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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewerbeleitung bis gewerbemitglied (Bd. 6, Sp. 5565 bis 5569)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  gewerbe-, gewerb-,gewerbsleitung, f.: ein achter nachtheil ist, dasz durch geschlossene zunftverfassungen dem staate in mancherlei hinsicht die richtige gewerbleitung sehr erschwert ist. Völker 40; von anbeginn der regierung sr. majestät, ward die tendenz der handels- und gewerbsleitung mehr beschränkend ... als jedoch im jahre 1809 und 1810 ... die industrie ... den höchsten schwung erreichte, sprach die gewerbs- und handelsleitung den grundsatz der liberalität aus. Barth - Barthenheim österr. gewerbs- u. handelsgesetzkunde 1, 54.
 
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gewerbeleute, s. DWB gewerbsleute.
 
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gewerbelocal, s.gewerbslocal.
 
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gewerbe-, gewerblos, adjectiv, mit verschiedenartiger bedeutung des ersten compositionstheils, je nachdem das wort öffentliche oder private geltung gewinnt.
1) auf landschaften und völker bezogen führt das adjectiv den mittleren begriff von gewerbe ein: da auch Spaniens zum theil äusserst gewerblose staaten, im jahre 1768 ... mit vielen hundert deutschen fabrikanten ... bevölkert wurden. Joh. Adam Weisz über das zunftwesen 88; dieses dünnbewohnte, gewerblose land (Ruszland)

[Bd. 6, Sp. 5566]


wird uns nur einen schwachen widerstand leisten. Pertz aus Steins leben 1, 298, vgl. gewerbearm.
2) auf einzelne bezogen führt es die bedeutung erwerb ein, vgl. DWB erwerblos th. 3, sp. 1061: und weder das publicum, noch einzelne personen werden mehr ungemach erfahren, wenn gewisse klassen von manufacturisten gewerblos, als wenn soldaten verabschiedet werden. Garve verdeutsch. des Adam Smith (4, 2) 3, 71; zum volk gehört mehr als müszige zehrer, hungerer und lungerer und gewerblose brückner und eckner. Jahn 2, 2, 485; wenn das unternehmen jener bank auch gelungen wäre: so würde sie doch, ohne das landeskapital im mindesten zu vergröszern, nur einen beträchtlichen theil davon klugen und nützlichen unternehmungen entzogen, und ausschweifenden und gewerblosen zugewandt haben. Garve a. a. o. (2, 2) 2, 77.
 
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gewerbelosigkeit, f. zu der ersterwähnten verwendung des adjectivs gehörend: es darf nicht übersehen werden, dass die verdorbenheit der fabrik-bevölkerungen oft nicht sowohl den verhältnissen der gewerbs-industrie zur last fällt, als vielmehr noch der zeit der gewerbelosigkeit, welche vor der errichtung der fabriken in einem ackerbauenden staate stattfand. Mohl württ. gewerbs-industrie 1, 59.
 
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gewerbelustig, s. gewerbslustig.
 
