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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewalg bis gewalmtrunk (Bd. 6, Sp. 4909 bis 4910)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewalg, n., verbalsubstantiv zu walgen, s. d.: walgerer, walgerig, gewalg. Kehrein volkssprache und volkssitte in Nassau 1, 437.
 
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gewälger, n., verbalsubstantiv zu walgern, s. d.: wälgerer, m., gewälger, n. Schmidt Westerwäldisches idiotikon (1800) 320.
 
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gewalgert, participiales adjectiv zu walgern s. d.: gewalgert, manu volutatus. Kirsch cornucop. (1764) 179b.
 
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gewäling, s. gewälmig.
 
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gewalke, n., verbalsubstantiv zu walken s. d., aufgeführt bei Campe 2, 357; die ältere sprache kannte eine verstärkte form gewalc, gewalk zu walc (das durchbläuen, gefecht, mhd. wb. 3, 469b):

ouch sant er mit im, als ich las,
vîrzic brûdre ûzirwelt
unde manchin rischin helt
zu strîtis gewalke.
Nikolaus v. Jeroschin 5675.


 
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gewalkt , participiales adjectiv zu walken s. d.: gewalkt. Chomel 4, 1040; gewalkt, coactus. Kirsch 179.
1) gewalcht tuch .. gevolt laken. Kramer nieder-hochdeutsch. wb. (1719) 2, 96c; gewalckte tücher, coacta, coactilia. Aler (1727) 932b; in deinem neu gewalkten rock. Wieland 34, 316 (Leipzig 1855).
2) gewalchte strümpfe .. gevolte koussen. Kramer (1719) 2, 96; gewalkt, foulé, des bas. nouveau dictionnaire (Straszburg 1762) 338; gewalkte strümpfe. Nemnich 1, 354.
3)

hier, auf gewalkten lumpen, soll ich
mit einer spule von der gans
hinkritzeln ernsthaft halb, halb drollig,
versificierten firlefanz.
Heine (in Mathildens stammbuch) romancero.

[Bd. 6, Sp. 4910]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewäll, n. , nebenform zu gewell (s. d.), gewöll. in ihr sind die beiden bedeutungen belegt, die für gewell zu beobachten sind, die von fluctus, tempestas sowohl als die von vomitus. vgl. Schmeller 22, 887. Lexer 1, 982.
1) gewäll, fluctus. Maaler 178a; schiffleut die im gewäll daher farend, nautae fluctivagi. ebenda; so der see winterszeit klein ist, sieht man noch alte fundament allerlei gebeuwen, die etwan alda gestanden und aber von dem gewäll des ungestümmen wassers an sich zogen, auszgeflötzt, überschwemmt und ertrenkt ist. Stumpf 2, 546.
2)

die husfrow Loth
aber do sie nit hielt das gbott
und wider umb sach hinder sich
bleib sie do stan gantz wunderlich,
ein narr loufft widr z sinr schäll
glich wie ein hundt z sim gewäll.
Sebastian Brant narrenschiff 82, 34 Zarncke.

vgl. der bi der stägen leidt gewell
oder msz das von jm purgieren. 81, 44.


 
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gewallen, verbum , verstärktes wallen (s. d.). hier müssen verbalformen in betracht gezogen werden, die auf zwei verschiedenartige stämme zurückführen. die einen gehören dem starken verbum wallen = aufwallen an (vgl. althd. wallan. Graff 1, 797) und leiten von da zum compositum über. in den andern liegt das verstärkte schwache verbum wallen = wandern vor, vgl. althd. wallôn. 1, 799.
1)

nu han ich ie gehört
von der alten lewt wort,
daʒ der paum von einem slage nie viel
noch der hafen nie gewiel.
er küm dan vor zue dem fewr. der minnen klefferer; erzählungen aus altd. handschriften 129 Keller (bibl. d. lit. vereins);

sô sol er nimer brôtes ezen, wan sô lanch sô eines huones lit ist, und alles andern ezens als vil als des brôtes, unde trinch gewalnes wînes, niht ein michel trinchen. arzneibücher aus dem 12. und 13. jahrh. 2, 16a, Wiener s. b. 42, 154; und trinch gewallen wîn ein wênigez trinchen ebenda. anfang 3, 4; ez ist unmugelich daz nu nicht ergerunge zu gefallen, we dem, von dem sie uz gewallen. mitteldeutsche evangelienübersetzung von St. Paul, vgl. Schönbach Wiener s. b. 137, 5, 109. Lucas 17, 1 (ut non veniant scandala; es ist unmuglich daz betrubsal nichten kumen. cod. Tepl. ebenso Luther).
2)

wer andriu dinc ze schaffen hât
oder vil gewallet oder gevert,
dem wirt diu minne wol erwert
von zweierhande sachen.
Heinzelein v. Konstanz von dem ritter und von dem pfaffen 243 Pfeiffer;

und auch gefangen hin gewallent (et captivi ducentur). mitteldeutsche evangelienübersetzung (Schönbach). Lucas 21, 24 (und werdent gefurt gefangen fur alle die leut. codex Tepl. ebenso Luther).
 
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gewälmig, adj., nebenform zu quälmig, quelmig, vgl. theil 7, 2311: mit sunder dazu beraiten kugeln und stucken die visch in dem waszer gewälmig (betäubt) machen. bair. landordnung von 1553 fol. 151 vgl. Schmeller 22, 1393. in der Pfalzneuburger ordnung findet sich hier die nebenform gewäling, s. Frommann 7, 119, vgl. geweling bei Birlinger schwäbischaugsburgisches wb. 195.
 
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gewälmisch, nebenform zu qualmisch, vgl. theil 7, 2311 unter qualmig: gewelmisch werden im kopfe. Inchenhofer mirakel vgl. Schmeller 22, 1393.
 
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gewalmtrunk, m., nebenform zu qualmtrunk, vgl. theil 7, 2311, vgl. Schmeller 22, 1393: wi auch der zum frsten gemachte bawr Menacar mit dergleichen gewalmtrunck dämisch gemacht und geschmikt worden. Hörl von Wätterstorff Bacchusia (München 1677) A 7a; den andern tag hernach hat man mir an statt desz giffts einen gewalmtrunk eingeben. ebenda 407.

 

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