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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewandlausschmiere bis gewandmann (Bd. 6, Sp. 5296 bis 5297)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewandlausschmiere, f.: gewandlausschmiere, ungt. hydrarg. pedic. Holfert volksthümliche arzneimittelnamen 65.
 
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gewandler, gewendler, m., vgl. gewander sp. 5288:

auch mochten si ain pruderschafft,
dar under waren vil namhafft
erberer, treffenlicher leüt ...
arskraczer, refler, tendler,
mantel pleczer, gewendler.
Mich. Beheim buch v. d. Wienern 312, 3;

und ain kelber arczt hiess Czimas
pei den ungetrewen waʒ.
und ainer hiess der Jörg Flechsell,
Steffen Stubenschaber, sein gsell,
dise zwen woren tendler,
auch waren vir gewendler. 14, 19;

die tuechler, gewandtler, so das tuech nach der elen ausschneiden. polizei-ordnung v. 1573 bei Schöpf 800; der altgewandler (Nürnb.), der mit alten kleidern handelt, trödler. Schmeller 22, 941. vgl. auch Unger-Khull s. 290.
 
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gewandlerin, gewendlerin, f.: item gewentlerin Gertrudis de area 3 denarios. gesammturbare d. bisthums Freising (1316), fontes rer. Austr. 2, 36, 365.
 
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gewändlein, n. , mhd. gewendelîn, gewändelîn, vgl. mhd. wb. 3, 684a. frühnhd. gewentlein, gewändtlein, gewandelin, gewentlin, vgl. schweiz. gewandeli. die diminutivform (vgl. kleiderlein theil 5, sp. 1080) ist einerseits mit bezug auf einfache, ärmliche kleidung belegt, andererseits wird sie auf die kleidung der kinder angewendet.
1)

der eselære sprach dô:
'guot man, wie redest dû nû sô? ...'
er zôh ûʒ sîn gewendelîn
den hêrren slouft er dar în. kaiserchronik 1744;

wan daʒ mir dîn genâde gebe
die spîse und daʒ gewendelîn
diu mir gemæʒe beide sîn.
K. v. Würzburg Engelhard 6105;

in irem groben gewentlein in den palast z einer kamern in die andern ... sich z aller schnöden arbeit schickt. decam. 664.
2) gewandeli (kleidchen). glossen zum seelenspiegel bei Mone anzeiger 8, 490; aber an einem mal, da waʒ si an irm gebet: da sah sie in (Christus) aber in siner minneclichen kintheit, und het schon gewentlin an und spilt vor ir gar minneclich. Nonne v. Engelthal büchlein v. der genaden uberlost 36, 5 Schröder; und (das kind) hatt sein gewandelin noch an und gantz nass, als ob es ertruncken were. M. v. Kemnat chronik Friedrichs I. 120;

liesz eilend lauffen die trabanten
das sie das völcklein zamen manten
dieselben dann auch gar bald kamen
mit höres krafft das hausz einnamen
der nächsten einer einem knaben
thet unden unders gwändtlein traben.
Fischart flöhh. (1573) 17 neudr.


 
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gewandlich I , nebenform zu gewanlich, gewonlich, gewöhnlich, s. das letztere; vgl.: so soll er die gemainschaft und kauffleut halten bei altem herkomen und gewandlichen lon. österr. weisth. 5, 148.
 
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gewandlich II, gewändlich, ableitung von gewand, vestimentum.
1) das substantiv als collectiv ist litterarisch aus Hans Sachs und Ayrer viel bezeugt, neuerdings läszt es sich aus Harzer mundarten belegen. vgl. auch oben gewandach, gewandich:

ich hab zwen spitzbubn dort gefunnen,
haben mir all mein geltlich abgwunnen,
... als ich nun kein geltlich mer het,
ich mein gwentlich zusetzen thet.
H. Sachs (d. verspilt reuter) 21, 82 Keller-Götze, ebenso s. 88 u. a.;

heut frü, frü, frü er auffstehn ward,
legt sich an, weils noch finster war,
und sucht zusamm sein gwändlich gar
und mir ein guten morgen bott. (frau Beritola) 16, 115;

zw Straspurg war ein sprecher,
ein gueter foller zecher,
was er des tagsz gewone,
das war zw nacht vertone.
derhalb ging er zw — rissen,
in gwentlich, alt, zerschlissen. 22, 416 (d. sprecher mit dem rock);

ir hauben ligt im kot herumb,
deszgleichen ir schurtz und gwendlich.
Jac. Ayrer (von einer versoffenen bäurin) 2627 Keller, ebenso 3001 (der verlawft Franciscus);

[Bd. 6, Sp. 5297]


gewandlich, neutr. st. eig. die gesammtheit der gewande; aber doch meist in der bedeutung kleidungsstücke gebraucht, dann sachen: sei gewandlich namme, seine sachen aufnehmen. G. Schulz Ewerharzische zitter, s. Herrigs archiv 60, 430.
2) der neueren sprachedes gewählteren stilsgehört das adjectiv an, das seinerseits wieder substantiviert erscheint: das gewandliche (des portraits). nationalzeitung 24, 196.
 
