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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewerbefreiheitlich bis gewerbegemäsz (Bd. 6, Sp. 5555 bis 5556)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewerbefreiheitlich, adject., ableitung vom vorhergehenden: der hauptfehler jener gewerbefreiheitlichen staatsmänner liegt aber darin, dasz sie die production befördern, bevor die gelegenheit ... zur consumtion gegeben ist. entwurf einer allg. d. handwerker- u. gewerbeordnung 1848; sehr viel nachdruck wurde von seite der gewerbefreiheitlichen agitation auf das billigerwerden der gewerbeproducte in folge der aufhebung der zünfte gelegt. Kaizl in Schmollers forsch. 2, 1, s. 27.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsfreund, m., ältere bildung (vgl. dagegen gewerbegenosse), die einer auf abschwächung der gegensätze zielenden richtung des sprachgebrauches angehört. einer der ältesten belege, der das compositum im zusammenhang mit den nächstverwandten bildungen aufführt, deutet es satirisch: die proclamationen waren kaum gedruckt und den leuten, ich möchte sagen, noch nasz zugesandt, so strömten von allen seiten ganze haufen armselige, sich so heiszende volks-, erziehungs-, gewerbs- und menschenfreunde, mitunter auch schlechte, sehr schlechte menschen nach Hof. Pestalozzi (Lienhard 3, 54) 33, 284. anders der allgemeine gebrauch: einer meiner freunde wohnte 3 jahre bei einem jungen schreiner im nemlichen hause, beobachtete ihn als gewerbefreund genau. Joh. Adam Weisz über das zunftwesen 65; eine weitere veranlassung, den industrie - ausstellungen eine allgemeinere theilnahme zuzuwenden, dürfte auch die bildung eines aus zahlreichen gewerbfreunden bestehenden actienvereins ... darbieten. bericht über die ausstellung sächs. gewerberzeugnisse im jahre 1831, s. 6; der vaterländische gewerbsfreund in Berlin 1819, Schleswig-Holstein-Lüneburgischer gewerbefreund hrsg. v. P. C. Biel 1828 ff.
 
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gewerbegattung, s. DWB gewerbsgattung.
 
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gewerbegebiet, n., vgl.gewerbegrenze: die mit der zunftverfassung nothwendig gegebene scheidung der einzelnen gewerbegebiete ... (wird) von den liberalen besonders gegen die zünfte angeführt. Kaizl in Schmollers forschungen 2, 1, s. 27; ebenda 127.
 
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gewerbegebrauch, s. DWB gewerbsgebrauch.
 
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gewerbe-, gewerbsgeheimnis, n.: wer nur je einmal einen blick in die werkstätten unserer zünftigen handwerker gethan, ... dem wird sich überall die bemerkung aufgedrungen haben, dasz unsere zünftigen meister eben so karg mit der mitteilung ihrer handwerksvortheile und etwaigen gewerbs-geheimnisse an ihre lehrlinge und gesellen sind, wie die herren unzünftiger fabriketablissements in ansehung ihrer gemeinen fabrikarbeiten. Lotz staatswirthschaftslehre 2, 99; dass durch diese gewerbegerichte in Frankreich viel für die industrie gewonnen, ... das eigentum der fabrikanten ... an fabrik- und gewerbegeheimnissen, ebenso die fabrikmarken geschützt (werden). Eberty gewerbegerichte (1869) 8; die zeugnisverweigerung für unbegründet zu erklären, da nicht ein eigenes gewerbegeheimnis des zeugen, sondern höchstens das geschäftsgeheimnis seines gegenkontrahenten ... in frage stehe. zeitungsbericht über eine Berliner gerichtsverhandl. von 1905.
 
