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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewehrt bis geweichen (Bd. 6, Sp. 5421 bis 5426)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewehrt , participiales adjectiv zu wehren (s. d.). die bedeutung, in der sich das particip isoliert, ist an eine einzige verwendung gebunden, an die formel gewehrte hand: si warend mit gwerter hand an ein anderen, cominus gladiis rem gerebant. Maaler 201c u. a. auszerhalb dieser verbindung läszt sich am particip nichts ähnliches nachweisen; die älteren wörterbücher scheinen vielmehr nur den speziellen attributiven gebrauch verallgemeinert zu haben: gewöhrt mit waffen gerüstet, armatus. Henisch 1596; gewehrt mit waffen gerüstet, armé, armato.

[Bd. 6, Sp. 5422]


Hulsius (1616) 138b; gewehrt, armatus, armis instructus Gürtler (1702) 2, 74b; gewehrt, armatus Steinbach 974. denn im allgemeinen ist die bedeutung armatus an formen mit dem präfix be geknüpft, vgl. th. 1, sp. 1776; mit bewehrter hande ebenda. daneben ist vereinzelt gewehrend in ähnlicher bedeutung belegt, vgl. oben sp. 5418.
man könnte versucht sein, die bedeutung mit werian, got. wasjan, vestire (vgl. Graft 1, 926) in verbindung zu setzen und somit an gewere = gewähr (sp. 4784) anzuknüpfen. dafür liegen jedoch keinerlei anhaltspunkte vor, die den zusammenhang mit unserer spät auftauchenden verbindung vermittelten. dagegen bieten andere formeln, die alle eine präpositionalverbindung ähnlicher form aufweisen, nähere anknüpfungspunkte, vgl. mit wernder hand (Lexer 3, 789); mit werlîcher hand (ebenda 781); mit gewappneter hand (vgl. oben sp. 5326. 5330); mit gewaffneter hand (sp. 4748). denn gewehrte hand fügt sich fast in alten belegen als präpositionalverbindung in den satz ein und ist dabei auf die präposition mit beschränkt; abweichungen sind sehr selten und lassen deutlich die secundäre weiterführung und gelegenheitsbildung erkennen. hieher gehört schon der älteste litterarische beleg: ... noch dannocht lebst du, un lebest frölich, un on schrecken, understast dich einer sach, die nümmer vergessen wirt die weil die welt stat, dasz du einiger, arm, on waffen, und on gewerte hand darffest hie z Worms uff dem reichsztag erscheinen .... Hutten (frag und antwort Symonis Hessi u. Mart. Lutheri) 4, 603 Böcking, und ebenso eines der jüngsten beispiele:

... das schwerd macht offters gleiche,
die schon nicht gleiche sind: das gantze vaterland
steht mehrmals besser nicht, als in gewehrter hand.
Opitz (trostged. 2) 3, 280, vgl. auch
Steinbach 974;

dazu vgl.:

hie kan man von theologis
gleich zun juristen gehn,
von disen zu den phisicis,
bald zur histori stehn:
und allda mit ungwehrter hand
mit Römern fren krieg,
bald in der tafel an der wand,
sehen wahin man züg,
oder wo man new insuln gründt,
wie Poli höh sich schickt.
Fischart Gargantua neudr. 445, vgl. auch
Henisch 1596;

die geschlossene präpositionalverbindung mit gewehrter hand läszt sich litterartsch erst später belegen, als sie anzusetzen ist; bei Hans Sachs ist sie viel gebraucht, ebenso in den ritterromanen, in der übersetzungslitteratur und den chroniken des 16. jahrh., für das 17. jahrh. bezeugt noch Opitz reichlicheren gebrauch und zugleich freiere verwendung, von da ab schrumpft der kreis rasch zusammen. zu den letzten belegen gehören wörterbuchangaben: mit gewehrter hand, à main armée. Pomey 132; mit gewehrter hand, armata manu. Aler 935b; dagegen erweist sich das compositum hochgewehrt (vgl. th. 4, 2, sp. 1622) als neubildung Uhlands. in bezug auf die gebrauchsformen ergiebt sich als hauptform naturgemäsz die verbindung mit verbis, und hier überwiegen wiederum die verba der bewegung, im besonderen der vorwärtsbewegung; denn die formel wird meist mit dem angriff, seltener mit dem rückzug in beziehung gebracht: ... haben also ausz ungestümem zorn bewegt, bei Sylo vor der hütten sich versamlet, unnd flucks z der wehr griffen, die Gabaoniter als feind mit gewehrter handt z überfallen. Josephus übers. v. Hedion 81a u. a. vgl. dagegen: mit gewehrter hand abziehen. buch der liebe s. sp. 5423.
1) verbindung mit verbis.
a) mit verbis der bewegung.
α) vorwärtsbewegung: gehen, treten, sich fügen, begegnen, eilen, laufen, ziehen, anfallen, stürmen:

