. dazu den gegenantrag: jene für den gewerbebetrieb durch die gewerbeordnungen, welche die einzelnen regierungen erlassen werden. stenogr. ber. 1075b; die hohe versammlung wird aus dieser zusammenstellung (der petitionen zur gewerbeordnung) ersehen, wie verschiedenartig die ansichten über den entwurf einer allgemeinen gewerbeordnung für Deutschland sind. ... der ausschusz ist insbesondere durch den eben ... erwähnten grund und durch andere in dem berichte niedergelegte gründe zu der ansicht ... gelangt, dass es nicht angemessen erscheint, der hohen versammlung in diesem augenblicke, und bei der lage der sache eine sofortige berathung der deutschen allgemeinen gewerbeordnung zu empfehlen. s. 5423. vgl. auch s. 762b. 764a. 764b u. a. dazu vgl. die verhandlungen der deutschen verfassunggebenden reichsversammlung zu Frankfurt 2 (ausschuszberichte und protokolle), 269 ff., und ebenso vgl.: entwurf einer allgemeinen handwerker- und gewerbeordnung für Deutschland. berathen und beschlossen von dem deutschen handwerker- und gewerbecongresz zu Frankfurt a. M. 1848. Breslau; der entwurf einer gewerbeordnung ist von ihnen mit der eingehenden sorgfalt berathen worden, welche der wichtigkeit und vielseitigkeit seines inhalts entsprach. thronrede zum schlusz des reichstages des norddeutschen bundes 1869, s. Bismarcks reden 4, 259. vgl. endlich die gewerbeordnung für das deutsche reich von 1872.
b) schon in die württembergische gewerbeordnung von 1828 waren die kaufleute einbezogen; 3. abschnitt. von dem kaufmännischen gewerbe insbesondere ... der kaufmännische detailhandel gehört nach der beilage unter die zünftigen gewerbe. der handel in grösseren parthien ... ohne offenen laden ist gegen entrichtung der gesetzlichen abgaben jedem, den nicht dienst-verhältnisse davon ausschliessen, gestattet. (reg.-bl. s. 268). seitdem erweiterte sich der kreis der gewerbetreibenden mit jeder neuen ordnung. immerhin grenzt die gewerbeordnung des deutschen reiches den kreis der gewerbetreibenden enger ab als die gewerbestatistik. vgl. oben sp. 5478.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbeordnungsmäszig, adj.: unrichtig ist ... die meinung ... weil das (braunschweigische) landesgewerbegesetz vom 3. august 1864, soweit darin den gewerbetreibenden gewerbeordnungsmässige rechte zugesprochen seien, durch die reichsgewerbeordnung ... aufgehoben sei. entsch. d. reichsger. in civilsachen (1884) 11, 187.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbeordnungsnovelle, f.: Rickert, gewerbeordnungsnovelle (1874).

[Bd. 6, Sp. 5574]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewerbeorganisation, f.: er (Schrader, corporative organisation des handwerks) will gewerbefreiheit und gewerbeorganisation neben einander bestehen wissen. Borst notwendigkeit der konkurrenzbeschränkung (1881) 22.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbe-, gewerb-,gewerbsort, m. (n.), wie gewerbedorf (s. d.) geht das wort im gegensatze zu gewerbestadt (s. d.) vom jüngeren engeren begriffe (gewerbl. betrieb) aus: bei herannahender mannesreife bin ich im laufe mehrerer jahre Deutschland durchwandert zur lehr und lust; ich kenne seine vorzüglichsten hofstädte, handelsplätze und gewerbörter. Jahn (deutsches volksthum) 1, 149 Euler; die afferei des unpassenden prunktons, den so viele einzelne mitglieder zunftbürgerlicher stadt- und ortsbehörden einiger unserer gewerbsorte ... angefangen haben, sich zu erlauben. Pestalozzi 9, 78; wodurch wurden Hamburg, wo noch zunftrecht gilt, und wodurch die blühenden städte des auslandes so bedeutend? doch nicht dadurch, dasz, indem sie zu einer groszen bedeutung gediehen, ihr wachsthum durch concessionisten oder neben ihnen bestehende gewerbsorte gehemmt wurde? Huwald über gewerbefreiheit 28.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewerbe-, gewerbspatent, n.: werden übrigens die gewerbspatente den zu besteuernden gewerbsleuten nicht auf immer ertheilt. Lotz revision 4, 210; fabrikanten und händler aus dem grossherzogthum Hessen .. haben sich ... ein ... gewerbzeugniss darüber auszuwirken: dass sie ... durch auslösung des gesetzlichen gewerbepatents ... die befugniss erworben haben, ... waarenaufkäufe zu machen. Zeller gewerbepolizei (polizeiwissensch. 12, 1) 135; gegenstand der ertheilung eines gewerbspatentes ist jede neue nützliche erfindung und verbesserung im gebiete der gewerbsindustrie. Kleinschrod 204.

 

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