Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewandschneider bis gewandstoff (Bd. 6, Sp. 5298 bis 5302)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewandschneider, m., nomen agentis , die beliebteste und ausdauerndste unter den zusammensetzungen von gewand in der bedeutung pannus. sie ist aus allen theilen des sprachgebietes belegt und reicht vom 13. jahrh. bis in die neueste zeit, wo sie allerdings mehr litterarisch wieder aufgenommen wurde. die formen ohne präfix überwiegen in niederdeutschen quellen, so wantsnider

[Bd. 6, Sp. 5299]


in der Magdeburger chronik; dazu vgl.: wandsnider, tuchhändler, lakenkrämer. Richey Hamb. idiot. 333; wandsnieder Schütze Holstein. idiot. 4, 336. ähnl. Danneil wb. d. altmärk. plattd. mundart 243 u. a. im westen ist das präfix festgehalten, so in Kölner urkunden, vgl. auch das mittelniederl. eine seltsame form belegt Schmeller 22, 941 aus dem handschriftlichen text des Freysinger rechtsbuches: es ist auch von allter recht und gewonhait gewesen, daʒ chain gewanthinsneider chain gewant hie versneiden sol, dan zu den rechten ... margten.
1) älteste belege, vgl.: gewantsnider, tuchausschneider, tuchhändler. mhd. wb. 2, 2, 442b; gewantsnider, lakenverkooper Verwijs-Verdam 2, 1861.
a) nach der Magdeburger chronik soll die innung der gewandschneider mit der der krämer als erste in dieser stadt gestiftet worden sein und zwar schon 1153 durch den erzbischof Wichman: dusse bischop Wichman ... makede der wantsnider und der kremer inninge erst. schöppenchronik, d. städtechron. 7, 118. in der gleichen zeit soll die gilde auch in Hamburg begründet worden sein, vgl. Lappenberg archivalbericht über den ursprung und das bestehen der realgewerbe in Hamburg s. 92. auch das Augsburger stadtbuch von 1276 erwähnt die gewantsnider als schon bestehende gruppe neben anderen gewerben; es giebt dem artikel 14, § 10 (bei Meyer s. 41: so ist der burger reht die gewant snident, daʒ niemen kain gewant sniden sol bi der ellen mit in wan der ze gademe oder ze offem kaelr stat) das stichwort: waʒ rehtes die gewantsnider haben sulen. (Meyer s. 2). im text werden jedoch die tuchhändler durchweg gewander genannt (vgl. sp. 5288, vgl. auch tuchgewender ebenda). es scheint also, dasz dieses appellativ dem localen sprachgebrauch angehört, während das allgemeiner geltende gewantsnider unter dem litterarischen einflusz der rechtssprache von norden her eingebürgert wurde. dem norden Deutschlands gehört ja auch die corporationsmäszige gliederung der gewandschneider an, für die aus dem südwesten keine zeugnisse zu gewinnen sind, vgl. Schmoller die Straszburgtucher und weberzunft s. 390. gewandschneidergilden sind durch privilegien, die freilich für die geschichte unseres wortes meist nicht in betracht kommen, für Magdeburg, Hamburg, Stendal, Köln, Frankfurt a. O., Erfurt u. a. schon bis zur mitte des 13. jahrh. nachgewiesen (vgl. Schmoller a. a. o.). die urkunden betreffen meist die abgrenzung gegen die handwerker (weber und tuchscherer) und lassen die händler und verkäufer als die höher stehende klasse erscheinen. zur abgrenzung gegen die schneider (scrodere) vgl. unten 4).
b) die belege reichen in die mittelhochdeutsche periode zurück und beschränken sich nicht blosz auf die rechtssprache:

vor dem kunge ein vende stat
der alsuliche forme hat ...
so trug he sundir vele
in linker hant ein ele ...
nu sal man bi der elin
gewantsnidere zcelin,
und ouch di kouflute
und manchir dinge bute. mitteld. schachb. 4, 30, zeitschr. f. d. alt. 17, 294;