'rüst dich zum fechten
und leg bald an den harnisch dein!
auch nim dein helenbarten!
dergleich leg ich auch an mein harnisch blanck'.
detten also, mit gwerter hand hingingen.
an ires feinds hausz kloppften an die zwene.
H. Sachs (d. zwen bürger in Zürich) fabeln u. schwänke 4, 368;

mit gewerter hand entgegen gon, unnd den feind empfahen, arma obvia ferre. Maaler 179b; haben ihn die kämmerling ermahnt, er soll seinen säbel abgürten, dann es sei ungestalt für den Padeschach treten mit gewehrter hand, welcher sich doch letzlich bereden lies, dasz er den säbel von sich gab. Schweigger reisbeschreibung nach Constantinopel 79; als nun die zeit kam, dasz der jung frawen freundt zeit daucht,

[Bd. 6, Sp. 5423]


jrem anschlag nach zu kommen, fügten sie sich heimlich in der jungfrawen hausz mit gewehrter hand. buch der liebe (Gabriotto u. Reinhart 50) 252d; hat sich bei etlich tagen vor seim todt begeben, .. das des nachts ain solch getumel, klopfen und schlagen in tom urschaidenlichen gehört worden, als ob man alle schloss und thuren ufbrech und ein grosen gewalt anlege, in masen das alle nachpuren ... mit gewerter handt zum tom geilt. Zimm. chron. 4, 185, 15; Timonides trieb die seeleute zu schiffe, damit man dem Radirobanes, wann er es ja bei den worten nicht verbleiben liesse, mit gewehrter hand begegnen köndte. Barclay's Argenis (4, 3) übers. v. Opitz 1, 636; (sie sollen) ain geschrai machen und den belaidigten mit gewerter hant zu hilf komen. österr. weisth. 2, 112 (Rittenberg);

erst merckten sie alsande,
das der lanczknecht petrogen het,
kamen mit gwertter hande,
den lanczknecht zu suchen vurs haus geloffen.
H. Sachs (der landsknecht mit den gänsen) fabeln u. schwänke 5, 177;

auff den morgentag, als die morgenröthe sich vermercken liesz, seindt sie mit gewehrter hand zu dem tempel Salomonis gelauffen, die vollendts umbzubringen, die oben auff in tempel gestiegen waren. reiszbuch desz heiligen lands 1, 49;

kem aber niemandt der dich strieff,
oder mit gwerter handt nachlieff,
so richt erst allen mtwill an,
was nur dein lust erdencken kan.
Scheidt Dedekinds Grobian. 114 neudr.;

item wer dem andern inlauft in sein haus oder under sein trauf fräventlich mit gewehrter hand, ist dem gericht 52  verfallen. landtaiding zu Windisch-Matrei (17. jahrh.) österr. weisth. 1, 305, 45;

fromme burger, nun louffend all schnell!
.... mit gweerter hand ziecht uff den plon,
do wrdt jr klglich mr verstohn!
Bullinger (Lucretia 351) schweiz. schausp. 1, 123;

und zogen oft mit gwerter hand
den Römern inns keiserlich gbiet,
z schützen jr freiheit damit.
Fischart das glückhafft schiff 114, neudr.;

jedoch dieweil sie mit gewehrter handt wider jr vaterlandt gezogen weren, das keinem gten burger zstünd, hette er sich ausz gehorsam des senats und des gantzen römischen volcks darein müssen begeben. Livius deutsch (1562) 67b; die creutzherrn namen nichts destoweniger das pfand ein ... welches könig Jagelloni nicht wenig zu gemüthe gienge, darzu jhn noch uber disz desto mehr bewegete, das sie nicht auffhöreten Lithawen anzufeinden ... darumb der könig willens war si mit gewehrter hand zu beziehen. Schütze Preuszen 92a;

