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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewaren bis gewarnung (Bd. 6, Sp. 5332 bis 5336)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewaren, verb., s. DWB gewahren.
 
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gewarf, n., s. DWB gewerf.
 
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gewärfelt, gewerfelt, s. DWB gewürfelt.
 
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gewark, n., s. DWB gewerk.
 
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gewärme, n. als nomen actionis wird das verbalsubstantiv bei Campe 2, 359 gebucht, mundartlich ist der übergang zur collectivbedeutung vollzogen: gewärms, n., aufgewärmtes Hönig Kölner mundart 75.
 
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gewärmen, verb. , verstärktes wärmen (s. d.), mit vorliebe reflexiv gebraucht. schon in der sinnlichen bedeutung ist das verb in zusammenhängen belegt, die für wort und begriff eine eigenartige stellung in leben und sitte der älteren zeit bezeugen. hieraus erklärt sich auch die übertragene verwendung, die dem verstärkten verbumin der schwäbischen mundart jedenfallsbis heute das dasein fristet.
1) sinnliche grundbedeutung.
a) transitiver gebrauch: ich danke ouch uwer lieb zumal fruntlich des appfels, den ir mir geschickt hand, die hende daran, so ich rite birssen, zu gewermen. graf Ludwig von Württemberg an seine schwägerin (1449) bei Steinhausen privatbriefe 49; man sols auch zu zeiten wider gewärmen, nämlich dasz man ein heisz eisen hinzu helt. Seuter roszarzneib. 286.
b) dann man sol eim iegelichen ammanmeister alle woch zwei korbel mit glte geben in sin husz und nit me von sand Michels tage bisz an den ostertag und ime sumer nützit, umb daʒ sich ime winter die scharwahter und die diener dobi gewermen mögent. urkunden zur verfassung Straszburgs (1405) bei Eheberg 1, 15, ebenso 1, 16;

macht nu toll fuiar an,
ass i mi gwörma kan. bei
Schöpf Tirol. idiot. 802.


2) übertragene verwendung:

sölten ander leut
dein land regieren,
so wurden si sich gewermen
und müssen wir erfrieren. volkslied bei
Uhland 1, 483.

[Bd. 6, Sp. 5333]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewärmt, participiales adjectiv. die verbindung gewärmte speisz (cibus recoctus Spieser 151a) weist auf eine isolierte bedeutung des particips hin, die unserem aufgewärmt entspricht. andere wörterbücher verzeichnen nur gewärmt, calefactus, so Kilian K 4b. Steinbach 2, 944. Kirsch 180a.
 
