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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuglied bis zugmesser (Bd. 32, Sp. 435 bis 436)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuglied, n., marschlied Fr. L. Jahn 1, 399.
 
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zügling, m., für zögling, s. sp. 27.
 
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zuglinie, f., technisch und naturwissenschaftlich die linie, in welcher ein zug wirkt. ferner, als zeichnung gedacht, eine linie, die sich in einer richtung hinzieht: an der untern fläche der (hirn-)hemisphären verlaufen die furchen .. in mehr oder minder nach vorn gerichteten bogen oder zuglinien von innen nach auszen Sömmerring bau d. menschl. körpers 4, 214; in Sarmatien selbst .. wohnten mehrere deutsche völker, die eine zuglinie bis an den Pontus Euxinus ausmachten M. I. Schmidt g. d. Deutschen 1, 1. linien der völkerbewegungen: die zuglinien der völkerculturen Ritter erdkunde 2, 42; indem die zug- und verbindungslinien sich durchkreuzten Ratzel völkerk. 2, 353.
 
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zugloch, n. 1) loch oder luke f. eine winde: weiter soll es (d. zeughaus) auch in der mitte ein zugloch haben, von oben an bisz auff den understen boden L. Fronsperger kriegsbuch 2, 152b. 2) öffnungen in gebäuden, um luft durchzulassen: zug- oder dampflöcher, welche aus den casematten oder andern gewölbern, worinnen man das canon brauchet, herausgeführet werden, damit sich der dampf durch dieselben herausziehe Fäsch 149a; er (der schloszthurm) war aus groszen feldsteinen gemauert, mit kleinen fenstern und zuglöchern G. Freytag 5, 10. am bienenkorb Grüwel bienenkunst 381, an einer laterne Lichtenberg hogarthische kupferst. 4, 223. 3) öffnungen in feuerungsanlagen, um den zug zu verstärken oder zu regeln Jacobsson 4, 723a; Muspratt 1, 1056 u. ö. bildlich: ein krieg ohn gute baarschaft hat kurzen athem und ein schwach zugloch G. Regis Rabelais (1832) 1, 144. 4) öffnungen, durch die, oder örter, an denen 'es zieht': wenn die winde mit den thüren knistern, oder durch die zuglöcher in den oft zerbrochenen fenstern heulen A. G. Meiszner skizzen 3, 271; es gibt in den dalmatischen gebirgen eine menge solcher zuglöcher, in denen wechselweise bora und scirocco ihren ein- und auszug halten J. G. Kohl reise n. Istrien 2, 172. 5) ein loch, durch das etwas gezogen wird, so in einer vogelhütte das loch, durch welches die zugleine führt J. G. Kohl deutsche volksbilder 250. ähnlich v. einer seidenraupe:

[Bd. 32, Sp. 436]


der seidenfaden formt sich, indem er durch das zugloch am kopfe geht Joh. Dan. Titius betr. über d. natur (1783) 5, 401.
 
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zugluft, f., wie zug II A 9, aber anscheinend etwas älter. 1) die streichend bewegte u. bewegende luft: so läszt die zugluft die wolken nicht vorbei Göthe 19, 277 W.; zuweilen strich eine seltsam pfeifende zugluft durch das zimmer E. Th. A. Hoffmann 3, 86 Gr.; den vorhang bewegt die ds haus durchschneidende zugluft 1, 69. 2) sie dient zum lüften: der hauptpunkt ... besteht darin .., dasz (in dem kornmagazin) eine starke zugluft erregt werde allg. d. bibl. 10, 289. 3) sie facht die verbrennung an: zuweilen läszt man durch das herdeisen (im schmelzofen) zugluft oder kalte gebläseluft treten Muspratt 2, 1429;

immer stärker wühlt ein glühen
von der zugluft angefacht
Göthe 15, 303 W. (Faust 11 311).

4) sie wirkt lästig und bringt erkältung: es entstand ein brustweh ... natürliche folge der Heidelberger zugluft Göthe IV 26, 84 W.; überall streift die zugluft hindurch; die deutsche furcht vor dem zuge verlernt man hier K. O. Müller gr. reise 265 Kern. 5) übertragen: besonders bewahre uns gott alle vor der tödlichen zugluft heimlicher verläumdung! Lessing 13, 21 M.; der witz! den habe ich immer vor zugluft gehalten. es kühlt wohl — aber man bekommt einen steifen hals davon frau rat Göthe an Anna Amalia, schr. d. Götheges. 1, 95; (kaiser) Rudolf (II.) war .. argwöhnisch, empfindlich, man möchte sagen, für jede zugluft der welt Ranke 7, 188. —
 
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zuglüftchen, n.: in ihrem ... vor jedem zuglüftchen verwahrten salon Ebner-Eschenbach 6, 107; einen mann .., der kein zuglüftchen des tadels vertragen könne D. Fr. Strausz 5, 176. —
 
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zugluftig, adj.: in der zugluftigen schulstube, fuszkalt von backstein und ewig bestäubt, waren die zwei oberen klassen vereint J. H. Voss antisymbol. 2, 207; eine dunkle, zugluftige einfahrt F. v. Saar 9, 233. —
 
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zuglüftig Mozin-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 232c; Dingelstedt sämmtl. w. (1877) 1, 101.
 
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zugmaschine, f., im bergwerk Aug. Hauptmann kunstproject u. bergbedencken (1658) 90, in der spinnerei Karmarsch-Heeren 33, 538, in der münze 113, 151. für locomotive: an einem kleinen dorfbahnhofe .., wo die zugmaschine wasser trank Rosegger III 8, 304. —
 
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zugmensch, m.: strich- und zugmenschen Jean Paul 4, 271; 42/43, 130 H.; die dichter, diese seltenen zugmenschen Novalis 4, 148 Minor.
 
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zugmesser, n., nd. tochmetz C. Fr. Müller Reuterlex. 139a; Schumann Lübeck 57, ein messer mit langer klinge zum glätten allg. haushaltungslex. 2, 555b; Mothes baulex. 4, 149, dolabra Frisius 443a: mit dem zugmässer beschneyden dedolare, mit dem zugmässer ebnen dolare Maaler 524a, mit dem schabhobel vergleichen Karmarsch-Heeren 43, 346, gebraucht von böttchern Ludwig t.-engl. lex. 2618; Karmarsch-Heeren 113, 521, und schiffbauern Hoyer-Kreuter 1, 875. —

 

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