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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewardirer bis gewärmt (Bd. 6, Sp. 5332 bis 5333)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewardirer, m., vgl. gwardierer: dieselben muncz und phenninge sollent von unserm gewardirer und versucher, die wir darzu bescheiden, also bewart, versucht, behalten und uszgeben werden. münzstätte zu Neustadt a. d. Hard (1383) bei Mone 2, 418.
 
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geware, f., verstärkte bildung zu wara, cautio, s. DWB gewahr sp. 4763.
 
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geware, f., verstärkte bildung zu ware, merx, vgl. DWB gewaare sp. 4707, gewahre sp. 4808:

dâ brâchten si (d. drei könige) die phenninge dar
und gâbin si Christô mit andirn (?) gewar.
J. Rothe passion 17, nach
Bech in Germania 9, 176;

gelobet ein man deme andern golt silber pfennige oder anderlei gewar ûf einen bestacketen tag zu bezcalene. urkundenbuch v. Kl. Arnsburg 711, s. Bech ebenda; item uff alle geware, wullen und linen tuch ... und nasse gewar, die hievor nit gemelt ist, ... soll man ie von eins gulden wert ein pfenning verungelten. der von Winheim friheit (1489) bei Mone 4, 310;

von Midian kummen wir har
mit balsam, wurtz u. andrer gwar.
Thieb. Gart Joseph (1540) B 8;

so merkt iezt der gemein man den grossen wcher, bedriegerei, fürkauf, eigennützigkeit oder bedeurung aller gewar und kaufmanschaft. Schade sat. u. pasqu. 2, 56; darnach di trockene gewar di sal rumen der nassen, der ritende man sal rumen dem wagen, der karre sal auch wichen dem wagen. eisenachisches rechtbuch 87 bei Ortloff 1, 725; betet einer adder heischet den andern eme etwas kouffen, wein, gewant, wortze, adder welcherlei das ist, unnd benennet ome die summen geildes, darumme her eme koufen sal, adder thut eme die an gereitschaft adder an gewar, szo sal her eme nicht turer kouffenn, dan her en gebeten adder geheissen hat. Purgoldt rechtsbuch 3, 50, ebenda 2, 105; für den plural vgl.: was aber für redlich händel itz under den christen und christlichen kauffleuten, geselschafften, wchern, zinszkauffern, für gehen, entpfinden wir freilich allzmal wol, auch das kind in der wiegen, da ist eitel zinsskauff, fürkauff, und das gantz land mit unnützen händlen, gewaren, und handtierungen z iedermans nachteil erfüllet. S. Franck chron. 116a.
 
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gewäre, adj., s. DWB gewahr.
 
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gewaren, verb., s. DWB gewahren.
 
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gewarf, n., s. DWB gewerf.
 
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gewärfelt, gewerfelt, s. DWB gewürfelt.
 
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gewark, n., s. DWB gewerk.
 
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gewärme, n. als nomen actionis wird das verbalsubstantiv bei Campe 2, 359 gebucht, mundartlich ist der übergang zur collectivbedeutung vollzogen: gewärms, n., aufgewärmtes Hönig Kölner mundart 75.
 
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gewärmen, verb. , verstärktes wärmen (s. d.), mit vorliebe reflexiv gebraucht. schon in der sinnlichen bedeutung ist das verb in zusammenhängen belegt, die für wort und begriff eine eigenartige stellung in leben und sitte der älteren zeit bezeugen. hieraus erklärt sich auch die übertragene verwendung, die dem verstärkten verbumin der schwäbischen mundart jedenfallsbis heute das dasein fristet.
1) sinnliche grundbedeutung.
a) transitiver gebrauch: ich danke ouch uwer lieb zumal fruntlich des appfels, den ir mir geschickt hand, die hende daran, so ich rite birssen, zu gewermen. graf Ludwig von Württemberg an seine schwägerin (1449) bei Steinhausen privatbriefe 49; man sols auch zu zeiten wider gewärmen, nämlich dasz man ein heisz eisen hinzu helt. Seuter roszarzneib. 286.
b) dann man sol eim iegelichen ammanmeister alle woch zwei korbel mit glte geben in sin husz und nit me von sand Michels tage bisz an den ostertag und ime sumer nützit, umb daʒ sich ime winter die scharwahter und die diener dobi gewermen mögent. urkunden zur verfassung Straszburgs (1405) bei Eheberg 1, 15, ebenso 1, 16;

macht nu toll fuiar an,
ass i mi gwörma kan. bei
Schöpf Tirol. idiot. 802.


2) übertragene verwendung:

sölten ander leut
dein land regieren,
so wurden si sich gewermen
und müssen wir erfrieren. volkslied bei
Uhland 1, 483.

[Bd. 6, Sp. 5333]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewärmt, participiales adjectiv. die verbindung gewärmte speisz (cibus recoctus Spieser 151a) weist auf eine isolierte bedeutung des particips hin, die unserem aufgewärmt entspricht. andere wörterbücher verzeichnen nur gewärmt, calefactus, so Kilian K 4b. Steinbach 2, 944. Kirsch 180a.

 

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