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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewandnadel bis gewandschneiderin (Bd. 6, Sp. 5298 bis 5301)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewandnadel, f.: die gewandnadel oder fibel. Ranke der mensch 2, 594; sie (die nadel) dient vornehmlich einem doppelten zweck: entweder zum nähen (als nähnadel) oder zum zusammenheften — und halten des gewandes oder haares (als gewand- und haarnadel). 570, vgl. auch Schrader reallex. d. indogerm. altertumskunde 291 u. 730.
 
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gewandner, m., s. gewander.
 
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gewandrolle, f.: gewandrolle (ältere sprache) wäscherolle. Unger-Khull Steir. wortsch. 290. die bedeutung von wäsche für gewand, die in bezug auf die erklärung von badegewand (vgl. sp. 5237) von wichtigkeit ist, wird für die ältere steirische sprache ebendort auch aus den compositis gewandsack (sack für wäsche) und gewandseil (wäschestrick) erwiesen.
 
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gewands, n., mundartliche collectivform für gewand = vestimentum, s. oben sp. 5266.
 
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gewandsame, m., vgl. kleidersame theil 5, sp. 1082: man möcht disz gewechs (botris, draubenkraut) auch gewand oder mottensamen heissen, darumb das die weiber zu Parisz legens zwischen die kleider und leinen getch in die arcken, von wegen des süssen lieblichen geruchs. Bock kräuterb. 335a; gewandsamen, chenopodium botrys. Nemnich lex. d. naturgesch. 3, 192 (unter chenopod. botrys 1, 1014 fehlt unser wort, hier nur traubenkraut, mottenkraut u. s. w. angeführt).
 
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gewandschere, f., s. DWB wandschere, forfex. mitteld. voc. rer. des 15. jahrh., vgl. Diefenbach-Wülcker 1, 619: forfex filorum gwandtscher. Aventin (appendix grammaticae) werke 1, 568, vgl. auch 1, 392; gewantscher, forfex. voc. incip. theut.; gewandscheer, schneiderscheer, f., ciseaux de tailleur, forfex. deutsche übertragung von Pomai grand dict. royal 132b.
 
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gewandscherer, m.: gewantscherer, pannicisor, pannitonsor idem gewantschneider, vulgo tuchler pannicida, pannicisor. voc. incip. theut.; Gunther gewantscherer, wird in einer verkaufsurkunde von 1399 im Pegauer stadtb. (2b) aufgeführt.
 
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gewandschiff, n. die bildung ist ein zeugnis für den wassertransport der stoffe, wie andererseits das für die gleiche stadt belegte gewandkarre (sp. 5295) den landweg des handels darthut: dasz die erbern bürger gemein der stadt Regensburg um die ansprach und forderung ... darum er ein gewandschif zu Passau aufgehebt ... mit 300 lib. vergewissert haben. urkunde bischof Gottfrieds von Passau bei Gemeiner Regensb. chron. 2, 96.
 
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gewandschneiden, n., in dem die verbalverbindung gewand schneiden zum compositum erstarrt: schoʒʒen von dem gewantsnîden. Zitt. jahrb. 28, 14. mhd. wb. 2, 2, 439a; von gewantschneiden. kein lantman sol gewant schneiden wenn zu dem jarmarckt, er thu es dan mit der bürger willen. stadtrecht v. Leutenberg 74, s. Michelsen rechtsdenkm. a. Thüringen 435. fraglich ist, ob das folgende hierher gehört oder ob an ein nomen agentis zu denken ist: unnd wie wol, wider sollich überflüssigkait der klaider, seiden, gold, silber, perlen, edel gestain, gewanndtschneiden, unnd müssigennden störtzer, im hailigen reich mermals gt und noturft ordnungen auszgeschriben, so werden si ... nit gehanndthabt. Tengler laienspiegel (Augsburg 1509) E 6.
 
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gewandschneider, m., nomen agentis , die beliebteste und ausdauerndste unter den zusammensetzungen von gewand in der bedeutung pannus. sie ist aus allen theilen des sprachgebietes belegt und reicht vom 13. jahrh. bis in die neueste zeit, wo sie allerdings mehr litterarisch wieder aufgenommen wurde. die formen ohne präfix überwiegen in niederdeutschen quellen, so wantsnider