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gewarnen, verb. , verstärktes warnen (s. d.). wie das einfache verbum, so wies auch die verstärkte form einen umfang der verwendungen auf, der weit über den heutigen gebrauch von warnen hinausgreift. da die belege in die neuhochdeutsche periode reichen, ist ein kurzer überblick angemessen. warnen hat mit warten (vgl. unten gewarten) die stammsilbe gemeinsam und führt auf das nomen zurück, das uns in dem althochd. fem. wara, cautio, consideratio, protectio (Graff 1, 907) und in dem althochd. adjectiv gawar, vigilans, intentus, industrius, instructus, gnarus (Graff 1, 908) vorliegt, vgl. dazu gewahr (subst. und adjectiv) sp. 4763 ff., gewahrsam (adjectiv und subst.) sp. 4874 ff.; vgl. gewahrnehmen sp. 4783 ff. und wahrnehmen (s. d.). wie sich in den letzterwähnten bildungen zwei richtungen der bedeutungsentwicklung abheben, eine subjective fassung des begriffes (achtsam, aufmerksam, bedacht, erfahren) und eine objective, das ergebnis betonende (geschützt, sicher), so auch bei unserer verbalableitung. auch bei ihr ist man vielfach versucht, die verwendungen der zweiten gruppe zugleich unter dem einflusz lautverwandter bildungen anderen stammes zu erklären (vgl. wahr = certus; vgl. DWB wahren, DWB gewähren in ihren berührungen mit wehren). zugleich aber macht sich bei den verbalableitungen ein zweites moment geltend, das die bedeutungsentwicklung noch stärker beherrscht, der gegensatz zwischen transitivem und intransitivem gebrauch, dem der vereinzelte reflexive gebrauch mit einer eigenen gruppe gegenübersteht. wir gewinnen von hier aus folgende bedeutungsabstufungen: a) aufmerksam (sicher) werden, — sein; b) sich vorsehen; c) aufmerksam (sicher) machen. von dieser dritten gruppeund zwar im engeren sinne von aufmerksam machen — zweigt die heutige verwendung von warnen ab, auf die sich auch die letzten belege für gewarnen stützen.
wie die althochdeutschen belege zeigen (Graff 1, 947), ist das verbum mit dem o-suffix abgeleitet. ob der nasal aus der nominalbildung herübergenommen (vgl. furiwarna bei Notker, s. Graff 1, 948, vgl. Wilmanns deutsche grammatik II, § 62) oder dem verbum selbst eigen ist, läszt sich hier nicht entscheiden. beachtung verdient die sonderstellung, die das particip praet. schon in den frühesten zeugnissen für das verbum einnimmt, sowol was die häufigkeit der belege als was die eigenart der verwendung betrifft, vgl. dazu gewarnt.
1) aus der althochdeutschen periode liegen frühe belege vor, weniger aus der litteratur als aus den glossen. der Reichenauer codex und mit ihm die Juniusglossen zeugen für das 8. und 9. jh., Tegernseer handschriften (zu Gregor, noch mehr zu Vergil) für das 9. und 10. überwiegend ist die als objectiv bezeichnete fassung des begriffes belegt, die mit den verbis wahren und wehren in bedeutungszusammenhang steht, vgl. namentlich das negierte particip ungiwarnotiu, immunita, unfesti Steinmeyer - Sievers 1, 281 (zu 1 Mosis 42, 12, vgl. DWB wo das land offen ist. Luther).
a) die anknüpfung an die bedeutung 'fest' ist auch für den positiven gebrauch des verbums belegt: muniunt, festinont; muniantur, giwarnot werden Tegernseer glossen zu Gregor (homilien) bei Steinmeyer-Sievers 2, 297.
b) in der gleichen richtung bewegt sich eine übertragene verwendung, die ihrerseits mehr dem begriff wahr, certus, firmus zustrebt: contestare, kiurchundon, kiwarnon (zu 2 Mosis 19, 21: steig hin ab und zeuge dem volck. Luther). Reichenauer (und Junius)glossen bei Steinmeyer-Sievers 1, 274.
c) dagegen stimmt die beliebteste parallele giwarnon, instruere mit verwendungen überein, die sich in unserem sprachgebrauch auch aus dem bedeutungsgehalte von achtsamkeit, vorsicht, sich vorsehen, entwickelt haben: instructi, kiwarnote, kiruste (zu 5 Mosis 1, 41: da ir euch nu rüstet. Luther). Reichenauer (und Junius)glossen bei Steinmeyer-Sievers 1, 282; instruit, giwarnota (zu Aeneis 3, 471: socios simul instruit armis, und gerüstet die schaar mit geräthschaft). Tegernseer glossen zu Vergil bei Steinmeyer-Sievers 2, 652; die gleiche stelle s. 622 (Aeneis 8, 80). ähnlich s. 658 (instructus Aeneis 6, 831).
d) in diesen letzten zusammenhang gehört das einzige beispiel aus Otfrid, der das verbum mit instrumentalem genetiv verbindet:

ni suorget fora themo liute,thar ir stet in note,
in forahtun ni wentet,waʒ ir in antwurtet,
ih wisero wortogiwarnon iuch harto,
rehtera redina.ir birut mine thegana.
ih bin selbo zi thiujoh thar ouh sprihu uʒar iu,
giwarnon herzen guatesjoh thrato festes muates. 4, 7, 23.

