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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewässernetz bis gewätt (Bd. 6, Sp. 5376 bis 5378)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewässernetz, n.: sie (die canäle im venetianischen) erscheinen vielmehr für die landschaften als nothwendige glieder des allgemeinen gewässernetzes. H. Gravelius zeitschr. für gewässerkunde 6, 47.
 
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gewässerschau, f.: gewässerschau, s.bachschau Lueger lex. der ges. technik 4, 633 (bachschau, besichtigung der wasserläufe durch sachverständige. 1, 668).
 
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gewässerstrecke, f.: da diese (die industrie) ohne benutzung der wasserläufe für ihre vielfach unschädlichen, jedenfalls aber ... nur für gewisse gewässerstrecken bedenklichen abläufe nicht bestehen ... kann. C. Weigelt zeitschr. f. gewässerkunde 6, 44.
 
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gewässeruntersuchung, f. Seligo gewässeruntersuchungen 1903.
 
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gewässert , participiales adjectiv zu wässern (s. d.). das particip ist in attributiver function neben einigen substantiven gern gebraucht, mit denen es feste verbindungen eingeht. die bedeutungsentwicklung steht ganz unter dem einflusz dieser substantiva und zweigt von einer grundlage ab, wie sie etwa in gut gewässert ist halb gebleicht (Rensberg-Düringsfeld sprichwörter d. germ.-romanischen sprachen 1, 672) zu tage tritt. dagegen bleibt eine andere richtung der bedeutungen von wässern (vgl.: es hat ihm das maul lang darnach gewässert. Kramer 2, 1269b) ohne wirkung auf die sonderentwicklung des particips. wenn man für diese eine gliederung anstrebt, könnte man sich an Chomel anschlieszen: gewässert, heist entweder so viel als in wasser eingeweicht, oder mit wasser vermischt. 4, 1040. in der that handelt es sich beim einen theil der verbindungen mehr um eine sättigung mit flüssigkeit, im anderen um ein untertauchen im wasser, aber auch hiefür giebt im grunde doch die eigenart der objecte den ausschlag.
1) die beziehung auf grund und boden, vgl. bewässert: und wirst sein wie ein gewesserter garte. Luther Jesaias 58, 11 (dasz du einem wohlbewässerten garten gleichst. Kautzsch);

wodurch manch fruchtbar thal sich zieht,
und grün sich hin und wieder wendet, von mancher kühl- und klaren fluht
des reinen haupt-strohms Tweed gewässert.
Brockes Thomsons jahreszeiten (herbst 827) 375;

und kam zu der grotte der nymfen,
an der gewässerten au.
J. H. Voss (Orpheus d. Argonaut 646) Hesiod 293.


2) die verbindung mit anderen flüssigkeiten: gewesserter wein, under den wasser thon ist, vinum dilutum. Maaler 179b; gewässerter wein, vinum dilutum, vin trempe. Emmel nomencl. quadriling. 323; gewesserter wein, vin auquel il y a de l'eau. Hulsius (1614) 163b, ebenso ausgabe von 1616 (s. 137b gewässerter wein ... vino adacquato). ebenso Henisch 1595. Duez (1664) 198b (du vin accousé, vin baptise); vgl.: sein wein war ziemlich gewässert. Grimmelshmusen Simpl. 286 neudr.; gewässerter wein, gelästerter wein. M. Kramer (1700) 1269b; gewässerter wein, vin auquel il y a de l'eau, vin batisé. Rädlein 1, 382a; ähnl. Weissmann 157a. Bayer 291a. Kirsch 180a.
3) die beziehung auf nahrungsmittel und stoffe. bei der ersterwähnten beziehung kann am ehesten an ein eintauchen ins

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wasser gedacht werden; bei der zweiten mag zwar manchem, der das wort gebraucht, ein ähnliches bild vorschweben, aber über die thatsächliche zubereitung dieser stoffe geben die belege andere auskunft.
a) gewässerter häring, harenga macerata. Emmel nomencl. 143; gewesserter hering, hareng mortifie. Hulsius (1614) 163b, ebenso ausgabe von 1616 (gewässert); gewässerter hering, brathering, harengus maceratus. Henisch 1595; ähnl. Duez (1664) 198b. Rädlein 1, 382a. Kirsch 180a; gewässerter stockfisch, gewässerter hering. M. Kramer (1700) 2, 1269b; gewässertes fleisch, caro macerata. Steinbach 2, 949.
b) gewässerter chamelot Henisch 1595; camelot ondé, gewässerter schamlott. Duez (1652) 49, ebenso (1664) 198a; gewässerter tafet etc., taffeta etc., ondata, ondolata, marezzata. M. Kramer 2, 1269b; gewässertes zeug, vestis undata, undulata. Weissmann 157a; ähnl. Bayer 291a. Kirsch 180a. Steinbach 2, 949;

