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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zugnetz bis zugraben (Bd. 32, Sp. 437 bis 438)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zugnetz, n., groszes netz zum abfischen von gewässern, vgl. DWB zuggarn; trahum W. Brack d 2a; Kramer 2, 1452b; hdwb. d. staatsw. 3, 1064: alda fischen sie entweder mit wahten und wurfnetzen oder mit hahmen und zugnetzen O. Dapper Africa (1671) 351b; wann man mit einem zugnetz einen dümpffel ausfischen will, wird man im andern zug meistentheils mehr als im ersten bekommen Hohberg georg. cur. 2, 489; wenn er (der nebel) wie ein zugnetz gipfel und bäche überflicht Jean Paul 7/10, 26;

schwärzlich hing am mast das zugnetz,
das vom letzten fange troff
Freiligrath 1, 15.


 
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zugochse, m., Diefenbach 352b; Stieler 1379, mnd. togeosse Schiller-Lübben 4, 558a: die zugochsen habent ain grôz sänftikait zuo irn gesellen, wan ainr suocht den andern, mit dem er den pfluog hât gezogen, und lüeget stætes nâch im Konrad v. Megenberg 159; fäldochsen oder zugochsen, die auff dem fäld werckend Frisius 62b; zugochs, der ain joch zücht Maaler 524a; seid nicht des teufels zugochsen V. Herberger trauerbinden 3, 264; sie (die poesie) kann sich der philosophie nicht zum zugochsen verdingen, ohne wirklich ein zugochse zu werden Hebbel I 9, 23; wenn kein wenn wär', könnte man den teufel zum zugochsen brauchen Düringsfeld sprichw. 1, 4a. —
 
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zugofen, m., ofen mit besonderer zuführung der luft ohne blasebälge Blancard arzneiwiss. wb. 1, 112a; Scheuchenstuel österr. berg- u. hüttenspr. 269; allg. d. bibl. 73, 226. —
 
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zugöhr, n., am stiefel Hamerling werke 2, 607 Rabenlechner.
 
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zugordnung, f.
1) nach zug II A: also zohen sie dahin dem könig von Irlandt entgegen in einer schönen zugordnung V. Schumann nachtbüchl. (1559) 119 Bolte; in solchem ihrem fluge, wobei sie (die kraniche) allezeit schreien, halten sie diese zugordnung, dasz stets einer voran flieget und die andren demselben nach J. Valvasor ehre d. herzogth. Crain (1689) 1, 448. besonders von der ordnung einer marschierenden truppe: wir wollen auch ..., das von unserm raisigen hofgesündt ain gute zierliche zugordnung gehalten werde deutsche hofordnungen 2, 122 Kern; in der zugordnung den nachzug führen W. Dilich kriegsb. (1607) 32; er wolte des feindes reuter in der zugordnung ... angreiffen Chemnitz schwed. krieg 1, 90; fürs vierde sol er (d. rittmeister) dieselben lernen ordnung halten, im zug drey in einem glied reiten und in einer schlachtordnung fünffe, aus der zugordnung in schlachtordnung bringen acta publ. 2, 301 Palm; in zugordnung und auff der wacht Reutter v. Speir kriegsordn. 30 (vgl. DWB zug II A 3 a). auch für die marschkolonne: die bruck musz im liecht auff 25 bisz in die 30 schuch breit sein, damit ein wagen dem andern weichen, auch ein zugordnung völlig darüber ziehen kan D. Speckle archit. der vestungen 92b, dazu der beleg aus Simpliz. bei marode th. 6, 1670. später wurde es der marschordnung als besondere exercierformation gegenübergestellt Zedler univers.-lex. 39, 1791: die modernen stell-marsch- und zugordnungen Fleming vollk. t. soldat 81 (ähnlich 156; 215).
2) vereinzelt von der ordnung oder reihenfolge des zugrechtes, siehe DWB zug I B 9: ... jeden juden, so der zeit unter ihrem gewalt sitzen und künfftiglich sitzen werden, sollen bei allen ihren rechten und zugordnungen bleiben J. J. Speidel notabilia (1634) 258.
 
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zugpaar, n., gespann: er (Seckendorf) und Stoll machen ein schlechtes zugpaar aus. ich fürchte der Prometheus'sche karren bleibt darüber stecken Göthe IV 20, 139 W. bei der eisenbahn zwei im gegensinn regelmäszig

[Bd. 32, Sp. 438]


verkehrende züge.
 
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zugpanster, m., unterschlächtiges wasserrad mit zwei kränzen Benzler 2, 297. —
 
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zugpapier, n., löschpapier Campe.
 
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zugpferd, n., Stieler 1441; Kramer 2, 1452b, zuerst im 14. jh.: hette auch ein man auf seynem furwerge ein redtpfert (reitpf.) oder zogpferdt, die er verkeufen wolde stadtwillkür v. Eisenach, Thüringer geschichtsqu. n. f. 6, 22; so wie ein edles ross weiter vom wege abführen kann, als ein gemeines zugpferd br. die neueste lit. betr. 15, 174. —
 
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zugpflaster, n., zugeplaster, züheplaster Pfolspeundt bündt-ertznei (1460) 2. in frühnhd. zeit ein wundpflaster: ceratum ein lind zugpflaster allein mit wachsz und öl angemacht Frisius 210b; sodann das apostema offen ist, so soll man ein zugpflaster von gummis und colophonia darauff legen Paracelsus opera (1616) 1, 686a. dann, so noch heute, ein hautreizendes, blasenziehendes, schmerzhaft wirkendes pflaster Stieler 500; Kramer 2, 204b: der hat im ein gar scharpffes zugpflaster auff sein ohr gelegt S. Feyerabend ungarische chr. 137a; er (der arzt) belegte den (abgestorbenen) arm mit zugpflastern, hieb ihn mit nesseln, aber alles umsonst Jung-Stilling 1, 360. ihr solltet das übel durch milde zum guten wenden, nicht .. öl ins feuer gieszen und zugpflaster statt der heilsalbe auflegen Raumer Hohenstaufen 4, 96.
 
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zugraben, v., Diefenbach 297c; Stieler 691; mnd. tograven Schiller-Lübben 4, 564a; gewöhnlich mit erde bedecken, vergraben, begraben Dentzler 2, 367a: ... soll man disz kraut ... widerum versetzen und unten um die wurtzel mit neuem mist umlegen, darnach widerum zugraben Sebiz feldbau 184; so graben sie ihn dann gar zu (den toten priester, der zuerst sitzend, nur bis zum gürtel begraben ist) Schiltberger reiseb. 107 lit. ver. nd. durch einen graben absperren: wen einer ein neyen thun macket, mag he en vordedigen und einen knick darumb macken ..., averst nicht thograven weisth. 3, 234.

 

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