wir gewantsneider schullen losungen. wer in der stat gewant von Gent, von Bruchsel, von Eiper, von Louen, von Dorn oder ander solich gewant mit der ellen versneiden oder vorchauffen wil, der schol in der stat gesessen sein und schol erb haben und schol czu dem minnisten von setzick marcken losung geben ... und wer daʒ gepot ubertrit und sneidet tuech von hant, daʒ selbe tuech schol er vorliesen. stadtrecht von Brünn 181 Röszler; auch haben wir ausgetragen, das die gewantsneider rechte mase schullen gewen, und auch ain gewant pei seim rechten namen nomen, als es vom recht genannt ist. Altprager stadtrecht (statutarrecht 58) 39 Röszler; das die beschaiden leut gewantsnaider, die kromer, unser mitpurger, vor uns komen sein. 38; Otto quantschneider. 73; di gesworn der stat ze Prage Heinrich der glas, ... Niklas im turm, Johan gewansneider und ander aidgenossen. 17, ebenso 26; wir Stephan von gottes genaden ... bekhennen offennlich mit dem brief, dasz von allen gwandtschneidern, lodern, cramern und taliern zue Landsperg, die besonder gnad und fürderung gethann haben ... dasz kein gast oder auslender kainerlei tuech nicht schneiden ... soll. urkunde von 1386 bei Lori gesch. d. Lechrains (urkunden) 2, 84; dit is der eit, den die zwene van den gewantsnideren, zo der assisen des sneets inzoforderen gekoiren, sweiren solen. (1400), akten z. verfassung d. stadt Cöln 220. dazu vgl.: di wantsnider tu Berlin und tu Collen geven islike von der stede up deme kophuse oder war si stan, tu sunte Walburgen dage und tu des heiligen

[Bd. 6, Sp. 5300]


crus dage 2 schillinge penninge. Berliner stadtbuch 15; ich Heinrich Winszperg gewantsnyder. Frankfurter testament von 1481; hat Peter Schober ... und ander gewantsnider vorgebrocht, wi vehl gewant sniden heimlich in den husern und nicht kammern haben. rathsbeschlusz von 1453, Leipz. urkundenbuch 1, nr. 298.
2) in den wörterbüchern hält die überlieferung auffallend lange an dem worte fest: er ist ein gebantsneider, elle drapiero. voc. venez.-tedesco von 1424 bei Schmeller 22, 941; du achcz mein benigt und ich minder dein gebantsneider, tu chura puocho de my e my meno de ti zima duro. italienisch.-deutsches sprachbuch 53, 22, s. Brenner, Bayerns mundarten 2, 419; gewantsneider, pannicida oder tuchsneider, incissor. voc. theut. (1482) Nürnberg; pannicida, ein tuchschneider oder gewantschneider oder tuchmacher. gemma gemmarum (1508); andere vocabularien mit gewant- und want-snider s. Diefenbach 409c; panicularius, gewantschneider, tuchler, sarcinator, schneider Aventin werke 1, 558; gewandschneider, vestiarius Dasypodius F 2b; gewandschneider, tucher, vestiarius, pannarius Henisch 1593; gewandtschneider, drapier, mercante, o tessitore di drapi, sartor. Hulsius (1631) 166a; gewandschneider, nundinator pannarius Stieler 1900; drapier, pannarius Pomai 132b. ähnlich Kirsch 180a. teutsch-engl. wb. (1716) 770; tuchhändler, gewandschneider Frisch 2, 421; der gewandschneider, te marchand drapier. Schwan (1782) 1, 743. ähnlich Adelung 2, 651. Voigtel 2, 80. Campe 2, 359; gewandschneider, eene zort van rinkeliers, 't wolle laken by de el verkoopende. Weissenbach 437a; gewandschneider, woollen draper. Hilpert 1, 463a.
3) litterarische belege der neuhochdeutschen periode: dem wüllenambacht ist als iren beiverordneten zugethan die gewandtschneider, die wullen- undt leinenweber. Dürener polizeiordn. v. 1556 bei Bonn materialien z. gesch. Dürens s. 197; item adi 9 marczo rechnet ich ab mit Peter Obermair gewantschneider. Tucher haushaltbuch 53, ebenso 79. 112. 116. 126. 151; sein vater genant Weitschuch, ein gewantschneider. Deichsler s. d. städtechron. 11, 575 (Nürnberg); auff den lesten tag des heemonatz, was ... ain sollich grosz wasser ... geschach den kramer, auch gwandschneider grosser schad. fortsetzungen d. chronik des Hector Mülich, d. städtechron. 23, 458 (Augsburg); auf solch tröstung kamen kramer und gewandschneider und ander leut gen Laugingen mit ir kramerei und kaufmanschatz, und als sie nun gelost hetten umb die stett und wolten aufmachen ire hütten, da schickt man schergen und potten zu in und verpot in, dasz kainer von Augspurg weder kaufen noch verkaufen solt. B. Zink, d. städtechron. 5, 321 (Augsburg); er (Jacob Höchstetter) was ain gewandschneider und hett in disem jar den pauren gwand verkaufft auff zeit 3 elen für 1 fl., das ander gwandschneider 7 elen für 1 fl. gaten ... ain ratt ... verbott dem Höchstetter, dasz er kain gwand mer solt ausschneiden, das ist, dasz er nach der elen sol kain tch verkauffen, nur gantze stuck mag er verkauffen. Rem, d. städtechron. 25, 81 (Augsburg); gib geld ... tuchmacher, gewandschneider, tuchscherer. Luther briefe 6, 330 de Wette;

