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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zufrommen bis zufüllen (Bd. 32, Sp. 371 bis 376)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zufrommen, v., zufrömmen, zufertigen, zuwenden. nach Lohenstein war zufrömen für zuwenden in Schlesien gebräuchlicher als in Meiszen Arminius (1689) anm. 2, 8a; das er ... desselben wirtes bestes getruwelichen in allen sachen furkeren und tun sal ..., siner spise oder anders des sinen inwendig und uszwendig kellers niemancz zu geben oder zuzufrommen ane des wirthes sunderlichen guten willen und geheisze Frankfurter amtsurkunden 358 (1385); ein testament ..., darin sie mir alle ihre sachen zufrommen und zueignen möchte v. Schweinichen 520 Österley;

[Bd. 32, Sp. 372]


ihr wahres ebenbild hat uns mit Agrippinen
der himmel zugefrömt
Lohenstein Arminius 2, 1350b.


 
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zufügen, v. , ahd. zuogivuogen Graff 3, 424, mhd. zuovüegen mhd. wb. 3, 442b; Lexer 3, 1189, mnd. tovogen Schiller-Lübben 4, 601a. in der verwendung gelegentlich an lat. applicare angelehnt.
1) anfügen, zusammenfügen. zunächst leiblich u. räumlich: der daum ist dem arm vast zugefugt problemata Aristotilis (1492) 9a; yglich fleisch wirt seimm gleich zegefgt Berthold von Chiemsee 332; da Drusus ... dem Rhein ein bruck hat zgefügt S. Franck weltb. (1534) 27a. übertragen: wie die menschlich blödigheit gott ist zgefügt in Christo und vereinbart Zwingli d. schr. 1, 262. von menschen 'zugesellen': Frisius 129a; das ich (Ruth) werd zgefúgt ... seinen schnittern erste d. bibel 4, 431 K.; der zgefúgten heiden in dem judischen glauben 3, 31; der lehrer .., den ihm das gute glück in Zelter zugefügt hat Göthe gespr. 4, 150 B.; unbemittelte auf den Markesas fügen sich dem hause eines befreundeten reichen zu Ratzel völkerkunde 2, 193. bes. von frauen: copulare zufügen .., zu der ee binden Diefenbach 150a; die (Abisag) fügeten sie ime (David) z, daz sie in wermete Seuse 406 Bihlm.; oft werden wysz tuben zgefüget und in lieb vermischet andern von mancherly farwen N. v. Wyle transl. 32 Keller;

euch, eines priesters sohn, wird ehlich zugefüget
auch eines priesters kind, das von belobter ahrt
J. Rist Parnasz 678.

eigenthümlich ist der ersten bibel zufügen für applicare 'heranholen': zfúg das geslecht Levi 4, 9 K. (num. 3, 6: bringe den stam Levi erzu Luther); zfúge das ephod 5, 101 K. (1. Sam. 23, 9: lange den leibrock her Luther). in älterer zeit oft von arzneien u. ä.: ein ander sünopffer der mesz .., dardurch sie den menschen sein opffer gleichsam wie mit eim pflaster applicirten, anlegten und zufügeten Fischart bienenkorb (1588) 80b; wie will ein artzt der kranckheit artzney zufügen, dieweil er die statt der kranckheit nicht weisz? Paracelsus chir. (1618) 163b.
2) veraltet ist auch die gedankenverbindung mit einer ortsveränderung: mittere zuschicken .., zufügen, zufertigen Schöpper syn. g 8d; bitte derhalben .. e. kf. g. wollte ... eine furschrift fur den gefangen uns zufugen Luther br. 3, 108. refl. wie 'sich begeben': ain junger student ... hat sich also geen Witemberg zgefügt flugschr. a. d. e. j. d. ref. 1, 9 Clemen; in der ersten bibel für 'landen': und an dem andern tag zfgt wir uns z Samum 2, 372 K. (applicuimus Samum) ähnl. 1, 145 (Marc. 6, 53).
3) hinzufügen, allgemein: affero zfügen, zhinthn u. meeren Frisius 56b; wyle aber sy die zucht der eeren und fromkait zgefüget hett der schöne irer gestalt N. v. Wyle transl. 36 K.; damit ich ihr (anr.) .. bild der sammlung zufügen könne Göthe IV 41, 46;

füg einen stein dem ehrenmale zu
Brentano 6, 111.