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gewandlos, adj., von Klopstock eingebürgertes compositum, gegen das sich Schönaich im neol. wb. 157 noch spöttisch wendet. Wieland hat es wieder aufgenommen, vgl. kleiderlos bei Göthe, s. theil 5, sp. 1081:

ich floh, und kam mit zerfliegenden haaren
und mit asch' auf dem haupte, gewandlos, entstellt, und verwildert
unter das volk.
Klopstock Messias 4, 88.

dazu vgl.: gewandlos heiszt los vom gewande, nackt sein. ziehe ich also meine hosen aus: so bin ich hosenlos; und läszt die jungfer den rock fallen, so ist sie rocklos. Schönaich neolog. wb. 157;

auch Junons majestät bequemt sich allgemach
zu dem, was, ohne solche gründe,
sie ihrem manne, selbst im ehlichen gemach,
noch nie gestattet hat, noch jemals zugestünde.
gewandlos steht sie da.
Wieland (das urtheil des Paris) 10, 169;

gewandlos, adj. and adv., without clothes or dress. Hilpert 1, 463a.
 
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gewandlosigkeit, f., s. Campe 2, 359.
 
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gewandmacher, gewandmecherm. , mit anknüpfung an gewand = pannus; das wort steht also in gegensatz zu kleidermacher (vgl. theil 5, sp. 1081), dem es sich erst in dem neueren gebrauche eines bairischen schriftstellers nähert.
1) auf den selben tag ward verprant bei Nurenberg Werd, do warn vil gewantmacher gesessen. Ulman-Stromer s. d. städtechron. 1, 43; wir die meistir gewandmechir zu Frankenford, die dun kunt unsern herren den scheffen und dem rade gemeinlich unse gewonheid und unse bescheidenheid. (1355), s. Böhmer urkundenb. d. reichsstadt Frankf. 1, 635; wir die siben hantwerke der egenant stetde und furstetde, mit namen die gewantmechere, die beckere, die bruwere, die schuchwirtin, die fleischhauere, die smide, die snidere. vertrag d. stadt Wetzlar mit ihren gläubigern (1382), s. Fichard archiv 1, 177, ebenso 193. 195; vgl. auch hessisches urkundenbuch 2, 588. 660; und sullen ouch in unser stat Duirenn niet meh alsz seven ambachter ... gehaldenn werdenn; nemlich dat smede-ambacht, gewantmecher ampt, die bruwer etc. ordnung von 1545 bei Bonn ... materialien z. gesch. Dürens s. 133; den gewantmecherenn seint zugedain: die linenn weber. ebenda; gewandmacher, pannifex. voc. incip. theut.; gewantmecher voc. rer. bei Diefenbach 409c; gewandmacher, le friseur de drap. Schwan 1, 743; dazu vgl. wandmeker Berliner stadtbuch 18, ebenso 28; wandmaker bei Scherz 1935; wandmaoker, der tuchmacher Danneil wb. d. altmärk. mundart 243. in der wissenschaftlichen litteratur wird das wort gelegentlich aus der sprache der urkunden wieder einzubürgern gesucht: über den umfang des gewandmachergeschäftes in der stadt Goch selbst während des 14. u. 15. jahrh. geben uns eine menge von urkunden auskunft. P. B. Bergrath annalen des hist. ver. f. den Niederrhein 5, 103; ein grosser theil der gewandmacher besass eigene rahmen mit bleiche und zubehör in der nähe der wohnungen. 104 u. a. vgl. dazu gewantmaker in den urkunden, ebenda 6, 71 u. a. vgl.: gewandmaker, vervaardiger va de eene of andere stof, bepaaldelijk lakenwever. Verwijs-Verdam 2, 1861.
2) da waren tuchhändler aus Feltkirch, gewandmacher (schneider?) und schuster aus dem rührigen Dorenbüren. Hermann Schmid (Friedel u. Oswald) 23, 70.
 
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gewandmalerei, f., von Campe 2, 359 als neu gebildetes wort aufgeführt: gewandmahlerei, s. DWB gewanddarstellung.
 
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gewandmann, m. tuchhändler. das wort ist nur aus Basler urkunden belegt, vgl. DWB gewandhändler, DWB gewandschneider: ich Dyeboltt Ryff, burger und gewandtman inn Basell anno 1583. Baslerchroniken 1, 219; uff sundag ... geschach ein jomerliche mordt, so Cristoffel Boumgartter, ein gewantman und namhafftiger burger hie zu Basel, begieng an sim ellichen wib. (1532) 1, 140; von dem grossen morthandell, den Stoffel Boumgarter der gewandtman an Elszbethen Daviden siner eegemahell ... begangen hatt. (ratsbücher) 4, 98.

 

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