Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zugesindet bis zugestehung (Bd. 32, Sp. 421 bis 423)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zugesindet, adj.:

die seinem dienst ihr zugesindet
R. Wagner 10, 332.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugesinnen, v., seine gedanken wohin richten, wie mhd. 2, 2, 309; Lexer 1, 915: daneben aber sollen wir auch klug sein, wie die taube Noah, die in der sindflut auszgelassen, den nechsten wider der archa zgesanne, das denn auch alle andere tauben ... thn, dasz sie ihrer alten herbrig wider gesinnen Heyden Plinius 463.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugesippet, adj.:

wann die warheit sonst nur wolte, künte Pseudo sie wo freyen:
weil sie ihm ist zugesippet gar mit keinen stammes-reyen
Logau 539 Eitner.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugespann, m.: des teuffels zgespan Kirchhof wendunmuth 1, 524 lit. ver.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugespiel, n.: also (durch ruhe) soll genommen werden die wundsucht mit ihrer zugespilen (mit dem, was damit verbunden ist, hitze, frost u. s. w.) Paracelsus chir. (1618) 36b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugestaltet, adj.:

so war Apoll den hirten zugestaltet,
dasz ihm der schönsten einer glich
Göthe 15, 222 W. (Faust 9558).


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugeständlich, adv., eingestandenermaszen: Michael hat zugeständlich einen brief .... gefunden Hippel kreuz- und querzüge 2, 163; welcher hohn auf eine erziehung zur philosophie! in der that wird auch zugeständlich gar nicht zu ihr erzogen, sondern zu einer philosophischen prüfung Nietzsche 1, 482.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugeständnis, n.
1) eingeständnis einer schuld: jedoch ist euer stillschweigen schon ein zugeständnis euerer übelthat Lohenstein Arminius 2, 993b; das zugeständnis des angeklagten W. Hauff 2, 139; es ist das erste zugeständnis, dasz du unrecht hast Fontane I 1, 300.
2) einräumung einer meinung oder thatsache: ohne jenes gläubige zugeständnis ihrer sprachgabe ... war keine aufnahme der thiere in das reich der dichtung denkbar J. Grimm Reinhart fuchs v; hier nehme ich nur das zugeständnisz in anspruch, dasz es so ist D. Fr. Strausz 6, 49.
3) was man dem willen oder wunsch eines anderen nachgiebt: dagegen gewährte ihnen .. Maximilian ein .. wichtiges zugeständnis: er sprach sie von den reichsgesetzen förmlich los Ranke 1, 116; die rechtliche theilnahme an den zugeständnissen des religionsfriedens 7, 63; die äuszerste grenze der zugeständnisse Mommsen röm. gesch. 14, 633; damals als er ihr das zugeständnis erwirkt habe, den, an dem .. ihre seele hing, wiedersehen zu dürfen Fontane I 6, 401.

