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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zugführer bis zugglocke (Bd. 32, Sp. 426 bis 427)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zugführer, m., anführer eines zuges, eines reiterzuges Hebbel I 7, 6, in einem maskenzuge G. Keller 2, 178, auch von affen Brehm 1, 26 P.-L. vergleichsweise u. übertragen: die armen schafe sagen zu ihrem zugführer: 'gehe nur immer voran, so wird es uns nie an muth fehlen, dir zu folgen' Nietzsche 4, 286; Mentzer, der zugführer in jenem streit A. Tholuck vorgesch. des rationalism. I 2, 36. heute vorwiegend als dienstliche bezeichnung für den führer eines eisenbahnzuges oder eines zuges bei einer truppe: zugführer und schaffner rannten über den kies nach dem ende des zuges G. Hauptmann bahnwärter Thiel 45; bei den landwehrübungen sollten sie (die vicefeldwebel d. l.) unteroffizierdienste thun oder, wo offiziere fehlten, als zugführer eintreten Fr. Meinecke Boyen 2, 564.
 
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zuggans, f., anser segetum Brehm 6, 608 P.-L.
 
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zuggarn, n. , ahd. zuggigarn verriculum Graff 1, 492, mhd. zügegarn Diefenbach n. gl. 369a, auch in der form zochgarn Orsäus nomencl. 205.
1) es ist in erster linie ein fanggerät der fischerei, ein breites netz, das mit den an den enden angebrachten seilen durch das abzufischende gewässer gezogen wird Jacobsson 4, 722b. heute wird es vom zugnetz unterschieden, wie garn vom netz, als engmaschiges netztuch, das die fische absperrt, während sie beim netz sich in den maschen fangen Meyer konversationslex. 66, 614, vgl. DWB garn th. 4, 1, 1365f., wo dies nachzutragen ist. nahe steht nd. wade, s. th. 13, 2570. in den älteren glossen u. wbb. verdeutscht es verriculum Graff; Dasypodius 258a; Corvinus (1623) 880; Stieler 611, everriculum Frisius 486b; Golius 282, sagena Maaler; Golius; Stieler, traga Diefenbach n. gl. 369a. es wird gleichgestellt mit wate, wade voc. theut. (1482) k k 5b; Bas. Faber 924a; Corvinus 880, spreitgarn Calepinus xi ling. 1528a, streichgarn Heppe lehrprinz 48. weitere belege: in den groszen seen werden grosze weite netze und seegen gebrauchet ... darnach sind auch die zuggärne gerichtet, dasz sie, wo nicht den ganzen, doch den halben flusz damit überstreichen und von der andern bloszen seite die fische einjagen Hohberg georg. cur. 2, 487; die gottes treue knechte verlieszen fischerzeug, zuggarn und war zu rechte der armen nahrung dienet Treuer Dädalus 1, 102;

wo ein greis die reusen hebt,
und am schilf das zuggarn schwebt
J. H. Voss ged. (1802) 6, 195.

seltener ist es als fanggerät für vögel: pantherum vogelgarn, zuggarn zu allerley vogel miteinander zu fangen Corvinus (1646) 342; wanns tiefen schnee hat, (sind) vögel mit dem zuggarn ... fangen zu lassen Hohberg georg. cur. 1, 140; wann man ... das netz ... unter ein zuggarn stellt, so die alten auch fängt Naumann 2, 1, 485. auch für wilde thiere: und fulen alle ... in eyn zuggarn, welches den wölffen gestellet ward Fischart geschichtklitt. 379 ndr.

[Bd. 32, Sp. 427]



2) übertragen: dieweil aber der pfarrer gewust, das der weiber schmuck des teuffels zuggarn ist H. Rauscher papist. lügen (1562) C viia; sich vertröstend, dasz er desto mehr in ihre zuggarnen eingehen solte, je weniger er dafür wäre gewarnet worden Zesen Lysander und Kaliste 269. beliebt bei Jean Paul 1, 196; 316; 7/10, 49; 295; 408 H.
 
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zuggebiet, n., von zugvögeln Brehm 6, 603 Pechuel-Lösche.
 
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zuggeflügel, n., Jean Paul 1, 69 H.
 
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zuggeschirr, n., geschirr der zugthiere Dasypodius 482b; v. Alten hdb. 4, 170: und weil zu allem unglück der fuhrmann .. selbster zwischen die pferde hineinfiele und an den zuggeschirren sich erhalten muste, wurden hiedurch die pferde noch mehr erschrecket Happel sächs. Witekind 2, 114. —
 
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zuggesellschaft, f., wandernder vögel Brehm 4, 714 Pechuel-Lösche.
 
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zuggestell, n., Dentzler 2, 367a; Aler 2, 2263b; C. A. Böttiger kl. schr. 2, 207 (gestell auf dem eine colossalstatue befördert wird). —
 
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zuggevögel, n., Jean Paul 20/23, 3 H.
 
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zugglas, n., röhre aus glas an einer lampe oder einem ofen, um den zug zu verstärken Muspratt chemie 5, 211; Karmarsch-Heeren 53, 245:

gleichwie sich tröpflings mehrt das edle nas,
das durch ein zug- und kolbenglas
des zahrten geistes flucht mit frucht zu meiden
der artzt von rosen pflegt zu scheiden
(beim brennen von rosenwasser)
Zesen helik. rosentahl (1669) 122.


 
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zugglocke, f., wird beim auszug ins feld geläutet Dannhawer catech.-milch 5, 1057. —

 

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