[Bd. 6, Sp. 5299]


in der Magdeburger chronik; dazu vgl.: wandsnider, tuchhändler, lakenkrämer. Richey Hamb. idiot. 333; wandsnieder Schütze Holstein. idiot. 4, 336. ähnl. Danneil wb. d. altmärk. plattd. mundart 243 u. a. im westen ist das präfix festgehalten, so in Kölner urkunden, vgl. auch das mittelniederl. eine seltsame form belegt Schmeller 22, 941 aus dem handschriftlichen text des Freysinger rechtsbuches: es ist auch von allter recht und gewonhait gewesen, daʒ chain gewanthinsneider chain gewant hie versneiden sol, dan zu den rechten ... margten.
1) älteste belege, vgl.: gewantsnider, tuchausschneider, tuchhändler. mhd. wb. 2, 2, 442b; gewantsnider, lakenverkooper Verwijs-Verdam 2, 1861.
a) nach der Magdeburger chronik soll die innung der gewandschneider mit der der krämer als erste in dieser stadt gestiftet worden sein und zwar schon 1153 durch den erzbischof Wichman: dusse bischop Wichman ... makede der wantsnider und der kremer inninge erst. schöppenchronik, d. städtechron. 7, 118. in der gleichen zeit soll die gilde auch in Hamburg begründet worden sein, vgl. Lappenberg archivalbericht über den ursprung und das bestehen der realgewerbe in Hamburg s. 92. auch das Augsburger stadtbuch von 1276 erwähnt die gewantsnider als schon bestehende gruppe neben anderen gewerben; es giebt dem artikel 14, § 10 (bei Meyer s. 41: so ist der burger reht die gewant snident, daʒ niemen kain gewant sniden sol bi der ellen mit in wan der ze gademe oder ze offem kaelr stat) das stichwort: waʒ rehtes die gewantsnider haben sulen. (Meyer s. 2). im text werden jedoch die tuchhändler durchweg gewander genannt (vgl. sp. 5288, vgl. auch tuchgewender ebenda). es scheint also, dasz dieses appellativ dem localen sprachgebrauch angehört, während das allgemeiner geltende gewantsnider unter dem litterarischen einflusz der rechtssprache von norden her eingebürgert wurde. dem norden Deutschlands gehört ja auch die corporationsmäszige gliederung der gewandschneider an, für die aus dem südwesten keine zeugnisse zu gewinnen sind, vgl. Schmoller die Straszburgtucher und weberzunft s. 390. gewandschneidergilden sind durch privilegien, die freilich für die geschichte unseres wortes meist nicht in betracht kommen, für Magdeburg, Hamburg, Stendal, Köln, Frankfurt a. O., Erfurt u. a. schon bis zur mitte des 13. jahrh. nachgewiesen (vgl. Schmoller a. a. o.). die urkunden betreffen meist die abgrenzung gegen die handwerker (weber und tuchscherer) und lassen die händler und verkäufer als die höher stehende klasse erscheinen. zur abgrenzung gegen die schneider (scrodere) vgl. unten 4).
b) die belege reichen in die mittelhochdeutsche periode zurück und beschränken sich nicht blosz auf die rechtssprache:

vor dem kunge ein vende stat
der alsuliche forme hat ...
so trug he sundir vele
in linker hant ein ele ...
nu sal man bi der elin
gewantsnidere zcelin,
und ouch di kouflute
und manchir dinge bute. mitteld. schachb. 4, 30, zeitschr. f. d. alt. 17, 294;

wir gewantsneider schullen losungen. wer in der stat gewant von Gent, von Bruchsel, von Eiper, von Louen, von Dorn oder ander solich gewant mit der ellen versneiden oder vorchauffen wil, der schol in der stat gesessen sein und schol erb haben und schol czu dem minnisten von setzick marcken losung geben ... und wer daʒ gepot ubertrit und sneidet tuech von hant, daʒ selbe tuech schol er vorliesen. stadtrecht von Brünn 181 Röszler; auch haben wir ausgetragen, das die gewantsneider rechte mase schullen gewen, und auch ain gewant pei seim rechten namen nomen, als es vom recht genannt ist. Altprager stadtrecht (statutarrecht 58) 39 Röszler; das die beschaiden leut gewantsnaider, die kromer, unser mitpurger, vor uns komen sein. 38; Otto quantschneider. 73; di gesworn der stat ze Prage Heinrich der glas, ... Niklas im turm, Johan gewansneider und ander aidgenossen. 17, ebenso 26; wir Stephan von gottes genaden ... bekhennen offennlich mit dem brief, dasz von allen gwandtschneidern, lodern, cramern und taliern zue Landsperg, die besonder gnad und fürderung gethann haben ... dasz kein gast oder auslender kainerlei tuech nicht schneiden ... soll. urkunde von 1386 bei Lori gesch. d. Lechrains (urkunden) 2, 84; dit is der eit, den die zwene van den gewantsnideren, zo der assisen des sneets inzoforderen gekoiren, sweiren solen. (1400), akten z. verfassung d. stadt Cöln 220. dazu vgl.: di wantsnider tu Berlin und tu Collen geven islike von der stede up deme kophuse oder war si stan, tu sunte Walburgen dage und tu des heiligen