insbesondere von dem, was zu einem wort, einer schrift hinzugethan wird: nu ist das wort ἄρτος ... masculinum, drumb kan im das pronomen τοῦτο nit zgefügt werden Karlstadt bei Luther 18, 153 W.; er weisz auch weyter ... eim jeglichen bossen seinen eigenen text ausz der schrifft sehr könstlich anzuschmieren und zuzufügen Fischart bienenkorb (1588) 174a; ich habe mich wohl gehütet, .. diesen blättern ... etwas zufügen oder abnehmen zu wollen fürst Pückler briefw. u. tageb. 3, 288; daher hier nur weniges zuzufügen übrig Ritter erdk. 3, 403.
4) häufiger wird es gebraucht von dem was dem menschen von auszen her zu theil wird, zunächst im neutralen sinne: hilff ... zfügen Frisius 661b; wenn es weis, das sein ehelich gemahl und ehestand sey eine göttliche gabe und geschencke, durch die keiserlichen rechte ihm zugefugt und gegeben zu eigen Luther 30,

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3, 486 W.; denn solche verhaltung der nachgeburt der frawen zufüget erstickung derselbigen J. Ruoff hebammenbuch (1580) 60; solcher (leute), die den soldaten proviant und unterhalt zugefügt acta publ. 6, 209 Palm; darnach fur er gen sant Gallen und tett auff sant Othmars und (sant) Gallen greber und zufuget ym (eignete sich an) yr yedwers haupt mit vil anderem heiligthum chr. d. st. 3, 281 (Nürnberg);

doch weil sie (hoffnung) mitleidsvoll betrügt,
so ist sie's, die mir trost zufügt allg. d. bibl. anh. zu bd. 25—36, 1292.

so insbesondere von dem, was gott verhängt: ein ieklichs sol sin ambacht tn, das im got zgefget hat Tauler pred. 177 Vetter; o ewiger got! wie vil gtes hastu mir auf ainen tag zgefgt Albr. v. Eyb d. schr. 2, 84 H.

was dir got ist zufüegen,
des las dich sat genüegen!
H. Sachs 22, 223 G.


5) vorherrschend ist heute die verbindung mit etwas bösem, wie einem leid, gewalt, schaden, schande, arges, böses, unrecht, unbill zufügen. gelegentlich schon in spätma. vocabularien Diefenbach 296c; 310a, sehr häufig bei Frisius belegt 107a; 278b; 407a; 440a usf., von neueren synonymikern für die einzige anwendung erklärt Heynatz 1, 207b; Maasz-Eberhard (1818) 1, 68. die anschauung des zufügens geht dabei verloren: der doctor soll euch an der narung nicht beschedigen noch schaden zufügen Luther 15, 340 W.; es ist besser vor sich ein schlapp fürsehen, als einem eine zufügen Lehmann floril. 2, 931;

auch so solt du kein lügen than
deim bruder, noch deim freund zufügen
H. Sachs 19, 28 G.;

hochmut, scheltwort, spott, sogar krieg, tod, schläge zufügen (ältere belege); was mir der flüchtige junker leids zugefügt hat Göthe 21, 5 W.; die der commission zugefügte beleidigung 22, 205; unter dem gesichtspunkt einer der kirche zugefügten gewalt Ranke 1, 303; welchem ort ... ein starker abbruch zugefüget worden Chemnitz schwed. krieg 2, 159; der verlust, den sie uns zugefügt hatten G. Forster 1, 393;

und wenn er wunden zugefügt,
das pflaster schon daneben liegt
B. Schmolck trost- u. geistr. schr. (1740) 1, 1013;

es hat diesen sinn auch ohne bestimmtes object:

was du nicht wilt, dasz man dir thue,
das füg auch nicht dem nechsten zu
Lehmann floril. 3, 91;

weist du, was mir Hattos list in der welt schon zugefüget?
Chr. v. Schönaich Heinrich der Vogeler (1757) 58.

zufüger, m.: zufüger der kranckheiten Paracelsus chir. (1618) 172a.
 
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zufügig, adj.: wenn ich alle tugent ansich, so vind ich kaine die got so gar zfgig sey als abgeschaidenhait Keisersberg granatapfel (1510) F 6c. dazu zufüglichkeit 91d.
 