[Bd. 6, Sp. 5334]



e) ebenso knüpft hieran der reflexive gebrauch, der sich erstmals bei Notker nachweisen läszt: sô gangên nâh êrôn. unde nâh rîhtûome. daʒ lukkiu gûot sint. unde sô sie sih tero burdi gewarnoên. so gebe in got tar mite. taʒ sie diu wâren bechennên (et cum paraverint falsa bona, gravi mole, tum cognoscent vera). Boethius 122b Hattemer; sîn stimma ist des, der sih dero hirzo gewarnot, diê dia wêida niêzen suln (vox domini praeparantis cervos; die stim des herrn erreget die hinden und entblöset die welde. Luther). psalm 28, 9.
2) der bei Notker entwickelte reflexivgebrauch steht im mittelpunkt der mittelhochdeutschen beispiele, während die parallele mit munire zurücktritt. dagegen zeigen sich hier die ersten ansätze des transitiven gebrauches in der bedeutung von 'aufmerksam machen'.
a) die bedeutung von munire:

'daʒ giltest du' sprach Mambolt
'got der werd dir niemer holt:
die hôchvart muoste arnen.
reiche mir die stange min.'
daʒ ersach diu herzogîn:
sî kunde in wol gewarnen.
den jungen helt sî dô verbarc
in ein vil starc gewelbe. Virginal 388, 6, heldenbuch 5;

do sturnde man die glocken uber alle stat, des zogetent die burger alle us gegen deme bischof. die wile warnetent sich die uszern burgere und zogetent ... uf den berg z Haldenburg unde hieltent do mit ufgeworfenen baniern. Closener d. städtechron. 8, 81 (Straszburg); der schultheisze Johannes kam in eim fasze daʒ zu beden bodemen wol verschlagen waʒ, in die stat in eins dmherren hof der ... umbe die sache wüste ... do hb grofe Gotfrit ... mit sime gesinde gewarnet (munitus) zwo ackerlenge oder ein wenig fürbas von der stat gar heimeliche und wartete des zeichens, wanne man die porte uf dete. s. 79.
b) die bedeutung 'sich vorsehen'. das reflexiv gebrauchte verbum hatte bei Notker die objectergänzung im genetiv angeschlossen, die gleiche construction läszt sich auch weiter belegen, später verdrängt durch jüngeren accusativ. andere ergänzungen führen zu präpositionalverbindungen. auszerdem gewinnt auch der absolute gebrauch an boden.
α) objectergänzung.
1))

han ich ze dinen hulden wan,
so hilf ouch, daʒ min wille erge,
unde ich mich des gewarne,
daʒ ich diu sele sende hin
zer immer wernden wunne.
Tannhäuser bei
v. d. Hagen 3, 48a.


2))

güten wîn, bier und mete
hatte er sich gewarnet gnûc. livländische reimchronik 939 Meyer.


β) präpositionalverbindungen.
1))

sie nam vil manich wîp
in Rôme unt in Lâterân,
si hieʒ si mit ir gân
an daʒ velt warten
mit golde joch mit borten
wâren si gebunden
dâ gie diu frowe under.
sam diu mænîn vor den sternen
si chunde sich ze den êren wol gewarnen. kaiserchronik 11755.


2))

er ist iunc, sin scharfer sin
hat sich gewarnet uffe strit
alse, daʒ under im gelit
maniger, den er ubersaget. passional 417, 9 Köpke.


γ) absoluter gebrauch:

man sol eʒ alsô füegen
daʒ wir durch strîtes widergelt
niht kêren zuo zin ûf daʒ velt
ê wir uns baʒ gewarnen.
Konrad v. Würzburg Partonop. 18933;

item wenn ouch ze meien die rechten wisen verschlagen werdent, so sol ein gemeind ze rat werden, wen sie hœwen wœllent, und sœlent daʒ acht tag vor hin verkünden, durch daʒ sich jederman gewarnen kunnen. weisthum v. Besserstorf (c. 1400), weisth. 4, 281.
c) der transitive gebrauch in der bedeutung 'aufmerksam machen':

nû was bî im ein wîser man,
der gewarnet in dar an,
wie diu gewonheit was getân.
R. v. Ems Barlaam u. Josaphat 129, 5;

valschir vrunde der ist vile,
dar vore hte dich ze alleme spile;
wande suchistu ren rat
umbe eine schediliche dat,
si ne willint dinin zorn also nit erarnen,
daʒ si dich dinis schaden gewarnin.
W. v. Elmendorf, s. altd. blätter 2, 207.