da kam her der hoffschneider alt
und sagt, es wer noch unbezalt
unser tuch bei dem gwandtschneider,
der unsern verding hoffkleider.
H. Sachs (verdorben edelmann mit dem weichen beht) 14, 278 Keller-Götze;

nimb hin das gelt und bring es spat
dem gewandschneider in der stat
... das er mir für dises gelt
ein fünfzehen elen tuchs schicket.
das ich nit geh so gar geflicket. (Henno) Keller 7, 128,

ebenso 21, 53 variante gewandschneider für duchgwenter; man list von einem prothonotario, dass ist, von einem besondern gelehrten mann zu Pariss, der liess ihm ein gar schönes, junges weiblein, die eines sehr reichen kauffmans, der ein tuchman oder gewandschneider, haussfraw war, zu sehr wolgefallen, das er in unördenlicher, verbottener liebe gegen sie ward entzündet. Kirchhof wendunm. (3, 174), 2, 443 Österley; ich will dir das kleid kauffen. und gieng damit mit ihm zu dem gewandschneider, kauffet im hosen und rock. Schumann nachtbüchlein 54 Bolte; so ginck er von stund an mit ime zu den wantschneidern und nham ime leidisch tuch aus zum rock und zu hosen und wambs. Kantzow chronik v. Pommern 318; hatte der rath und die hundertmänner im nahmen der bürgerschafft daselbs (in Stralsund) ... einen bürgervertrag ... beliebet und bekräfftiget. als aber die altersleute der gewandschneider,

[Bd. 6, Sp. 5301]