einen talar voll würde, zur festsamarie, bring' ich,
schön, von gewässertem taft, mit eigenen händen genähet.
J. H. Voss poetische werke 1, s. 46 (Hempel);

gewässerte zeuge, nennt man diejenigen zeuge, welchen glänzende streife, die wie wasserwogen aussehen und daher wasser genannt werden, durch gelindes anfeuchten oder pressen und mangeln gegeben worden. es sind die gewässerten zeuge von verschiedenen gattungen: als doppeltaffete, mohr und einige andere. es entsteht aber die wässerung durch die kupfernen oder eisernen walzen, auf denen die gestalten der wasserwogen eingearbeitet sind. den glanz gibt man diesen zeugen nach der wässerung mit der warmen presse. Krünitz 18, 89 f.; gewässerter stapel, zeigt diejenige kräuselungsform der wolle, wo alle wellungen durchweg die form eines halbkreises zeigen, ohne deutlich abgetrennte stäpelchen erkennen zu lassen. Thiel 4, 420; gewässerte oder moirirte zeuge nennt man solche seidene und wollene stoffe, deren oberfläche glänzende, wellenförmige, jedoch nicht eingewebte streifen hat. Schedel waarenlex. 16, 298b.
c) von hier aus wird das particip in dieser isolierten bedeutung auch weiter übertragen: hauptfärbung (der wildgänse) grau mit braunem und grau gewässertem rücken (gänsegrau). Winckell handbuch f. jäger 33, 136. vgl. auch gewässerlet.
d) dazu vgl. die verwendung in der fachsprache der bildhauerei: in seiner jugend konnte er sich von klumpigen, gewässerten figuren nicht los machen; später gelang es ihm, diesen typus zu kräftiger, voller fleischigkeit zu veredeln. Immermann memorabilien: fränkische reise (werke 20, s. 82).
4) die übertragene verwendung setzt hauptsächlich an der in in der verbindung gewässerter wein entwickelten vorstellung an: La Fontaine gelang es die fabel zu einem anmuthigen poetischen spielwerke zu machen; er bezauberte; er bekam eine menge nachahmer, die den namen eines dichters nicht wohlfeiler erhalten zu können glaubten, als durch solche in lustigen versen ausgedehnte und gewässerte fabeln. Lessing (von dem vortrag der fabeln) 73, 469; und hielt eine lange leichenpredigt, worin sie viel schwatzte von den tugenden der hingeschiedenen ... von einem besseren sein, von liebe, hoffnung und glaube, alles in einem näselnd singenden tone, eine breitgewässerte rede, und so lang und langweilig, dass ich davon erwachte. Heine Italien, cap. 21.
 
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gewässerlet, nebenform zu gewässert, vgl. 3, c: zu seinen hosen wurden auszgenommen elfhundert, fünf ballen und ein drittheil weissen stammet, darausz macht man ihm ein lacinirt schlangenwendig plitzsträmig und geflemmet kleid, welchs dahinden zerschnitten war zerseget, und durchfeihelet auff die weisz der crenelirten, gewässerleten, berechen zänelten, krennirten gelaubwirckten und durchsichtigen seulen. Fischart Garg. (1594) 114a.
 
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gewat, gewæte, s. DWB gewand, vgl. vor allem sp. 5237 ff. 5256.
 
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gewaten I , gewæten, ableitung zu wat, ist ganz durch gewanden (s. d.) verdrängt.
 
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gewaten II , verstärktes waten (s. d.). obwol die form verhältnismäszig spät belegt ist, reicht sie doch kaum über die anfänge der neuhochd. periode hinaus:

gener leget dich in daʒ waʒʒir
dâr dû inde dîne gadin
nemugin geswimmin noch gewadin. könig Rother 4557;

doch mocht er nicht zu in gewaten,
noch ir dekeime zu staten
getreten in derselben zit. passional 238, 41 Köpke;

[Bd. 6, Sp. 5378]



möcht ich gewatten
under ires trostes schatten. dank und grusz an die geliebte bei
Lassberg liedersaal 1, 34;

wan er da von den waʒʒern
hatte manige flut
waʒ ir da hin an in gewut
und sich so hatten dar gehauft,
die wurden alle ab im gedauft. mitteld. evangelienwerk aus St. Paul (Joh. 3, 23) 114b Schönbach.


 
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gewatschel, n., verbalsubstantiv zu watscheln (s. d.): gewatschel Campe 2, 360; gewatschel der gänse, enten. s. Hilpert 1, 463b.
 
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gewätt, s. DWB gewett.

 

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