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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewälzen bis gewan (Bd. 6, Sp. 5235 bis 5236)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewälzen, verb. , in der zusammensetzung mit dem präfix auf die ältere sprache beschränkt, in der es intransitiv und transitiv belegt ist, vgl. Lexer 1, 982, s. DWB wälzen.
1)

wê, künd ich dîn lop sô velzen,
daʒ eʒ wenken, noch gewelzen
möht, mit golde wol dursmelzen
dar nâch als dîn wirde ie wak.
Eberhart v. Sax bei
Bartsch, Schweizer minnes.


2)

do stuenden si unde ahten,
die reinen vrowen unde trahten,
wie si den michel stain
mohten geweltzen inein. antichrist 181, 4, fundgruben 1.


 
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gewälzt, participiales adjectiv zu wälzen, vgl.: dîe uʒer erdo gewalzten ronen, truncos vulsos. Notker Boethius, s. Graff 1, 792; geweltzt, gebraucht, volutatus. Maaler 179a. Henisch 1597; gewälzt, volutus Kirsch cornucop. 180a; gewelzt, adj. et adv., roulé Schwan 1, 743 (1782); walzender stein wird nicht moosig. gewälzter stein begraset nicht. Reinsberg-Düringsfeld sprichw. der germ. und roman. sprachen 2, 390.
 
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gewalzt, participiales adjectiv zu walzen (s. d.). diese form des adjectivs hat in der neueren technik besondere anwendung gefunden: gewalzt nennt man gegenstände, die, um sie nach allen richtungen hin auszubreiten, zwischen zwei auf einander liegende walzen hindurchgezogen werden. dieses findet in der regel zumeist bei metallen statt, die in blechtafeln verwandelt werden sollen. daher man denn auch statt eisen- und kupferblech gewalztes eisen und kupfer sagt. Helfft wb. der landbaukunst (1836) 143; gewalztes blech. die erzeugung des bleches geschieht durch den hammer (geschlagenes blech, plaques faites au marteau, hammered metal, hammered plate), oder durch walzen (gewalztes blech, walzblech, plaques laminées, rolled metal, rolled plate). Karmarsch handb. der mechanischen technologie 1, 158; man verfertigt gewalzte bleiplatten von linie bis 1 linien. 167. vgl. gewalztes tabakblei: die papierdünnen bleiblätter werden hauptsächlich zum einpacken des tabaks gebraucht. man verfertigt sie ziemlîch allgemein durch walzen, zuweilen auch noch nach der älteren art durch gieszen. 123; gezogenes, gewalztes stabeisen, n., walzeisen, n., drawn-out iron, rolled iron. fer laminé, fer cylindré. Rumpf technol. wb. 152b; es unterscheiden sich also die röhren ... in gezogene, gewalzte, gepreszte. Karmarsch 1, 218; gewalzte röhren, tupaux cylindrés, rolled tubes. — das walzen findet hauptsächlich anwendung bei darstellung geschweiszter schmiedeeiserner röhren. 224.
 
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gewämbs, s. DWB gewams.
 
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gewamm, s. DWB gewämp.
 
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gewämmert, participiales adjectiv, das in adverbialer function belegt ist: gewämmerte voll Hertel Thüringer sprachschatz 253. vgl. DWB gewampt, DWB gewammt.
 
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gewämp, n., collectiv zu wampe, wamme (s. d.), vgl.wamba, bauch, wampe, ventra Graff 1, 853: anthropomanteia, budelschetzer, wi das gewämp im mentschen lag, also kundten dise sagen, was sein bedeutung an dem ohrte und zu den zeiten als man noch mentschen opffert. Heroldt heydenweldt (1554) p 5a; das gewämp (gwámp), der inhalt des bauches, das

[Bd. 6, Sp. 5236]


unedle eingeweide. Schmeller 22, 914. vgl.gewam, gewei, ingewand vom visch. De Bo westvlamisch idiot. 1, 853.
 
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gewampt, gewammt, participiales adjectiv, das unmittelbar vom substantiv wampe, wamme abgeleitet zu sein scheint, ohne andere verbalformen neben sich zu haben. Stieler führt zwar an (2427): wammen, und wampen, gewammet, und gewampet, propr. adiposum, corpulentum, et habitu corporis opimo esse: deinde magnificé, et fluctuatim incedere, alias sich spreizen, wie die, denen alle gaszen zu enge sein. die belege weisen jedoch alle auf die participialform hin:

dä gnädig herr pfarrer der gfiel ma ganz bsundä:
er geiget ais abä so gschwind wie dä plundä (teufel)
er hat a grosz gwampetö geign auf dä seit —
es hätt dös Berchtsgadnerisch landl drin weit.
Kagerer salzb. ged. (1759), s. Bayerns mundarten 1, 232;

gewampet, 1. dick, wohlgenährt. 2. (sehr gemein) st. schwanger; auch so viel als trächtig. Loritza neues idiot. viennense 51; der hals ist kurz und dick, vorn gefaltet, nicht aber gewammt. Brehm illustriertes thierleben 2, 629.
 
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gewams, gewäms, gewämbs, n., collectiv zu wams (s. d.): das gewamse (niedriges wort) Campe 2, 359; das gewämbs (gwámps), im scherz oder verächtlich als collectiv für kleider überhaupt üblich. Schmeller 22, 914; gewams (das), schlechte kleidungsstücke. Loritza 51; gewämbs, kleidung Himmelstosz aus dem bair. wald, s. Bayerns mundarten 2, 446.
 
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gewan, m., verstärkte form zu wân, wahn (s. d.):

wand ich habe des gewan,
daʒ mir got nicht geruche lan
aplaʒ umb die missetrite
der mir hat vil gevolget mite. passional 590, 50 Köpke vgl. mhd. wb. 3, 494b;

noch weren dar selszen puncte
in den se hedden ghewan,
doch wolden se na vrede stan. d. städtechron. 16, 106 (Braunschweig, d. schichtspiel), ähnlich 16, 215.

vgl. DWB gewähnen sp. 4758: einem den gewahn laszen. Pfister 2. ergänzungsheft zu Vilmar 44.
 
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gewan, n., kontrahierte form zu gwâd'n, durch den wind aufgehäufter schnee, schneegestöber. Schöpf 226. vgl. gwâta (gewehte) Tobler Appenzeller sprachschatz 247; g'wächti, windwehe Stalder 2, 426. vgl. sp. 4741.

 

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