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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewand bis gewandbild (Bd. 6, Sp. 5282 bis 5283)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewand III. f., verstärkte form zu wand (paries). im gegensatz zu der collectivbildung gewände (s. d.), die der bairisch-österr. mundart eigen ist und die in der schriftsprache als terminus des baugewerbes angezogen wird, hat sich diese form in der bergmannssprache festgesetzt und erhalten. das einfache wand wird hier

[Bd. 6, Sp. 5283]


in der bedeutung eines 'aus seinem natürlichen zusammenhange losgelösten gröszeren oder kleineren gesteinsstückes' gebraucht (vgl. Veith s. 551). die verstärkte form dagegen wird mit beziehung auf eine ausgedehnte und in bestimmter form gelagerte masse verwendet: gewand (blanc de sable) nennt der Eschweiler steinkohlenbergmann 3/4 bis 1 lachter mächtige rücken aus thon, aufgelöszten stücken des steinkohlengebirges und sandstein bestehend, welche die steinkohlenflötze auf 1 bis 50 lachter verwerfen. C. Hartmann handwörterb. d. mineralogie, berg-, hütten- und salzwerkskunde (Ilmenau 1825); biss oder gewand, bezeichnung für mächtige verwerfungsklüfte im Aachener becken, ... verwerfung, sprung, rücken im gebirge Rumpf technolog. wb. 1, 210b.
 
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gewand IV. n., nebenform zu geweide, gewaide, in friesischen mundarten und in der niederländischen sprache belegt; vgl. 't gewand, de gewanden hungen d'r ût. ten Doornkaat Koolman 1, 623b, vgl. holländisch ingewand.
 
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gewand V., verbalsubstantiv zu winden; im vlämischen wird damit ein hölzernes werkzeug bezeichnet, mit dem bäume auf sägeböcke gewunden werden, vgl. Schuerman vlaamsch idiotikon 154.
 
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gewandach, gewändach, n. bayrisch - österreichische collectivbildung zu gewand I und zu wand, paries.
1) gewandach, kleidung Schmeller 22, 941.
2) Kärnt. pezhovje,. viel steine, felsen, wände, gewöhnlich das gewändach genannt. Jarnik etymolog. der slov. mda., s. Schmeller 22, 940. vgl. auch Unger-Khull Steir. wortschatz s. 290.
 
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gewändanker, s. DWB gewändeanker.
 
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gewandbank, f.: 2 gr. 5 den. Hans Seber vor 2 remen zcu den gewantbencken. Pegauer stadtbuch (1442) 40b. hierbei ist wol an die vorrichtungen in den verkaufsstellen zu denken, vgl.: eʒ sol auch niemand sten mit ... tuch ze marckt, er enhabe denne ain panc in dem wathause. Nürnb. polizeiordn. 162 Baader; was ... abgeet ... in dem gewanthaus von pöcken und prettern zu den tuchen, soll ein paumeister machen lassen. Tucher 246 (s. unter gewandhaus). sonst werden die reme immer im zusammenhang mit der herstellung des stoffes genannt.
 
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gewandbein, f., mit anschlusz an gewand II: gewandbeine, s. scheitelbeine. Thiel landw. lex. 4, 420.
 
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gewandbehalter, m. seltene nebenform zu dem häufiger belegten gewandgehalter, gewandgehelter, gewandkalter (s. d.):

ich, ain schreiner von Nürenberg
mach ...
thruen, schlairladen, gwantpehalter,
petstat, disch, pretspil, und giskalter.
Hans Sachs (beschreib. alter stände) 23, 287.


 
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gewandbereiter, m.: gewandbereiter, a cloth dresser, he that dresses woollen cloth. teutsch-engl. lex. (1716) 770. s. auch wandbereiter ebenda 2378; vgl. wandbereeder, tuchscherer Richey Hamb. idiot. 333. Schütze holsteinsch. idiot. 4, 336; der gewandbereiter, le tondeur, pareur, applanisseur, éplaigneur, emplaigneur de draps. Schwan (1782) 1, 743; gewandbereiter, v. tuchbereiter Hilpert 1, 463a.
 
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gewandbesen, m., schon aus 1629 belegt bei Unger-Khull Steirischer wortschatz s. 290; dazu vgl.: denen jungfrauen und ledigen persohnen verehre ich einen gewandbesen (z. auskeren fleischl. gedanken). F. Troyer, sermones breves super omnes dies festus (1691) 1, 307. 308, s. Alemannia 18, 25; gewandbesen oder kleiderbürsten, eine art kehrbesen oder bürsten, die von reiszstroh gemacht, und über Triest in menge aus Italien gebracht werden. sie sind mit griffen von vergoldetem leder, saffian und dergl. versehen. Schedel waarenlex. 398, wiederholt bei Thiel 4, 421.
 
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gewandbild, n., vgl.: denn an den alljährlich gefeierten sogenannten kleinen panathenäen ward kein solches gewandbild im zuge aufgeführt, das der kunstfleisz nur alle vier oder fünf jahre zu schaffen im stande war. Stahr 2 monate in Paris 1, 261.

 

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