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gewerbe-, gewerbmann, m., s. DWB gewerbsmann.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsmäszig, adjectiv. jüngere bildung, die vom anfang des 19. jahrh. ab, erst in spärlicher verwendung, dann in wachsender ausdehnung, den sprachgebrauch beeinfluszt. schwierigkeiten verursacht die bedeutungsabgrenzung, da der allgemeine sprachgebrauch andere wege einschlägt, als die rechtssprache, die das wort neuerdings ganz besonders begünstigt. diese sondersprache läszt sich nebenbei auch vom allgemeinen sprachgebrauch beeinflussen, ebenso von dem bedeutungswerth der beiden im compositum vereinigten worte. am sichersten geht die juristische definition da, wo sie den begriff der gewerbsmäszigkeit aus der wortverbindung ein gewerbe aus etwas machen (vgl. sp. 5525) gewinnt und das entscheidende moment darin sieht, dasz die absicht auf fortgesetzten erwerb ... gerichtet ist. (entscheidungen des reichsgerichts in strafs. [1886] 14, 30). denn in der that der juristische begriff gewerbsmäszig faszt gewerbe einerseits als erwerb auf, und zwar in der engsten anlehnung an den begriff quaestus, der sonst unter den compositis und ableitungen so wenig gepflegt wird. an diesem begriff von quaestus ist andererseits die vorstellung einer wiederholung, einer fortsetzung der thätigkeit, also das oben (sp. 5499) besprochene moment der dauer stark herausgearbeitet. und eben dieses moment der dauer ist für den allgemeinen sprachgebrauch an gewerbsmäszig ausschlaggebend. hier ist gewerbe in der umfassenden bedeutung von erwerbsthätigkeit, profession, beruf (vgl. sp. 5519) übernommen und von hier aus entwickelt es den begriff der gewohnheitsmäszigen ausübung von handlungen, die durch den lebensberuf gegeben sind. gewinnsüchtig, gewohnheitsmäszig, das sind bis jetzt die äuszersten pole der entwicklung von gewerbsmäszig innerhalb der rechtssprache einerseits, in dem allgemeineren sprachgebrauch andererseits. im mittelpunkt steht die vorstellung der fortgesetzten thätigkeit, die sich auf der einen seite in der richtung auf gewerbe, quaestus verflüchtigt, auf der andern in der annäherung von gewerbe an profession, beruf kräftigt und ausbildet. zur form ist hervorzuheben, dasz gewerbsmäszig, namentlich neuerdings, durchaus überwiegt, dasz aber die älteren belege auch gewerbemäszig aufweisen.
1) der allgemeinere sprachgebrauch: so bildete sich dort eine gewerbmäszige räuberei, die wegen der unterdrückung des landvolks durch einzelne burgherrn stets zuwachs erhielt. Jahn (merke z. d. volksthum) 2, 2, 671 Euler; aber der gewerbmäszige betrieb der liebe hatte sich noch nie so unmittelbar und ausgemacht mit dem beruf der schauspielerin selbst verbunden, als es heutzutage im napoleonischen kaiserreiche der fall ist, wo von allen an den theatern engagirten actricen mehr als drei viertel ... die geschäfte der käuflichen Venus in einer vollständigen organisation ... betreiben. fast alle schauspielerinnen theilen jetzt ihre zeit und ihren beruf

[Bd. 6, Sp. 5567]