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zufügung, f. , mnd. tovoginge Schiller-Lübben 4, 601a. oft als übersetzung von applicatio.
1) wie zufügen 1: appositus, f. Frisius 107b; commissura zufugunge, nât Diefenbach 136a; und ob die zfügung zwyschen der achten und sibenden spöndel wer ... verrencket H. Braunschweig chir. (1539) 104a; und söllend all zfügungen der wend und des ertrichs mit geberter erde verschopt und verstrichen werden H. Österreicher Columella 1, 39; darumb mangelt dem Adam etwas gutes, nemlich die zufügung des weibes H. Decimator hochzeitpred. (1601) a 4a; das hinderte den menschen alzmole sere an der minneclicher zfgunge in füreinender wisen Tauler pred. 138 Vetter; sacrificium applicatorium, das ist ein opffer der zueygnung, zufügung oder zumessung Fischart bienenkorb (1588) 80b. eigenthümlich ist die bedeutung 'neigung des gemüths' Frisius 107, auch für mnd. tovoginge angegeben, ähnlich 'beifall' Hulsius (1618) 2, 33b, ferner habitudo Diefenbach 272b.

[Bd. 32, Sp. 374]



2) wie zufügen 2 das hinzuthun: Frisius 39b; eben jene zufügung entfernt alle unsicherheit darüber, dasz etwa beide namen einer und derselben person zustehn könnten J. Grimm kl. schr. 2, 22; die zufügung von minarets giebt dem ganzen das eigentümliche gepräge Schönermark u. Stüber hochbaulex. 850. viel in der technik gebraucht: zufügung von roheisen zum gusz, u. ä.
3) zufügung von bösem, wie zufügen 4: insectatio nydisch hessig zufgung Diefenbach 300b; allerlay zfügung verderplichen unraths Schaidenreiszer Odyssea vorr. 3; strafe ist doch zufügung eines übels Fr. Th. Vischer auch einer 2, 281.
 
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zufühlen, v., im 18. jh. ärztlicher fachausdruck, bes. bei geburtshilflichen untersuchungen allg. d. bibl. anh. zu b. 37—52, 1674. gelegentlich auch übertragen.
 
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zufuhr, f. , mnd. tofore Schiller-Lübben 4, 601b. die form zufuhre, vgl. th. IV 1, 1, 430, erscheint sehr häufig im 17. u. 18. jh. ein später beleg: die stadt an einem solchen orte anzulegen, wo sie gar keiner zufuhre von auswärts bedürfte Schleiermacher Platon 6, 144. die bedeutung beruht überall auf zuführen 3, etwas zu wagen oder schiff heranschaffen.
1) es ist das heranfahren, advectus Frisius 42a: zfr ... das zhinbringen Maaler 526b; wenn jemant der zugang oder zufuhr auff seinem acker durch die gewalt des flusses oder einen erdfall benommen ist dorf- u. landrecht (1719) 76. dies insbesondere von dem heranführen von lebensmittel und sonstigem bedarf: nachdem sie auf dem meer freye zufuhr aus den umliegenden eylanden hätten A. H. Bucholz Herkuliskus 20a; ein täglicher und ein wochenmarkt, und auf die selbe freye zufuhr Lori baier. bergrecht einl. xliv; eine jede regierung ist verbunden, im falle der noth die ausfuhr zu sperren, sowie zur pestzeit die zufuhr J. Möser 2, 47. fest eingeführtes wort der militärischen sprache: das man sie (die stadt) daraus beschedigen und die ab- und zufuhr wehren würde H. Merckel Magdeburgs belagerung (1587) 91b; herzog Gottwald lag zwischen dem zertheilten strome sowohl der zufuhr als festigkeit halber in einem merklichen vortheil Lohenstein Arminius (1689) 2, 840a; die männer ... überfallen seine (des feindes) zufuhren und rekruten E. M. Arndt schr. für u. an s. l. D. 1, 296; die blocade, sperrung der zufuhr Gottsched d. sprachkunst5 197; die zufuhr hindern, abschneiden u. ä.
2) zufuhr ist das zugeführte, bes. waren, lebensmittel: nachher erpresseten Roms bürgerliche kriege auch in Judäa geld und zufuhr Herder 19, 155 S.; da strömte vom platten lande reiche zufuhr herein W. v. Polenz Grabenhäger 1, 172; die eisenbahnen fahren die zufuhr bis fast an die stellung heran Moltke 4, 147.
3) übertragen: zufuhr frischer arbeitskräfte Wimmer g. d. d. bodens 146; überreiche zufuhr an poetischer kost jahrb. d. Grillparzerges. 4, 317. besonders in wissenschaft und technik beliebt: zufuhr und verbrauch; zufuhr von nährstoffen im körper; von dünger, frischer luft, brennmaterial u. s. w.
4) daher viele wissenschaftliche, militärische und technische zusammensetzungen, alle aus neuerer zeit: zufuhrbahn, -flotte, -kolonne, -linie, -sperre, -strasze, -weg; zufuhrfläche, -gitter, -gleis, -kanal, -schlauch, -trichter. vgl. zuführen.
 