[Bd. 6, Sp. 5335]



3) die neuere schriftsprache kennt die verstärkte form nicht mehr, die letzten belege gehören dem 16. jahrh. an und lassen einseitig nur die letzterwähnte verwendung belegen. mundartlich scheinen auch reste anderer verwendungen fortzuleben, vgl. g'wrnen, DWB wahrnehmen, DWB gewahr werden. Schöpf Tirol. idiot. 801.
a) die wörterbücher geben nach dieser richtung keine sicheren anhaltspunkte: gewarnet werden, commonefieri. Maaler 178b, ebenso Frisius, Henisch u. a.
b) litterarische belege aus dem 16. jahrh.
α) sein all in dem schweren ban und ungnad ... wie dan solches kaiser Sigmund auch treulich anzaigt und die christenhait vor inen gewarnet. Aventin (ursachen d. Türkenkrieges) 1, 189; soverr ain oder mer personen auf dem freithof unnutz geschwatz treiben wurden, so soll inen das durch ainen ieden nachpaurn vor sollichem zulassen anzaigt werden, und si darvor gewarnen. ordnung v. Tulfes (1547), österr. weisth. 2, 226; zwischen disen meren kam ein frum mensch von Buchdorf, dem solich unbillich laid waʒ, und gewarnet die von Kaiszham, seine herren, wie die weiber so gar heftig und vergift waren uber sie. J. Knebel chronik v. Kaisheim 362 Hüttner.
β) ist noch ein sprichwort: ich gewarn dich als der treu Heccard. Aventin (chronik) 4, 186; got als ein güetiger vater, gewarnet alweg vor in mancherlai weis, die er straffen wil. 318; drumb mus ich gehn und Danieln gewarnen doch zu diser frist. Chrysäus hoffteufel. l 8b; auch ain fromer, alter man von Buchdorf schicket bei nechtlicher weil gen Kayszham, liesz seine herren gewarnen und solich bieberei anzaigen. Baumann quellen z. gesch. d. bauernkriegs in Oberschwaben 261; hat Hegelin ain andern absagbrief lassen auszgan und all ander arm leut, so hinder andern herren sizen, lassen gewarnen und sein eher bewardt. J. Knebel chronik v. Kaisheim 375 Hüttner.
γ) so seind auch etlich zaichen im himel, in lüften feurin her gesehen worden ... haben auch etlich frumb gelert, auch kanzler an die gaistlichen prelaten drüber geschriben und treulich gewarnet. Aventin (ursachen d. Türkenkrieges) 1, 197; do er aber solch treulich gewarnen verachtet, flohen sie aus Teutschland über Rein in das römisch reich. (chronik) 4, 604.
 
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gewarnis, gewarnus, f. , substantivbildung zum vorigen, aus Aventin reichlich zu belegen, fast ausschlieszlich in der zweiten form. die bedeutung weist sowol die anknüpfung an munire als auchund dies häufigeran monere auf.
1) sagt, es wär vergebens, die feind hieten nemlich huet und wacht, wärn bei gueter gewarnus. Aventin chronik 4, 351; damit aber alle ding in gueter ordnung und gewarnis, vor unfal und unglück verhüet wärn. 5, 207.
2) es lebten damals zwên, Chunrad von Heubach und Gebhard von Strasburg, die gewarneten die geistlichen ... aber man ward erger von solcher gewarnus, man hörets nit gern, besseret niemand. 250; wâ die herren des Philippi gewarnusz volgten, so würde es ôn zweifel besser zugên. ursachen d. Türkenkrieges 1, 197, ebenso 1, 172. 173. 174; S. Paulus sagt, das alles, so in der bibel geschriben stêt, sei am maisten uns christen, die di lesten sein, zue underweisung und gewarnus geschriben. chronik 4, 103, ebenso 230. Aventin hat auch ein adverbium von dieser substantivbildung abgeleitet: gewarnusweise: ich schreibs alles gueter mainung, gewarnusweis, niemant zu lieb noch zu laid. ursachen d. Türkenkrieges 1, 174, ebenso 211; es wär vil mêr von solchen grossen miszbreuchen ... zu schreiben; ich habs aber nur gewarnuszweis auf das kürzest überloffen. 1, 188, ebenso chronik 4, 62.
 