zwischen der kunst und dem liebesgewerbe. Th. Mundt Paris u. Louis Napoleon 2, 89 (die liebe blosz als industriezweig und ohne alle sinne zu treiben. 99); wo die allenfalls eingeführte einkommensteuer das erträgniss der gewerbsmässig betriebenen arbeit ausser berechnung lässt ... da entspricht die gesonderte auflage einer schatzung auf den gewerbeverdienst vollkommen dem principe der gleichen ... steuerpflichtigkeit. Fentsch im d. staatswörterbuch 4, 341; auch in der groszen stadt Berlin hatte der umsichtige finanzmann wenig von der vorsicht angenommen, welche den gewerbsmäszigen bettler abzuweisen befiehlt. G. Freytag (Karl Mathy) 22, 381; als sohn eines braunschweigischen ministers (v. Schleinitz) und als gewerbsmäsziger diplomat an das hofleben ... gewöhnt. Bismarck ged. und erinner. 1, 123; vor erbauung der eisenbahnen hat es zeiten gegeben, in denen nach überschreitung der grenze ein österreichischer beamter zu dem preuszischen courier in den wagen stieg, und unter assistenz des letztern die depeschen mit gewerbsmäszigem geschicke geöffnet, geschlossen oder excerpirt wurden, bevor sie an die gesandtschaft in Wien gelangten. 1, 229; auf dem ganzen Schwarzwald und wohl auch in andern katholischen gegenden gibt es leute, die gewerbsmässig für andere wallfahrten. Hansjakob bauernblut 171.
2) der gebrauch in der rechtssprache.
a) bedeutungsfeststellungen: schwanken zwischen den begriffen gewohnheitsmäszig und gewinnsüchtig, anlehnung an gegensätze im bedeutungsinhalt von gewerbe: mit dem 'gewerbsmässig' hat nur ein betrieb als dauernde einnahmequelle, als ein regelmässiger im gegensatz zu einem bloss gelegentlichen betriebe bezeichnet werden sollen. entscheidungen d. reichsoberhandelsgerichts (1875) 14, 118; der gegenstand einer erfindung wird 'gewerbsmässig' gebraucht, wenn er in einem gewerbebetriebe gebraucht wird. entscheid. d. reichsger. in civils. (1897) 39, 38; gewerbsmässig = gewerblich bedeutet also nicht bloss gegenstand eines gewerbes, sondern auch beihülfe bei und in dem gewerbe. Kohler patentrecht 434; der begriff des gewerbes und der gewerbsmässigkeit ist in der gewerbesteuergesetzgebung derselbe wie in der gewerbeordnung, im handelsgesetzbuch und strafgesetzbuch: er erfordert eine fortgesetzte öftere thätigkeit, die erkennbar das ergebniss eines entschlusses bildet, derartige handlungen öfter zum zwecke des erwerbs zu wiederholen. entscheid. d. preusz. kammergerichts v. 13. februar 1902, s. gewerbearchiv f. d. dtsch. reich 1, 679.
b) von einflusz auf diese verschiedenheit der begriffsbestimmung sind einzelne verbindungen des adjectivs, die sich im rahmen der rechtsanwendung immer wiederholen: eine reihe von begehungen erhält erst dadurch den charakter der strafbarkeit, .. dass sie in einer bestimmten art und weise begangen werden .. es gehören hierher: gewerbsmässiges glücksspiel, gewerbsmässige unzucht ohne polizeiliche kontrolle, gewerbs- oder gewohnheitsmässige hehlerei, gewerbsmässiges unberechtigtes jagen, gewerbs- oder gewohnheitsmässiger wucher. J. Kayser gewerbsmäszigkeit im glücksspiel 8.
α) die gewerbsmäszigkeit bedingt die strafbarkeit von handlungen.
1)) wer aus dem glücksspiele ein gewerbe macht, wird mit gefängnisz bis zu zwei jahren bestraft. reichsstrafgesetzb. § 284; für die annahme, dasz der kommissionsbericht der zweiten kammer mit den worten: 'alle hazardspiele', nur den gegensatz zu den 'gewerbemäszig betriebenen' habe ausdrücken, das erfordernisz der gewinnsucht aber habe beibehalten wollen, fehle es an jedem anhaltspunkte. entscheid. d. preusz. obertribunals 67, 56 (1872; abt. kriminalsachen); handelt es sich um ein gewerbsmässiges roulettespiel, so ist dann nur diese dritte person der eigentliche bankhalter und der aus dem spiele ein gewerbe machende. entsch. d. reichsger. in strafs. (1886) 14, 30; vgl. auch 14, 31; an der spitze dieser leute standen die grossen gewerbsmässigen bankhalter, wie sie der 'Hannoversche spielerprozess' der öffentlichkeit vorgeführt hat. Kayser gewerbsmäszigkeit im glücksspiel 42; die angeklagten sagen selbst, sie seien keine gewerbsspieler, sondern nur einem hohen grad von leichtsinn

[Bd. 6, Sp. 5568]


