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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewandlappen bis gewandlos (Bd. 6, Sp. 5295 bis 5297)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewandlappen, m., vgl. auch oben gewandfetzen: so musz man ihr auch die herausgehende mutter mit gutem altem warmen bier ... waschen, da keine butter innen ist, und darnach wider hinein thun, und einen blawen gewandlappen vorhalten. Coler hausbuch 2, 214a.
 
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gewandlaube, f., knüpft an gewand = pannus an. vgl. DWB tuchlaube, DWB brotlaube u. a. theil 6, sp. 291: gewandloube, scena, locus umbrosus, ubi mercatores stant. voc. theut. (1482 Nürnberg).
 
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gewandlauf, m.: gewantlouf, oder rote mugk od. snack, cinifes. voc. theut. (1482).
 
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gewandlaus, f., vgl. kleiderlaus theil 5, sp. 1080: pediculus tabescentium s. vestimenti, die die sogen. laüsesucht erzeugende

[Bd. 6, Sp. 5296]


gewandlaus. Höfler deutsches krankheitsnamenbuch 356. es ist in einzelnen fällen schwer festzustellen, ob bei der form nicht die wandlaus (wanze) gemeint ist, wie z. b. bei Stalder 2, 434. dies gilt auch für
 
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gewandlausschmiere, f.: gewandlausschmiere, ungt. hydrarg. pedic. Holfert volksthümliche arzneimittelnamen 65.
 
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gewandler, gewendler, m., vgl. gewander sp. 5288:

auch mochten si ain pruderschafft,
dar under waren vil namhafft
erberer, treffenlicher leüt ...
arskraczer, refler, tendler,
mantel pleczer, gewendler.
Mich. Beheim buch v. d. Wienern 312, 3;

und ain kelber arczt hiess Czimas
pei den ungetrewen waʒ.
und ainer hiess der Jörg Flechsell,
Steffen Stubenschaber, sein gsell,
dise zwen woren tendler,
auch waren vir gewendler. 14, 19;

die tuechler, gewandtler, so das tuech nach der elen ausschneiden. polizei-ordnung v. 1573 bei Schöpf 800; der altgewandler (Nürnb.), der mit alten kleidern handelt, trödler. Schmeller 22, 941. vgl. auch Unger-Khull s. 290.
 
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gewandlerin, gewendlerin, f.: item gewentlerin Gertrudis de area 3 denarios. gesammturbare d. bisthums Freising (1316), fontes rer. Austr. 2, 36, 365.
 
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gewändlein, n. , mhd. gewendelîn, gewändelîn, vgl. mhd. wb. 3, 684a. frühnhd. gewentlein, gewändtlein, gewandelin, gewentlin, vgl. schweiz. gewandeli. die diminutivform (vgl. kleiderlein theil 5, sp. 1080) ist einerseits mit bezug auf einfache, ärmliche kleidung belegt, andererseits wird sie auf die kleidung der kinder angewendet.
1)

der eselære sprach dô:
'guot man, wie redest dû nû sô? ...'
er zôh ûʒ sîn gewendelîn
den hêrren slouft er dar în. kaiserchronik 1744;

wan daʒ mir dîn genâde gebe
die spîse und daʒ gewendelîn
diu mir gemæʒe beide sîn.
K. v. Würzburg Engelhard 6105;

in irem groben gewentlein in den palast z einer kamern in die andern ... sich z aller schnöden arbeit schickt. decam. 664.
2) gewandeli (kleidchen). glossen zum seelenspiegel bei Mone anzeiger 8, 490; aber an einem mal, da waʒ si an irm gebet: da sah sie in (Christus) aber in siner minneclichen kintheit, und het schon gewentlin an und spilt vor ir gar minneclich. Nonne v. Engelthal büchlein v. der genaden uberlost 36, 5 Schröder; und (das kind) hatt sein gewandelin noch an und gantz nass, als ob es ertruncken were. M. v. Kemnat chronik Friedrichs I. 120;

liesz eilend lauffen die trabanten
das sie das völcklein zamen manten
dieselben dann auch gar bald kamen
mit höres krafft das hausz einnamen
der nächsten einer einem knaben
thet unden unders gwändtlein traben.
Fischart flöhh. (1573) 17 neudr.


 
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gewandlich I , nebenform zu gewanlich, gewonlich, gewöhnlich, s. das letztere; vgl.: so soll er die gemainschaft und kauffleut halten bei altem herkomen und gewandlichen lon. österr. weisth. 5, 148.
 
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gewandlich II, gewändlich, ableitung von gewand, vestimentum.
1) das substantiv als collectiv ist litterarisch aus Hans Sachs und Ayrer viel bezeugt, neuerdings läszt es sich aus Harzer mundarten belegen. vgl. auch oben gewandach, gewandich:

ich hab zwen spitzbubn dort gefunnen,
haben mir all mein geltlich abgwunnen,
... als ich nun kein geltlich mer het,
ich mein gwentlich zusetzen thet.
H. Sachs (d. verspilt reuter) 21, 82 Keller-Götze, ebenso s. 88 u. a.;

heut frü, frü, frü er auffstehn ward,
legt sich an, weils noch finster war,
und sucht zusamm sein gwändlich gar
und mir ein guten morgen bott. (frau Beritola) 16, 115;

zw Straspurg war ein sprecher,
ein gueter foller zecher,
was er des tagsz gewone,
das war zw nacht vertone.
derhalb ging er zw — rissen,
in gwentlich, alt, zerschlissen. 22, 416 (d. sprecher mit dem rock);

ir hauben ligt im kot herumb,
deszgleichen ir schurtz und gwendlich.
Jac. Ayrer (von einer versoffenen bäurin) 2627 Keller, ebenso 3001 (der verlawft Franciscus);

[Bd. 6, Sp. 5297]


gewandlich, neutr. st. eig. die gesammtheit der gewande; aber doch meist in der bedeutung kleidungsstücke gebraucht, dann sachen: sei gewandlich namme, seine sachen aufnehmen. G. Schulz Ewerharzische zitter, s. Herrigs archiv 60, 430.
2) der neueren sprachedes gewählteren stilsgehört das adjectiv an, das seinerseits wieder substantiviert erscheint: das gewandliche (des portraits). nationalzeitung 24, 196.
 
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gewandlos, adj., von Klopstock eingebürgertes compositum, gegen das sich Schönaich im neol. wb. 157 noch spöttisch wendet. Wieland hat es wieder aufgenommen, vgl. kleiderlos bei Göthe, s. theil 5, sp. 1081:

ich floh, und kam mit zerfliegenden haaren
und mit asch' auf dem haupte, gewandlos, entstellt, und verwildert
unter das volk.
Klopstock Messias 4, 88.

dazu vgl.: gewandlos heiszt los vom gewande, nackt sein. ziehe ich also meine hosen aus: so bin ich hosenlos; und läszt die jungfer den rock fallen, so ist sie rocklos. Schönaich neolog. wb. 157;

auch Junons majestät bequemt sich allgemach
zu dem, was, ohne solche gründe,
sie ihrem manne, selbst im ehlichen gemach,
noch nie gestattet hat, noch jemals zugestünde.
gewandlos steht sie da.
Wieland (das urtheil des Paris) 10, 169;

gewandlos, adj. and adv., without clothes or dress. Hilpert 1, 463a.

 

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