als abr die pauern in den dingen
das statfolck auf sich sahen dringen
mit gwerter hant zu fues und ros.
H. Sachs (aufruhr in Hirsau) fab. u. schw. 2, 134;

fallen mit gewehrter hand ein. Livius übers. v. Müntzer (1584) B 2a, H 4a; denn die Stettinische fielen mit gewehrter hand den orth an, da die Stargadischen ihre korn bei der Jhnen auszflusz hätten. Micrälius altes Pommern 3, 432; als nun deren von Worms ungefähr nit mehr dann in die 22 waren, ist der jung von Hohenfels ... und andere mehr über die hundert mit gewehrter hand unversehens und unabgesagter ding feindseliger weis über die von Worms hingewischt, sie angerennt und auf si geschlagen und geschoszen. Zorn Wormser chronik 112;

er lit mit der grösten macht
vor der statt z wasser und land,
er stürmbt täglich mit gewerter hand.
Nic. Manuel (vom papst u. s. priesterschaft 907) Bächtold 66;

und versamelt im lant ain heer,
gerüest mit geschüecz, harnisch und weer,
und wolten mit gewerter hant
in als ein feint pestreiten.
H. Sachs (streit mit dem ostwind) fabeln 4, 491.


β) rückwärtsbewegung: abziehen, abweichen, abgetrieben werden: und musten von stärcke unnd grossem trucken der heiden die Cypern wider mit gewehrter hand abziehen. buch der liebe (Melusine 8) 267c; Oroondates ... wil sich den Persen nicht ergeben, sondern begert mit gewehrter hand abzuziehen. (Theagenes u. Chariclia 3)

[Bd. 6, Sp. 5424]


219c; die landleüt sampt jren helfferen wurden, als der kleiner hauff, benötigt mit gewehrter hand abzuweichen. Stumpf schweiz. chron. (1606) 548b; Cnemon ... ernannte jhnen ein dorff Chemin ... war am flusz Nilo gelegen, auch so wohl bewaret, dasz, so jemandts von den hirten hinein begerte, nicht hinein gelassen, sondern mit gewehrter hand abgetrieben wurden. buch der liebe (Theagenes u. Chariclia 6) 188b; solche schöne lehr treibt er an gemeltem ort gantz ernstlich, und weiset seine fürsten, dasz sie gute macht und gewalt haben, den keiser, als einen abgötter, der sehr böses thut, und die wohlfahrt der unterthanen hindert, mit gewehrter hand zu vertreiben, abzusetzen, auch gantz und gar umbzubringen, und einen andern calvinischen keiser an seine stell zu wehlen. Christoph v. Ungersdorf v. d. Kalvinisten bei Londorp 1, 324a.
b) wie neben den verbis der bewegung, so überwiegt auch bei anderen verbis, mit denen die formel sich verbindet, das offensive moment.
α) die formel neben verbis, die den angriff durch eine handlung vollziehen: mit gewerter hand darein schlahen, collata dextera movere proelia. Maaler 179b; mit gewerter hand einsi tod rächen, armis necem alicuius ulcisci. ebenda; diese schiffe sind noch übrig geblieben von dem grossen schiffzeuge, welchen ich zur zeit des kaisers Vitellien mit gewehrter hand vom Rhein hinweg nahm. Rist friedewünsch. Deutschland 14; der so ... mit gewehrter hand frieden bricht ... sol gefänglich eingezogen werden. handb. des kantons Appenzell, Auszerroden 147; sein dapfferkeit mit gwerter hand erweisen, armis virtutem affirmare. Maaler 179b; euern viel und offt gepflegten reden nach, wie dasz ir unnd euer zween söne mit waffen unnd gewerter hand, das recht, so ir an diesem königreich fürwenden, erhalten und darthun wöllen. Amadis 414 Keller;

so gaben die zusamen
die dochter und den sun mit gwerter hand.
H. Sachs (die zwei bürger in Zürich) fabeln 4, 368 (vgl. oben);

erschrickt nicht vor dem plitz und donner der carthaunen.
wie zwar der landsknecht lebt, der tag und nacht das land,
so doch dem meyer bleibt, schützt mit gewehrter handt.
Opitz teutsche poemata (lust des feldbaus) 26 neudr.