und andere bürger, so sich zu ihnen gethan, denselben nicht gut heissen wollten, hat der landes-fürst ... sich darzwischen geschlagen. J. Micraelius vom alten Pommerlande 4, 52; alle gewandschneider, kramer und andere, so waren zu feilkauf hatten. Schütze Preuszen 214; wer gewand schneiden will, soll dieser stadt bürger sein, und der gewandschneider brüderschaft gewinnen. Danziger willkür (druck von 1761) 1, 171; vermöge der fürstlich Hessen-Casselischen verordnung vom 12. april 1714 können die gewandtschneider mit allerhand waaren, neben dem tuchhandel, und den geringen von inländischen tuchmachern verfertigten tuchen gleichfalls handeln; jedoch sollen sie unter 20 catt keine fremde tuche ins land bringen. Estor teutsche rechtsgelahrheit 3, § 233; tuchhandlungen giebts zu Nürnberg von zweierlei art: 1) en gros, welche schon im jahre 1434, unter dem namen kaufmann mit gewant, vorkommen, und deren im jahre 1784 daselbst 5 waren. 2) offenen gewerbs, welche das tuch ellenweis verschneiden, schon im jahre 1442, unter dem namen gewantschneider, vorkommen, und deren im jahre 1784 daselbst 8 waren. Gatterer technologisches magazin (1790) 1, 2, 613; die älteste, bis jetzt bekannte erwähnung einer gilde in Deutschland, ist die der gewandschneider, oder tuch- und zeughändler in Magdeburg. Lichtenberg verm. schriften 6, 410.
4) der gegensatz zwischen dem gewandschneider als einem händler und dem schneider als einem handwerker muszte immer wieder nachdrücklich eingeschärft werden, vgl.: es soll dhain sneider ... kainerlai gewant nit mer bei der ellen schneiden noch verchauffen. Münchener schneiderordnung von 1465 bei Schmeller 22, 569; so beclageden sick de wantsniders over de schroder, dat se entelen laken vorsnedden unde delden unde bi elen vorkoften. Braunschweiger schichtbuch (zu 1488), d. städtechron. 16, 358; die schneider sollen hinforder kein gewandt, noch (wöllen noch) seiden gewandt ... uffn feilen kauff zuvorschneiden, bei sich haben (mann soll fleissigen, ob man sie in der gute bewegen konte davon abezustehn). Leipz. rathsprotocoll von 1534 bei S. Moltke die Leipz. kramerinnung s. 109. vgl. auch einzelne belege unter gewandschnitt. immer aber wurde wieder die grenzlinie verwischt: er solt den gewandtschneider kommen lassen, wie dann beschah, und so bald der schneider kam, spricht der marggraf zu ihm, nimm den Berlinger und misz ihm kleider an. G. v. Berlichingen lebensbeschreibung 14 Bielitz. auch bei lexikographen späterer zeit begegnet solches zusammenwerfen, wie das Adelung a. a. o. an Wachter tadelt.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandschneiderin, f.: burget imand, er sei purger oder gast, einer kramerinne, gewandsneiderinne oder andern weiben, die manne haben. Altprager stadtrecht 76 (statutarrecht 119) Röszler; doch sol er zuvor mit seinem rechten beweisen, das die schulde on sein und seiner freund wissen und wort gemachet sei, aussgenomen gewanntschneiderin, kremerin. Nürnb. polizeiordn. 30 (Baader); gieng derwegen erstlich zum protonotario und sagte, dass seine fraw, die gewandschneiderin, ihm wol wissend, viel guts wündschet und zu sagen befohlen habe, neben und mit freundlicher bitte, ihr fünfftzig goldkronen vorzustrecken und zu leihen. Kirchhof wendunm. (3, 174), 2, 444 Österley.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandschneiderinnung, f.: die gewandschneiderinnung, le corps des marchands drapiers. Schwan (1782) 1, 743; das gewandschneiderinnungshaus, la maison de la commuauté des drapiers. ebenda.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandschneidung, f.: pannicidium, gewantsnidunge. voc. lat. germ. bei Diefenbach 409c. die spärlich bezeugte bildung ist durch die folgende verdrängt worden.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandschnitt, m., nomen actionis zu gewand schneiden in der bedeutung von tuch ausschneiden, verkaufen, vgl. auch DWB gewandkauf. das compositum steht also mit dem worte kleiderschnitt (vgl. theil 5, sp. 1082) in keiner bedeutungsgemeinschaft. es ist aus niederdeutschenspäter auch aus mitteldeutschen quellen belegt; in oberdeutschen denkmälern finden wir die vereinzelte stelle der Augsburger rathsdecrete mit der form gewandschnitz.
1) id si zu wissen, dat gein man, hee sij, we hee sij, geine flockendoich binnen Coelne brencgen ... sall ... bi wilchme brgere sulche doiche vonden wurden, der en sall ouch achter der tzijt numberme mit deme gewantsnede sich geneiren. handel m. fremden tuch (1407), acten z. verfassung d. stadt Cöln 2, 171 Stein; dit is der eit dergheenre, die den gewantsnit bewarent. (1413), 1, 283; item den gewantsnit zo dubbelen, also zo verstain, daevan men bissher 1 marck van einem doiche gegeven hedde, dat men nu vortan daevan 2 marck

