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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewaltträgerei bis gewälzchen (Bd. 6, Sp. 5233 bis 5234)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewaltträgerei, f., ableitung von dem vorhergehenden mit der unter 2) dargestellten bedeutung: wann dieselbe bei solicher ihrer gewalttragerei in ain so anderen ainichen unfleisz oder saumbsal erzaigen und verspiren lassen wurden, mithin den schaden bei der gemaind nit verlangten zu wenden oder gebierend anzuzaigen, auf soliche erfindung sodann gegen denen selben auch das gebiehrende vorgekehrt werden solle. gemeinsschlusz und ordnung von Elmen und Klimm (1716), österr. weisth. 3, 121; weliche (gewalthaber) allwegs zur solichen gewalttragerei durch löbliche obrigkeit zu approbieren und in das hantglibt zu nehmen. gemeinsschlusz und ordnungsbrief zwischen den gemeinden Elbigenalp und Köglen (1716), ebenda 125.
 
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gewalttrutzig, adj.:

ich hab gesẹn ai gotlosen gwalt-trtzig,
dær wchs, nam-z, wi ain baum, hoch nt weit,
dær saftig grnt, f aignem boden strtzig.
Melissus (psalm 37) 140 neudr.


 
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gewaltverkündend, part. adj., vgl. DWB gewalt, violentia: sie liebte klare, ruhige und abgeschlossene schönheit sehr, und hatte widerwillen gegen jedes gewaltverkündende, anschreitende, drohende. Stifter (Procopus) erzähl. 44.
 
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gewaltvogt, m., vgl. DWB gewaltherr, DWB gewaltmeister: ind die hern von Prume dickgemelt haint perschonlich ire haiffs gedingh besessen ind haindt bei sich gehoildt den gewaltvaidt. hofgeding zu Udelhoven (1481) weisth. 2, 532.
 
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gewaltwerkzeug, n., vgl. DWB gewalt, violentia: so wie er ihr gatte und könig, da wirft er die maske fort, und glaubt auch ihren angstanstrengungen, das so schlimm gewonnene für ihn und sich zu erhalten, nicht mehr, zeigt ihr vielmehr unverhohlen seine verachtung, da sie ihm nur ein gewaltwerkzeug ist. O. Ludwig (studien) 5, 402.
 
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gewaltwirken, subst. inf., vgl. DWB gewalt, violentia: dem schwur im ballhause, dem gewaltwirken Mirabeau's, dem sturm der bastille, der allgemeinen bewaffnung des volks,

[Bd. 6, Sp. 5234]


der erklärung der menschenrechte und der Bartholomäusnacht des eigenthums folgt endlich die sogenannte 'constitution der constituante'. Immermann (memorabilien) werke 18, 205.
 
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gewaltzug, m.: ein gewaltiger, d. h. mit gewalt verbundener, ein schneller, angestrengter zug oder marsch (forcirter marsch) 'der general sollte durch einen gewaltzug mitten durch des feindes land das spanische heer umgehen'. Posselt. Campe 2, 359a.
 
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gewaltzwang, m.: das menschenkind kann alles ausstehen, noth und krankheit und feuersbrunst und gewaltzwang; aber von seinesgleichen verstoszen sein, das kann das menschenkind nicht ausstehen. Immermann 4, 35.
 
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gewaltzweig, m., vgl. DWB gewalt, potestas: die abhängigkeit des volks vom senat ward, als von standesvorrechten die rede nicht mehr war, ... dadurch erhalten, dass eines jeden einzelnen wohl und weh von dem einzelnen senator abhing, den ihm der prätor zum richter bei einem rechtshandel gab. was später die stärke eines gewaltzweiges ausmachte, hatte vor alters die macht (des standes) begründet. Niebuhr röm. gesch. (1832) 3, 37.
 
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gewälz, s.gewälds sp. 4906: der sal ... keine gerechtigkeit im hogen gewelz haben. weisthum zu Kürburg (1461), weisth. 1, 639.
 
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gewälzchen, n., s. DWB gewälze.

 

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