β) verbindungen, die das subject in der deckung verharrend, abwartend, erwartend zeigen:

an ires feinds hausz klopfften an die zwene.
als der sahe die zwen vor seinem hause
gerüst sten mit gewerter hand
legt er auch an sein sturmgewand.
H. Sachs (die zwen bürger zu Zürich) fabeln 4, 368;

das darnach fried werd in dem lant.
darümb ms man mit gwerter hant
ein jar im krieg verharren. (Klaus narr) fabeln 4, 388;

der herolt mit lauter stimm den marschalck mitsampt der hertzogin kämpffer in die schrancken berüfft ward, darinn der marschalck mit gwerter hand seines widerteils erwarten solt, solang bisz die hertzogin verrecht unnd mit dem feür vom leben zm tod bracht würd. Wickram (ritter Galmy c. 53) 1, 161 Scheel; ausgenommen die stadt Poictiers, samt dem lande Poictu; so, gleich anfangs, mit gewehrter hand sich diesem zoll habe widersetzt. Erasmus Francisci lustige schaubühne 2, 953;

haben sich die fünff köng mit sorgen
in einer stainen höl verborgen,
bei Makeda; da hat die gmain
darfür gewaltzet grosse stain;
auch stehn darvor etliche man,
mit gwerter handt jr hüten than
auff das jr keiner rausz entrinn.
H. Sachs (Josua mit s. streitern 6) 10, 122 Keller-Götze;


γ) vereinzelte sonstige verbindungen:

wie Heinrich war vor zeiten
den man den frommen hiesz, der durch sein mannlich streiten
auch tod hat obgesigt, und vor das vatterland,
so fast erlegen war, starb mit gewehrter hand.
Opitz (Zlatna) teutsche poemata 242 neudr.;

will von der böhmischen Valasca nichts auch sagen,
die sieben männer hat in einem streit erschlagen,
und vielen andern mehr die mit gewehrter hand,
nicht weniger behertzt, nur minder sein bekandt. (auf herrn dr. Joh. Gleissels hochzeit) 70 neudr.


2) substantiva werden nur selten mit der formel verbunden.

[Bd. 6, Sp. 5425]



a) am nächsten liegt die verbindung mit einem nomen actionis: aller notzwang ist bei dem leben und bei dem mallefitz und verlierung des kopfs verpotten, auch haimsuechung mit gewerter hand. landtaiding in der Rauris österr. weisth. 1, 224; auff die ander frag ist mit underscheid, unnd nemlich also zu antworten, wann die vergewaltigung mit waffen oder gewerther hand geschehen, unnd jemand damit beschädiget, unnd aber nicht getödtet worden, wie dann in den fürgehaltenen fragen kein meldung geschehen, so were nach den gemeinen rechten vis publica. Ayrer process. jur. 304.
b) einmal knüpft die formel in attributiver function an das subst. an: besondere leute mit gewehrter hand. aller weiszheit lustg. 631.
 
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gewehrtheil, m.: sollen nun aber verrostete gewehrtheile ... förmlich geputzt werden, so ist es am zweckmäszigsten, den rost durch oehl zu lösen und dann die theile zu putzen. Mauritius beschreib. d. neuen preusz. infanteriegewehres 112.
 
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gewehrtrage, f. gewehrtrage s. DWB gewehrkasten. Thiel 4, 422.
 
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gewehrtragenn. die zum compositum erstarrte form der oben (sp. 5406) angeführten verbindung wird von J. Paul übertragen gebraucht: ... in diese winkel ... wird mancher rücken mit quetschwunden vom gewehrtragen des bürgerlichen lebens treten. J. Paul (Hesperus 1) 7, 173; du standest als eine tragende pfänderstatue da, der die pathologie alle ihre insignien und schilde aufpackte und umsteckte — jämmerlich schrittest du herum unter deinem medizinischen gewehrtragen und deiner semiotischen landfracht von herzpolipus, mazerierten lungenflügel, magen-insassen u. s. w. (unsichtbare loge 3) 3, 56.
 
