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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewandwurm bis gewanke (Bd. 6, Sp. 5318)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewandwurm, m. in zwei verschiedenen bedeutungen.
1) anknüpfend an gewand = pannus: schab ... gewandwurm bei Konr. v. Megenberg buch der natur 309, 14. s. das vorhergehende.
2) anknüpfend an gewand = paries, vgl. wantwurm, cimex, vgl. altd. bl. 1, 349. mhd. wb. 3, 827a. Lexer 3, 684; s. gewandwürmlein. vgl. DWB hauptwurm theil 4, 2, sp. 639, vgl. DWB müllerfloh theil 6, 2655.
 
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gewandwürmlein, n., diminutiv zu gewandwurm 2: sah er etlich fischer ... miteinander gwandtwürmlein oder leüsz von den kleidern lesen. S. Franck chronika 20b; gewandwürmle, leusz, pediculi. Henisch 1593.
 
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gewandzeichnung, f. bei Campe 2, 359 als neugebildet aufgeführt.
 
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gewandzelle, f., zu gewand = vestis(?): in disem jahre ist auch die newe gewandzelle gebawen worden. Friedenweiler handschriftl. kronik 104, s. Birlinger zum alemannischen u. schwäbischen wortschatz (Alemannia 10, 181).
 
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gewandzise, gewandcise, f. niederrheinisches compositum, dessen zweiter theil auf accisio, accise zurückführt, während der erste an gewand = pannus anknüpft, vgl.: vander gewant cysen vanden termyn sunte Agneten. stadtrechnung von Goch 1428, s. annalen des histor. vereins für den Niederrhein 5, 119; dass bereits im j. 1571 ... der ertrag der gewandzise auf 4 rhein. gulden herabgesunken war. P. B. Bergrath ebenda 6, 62 u. a.
 
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gewandzunft, f., jüngere, vereinzelte bildung: demnach einige gewandtszunffknechte binnen der hauptstadt Deuren gerne eine bruderschaft ... eingerichtet sehen mögten. Dürener verordnung von 1748 bei Bonn s. 282; die klöster in und ausserhalb der stadt zählen viele glieder der alten gewandzunft zu ihren ältesten und bedeutendsten wohlthätern. P. B. Bergrath in annalen des histor. ver. für den Niederrhein 5, 105.
 
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gewanen, verb., s. DWB gewohnen.
 
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gewanerds, gewaenerz, n. hessische bildung für gespenst. vgl. DWB gewanerds in den Marburger proceszacten von 1673 bei Vilmar 441; gewanerz in der grafschaft Ziegenhain, s. ebenda. heute am häufigsten wandering, wânerding, s. a. a. o. Vilmar stellt fest, dasz das wort gespenst dem volke gänzlich fremd ist; er erinnert an es wandert (wânert), d. h. gehen gespenster um.
 
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gewänge, n. , collectivum zu wange (s. d.).
1) für die grundbedeutung sind die belege spärlich:

dâ was im daʒ gewenge
breiter danne ein wanne.
Wilh. v. Österreich 50a.

s. Lexer 1, 983; vgl. auch Schöpf Tirol. idiot. 800.
2) ergiebiger ist die sonderentwicklung des wortes in der sprache der bauleute, die mit gewände (II, 1, b), vgl. sp. 5284 parallel läuft: tufften stürtz, gwengen, solstuckh, mittelpfosten und tritt. Münchener handschr. bei Schmeller 22, 958, vgl. Schöpf Tirol. idiot. 800; die steinen rinnen ligen also verrer herab pisz zu dem prunnen vor des alten Eschenloers haus, do ist ein n. in das geweng an der ein seitten seiner hausthür gehawen. Tucher baumeisterb. 186; weiter was für handtwerck ir (der handwerker) schiff und geschirr, oder der bawherr zu geben schüldig ist ... mit besteigen, tünchen und weissen an nidrigen oder hohen orten, an kuch Kunthurn, herden ... auch an geweng bencken zainkrachung, stürtzel, fürschalter, ofen, bein und fuszblatten. Frönsperger bauw ordnung (1564) 2a. vgl. auch: noch 3 vole gewenges (soll ein steinlieferant zum bau der kirche liefern). Old. urkunde von 1525 bei Schiller-Lübben 5, 141; geweng, penant Molema Groningensche mundart 123.
 
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gewanheit, f., s. gewohnheit.
 
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gewanke, n., verbalsubstantiv zu wanken (s. d.), von Campe 2, 359 als niedriges wort gebucht. die ältere sprache hatte hier ein substantiv, das unmittelbar auf den stamm zurückführt: gewanc, vgl. Lexer 1, 975, vgl. Verwijs-Verdam 2, 1858;

[Bd. 6, Sp. 5319]


dar wart ein Michel gewanc
ind ein groes gedranc. Karlmeinet 181, 35;

wengel noch kinne
nâch êren hatten kein gewanc.
Walter v. Rheinau 238, 55.

 

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