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gewerbe-, gewerbsgehilfe, m. eine bildung, die auf der neueren entwicklung des gewerblebens beruht. die ausdehnung der gewerblichen betriebe, die erweiterung des kreises unselbständiger mitarbeiter (vgl. oben sp. 5529) bedingen eine strengere scheidung zwischen dienstleistungen für den gewerbebetrieb und solchen für den haushalt des gewerbetreibenden. diesem bedürfnisse entspricht das compositum vor allem in der verwaltungssprache: gewerbtreibende müssen für ihr gesinde, ihre diener, gewerbsgehülfen ... haften. preusz. gesetzs. 1818, 134; gewerbegehülfen, gesellen, fabrikarbeiter und lehrlinge. titel 7 der preusz. gewerbeordnung. 1845 (gesetzs. s. 64); aus demselben grunde, die concurrenz zu beschränken, fixirte man auch die zahl der webstühle jedes meisters und die arbeitslöhne der gewerbsgehülfen. Mone zeitschr. z. gesch. Oberrh. 9, 132; personen, welche nicht zu häuslichen ... diensten angenommen ... sind, gehören nicht zum gesinde, sondern

[Bd. 6, Sp. 5556]


sind ... gewerbsgehülfen. Koch preusz. landrecht (1884) 3, 506; diejenigen, die ... als 'artisten' auftreten, werden ... nicht als arbeiter oder gewerbsgehilfen angesehen. entscheid. d. reichsger. in civilsachen (1896) 37, 68; nur muss .. die zustellung an einen gewerbegehilfen derjenigen person erfolgen, für welche die zustellung bestimmt ist, gleichviel ob derselbe nur als gewerbegehilfe dieser person oder als gemeinschaftlicher gewerbegehilfe der verschiedenen gewerbetreibenden ... anzusehen ist. (1887) 16, 350.
 
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gewerbegehilfin, f.: die thätigkeit der büffetmamsell erstreckt sich regelmässig ... nicht auf die hauswirtschaft, sondern lediglich auf die zwecke des gewerbebetriebes, und man kann deshalb die büffetmamsell nicht als dienstboten, sondern muss sie als gewerbegehülfin betrachten. annalen des oberlandesgerichts Dresden 22, 179; die beschäftigung einer küchenmagd in einer restauration ... kann sie ... nicht als eine gewerbegehülfin ... erscheinen lassen. entscheid. des oberlandesgerichts München 1898, s. gewerbearchiv 3, 162.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsgeist, m., vgl. erwerbsgeist theil 3, sp. 1061: die grossgeister des vorigen jahrhunderts traten in gesammtausgaben ihrer werke gleichsam von neuem hervor, deren aufnahme ... zum ersten mal dem deutschen genius belohnungen zu wege brachte, die bis dahin nur dem handels- und gewerbsgeiste zu theil geworden waren. Becker weltgeschichte 14, 449; der vortrag und das abstimmen der meisten mitglieder einer stadtverordneten - versammlung werde dennoch, selbst unwillkürlich, ... von dem besonderen gewerbs- und standesgeiste geleitet. Rohrscheidt 370; die productiven köpfe der nation verfahren dagegen nach den grundsätzen des gewerbgeistes, welcher ihre ahnen auszeichnete: sie schachern und trödeln. Immermann (epig. 2, 6, 9) 6, 178. vgl. auch gewerbesinn.
 
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gewerbegeld, n., vgl.zunftgeld; vgl. DWB gewerbegroschen, -schatz, -steuer u. a.; zur form vgl. DWB gewerbegeld, nicht gewerbgeld. Rumpf 187; eine andere abgabe derer dorfs-einwohner und hausgenossen bestehet in dem gewerbe- und nahrungs-gelde, welches die daselbst wohnenden handwercks - leute der gerichts - obrigkeit abzutragen verbunden sein, indem sie dafür wider die benachbarten städte in schutz genommen werden. Klingner dorfrechte 1, 151; gewerbegeld, -schosz, -steuer, tax paid for exercising anytrade. Hilpert 1, 463c.
 
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gewerbegemäsz, adj., vgl. gewerbsmäszig, s. gewerbemäszig: dieses sonderrecht der einzelnen ämter beruht ausschliesslich auf der gewerbegemässen scheidung und abteilung der handwerker. Eberstadt ursprung d. zunftwesens (1900) 63.

 

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