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gewehrverschlag, m.: deswegen ist nothwendig, die weit zu transportirende gewehre mit aller sorgfalt, und dergestalt in ordentliche gewehrverschläge ohne stroh zu packen, dasz jedes seine feste lage erhalte, und sie durch angebrachte querleisten verhindert werden einander zu berühren und sich zu reiben. freiherr v. Unterberger wesentl. kenntnisse d. infanterie ... gewehre ... (Wien 1807) 78.
 
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gewehrzaun, m., vgl. DWB gewährzaun.
 
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geweht, participiales adjectiv zu wehen (s. d.): er sah gar nichts mehr, das einem tritte ähnlich war, sondern nur die feinen schneiden des gewehten sandes. Stifter (Abdias) studien 2, 232.
 
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geweibt , participiales adjectiv zu weiben (s. d.), vgl. wîben mhd. wb. 3, 721a. Lexer 3, 418. während die verbalformen von gewîben, geweiben (Lexer 1, 989) sonst nicht über die mittelhochdeutsche zeit hinausreichen (als spätester beleg gilt: wie die marggraven von Myssen sich geweibeten. Rothe Thür. chron. 691) läszt sich das particip noch in der älteren zeit der neuhochdeutschen periode nachweisen.
1) innerhalb der verbalflexion verallgemeinert und erweitert sich die bedeutung.
a) engere bedeutung:

der kater blîdeclîch dar gie,
er sprach: 'got êre iuch fröuwelîn,
ich wil mit iu gewîbet sîn,
ir sît mit mir gemannet wol.
Herad v. Wildonie (die katze 162) Kummer s. 172;

so hât diu minne ir tôren ouch:
jâ dunkt er mich der sinneunt ouch der minne ein rehter gouch,
swer heime ist wol gewîbetunt ûf ein ander wendet sînen muot!
Reinmar v. Zweter 121, 6 Röthe, ebenso
H. v. Wildonie die katze 172.


b) erweiterung der bedeutung: doch meindent etliche: hettent die herzogen von Peigern des küniges (v. Frankreich) volkes begert, er hette in volkes geng gegeben wider die stette, wann er under sü gewibet was. Jac. Twinger v. Königshofen c. 5 (deutsche städtechron. 9, 844 anm.).
2) auszerhalb der verbalflexion ist es anscheinend nur die engere bedeutung, die sich isoliert: alle tage new anmutung oder keufen, alle wochen fremde aufsetzung oder muffeln, alle monat newen unlustigen unflat oder grawen, alle jare newes cleiden oder teglichs strafen musz ein ge weibter (var. beweipter) man haben, er gewin es, wo er

[Bd. 6, Sp. 5426]


wolle. ackermann aus Böhmen 45 Knieschek; geweibt, der der ein weib hat, coniugatus, vulgo uxoratus. Henisch 1596. ghe-wyft coniugatus, vulgo uxoratus. Kilian 146b.
 
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geweibets, n., mundartliche collectivbildung zum substantiv weib (s. d.): geweibets .. geweibeten sammelausdruck für: weiber, weibervolk (vgl.gemannets) ober und oststeir. Unger-Khull 290b.
 
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geweiche, n., vereinzelte substantivbildung zu weichen (s. d.): mokánca, das genässe, geweiche. Pfuhl laus. wend. wb. 577b.
 
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geweichen, verb., verstärkte form zu zwei verschiedenartigen verbis, die aber auf eine gemeinsame wurzel zurückführen, vgl. DWB weichen, cedere (ahd. wîchan, s. Graff 1, 709) und weichen, weich machen (ahd. weichjan, 1, 712, vgl. auch weichên, weich werden, 1, 714). der ausgangspunkt für weichen, cedere, liegt in der bedeutung 'den halt verlieren, nachgeben', eine bedeutung, die auch unserem weich zu grunde liegt. die neuhochdeutsche sprache führt das zweite weichen nur noch als transitivum und meist nur in zusammensetzungen (er-, auf-, einweichen) weiter, dagegen hat sie das erstere noch in vollem lebendigen gebrauch. von ihm sind auch formen mit ge aus frühneuhochdeutschen quellen noch belegt. die darstellung wird sich daher in erster linie auf geweichen I richten.

 

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