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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zugieszung bis zugkolben (Bd. 32, Sp. 428 bis 430)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zugieszung, f.: dero ... eyfer in mildreicher, freygebiger, continuirlicher zugieszung des öhls Dannhawer cat.-milch 5, dedicatio ):( ):( 4a; dasz durch zugieszung eines .. saftes zum andern .. gährung entstehen könne F. H. Jacobi 6, 188.
 
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zugift, f. , veraltet: zugift musz heiszen zugabe Heynatz 2, 675.
1) mitgift: Harsdörfer poet. trichter 3, 261; Zedler universallex. 63, 1232. 2) zugabe beim kauf, togifft auxula Diefenbach n. gl. 45a, anscheinend in Preuszen am längsten bewahrt J. G. Bock id. pruss. 85; Hennig preusz. wb. 313. übertragen: und Stein darauf: 'auch das, und ich gebe ihnen ihren mann als zugift noch obenein' E. M. Arndt wand. und wandl. (1869) 162. in scholastischer spr.: premium accidentale zuvallende lon, sunderliche czugift A. Bernt beitr. zu ma. vocabularien 18b.
 
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zugig, adj., ein ort an dem, oder eine öffnung durch die 'es zieht', vgl. DWB zug II 9 d. nicht bei Adelung und Campe, belege erst im 19. jh.: mitten in diesen zugigen corridoren Gutzkow 7, 191; in diesen zugigen säulenhallen ... muszt du .. dich verkälten! Fr. Th. Vischer auch einer 1, 11; die offenen thüren und zugigen fenster erinnern mich immer an Italien Moltke 6, 355. mundartlich dafür auch zügig Stalder 481.
 
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zügig, adj. , ein früher auf gewerbliche sprache beschränktes wort, das sich jetzt freier und wirksam entwickelt.
1) stoffe, die sich ziehen lassen, 'geschmeidig' Kramer 2, 1452b; trahax Dasypodius 248b; 467b; ductilis Calepinus xi ling. (1598) 453b, gegenth. spieszig, s. th. 10, 1, 2468, oder unzügig: ains (ein wickel wolle) lässt sich schon spinnen, dann es ist zügig und tüglich z scharlach. das ander wickel ist unzügig, daraus nichts anders werden mag dann grob lodentech Berthold v. Chiemsee 204; wachsstöcke ..., weil sie in der kälte zügig bleiben allgem. haushaltungslex. 3, 630; wie gold zügig ist, sich gern arbeiten lest J. Zader der braut ehrenkron (1610) 209; welcher (künstler) neben andern vielen trefflichen künsten auch das glasz zügig und unzerbrechlich kunte machen P. Kentz güldener handwercksboden (1629) 95; zügig, das sich sittlich ausz einanderen laszt ziehen, sequax, als ein hendschchläder Maaler 524b; ihre (der elenthiere) häute sind

[Bd. 32, Sp. 429]


nicht so spissig, ob sie schon nasz werden, als die ochsen- und büffelhäute, sondern bleiben fein zügig und gelind Hohberg georg. cur. 2, 624b; behufs des stollens werden die trockenen häute .. angefeuchtet, zügig gemacht Muspratt chemie 3, 1308; zügig brodt nieuwbakken, versch brood Kramer-Moerbeek 438c. auf menschen übertragen: moderabilis zügig, leychtlich ze meistern, züchtig Frisius 829b; sequax völgig .., zügig, gehorsam 1203b; anstatt der widerspenstigkeit tugenthafft und zügig L. Jud Titus 202a. nicht mehr üblich.
2) von dem was stark zieht: dann es seind etliche pferd, die zum hitzigsten und grosser empfindlichkeit, auch zigig, oder von andren ubel geritten, wann man inen den trab gibt, so legen sie sich ins bisz und ziehen davon H. F. Hörwart v. Hohenburg ritterl. kunst d. reiterei (1581) 34a; zügig (ein provincialwort) von pferden ochsen dressé au joug Schrader d.-frz. wb. 2, 1691; das pflaster zeucht stark, ist sehr zügig Kramer hoch- u. niederd. dict. 1, 400c.
3) mundartlich geht es in die bedeutung 'elastisch' über Crecelius 938; L. v. Hörmann Tiroler volksleben 152 (von peitschenstöcken).
4) neuerdings vom leichten zug der feder oder des pinsels, s. DWB zug I B 11 a: er hat nichts freies und zügiges in seiner hand (handschrift) J. Wassermann C. Hauser 347; wie folgt der pinsel zügig den streifen des eises! W. Weisbach impressionismus 154; die schärfe des ellenbogens, der zügige strich des unterarms ..., jede linie geladen mit energie, das ist Botticelli H. Wölfflin grundbegriffe 2.
5) eigenthümlich und lebensfähig ist folgende anwendung: dieses sommerfrischleben ... verleiht ... dem lande Tirol in der warmen jahreszeit einen eigenthümlichen zügigen, nomadischen charakter L. Steub drei sommer in Tirol 2, 307.
6) in der Schweiz neuerdings wie 'zugkräftig', 'eindruck machend': der name des zügigen referenten Schweizer bauer 29. 5. 1918 (C. A. Götze neue jahrb. f. d. klass. altert. 41 [1918], 413). ähnlich in der bedeutung 'kräftig': in Taxenbach .. lieszen wir uns .. die mühe eines halbstündigen zügigen ganges auf eine anhöhe nicht verdrieszen J. Nordmann meine sonntage 54. —
 
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zügigkeit, f., dolcezza, arrendevolezza Kramer 2, 1452b. erziehbarkeit: darumb würcht hierin heiliger geist, der begnadt und bewegt z ordenlicher lieb ainen züchtigen menschen der sich ziehen und wol ordnen lässt. welhe gnad und bewegung heiligs geistes verloren an unzügigen lewtten. dergestalt stet solhe leidliche zügighait in freyem willen Berthold v. Chiemsee 321.
 
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zugirren, v., zärtlich zuflüstern:

und wie soll ich dich (Maria) nennen? ...
turteltaube, die unserm erdenjammer
tröstungen zugirrt?
Herder 27, 265 S. (aus J. Baldes ged., nachlese);

wenn sie dann kam, ... girrte er ihr ... durch dieses kleine loch die heiszesten schwüre und liebesbeteuerungen zu H. Seidel Leberecht Hühnchen 111.
 
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zugkarre, f., dasselbe wie schnapp- oder schneppkarre, zweirädriger karren zur fortschaffung von erde u. schutt, der hinten niedergekippt wird Zesen kriegsarbeit (1672) 3, 57; Fäsch kriegsingenieurlex. 273b; Zedler universallex. 63, 1232 (vgl. 35, 574). —
 
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zugkette, f., in verschiedener verwendung, z. b. am pflug, zur verbindung von vorder- und hintergestell Jacobsson 8, 284a; Thär rat. landwirthsch. 3, 27, an der kuppelung der eisenbahnwagen Hoyer-Kreuter 1, 875, am krahn Karmarsch-Heeren 43, 299, an lafetten:

auf heiszen zugketten
rösten wir das kriegsbrot,
wir hocken rundherum im kot
hinter den lafetten
Börries v. Münchhausen die standarte 51.


 
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zugklappe, f., z. b. an einer zugbrücke Mothes 4, 524. —
 
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zugknecht, m., kn. auf treckschuten C. A.

[Bd. 32, Sp. 430]


Böttiger kl. schr. 2, 208, auf preuszischen fluszschiffen hdwb. d. staatswiss. 22, 889. —
 
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zugkolben, m., Lori baier. bergrecht 237. —

 

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