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zuführen, v. , ahd. zuofuoren Graff 3, 597, mhd. zuovüeren mhd. wb. 3, 261b, Lexer 3, 1189, mnd. tovoren Schiller-Lübben 4, 601b. in der ersten bibel regelmäszig ungetrennt: und zfrten die eselin und das fúle 1, 78 K.
1) räumlich: etwas an einen ort führen: wenn du deines feindes ochsen oder esel begegnest, das er irret, so soltu im denselben wider zufüren 2. Mos. 23, 4; derhalben wil ich das schwert widder dich zufuren, und leut und vihe totten Carlstadt von bepstlicher heiligk. (1520) c 1a; darnach sollen die arbeiter ein stuck (blei) nach dem andern zuführen Ph. Bech bergwerksb. des

[Bd. 32, Sp. 375]


Agricola (1621) 410; so durffte ir leichnahm nicht nach der stadt Rom zugeführet werden Fleming vollk. t. sold. 371. in neuerer zeit in loser verbindung: der untere spiegel ist .. so gestellt, dasz er das himmelslicht aufnehme und es dem kubus zuführe Göthe II 5, 1, 269. vielfach von personen: das ich sie dir wider zufüre und uberantworte (seine gestorbenen kinder) Mathesius 1, 196 Lösche; welchs sie thaten, und ihm einen mönch (als beichtvater) .. zuführeten Kirchhof wendunmuth 2, 86 lit. ver.; der spitzname Kohlköpfle ... führte ihm manchen kunden zu G. Keller 5, 69;

das ist es auch, worauf der feind nur wartet,
das heer uns zuzuführen
Schiller 12, 131 G.

insbesondere von frauen, zur ehe und anders: doch sollen wir nit die hend in den schosz legen, und sagen: got wirt mir wol ein oder eine zufüren S. Franck sprichw. (1541) 2, 106b; do der sone gottes dem ersten menschen seine allerliebste braut an die hand gibet und sie im zufüret, oder wie wir reden, beileget Mathesius 2, 11 Lösche; von diesem Justino sagt man, das er weibergeier gehalten habe, so im mit gewalt oder list andere eheweiber und erlicher vom adel töchter zugefüret haben E. Menius chron. Carionis (1562) 2, 215b; des fürstlichen armen sünders .., dem er seine mätresse so zugeführt hat Schiller 2, 342. neuerer prägung sind ausdrücke wie einen einem zustande, der verzweiflung, dem untergange, dem tode, einer strafe zuführen.
2) zur richtung tritt die vorstellung des hinzu, mit der vermehrung von besitz oder stoff: die könige aus Reicharabien und Seba werden gaben zufüren ps. 72, 10; dan es mag leichtlich eyn regen kommen, ... der ... mit sich vil gutes mists inen zufürt Sebiz feldbau 458; das zugefürte erdtrich (vor der mündung des Po) T. Dreyfelder hist. des hauses Este (1580) 14b; kein acker bleibt tragefähig, wenn ihm nicht die durch die ernten entzogenen stoffe wieder zugeführt werden P. de Lagarde d. schr. 243; der ... häring ... wandte sich in die westsee und führte seinen segen den Flamländern zu Dahlmann g. v. Dännemark 3, 121.
3) zuführen ist auf einem fahrzeug heranbringen: conveho zfüren, es sey auf der ax oder z wasser Frisius 327b; lignor holtz zfüren 771b; auch mussen darzu der stat decker haben einen mit einem karren und pfert, der inen zufurt zigel, sande und zeug E. Tucher baumeisterb. 55 lit. ver. (ähnl. Schupp 56; Lohenstein Arminius (1689) 2, 728b; Fr. Schlegel s. w. 7, 36). vor allem von lebensmitteln und sonstigem bedarf: und liesz aus gantz Syrien korn zufüren Judith 2, 9; naves annotinae die profiant und speysz zfürend Frisius 99b; und vermeinete ein jedes theil dem andern dergestalt die straszen zu verlegen, dasz keinem nichts zugeführet werden solte Binhardus thür. chr. (1613) 190; in Reims haben wir eisenbahnen und kanäle wieder hergestellt, um 40000 fabrikarbeitern kohle zuzuführen Moltke 4, 209; entsprechende belege bei Schiller-Lübben. danach in wissenschaftlicher und technischer sprache: wärme, luft, wasser u. s. w. wird zugeführt, s. d. zusammensetzungen und zufuhr 3. in weiteren anwendungen von geistigem stoff: die augen sind nur canäle, die bestimmt sind, der seele vorstellungen zuzuführen J. A. Cramer nord. aufseher (1758) 1, 74; gedanken, melodien, bildungselemente u. dgl. werden einem zugeführt.
4) ohne object: ein weg, eine strasze führt auf ein ziel zu.
5) als fachwort des bergbaus heiszt einen ort, einen stollen zuführen ihn weiter machen A. v. Schönberg berginformation (1696) 2, 112; Veith 594.
6) die technik kennt mannigfache zuführvorrichtungen, wie zuführplatte, -rolle, -schnecke, -trichter, -tuch, -walze vgl. DWB zufuhr 4.
 