verfallen ... deshalb liegt nachweisbar gewerbsmässiges glücksspiel bei ihnen nicht vor ... sie hatten doch mittel, um das spiel einmal beginnen zu können ... würde mittellosigkeit vorgelegen haben, so würde § 284 sich leichter haben anwenden lassen. strafkammer-urteil im Berliner 'harmlosenprozesz' nach zeitungsber. (1899); dasz der rektor S., wenn auch nicht geradezu gewerbsmässig, so doch zu wiederholten malen in offener wirthschaft am hasardspiele sich beteiligt habe. M. Bücking rektor Siebrand s. 194.
2)) mit der im § 274 (diejenigen, welche aus der kuppelei ein gewerbe machen, sind mit zuchthausstrafe .. zu belegen) bestimmten strafe der gewerbsmässigen kuppelei ist auch derjenige zu belegen, welcher ohne ausdrückliche erlaubniss der polizeibehörde eine hurenwirthschaft anlegt. entwurf d. strafgesetzbuches f. d. preusz. staaten (1830) § 277; weibspersonen, welche den polizeilichen anordnungen zur verhütung der gewerbmäszigen oder öffentlichen unzucht zuwiderhandeln, sind von der polizeibehörde, ohne zulassung eines gerichtlichen verfahrens, mit gefängnisz bis zu sechs wochen zu bestrafen. staatsraths-entwurf e. preusz. strafges. von 1844 § 401 bei Kamptz zusammenstell. d. drei entwürfe d. preusz. strafges. (1844) 89; mit haft wird bestraft: 6) eine weibsperson, welche wegen gewerbsmässiger unzucht einer polizeilichen aufsicht unterstellt ist, wenn sie den .. polizeilichen vorschriften zuwiderhandelt, oder welche, ohne einer solchen aufsicht unterstellt zu sein, gewerbsmässig unzucht treibt. reichsstrafgesetzbuch § 361 abt. 6; (es) wird die unzucht gewerbsmässig betrieben, wenn eine weibsperson aus dem fortgesetzten unzüchtigen verkehr mit (einer mehrheit von) männern eine erwerbsquelle macht. Oppenhoff strafgesetzbuch 946.
3)) das landgericht zu Magdeburg hat den angeklagten ... wegen gewerbsmässigen unbefugten jagens ... verurteilt. entsch. d. reichsger. in strafs. (1883) 7, 33. vgl. auch reichsstrafgesetzbuch § 294.
β) handlungen, die durch gewerbsmäszige wiederholung nicht strafbar werden: er betreibe aber gewerbsmässig bankiergeschäfte. entsch. d. reichsger. in civils. (1897) 38, 19; nicht einfach ist häufig die feststellung, ob speculationen gewerbsmässig betrieben werden. Friedberg verwaltungsarchiv (1903) 11, 571; wer gewerbsmässig druckschriften ... verkaufen ... will, bedarf dazu einer erlaubniss der ortspolizeibehörde. gewerbeordnung für d. deutsche reich von 1883 § 43, abs. 1. vgl. auch abs. 5; in zwei jahren verjähren die ansprüche: 4. der gastwirthe und derjenigen, welche speisen oder getränke gewerbsmässig verabreichen, für ... den gästen ... gewährte leistungen; 6. derjenigen, welche bewegliche sachen gewerbsmässig vermiethen, wegen des miethzinses. dtsch. bürg. gesetzbuch § 196 im reichsgesetzblatt (1896) 220; ein gastwirth, der gewerbsmässig fremde zur beherbergung aufnimmt, hat einem im betriebe dieses gewerbes aufgenommenen gaste den schaden zu ersetzen, den der gast durch den verlust oder die beschädigung eingebrachter sachen erleidet. § 701, s. 314; gastwirtschaft ist die gewerbsmässige beherberung von fremden; ... schankwirtschaft ist das gewerbsmässige feilhalten von getränken aller art zum genuss auf der stelle. Hue de Grais handbuch d. verfassung u. verwaltung (1901) 537; es stände nichts im wege, diese abgestufte art der berechnung der strassen- und kanalkosten auch auf die gewerbsmässige bauthätigkeit anzuwenden, wie es in Belgien üblich ist. Brandts gewerbsmäsziger wohnungsbau u. gemeinnütziger wohnungsbau, s. techn. gemeindeblatt 3, 226; sodann hat sich der herr vorredner darüber beschwert, dasz an einzelnen stellen eine gewerbsmäszige bautätigkeit von baugewerkschullehrern ausgeübt würde. stenograph. berichte des preusz. abgeordnetenhauses (1905) s. 9717.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsmäszigkeit, f. , substantivbildung zum vorigen.
1) zum bedürfnisse der substantivierung vgl.: zwar das ist anerkannt, dass hier der begriff der gewerbsmässigkeit kein anderer ist, als der im einkommensteuergesetze wie im gewerbesteuergesetz überhaupt festgehaltene. Friedberg verwaltungsarchiv 11, 571; es bedarf jedoch hierüber keiner entscheidung, da es ... an dem zweiten