[Bd. 6, Sp. 5302]


geve ind so vortan. (1487), 2, 630; auff 24 tag jener anno etc. 1517 hat ein erber rat Jacoben Höchstetter, darumb das er mit verkauffung seines gewands gegen den pauren bisher so gar beschwärlich gehandelt hat, den gewanndschnitz auffgehöpt. Augsburger rathsdecrete, s. d. städtechron. 25, 81 anm.; soll nhiemandt, von den gewandtmechern oder gwandtschneidern alhier ... so das ambacht und den gwandtschnidt nicht haben, iniche gesellschafft zu gewinn ... halten. hallordnung des gewands für Düren bei Bonn materialien zur gesch. von Düren s. 46; niemand soll anderswo, als in seinem laden gewand schneiden, und soll ein jeder in dem erbe, wo er seinen gewandschnitt treibet, ein eigenthümliches anpart ... haben. Danziger willkür (druck v. 1761) 171; dass nicht wenige personen, so nicht ihrer zunft, auch dessen nicht befugt wären, eines gefährlichen gewandschnitts sich unternehmen, und ... allerlei tücher ... vertrieben. kurf. sächs. mandat von 1626 bei G. L. Funke 4, 234; es soll auch keiner, der nicht seines handwercks ein tuchmacher ... einiges gewandschnitts in städten oder dörffern inn- und ausserhalb der jahrmärckte, sich unterfangen, oder untüchtige tuche vertreiben und verschneiden. ebenda s. 235.
2) aus dem bedeutungsgehalt (detailhandel mit tuchen) trat die vorstellung des besonderen objectes zurück, so blieb nur die allgemeinere vorstellung des kleinhandels übrig: sein rath wäre er fienge einen gewandschnitt mit tauben an. denn wo ein paar sechs pfennige gülte, und er verkauffte tausend, so hätte er unfehlbar zwantzig thaler und zwantzig groschen. Chr. Weise die drei ärgsten erznarren s. 106 neudr.
3) die wörterbücher verhalten sich diesem in oberdeutschen quellen so selten belegten substantiv gegenüber lange gänzlich ablehnend. erst Frisch 2, 421 verweist auf Carpzow: den tuchhandel oder gewandschnitt hatten die tuchmacher nicht. zittauische chron. 4, 162; Chomel 4, 1040 bezieht sich auf die oben angeführten sächsischen landesgesetze. bei beiden ist es wie bei Haltaus (700), Scherz (544) litterarische überlieferung, die das wort zur aufzeichnung bringt, nachdem der eigentliche gebrauch schon abgestorben war. daran schlieszen sich an: Adelung 2, 651. Campe 2, 359. Voigtel 2, 80; der gewandschnitt, tuchhandel, le negoce, trafic de drap. Schwan (1782) 1, 743; gewandschnitt, verkoping van 't wolle laken, by de el of in 't kleene. Weissenbach 437a; gewandschnitt, cloth-trade. Hilpert 1, 463a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandschrank, m., gleichbedeutend mit kleiderschrank, vgl. theil 5, sp. 1082:

dann im gewandschrank
nahm sie den festschlafrock von stahlblauwollenem damast.
J. H. Voss Luise 2, 106.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandschreiter, m., vgl.: item, ain itlicher sneider oder gewantschreiter, der sol ain tuch aigenlich messen, als pald es im zu pracht wirt, e daʒ ers gesneit. österr. weisth. (Kaltern, Tirol) 5, 303 (variante schneiter). gemeint ist hier jedenfalls nicht der tuchhändler (gewandschneider), sondern der schneider. ob verschrieben für gewandschrœter?
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandstall, m. die zusammensetzung soll nach Westenrieder in der bedeutung von gewandkammer und ähnl. gebraucht worden sein: nahmen die herzen von dem gewandstall irer verstorbenen leibeigenen das beste gewand. glossar. germ. lat. 205.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandstange, f.: gewandstange, furca bicornis, perticas sustinens. Kirsch 180a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandstein, m., s. gewannstein.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gewandstoff, m. zusammensetzung, welche die am einfachen gewand verloren gegangene bedeutung von pannus wieder zurückgewinnt, vgl. DWB kleiderstoff: auch zeigte ich das höchst künstliche und zierliche besteck, da wurde die hausfrau verdrieslich, dasz sie leer ausgehen sollte, nach einer pause um ihre geduld zu prüfen zog ich endlich den gewandstoff hervor, das räthsel war aufgelöst. Göthe (an Bettina januar 1808), schriften der Göthegesellsch. 14, 164.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Die Suchanfrage lieferte keinen Treffer.