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zuführer, m. 1) nach zuführen 3: knechte und zufurer (des mühlenpächters) Bücher Frankfurter berufswb. 85b; zuführer der kohlen auf eisenhämmern, der ziegelerde auf ziegeleien Schrader d. frz. wb. 2,

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1689. 2) militärisch: zufürer in eim feldlager Bas. Faber thes. (1587) 341b; marckedenner Corvinus fons lat. (1646) 365. 3) zuhälter, s. DWB zubringer 1; Schiller 3, 71 G. 4) maschinentheil Hoyer-Kreuter 1, 874; Mothes baulex. 4, 523. 5) astrologisch: solche himmelskraft ... ertheilet sich auch nicht allezeit den sachen auf einerlei art und weise, sondern bald so, bald so, nach dem unterschiedlichen stande der gestirne, deren stellung und vermengung sich vielfältig ändert, obgleich der spiritus desz zuführers stets einerlei und einer unveränderlichen substantz ist Er. Francisci lusthaus (1676) 1439. —
 
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zuführerin, f., kupplerin: schämet sich selber nit ime für ain zufürerin zu dinen Fischart öffentliches ausschreiben c 7b.
 
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zuführung, f. Maaler 526b.
1) zu zuführen 1: umb der ehrlichen weyse und gepreng willen, so man in zufürung der breute und beylager zu gebrauchen pfleget Mathesius 2, 25 Lösche; der die auffgerichtete alliance nicht nur mit zuführung seiner armée, sondern auch mit dar- und zusetzung seines königlichen blutes ... gehalten Chemnitz schwed. krieg 1, 468.
2) wie zufuhr 1: damit ... solche zfürung und gewerb erhalten und gefürdert werden, so soll in solcher auszlendischer woll .. ain freyerkauff zgelassen sein baier. landesordnung (1753) 71a; weil sich nun der printz von Uranien .. understundt seines feindts läger auszzuhüngern, .. ihnen alle zufürung zu versperren E. v. Meteren niderl. krieg 283a. zuführung von baustoffen u. dgl.; zuführung von gasen, dämpfen, rauch, rusz, wärme, geräusch (zu einem grundstück, immissio imponderabilium) bgb. § 906.
3) in neuerer zeit besonders technisch und naturwissenschaftlich: durch zuführung eines maszes kochenden wassers durch mehrere röhren Göthe IV 26, 296; zuführung des wassers (wiesenbau), frischer wetter (bergbau), von erhitzter luft, von unterwind (hüttenbetrieb). hierfür auch viele zusammensetzungen: zuführungsgeschwindigkeit, -richtung, zuführungsbrett, -draht, -hahn, -kasten, -rohr, -scheibe, -zeug, sowie mit den bei zufuhr 4 und zuführen 6 angeführten wörtern.
 
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zufüllen, v., ein masz oder gefäsz mit flüssigkeit vollfüllen: Frisius 36a; 270b u. ö.; nutrire vinum den wein radtsamen, in eeren halten, sorgsamen und in zfüllen damit und er nit abstande oder verdärbe 888a. weiter: den bauch füllen, sich zfüllen 334a; corporea cicatrix mit fleisch zgeheilt, oder zgefüllt und widerumb verwachsen 338a; bibliothecam supplere zfüllen 1274b; flüsse und häfen könnten uns dienen. allein zufüllen und versenken sollten wir sie beinahe, da sie ihrem vaterlande ungetreu .. werden J. Möser 1, 105. —

 

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