[Bd. 32, Sp. 422]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zugestatten, v., verdeutlicht und verstärkt gestatten, 'gewähren, zugestehen', s. th. 4, 1, 4204: die bürger zu Gripszwald schendeten iren eignen bischoff von Cammin auff dem kirchhofe, das kam zu von den ablasbriefen, die der bischoff einem legaten zugestatete M. Dreszer sächs. chron. (1596) 473; denn diesen (schweren verbrechern) kein begräbnis zugestatten, sie viertheilen ... u. s. f. wird dem groszen haufen fast eben so erschrecklich vorkommen, als was man den lebenden leiden läszt Bode Montaigne 3, 244. eigenthümlich, ohne anlehnung an gestatten, zufügen, vgl. DWB zugestehen 1: Hugen dem groszen, der ihm so viel leids zugestattet und noch täglichen schaden zufüget H. Falckner frz. chr. (1572) 1, 203.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugestehen, v. , mhd. nur in der bed. 'zur seite stehen' Lexer 3, 1182; Hiob 6282 Karsten.
1) zustoszen, zu theil werden: so mügen wir bas erzelen, was ir von groszem gelück zgestanden ist Stainhöwel de clar. mulier. 33 lit. ver.; wie solt weibern solch natürliche geschicklichkeit, dem man zu dienen, ... umbsonst zugestanden sein? Fischart geschichtklitt. 96 neudr.; so habe ich mich doch der zugestandenen kranckheit halber entschuldiget H. v. Schweinichen 544 Öst. veraltet.
2) nur in der älteren sprache erscheint zugestehen wie gestehen in den im gerichtsleben üblichen anwendungen, s. th. 4 1, 4214ff.: usus et authoritas brauch und eigenschaft eines gts eim zgestanden und übergäben vom rächten wären deszselbigen Frisius 149a.
3) dagegen gilt es jetzt in den allgemeinen bedeutungen von gestehen, die sich aus den gerichtlichen entwickelt haben. es tritt so auf seit ende des 17. jhs.
a) einräumen, was ein anderer verlangt, wünscht, bedarf: und sich verwundern, dasz dem käufer um einen so schlechten preisz ein solcher hoher werth zugestanden wäre Grimmelshausen Joseph (1671) 48; der wagen ist schon so besetzt, dasz mir ... nur ein plätzchen auf dem bock zugestanden wird Heinse 10, 20 Schüddekopf; du willst gewisz, dasz ich das, was ich dem ehemann versagte, dem liebhaber zugestehen soll Göthe 20, 16 W.; die fürsten wollten ihm keinen freien abzug zugestehen Ranke 2, 81; die zeitung bedarf ihre eigene redeweise; wir gestehen ihr das zu F. Kürnberger lit. herzenssachen 24. stehend: einem ein recht zugestehen. oft ist es nur eine gedachte einräumung, dasz einem etwas zukommt, was sich mit b berührt: weil nun hertzog Jubil der unvergleichlichen fürstin Leitholde die güte der schönheit .. zugesteht Lohenstein Arminius 2, 154b; die wenigen tugenden, die man ihm bisher noch zugestanden O. Ludwig 2, 66; jenen anmuthigen creaturen, denen der verfasser kaum ein ganzes menschenthum zugesteht Storm 1, 256; einem einen preis, rang, vorzug, ruhm, ein verdienst zugestehen u. ä.
b) einräumen, dasz etwas wahr ist, zutrifft oder da ist: so müssen auch einige höhere metaphorae zugestanden werden Morhof unterr. v. d. d. spr. 1, 670; inzwischen wird mir ein jedweder zugestehen, dasz diese art festungen den andern ... vorzuziehen Fleming vollk. t. soldat 391; ich habe gezweifelt, ob man dem herrn Cramer ein poetisches genie zugestehen könne br. d. neueste lit. betr. 6, 297; kritiker, denen wir sachkenntnisz keineswegs absprechen, oft ihre prämissen zugestehen und dennoch andere folgerungen daraus ziehen Göthe 41, 1, 431 W.; aber das musz ich dir zugestehen; geschmack hast du O. Ludwig 1, 155; das bulletin .., das die vernichtung des heeres zugesteht Fontane I 1, 35.
c) eingestehen: hast du nicht unsrer schönen wirthin zugestanden, es geschähe nur um deinetwillen, dasz du ihr gewisse dinge zu gefallen thust? Klinger 6, 223; das meiste von dem, was ihr zum vorwurf gemacht wurde, gestand sie ... zu Ranke 14, 303.
d) das ptc. perf. oft in diesen bedeutungen als adj. oder subst.: 'kein staatsbankerutt, weder zugestanden

[Bd. 32, Sp. 423]


noch verdeckt, keine neuen steuern, keine anleihen' Dahlmann g. d. frz. rev. 31; den logisch nothwendigen zusammenhang zwischen dem geleugneten und dem zugestandenen Schopenhauer 1, 112 Gr.
e) formelhaft zugestanden! als bejahende antwort Kotzebue 2, 76; Fontane I 4, 261, u. in satzeinleitungen wie: selbst die richtigkeit der vergleichung zugestanden, behielten wir noch den vorzug A. W. Schlegel Athenäum 1, 13; denn auch angenommen, wiewohl nicht zugestanden, die erkenntnisz .. entspringe .. aus einem imperativ Schopenhauer 1, 662 Gr. zugestandenermaszen allg. d. bibl. 5, 2, 2, 50; Hegel 6, 266.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zugestehung, f.: ehe selbst die mindsten anfänge nur zur anschauung, begrif und zugestehung des ideals von religion und pflicht ... gemacht werden konnten Herder 5, 519 S.; auf die kasse des grafen mit ihrem unterhalte angewiesen, hatten sie den überschwenglichsten gebrauch von dieser zugestehung gemacht Grillparzer 13, 204.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: