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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zugemisch bis zuger (Bd. 32, Sp. 417 bis 418)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zugemisch, n.: die schönheit erzeugt in uns reine liebe ohne fremdes zugemisch Wieland 25 (1796), 306 Göschen.
 
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zugemüse, n. , seit dem 15. jh. belegt Lexer 3, 1181, Alberus ff 2b; Stieler 1296.
1) in genauer anwendung ist z. die in musform, s. th. 6, 2728, zum fleisch hinzugegebenen speisen: pulmentum, .. brey und allerley zugemüse Bas. Faber thes. 661b; zugemüs pulmentarium Nürnberger wb. (1713) 55; sonst geben die birnen ein gut und gesundes zugemüse, wie sie denn gebraten oder gesotten, den magen stärcken und den durst löschen sollen Amaranthes 213; zugemüse, ein essen so weder fleisch noch fisch, sondern von hülsenfrüchten, kraut, obst etc. zubereitet ist a dish of pulse, a french ragoo, an english pudding Ludwig t.-engl. lexicon 2617; oder wenns hoch kömmt, so ists ein eyerkuchen, und ein

[Bd. 32, Sp. 418]


brey zum zugemüse J. G. Schmidt rockenphilos. 1, 336. allgemeiner, ohne rücksicht auf die herstellung, was zum fleisch gegeben wird: hierauf (auf brot u. suppe) folgte das zu gleicher zeit gar gewordene zugemüse, so wie das fleisch Göthe 33, 109 W.; auch für gewöhnlich bekommt mann und weib ... brod, fleisch und zugemüse Immermann 2, 119 H. zugemüse ohne fleisch ist mäszige, kärgliche speise: versuchs doch mit deinen knechten zehen tage, und las uns geben zugemüse zu essen, und wasser zu trinken Daniel 1, 12; ir speisz war gerstenbrod und zugemüsz, ir bet war ein beerenhaut, und ir hauptküssen ein stein H. Fabricius auszug bewerter historien (1599) 903; dasz er seine diät auf ziegenmolken und zugemüse setzen muszte Justi Winkelmann 1, 327; bei wasser und brot und etwas zugemüse Bettine dies buch gehört dem könig 2, 346. heute in der küche kaum üblich. die bedeutung 'gemüse', die in wbb. hier und da angegeben wird, Kramer 2, 82a; 1478a; Spieser 4, 236b, ist wohl als gericht von gemüsen zu verstehen. früher bezeichnete es auch die pflanzenarten: nichts desto weniger ist rocken und hafer, wein und zugemüsz sehr wol gerahten Binhardus thür. chr. 251; nach Tarentini meinung soll man ... säien ... das zugemüsz als linsen, erbsen, bonen, kleekräuter in den aller saigesten boden Sebiz feldbau (1579) 23.
2) sprichwörtlich u. übertragen: freundlich angesicht ist halb zugemüsse Petri 2, e e 1a; ein mäsziges mittagessen, sagte Alexander, ist das beste zugemüse des abendessens Jean Paul 49/51, 368; poeten genieszet ihr freilich, aber erst als zugemüse zur feisten lebensprose 401; die gesellschaft eines mannes, wie ihr seid, soll mir ein köstliches zugemüse zum weine sein Immermann 7, 89 H.
 
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zugemüsefäszchen, n., allgem. haushalt.-lex. 2, 143b. —
 
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zugemüssäcklein, n., Kramer 2, 406b.
 
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zugeneigt, adj., als solches schon bei den mystikern: also enist kein mensche so verkert .. noch so nas von súnden und zgeneiget z gebresten Tauler pred. 123 Vetter; so sy (die sache) .. wirdet volbracht, als wir begeren, werden uns die junckfrauwen zgenaigter Albr. v. Eyb d. schr. 2, 136; frembde nationen, die dem papistischen aberglauben zugeneiget seyn P. Petreius hist. u. berichte v. Muschkow (1620) 335. —
 
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zugeneigtheit, f.: das junge Deutschland, dem Rahel soviel antheil und zugeneigtheit bewiesen hatte F. Wehl zeit u. menschen 2, 13.
 
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zugenesen, v., zuheilen: dem gnasz sin schenkel z in dryen tagen Th. Platter 87 Boos.
 
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zügenglocke, f., meist in den verkl. zügenglöcklein, zügenglöckchen, auch zugeglöckchen allgem. d. bibl. 95, 34, die glocke die geläutet wird, wenn einer in den zügen liegt, s. DWB zug I A 10 a, im bair.-österr. gebiet zuhause: sogar, wenn ein armer sünder gerichtet wird, ertönt das zügenglöckl Nicolai reise d. Deutschl. 5, 111; das rufende taufglöcklein wurde seine zügen- und todtenglocke Jean Paul 6, 40 H.; man hörte fast den ganzen tag die zügenglocke läuten, und das todtengeläute konnte man nicht mehr jedem einzelnen todten verschaffen Stifter 5, 1, 35; das bedeutet, dasz im Halterhof jemand gestorben ist. sie wuszten es ja, hatten sie doch schon tags zuvor das versehglöcklein und dann das zügenglöcklein läuten hören Rosegger I 4 164;

das zügenglöckchen tönt durchs thal,
herr Kurt liegt in des sterbens qual,
er ringt die magern hände
Anzengruber 5, 293.


 
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zügentrunk, m.:

drichter, engster, kuttroff die man
fur die tzüghendrunck musz han
H. Folz ged. vom hausrat, Götze frühnhd. leseb. 18.


 
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zugente, f., von den eigentlichen wildenten unterschieden Wimmer gesch. d. d. bodens 359.
 
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zuger, m., bair. ein gefäsz für flüssigkeiten Schmeller 22, 1099: ich, sagt er (der bauer beim anschaun

[Bd. 32, Sp. 419]


eines springbrunnens), wann ich zu hauss ein gantzen zuger mit wasser voll anschitte, so spritzet nit ein tropffen in die höhe, sondern solches lauffet über Abr. a St. Clara Judas 1, 353.

 

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