[Bd. 6, Sp. 5300]


crus dage 2 schillinge penninge. Berliner stadtbuch 15; ich Heinrich Winszperg gewantsnyder. Frankfurter testament von 1481; hat Peter Schober ... und ander gewantsnider vorgebrocht, wi vehl gewant sniden heimlich in den husern und nicht kammern haben. rathsbeschlusz von 1453, Leipz. urkundenbuch 1, nr. 298.
2) in den wörterbüchern hält die überlieferung auffallend lange an dem worte fest: er ist ein gebantsneider, elle drapiero. voc. venez.-tedesco von 1424 bei Schmeller 22, 941; du achcz mein benigt und ich minder dein gebantsneider, tu chura puocho de my e my meno de ti zima duro. italienisch.-deutsches sprachbuch 53, 22, s. Brenner, Bayerns mundarten 2, 419; gewantsneider, pannicida oder tuchsneider, incissor. voc. theut. (1482) Nürnberg; pannicida, ein tuchschneider oder gewantschneider oder tuchmacher. gemma gemmarum (1508); andere vocabularien mit gewant- und want-snider s. Diefenbach 409c; panicularius, gewantschneider, tuchler, sarcinator, schneider Aventin werke 1, 558; gewandschneider, vestiarius Dasypodius F 2b; gewandschneider, tucher, vestiarius, pannarius Henisch 1593; gewandtschneider, drapier, mercante, o tessitore di drapi, sartor. Hulsius (1631) 166a; gewandschneider, nundinator pannarius Stieler 1900; drapier, pannarius Pomai 132b. ähnlich Kirsch 180a. teutsch-engl. wb. (1716) 770; tuchhändler, gewandschneider Frisch 2, 421; der gewandschneider, te marchand drapier. Schwan (1782) 1, 743. ähnlich Adelung 2, 651. Voigtel 2, 80. Campe 2, 359; gewandschneider, eene zort van rinkeliers, 't wolle laken by de el verkoopende. Weissenbach 437a; gewandschneider, woollen draper. Hilpert 1, 463a.
3) litterarische belege der neuhochdeutschen periode: dem wüllenambacht ist als iren beiverordneten zugethan die gewandtschneider, die wullen- undt leinenweber. Dürener polizeiordn. v. 1556 bei Bonn materialien z. gesch. Dürens s. 197; item adi 9 marczo rechnet ich ab mit Peter Obermair gewantschneider. Tucher haushaltbuch 53, ebenso 79. 112. 116. 126. 151; sein vater genant Weitschuch, ein gewantschneider. Deichsler s. d. städtechron. 11, 575 (Nürnberg); auff den lesten tag des heemonatz, was ... ain sollich grosz wasser ... geschach den kramer, auch gwandschneider grosser schad. fortsetzungen d. chronik des Hector Mülich, d. städtechron. 23, 458 (Augsburg); auf solch tröstung kamen kramer und gewandschneider und ander leut gen Laugingen mit ir kramerei und kaufmanschatz, und als sie nun gelost hetten umb die stett und wolten aufmachen ire hütten, da schickt man schergen und potten zu in und verpot in, dasz kainer von Augspurg weder kaufen noch verkaufen solt. B. Zink, d. städtechron. 5, 321 (Augsburg); er (Jacob Höchstetter) was ain gewandschneider und hett in disem jar den pauren gwand verkaufft auff zeit 3 elen für 1 fl., das ander gwandschneider 7 elen für 1 fl. gaten ... ain ratt ... verbott dem Höchstetter, dasz er kain gwand mer solt ausschneiden, das ist, dasz er nach der elen sol kain tch verkauffen, nur gantze stuck mag er verkauffen. Rem, d. städtechron. 25, 81 (Augsburg); gib geld ... tuchmacher, gewandschneider, tuchscherer. Luther briefe 6, 330 de Wette;

da kam her der hoffschneider alt
und sagt, es wer noch unbezalt
unser tuch bei dem gwandtschneider,
der unsern verding hoffkleider.
H. Sachs (verdorben edelmann mit dem weichen beht) 14, 278 Keller-Götze;

nimb hin das gelt und bring es spat
dem gewandschneider in der stat
... das er mir für dises gelt
ein fünfzehen elen tuchs schicket.
das ich nit geh so gar geflicket. (Henno) Keller 7, 128,

ebenso 21, 53 variante gewandschneider für duchgwenter; man list von einem prothonotario, dass ist, von einem besondern gelehrten mann zu Pariss, der liess ihm ein gar schönes, junges weiblein, die eines sehr reichen kauffmans, der ein tuchman oder gewandschneider, haussfraw war, zu sehr wolgefallen, das er in unördenlicher, verbottener liebe gegen sie ward entzündet. Kirchhof wendunm. (3, 174), 2, 443 Österley; ich will dir das kleid kauffen. und gieng damit mit ihm zu dem gewandschneider, kauffet im hosen und rock. Schumann nachtbüchlein 54 Bolte; so ginck er von stund an mit ime zu den wantschneidern und nham ime leidisch tuch aus zum rock und zu hosen und wambs. Kantzow chronik v. Pommern 318; hatte der rath und die hundertmänner im nahmen der bürgerschafft daselbs (in Stralsund) ... einen bürgervertrag ... beliebet und bekräfftiget. als aber die altersleute der gewandschneider,

[Bd. 6, Sp. 5301]


und andere bürger, so sich zu ihnen gethan, denselben nicht gut heissen wollten, hat der landes-fürst ... sich darzwischen geschlagen. J. Micraelius vom alten Pommerlande 4, 52; alle gewandschneider, kramer und andere, so waren zu feilkauf hatten. Schütze Preuszen 214; wer gewand schneiden will, soll dieser stadt bürger sein, und der gewandschneider brüderschaft gewinnen. Danziger willkür (druck von 1761) 1, 171; vermöge der fürstlich Hessen-Casselischen verordnung vom 12. april 1714 können die gewandtschneider mit allerhand waaren, neben dem tuchhandel, und den geringen von inländischen tuchmachern verfertigten tuchen gleichfalls handeln; jedoch sollen sie unter 20 catt keine fremde tuche ins land bringen. Estor teutsche rechtsgelahrheit 3, § 233; tuchhandlungen giebts zu Nürnberg von zweierlei art: 1) en gros, welche schon im jahre 1434, unter dem namen kaufmann mit gewant, vorkommen, und deren im jahre 1784 daselbst 5 waren. 2) offenen gewerbs, welche das tuch ellenweis verschneiden, schon im jahre 1442, unter dem namen gewantschneider, vorkommen, und deren im jahre 1784 daselbst 8 waren. Gatterer technologisches magazin (1790) 1, 2, 613; die älteste, bis jetzt bekannte erwähnung einer gilde in Deutschland, ist die der gewandschneider, oder tuch- und zeughändler in Magdeburg. Lichtenberg verm. schriften 6, 410.
4) der gegensatz zwischen dem gewandschneider als einem händler und dem schneider als einem handwerker muszte immer wieder nachdrücklich eingeschärft werden, vgl.: es soll dhain sneider ... kainerlai gewant nit mer bei der ellen schneiden noch verchauffen. Münchener schneiderordnung von 1465 bei Schmeller 22, 569; so beclageden sick de wantsniders over de schroder, dat se entelen laken vorsnedden unde delden unde bi elen vorkoften. Braunschweiger schichtbuch (zu 1488), d. städtechron. 16, 358; die schneider sollen hinforder kein gewandt, noch (wöllen noch) seiden gewandt ... uffn feilen kauff zuvorschneiden, bei sich haben (mann soll fleissigen, ob man sie in der gute bewegen konte davon abezustehn). Leipz. rathsprotocoll von 1534 bei S. Moltke die Leipz. kramerinnung s. 109. vgl. auch einzelne belege unter gewandschnitt. immer aber wurde wieder die grenzlinie verwischt: er solt den gewandtschneider kommen lassen, wie dann beschah, und so bald der schneider kam, spricht der marggraf zu ihm, nimm den Berlinger und misz ihm kleider an. G. v. Berlichingen lebensbeschreibung 14 Bielitz. auch bei lexikographen späterer zeit begegnet solches zusammenwerfen, wie das Adelung a. a. o. an Wachter tadelt.
 
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gewandschneiderin, f.: burget imand, er sei purger oder gast, einer kramerinne, gewandsneiderinne oder andern weiben, die manne haben. Altprager stadtrecht 76 (statutarrecht 119) Röszler; doch sol er zuvor mit seinem rechten beweisen, das die schulde on sein und seiner freund wissen und wort gemachet sei, aussgenomen gewanntschneiderin, kremerin. Nürnb. polizeiordn. 30 (Baader); gieng derwegen erstlich zum protonotario und sagte, dass seine fraw, die gewandschneiderin, ihm wol wissend, viel guts wündschet und zu sagen befohlen habe, neben und mit freundlicher bitte, ihr fünfftzig goldkronen vorzustrecken und zu leihen. Kirchhof wendunm. (3, 174), 2, 444 Österley.

 

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