[Bd. 6, Sp. 5569]


zur gewerbsmässigkeit gehörigen momente ... fehle. entscheid. d. reichger. in civils. (1897) 38, 21.
2) zur bedeutung sind die verwendungen von interesse, die den einen oder den andern der beiden oben festgestellten begriffe herausheben.
α) beide begriffe sind gleichmäszig berücksichtigt: zur gewerbsmässigkeit eines betriebes ist der wille des handelnden erforderlich, eine fortgesetzte, auf erwerb gerichtete tätigkeit auszuüben. (zeitschr. f. rechtspflege, bd. 25, s. 180; entsch. d. reichsger. in strafs. bd. 12, s. 388).
β) der begriff der gewinnsucht ist hervorgehoben: so wenig es möglich sei, dasz erfordernisz der gewerbemäszigkeit des spieles aus dem § 266 in den § 267 (des preusz. strafgesetzbuches von 1851) hineinzutragen, ebensowenig könne ein theil der voraussetzungen der gewerbemäszigkeit, nämlich die auf erzielung eines gewinnes gerichtete absicht des § 266 in § 267 hinübergenommen werden. entscheid. d. preusz. obertribunals 67, 53 (1872 abt. kriminalsachen); wenn auch dieser ... bei der oft erheblichen anzahl der kranken einen geschäftsbetrieb mit nach kaufmännischer art geführten büchern erfordere, so fehle ihm doch das merkmal der gewerbemässigkeit, da ... das anlagekapital verzinst, nicht aber ein gewinn erzielt werden solle. jahrbuch f. entscheid. des kammergerichts (1901) 21 A. 248; dass ihr wille aber von vornherein darauf gerichtet war, sich die mittel zu diesem aufwand durch spiel zu erwerben, hat sich nicht nachweisen lassen ... es liegt sonach kein sicherer schluss für die gewerbemässigkeit des spiels vor. urtheil im 'harmlosenprozesz', vgl. oben.
γ) der begriff der wiederholung und gewohnheitsmäszigkeit: das gericht ist berechtigt .., auch solche .. handlungen, welche den charakter der gewohnheits- oder gewerbsmässigkeit an sich tragen, zum gegenstand der verhandlung ... zu machen. entscheid. d. reichsger. in strafs. (1883) 7, 34; anlangend die gewerbs- oder gewohnheitsmässigkeit, welche bei gewissen straffällen .. ein thatbestandsmerkmal ... bildet, so umfasst dieselbe das gesamte thun, also alle successiven handlungen der fraglichen art. Oppenhoff strafgesetzbuch 228.
 
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gewerbe-, gewerbsmeister, m., vgl. oben gewerbebesitzer, gewerbeherr, gewerbeinhaber: und pfuscher und schlechte arbeiter finden sich auch unter unseren zünftigen gewerbsmeistern. Lotz staatswirthschaftslehre 2, 111; jeder inländische fabrikant, gewerbsmeister und sonstige veredler eines produktes ist vermöge seiner concession befugt, mit seinen eigenen fabrikaten, gewerbserzeugnissen ... überall im lande ... zu handeln. bayr. verordnung von 1826 (reg.-bl. s. 105); nehmen wir an, unbedingte gewerbefreiheit habe jede schranke beseitigt, so werden sich der jungen gewerbemeister bald soviele melden, dass es geradezu unmöglich ist, dass sie alle ihr fortkommen finden können. gewerbefreiheit in Bayern (1861) 6; ein jeder muss auch für jenen schaden haften, welcher von personen verübt wird, für welche er gut stehen soll ... lehrer und gewerbsmeister für das benehmen ihrer zöglinge. justizgesetze f. Baden (1879) 1, 319; jeder, der in der stadt als gewerbsmeister sich niederlassen und sein gewerbe betreiben wollte, war verpflichtet, sich dem in den zünften gegebenen organismus einzuverleiben. Kaizl kampf um die gewerbereform in Schmollers forschungen 2, 1, 5.
 
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gewerbemitglied, gewerbemittel, gewerbemonopol, s. gewerbsmitglied u. a.

 

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