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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewandfalte bis gewandhalle (Bd. 6, Sp. 5291 bis 5292)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewandfalte, f., im plural ersatz für den älteren gebrauch von gewand in der bedeutung 'draperie', s. sp. 5266: die augen, die nasen, die bärte, die gewandfalten, die flügel der engel — alles macht, obwohl mit dem pinsel gezeichnet, mehr den eindruck, als sei es aus steinwürfeln zusammengesetzt. Muther geschichte d. malerei 1, 16.
 
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gewandfärber, m.: gewandferber, walcker, wäscher, fullo, qui pannos et vestimenta lavat. Henisch 1593.
 
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gewandfetzen, m.: Michelangelos jüngstes gericht erhielt, da die nacktheit anstöszig erschien, jene gewandfetzen, die es heute entstellen. R. Muther gesch. d. malerei 4, 7.
 
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gewandfigur, f.: die schönen, aus weichem thon geformten arabesken, löwen, greife, sphynxe und niedlichen gewandfiguren nach antiken mustern gefielen mir fast besser, als die bilder meines vaters. Kügelgen jugenderinnerungen eines alten mannes (2, 2) 83.
 
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gewandflecker, m.: gewandflecker, interpolatores qui antiquas vestes renovant. Pinicianus k 2b. vgl. altgewänder unter gewänder sp. 5289; kleiderflicker theil 5, 1079.
 
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gewandführer, m., anknüpfend an die bedeutung von pannus: der gewandfüerer oder gewandschneider war als tuch- und leinwandhändler im kleinen dem tuechmanger oder groszhändler und verleger entgegengesetzt. Schmeller 22, 941.
 
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gewandgaden, m., anknüpfend an die bedeutungen von pannus und vestis: gewandtgaden oder tuchgaden, panificina, vestiarium. vocab. theut. (Nürnberg 1482) H 5; gewandgaden. als von der vier gewant gaden wegin, da sie umb zweieten. Frankfurt (1376), s. Diefenbach-Wülcker 1, 619; item da nu Heintz Dullin und Henne Noszbaum usz der stad waren gefarn, da slosz der rad ir hoffe zu und ir gewantgaden und versperten alle ir gut. d. städtechron. 17, 305 (Mainz); item 15 newe kammern in den gewandgaden gebessert, newe balcken, und darunder benck. aufzeichnungen im Erfurter hof (1500) bei Michelsen 15. dazu vgl. gewantgaden, vestiarium, kleiderkammer (aus Twinger). Brinckmeier 1, 114. vgl. unten gewandkammer, vgl. kleiderkammer theil 5, sp. 1080.
 
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gewandgasse, f., gewandgäszchen,n., an gewand = pannus anknüpfend: wie es dann allhier zu Leipzig eine

[Bd. 6, Sp. 5292]


gleichmäszige bewandnüsze hat entweder in unserm Paulino collegio ... oder vor collegio, und vorm thorwege, des gewand - gäszgens. Prätorius wündschel-ruther 153; wir gehen nun vom alten neumarkte weg ... nach dem gewandgäszgen. dieses hat von dem gewandhause, welches die ganze linke seite desselben einnimmt, seinen namen. beschreibung der stadt Leipzig 1784, s. 55.
 
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gewandgehalter, gewandgehälter, m., in Nürnberger quellen älterer zeit belegt und zwar in der form gewandkelter. das wort knüpft an gewand = vestis an und verallgemeinert sich zu der bedeutung 'kleiderschrank':

wuschtucher neser und hentschuch
gewantkelter leden pulpit
und etlich pucher zimen mit.
Folz (von allem hausrat), fastnachtsp. 1217 Keller,

nun in eim winckel stund ein alter
grosser vierecketer gwandkalter;
den reisz er auff und schawt hinein,
vermeint, es solt der laden sein.
H. Sachs (d. faul Fritz im keller) 17, 283 Keller-Götze.


 
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gewandgeld, n., vgl. DWB gewanden II, 1. s. Unger-Khull Steirischer wortschatz s. 290.
 
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gewandhalle, f., jüngere und vereinzelte bildung für gewandhaus (s. d.); vgl.hallordtnongh des gewandtz für Düren von 1618, s. Bonn etc. materialien z. gesch. von Düren s. 43; bürgermeister, schöffen und rath erhielten das recht ... den grosshandel mit wollentuch ausserhalb der gewandhalle straflos gestatten zu dürfen. P. B. Bergrath annalen des hist. ver. f. d. Niederrhein 5, 110.

 

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