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gewarnt , participiales adjectiv. schon in den bedeutungen munitus, instructus ist das particip aus den glossen auffallend häufig zu belegen (s. oben zu warnen), meist in verbindungen wie gewarnot werden, habet sih kewarnot, s. Graff 1, 948. in der participialform kommt aber auszerdem die beim verbum als dritte und jüngste bezeugte bedeutung am frühesten zur geltung, vgl. gewarnotiu, provida St. glossen zur bibel (8.—9. jahrh.) bei Graff 947. noch kräftigere zeugnisse gewähren aber die belege für das negierte particip: ungiwarnotiu, inopinatum Tegernseer glossen zu Gregor bei Graff a. a. o.;

iedoch sô wâren s'alle,
als si dô mohten, an ir wer.
ir wart wel schiere ein michel her:
die ungewarneten man
sî kômen alle ir vînde an.
Gottfried Tristan 5471;

der ungewarnte tot. warnung 101;

von einer gräffin, die einem jungen edelmann ungewarnter sach vermechlet ward. Wickram rollwagenbüchlein 134 Kurz;

[Bd. 6, Sp. 5336]


besamlet Albertus ... heimlich ein grosz volck zu vusz in Helvetien: damit eilt er unversehenlich für die statt Bern durch grosse tagreisen, seins vermutens den ungewarnten Berneren ein schlappen zugeben. Stumpf Schweizer chron. 576b;

wohl unerwartet kam's, nicht ungewarnt.
Göthe (natürliche tochter 3, 2) 9, 311.

wie beim negierten, so lassen sich auch beim positiven particip zweierlei gebrauchsformen unterscheiden, je nach dem verhältnis, in dem das mit dem adjectiv verbundene substantiv oder pronomen in die verbalthätigkeit eingezogen ist.
1) es bildet das subject der passivconstruction: ein gewarnter ist zween wert; ein gewarnter kann gegen zwei bestehen. s. Wander sprichw. 1, 1650; gewarnter mann ist halb gerettet. Reinsberg-Düringsfeld sprichw. d. germ. u. rom. sprachen 2, 587.
2) auffallender ist die zweite verbindung, wo das substantiv das moment verkörpert, auf das jemand aufmerksam gemacht wird:

wenn böser, gewarnter rath, der das heil aller angeht,
wenn der obsiegt.
Klopstock Hermann u. d. fürsten (14. sz.).


 
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gewarnung, f. , in der sprache des 16. jahrh. belegt, nebenform zu warnung, auch sie ist wie gewarnis in beiden richtungen der bedeutung bezeugt.
1) überfiel ungewarnter sach die Teutschen, so nach sölchem grossem sig guets muets, frölich und bei irer gewarnung nit warn. Aventin (chronik) 4, 390; es setzten die feind al ir hofnung in ir reichtum, hielten weder ordnung noch ... hieten nichts in gueter gewarnung und huet, als dan ander kriegsleut tuen pflegten. 397.
2) alles, was den nächsten künftigen tag zu tuen ... war, tet er alles schriftlich kunt mit disem zuesaz und gewarnung, das kainer, der etwas irr gieng, niemands gar nit dan in rats fraget. Aventin (chronik) 4, 609; solichs untreuen anschlags wurden die bruder, so noch im closter waren, durch gewarnung frumer leut innen. J. Knebel chronik v. Kaisheim 440a.

 

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