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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuflüssig bis zufrau (Bd. 32, Sp. 364 bis 365)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuflüssig, adj.: so bedeuts einem gebornen eine güte des glücks, und eine menig und uberflusz seiner güter, die ime zflüssig zstehen werden M. Pegius geburtsstundenbuch (1570) m m 5a. —
 
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zuflüssigkeit, f., nur frühnhd. Melber voc. pred. (1486) a 8b: der an zuflüssigkeit der reichthümer .. alle burgere in Europa ubertroffen hat G. Alt buch der chroniken (1493) 87a; grusz das jungfrawliche hercz meiner muter in czuflussikeit aller guter das buch geistl. gnaden (1503) 5a. —
 
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zuflüssiglich, adv., desgl.: auch der heilige geist erfullet sie szo czuflussiglich mit libe, gutikeit, suszikeit und allen gutern ebda 37b.
 
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zufluthen, v., Campe: eine ab- und zufluthende population Ritter erdk. 6, 1087; dein ganzes leben flutet mir zu Storm br. an s. braut 19.
 
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zufolge, adv. und präp., nicht, wie oben sp. 223, 4 e angenommen, aus einer finalen syntaktischen gruppe zusammengezogen, sondern ausdrücken wie zuliebe, zugunsten nachgebildet, und zwar in der kanzleisprache. seit dem 17. jh. im allgemeinen gebrauch, bei Kramer 2, 1478a gebucht. in der regel folgt es einem subst. im dat., s. auch th. 3, 1874, 7, doch wird dieses schon früh auch nachgestellt und tritt dann regelmäszig in den gen., und zufolge ist dann präp. Adelung 2, 238: zu volge meines brieffs Moscherosch ges. (1650) 1, 107; zufolg nun gethanen vortrags Harsdörfer gesprächsp. 2, 81; zufolge des hofrechts Eichhorn d. staats- und rechtsgesch.3 2, 113; zufolgedessen Kramer; Grillparzer 17, 164 Sauer. heute kaum noch üblich, höchstens mit formal undeutlichem fem.: zufolge der tiefen vernunft und klugheit G. Keller 1, 39. deutlicher dativ hinter der präp. zufolge ist ganz selten: zufolge dem freiheitsbegriffe Kant 5, 192 ac. die bedeutung ergibt sich meist aus folge 6. es bezeichnet so eine logische folgerung aus einer meinung oder vorschrift: er urtheilte, den grundsätzen Platons zufolge, dasz die unwissenheit des Dionysius ... die hauptquelle seiner verdorbenen neigungen sey Wieland Agathon (1766) 2, 102; deme mir auffgetragenem befehle zu folge J. Rist das friedewünschende Teutschl. (1648) 49; dieser akte zufolge darf kein Engländer ... arretirt werden, ohne dasz man ... die ursache seines verhafts anzeigt Archenholz England u. Italien I 1, 11. weiter eine berufung auf eine erfahrung oder quelle: zufolge einer barometermessung von sir John F. W. Herschel A. v. Humboldt kosmos 1, 41;

[Bd. 32, Sp. 365]


unser Friedrich von Logau ward, zu folge seiner grabschrift ... im monat Junius im jahre 1604 geboren Lessing 7, 128 M.; einer sage zufolge Göthe 49, 47 W. diese bedeutung verflacht zu 'gemäsz', und so wird auch die anwendung auf thatsächliche wirkungen möglich: umgaffen heiszet: wenn der leitende hund, seiner angeborenen neugierigkeit zufolg, nach allem sich umsehen will Heppe aufricht. lehrprinz (1751) 42; ich darf meiner schrift, zufolge ihrer merkwürdigen katastrophe, mit recht einen plaz unter den moralischen büchern versprechen Schiller 2, 12 G. ähnlich in den als conjunctionen verwendeten zusammenziehungen dem, diesem zufolge, zufolge dessen u. ä. selten entspricht es folge 4, wie folgend: nachdem alle unsere könige, dem fürbilde des dapfern Caractacus zu folge, sich gerüstet A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 800. weitere bel. bei folge 7.
 
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zufolgen, v.: meinem herren die fürstlichen fräulein als i. f. g. kinder zufolgen zu lassen v. Schweinichen 161 Österley. einem befehl folgen: H. Wurstisen Pauli Ämilii historien (1572) 1, 301. nicht mehr üblich.
 
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zufordern, v.: so were uns ie nit liep, das der oder ein ander unser amptman an uch oder den, die uch zgehörent, ichts zforderte, das nit glich oder billich were urkundenbuch der stadt Rottweil 2, 467 (1445). veraltet.
 
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zufördern, v., s. th. 3, 1893, älter zufürdern. 1) allgemein: das nit jeman in der stat oder ir oberkeit dem konig us Frankrich knecht zuofurdere polit. corr. d. stadt Straszburg 1, 299 (1528); ehe ich ihnen noch meinen dank ... hatte zufördern können Fr. Passow leben u. br. 178; das grosze verdienst, der welt einen tüchtigen mann zugefördert zu haben Göthe 46, 31 W. 2) im bergbau 'berg oder erz aus dem tiefsten zum füllkorb bringen' A. v. Schönberg berginformation (1693) 2, 111; anh. 32; Veith 594. dazu zuförderschacht, -strecke.
 
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zufrage, f.: auf nähere zufrage Laube ges. schr. 14, 256.
 
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zufragen, v. Kramer 2, 1483c. vom nachdrücklichen oder wiederholten fragen, mehrfach in lustspielen des 18. jhs. belegt: der kauffmann sprach, ich frag z dem besten wirt z Pauli schimpf u. ernst 149 lit. ver.; frage er wieder zu Iffland 7, 200; als er hernach näher herumredete und endlich geradeaus zufragte Rosegger wildlinge 28; bei näherem zufragen Laube ges. schr. 2, 74. auch refl.: wegen einer antwort werd' ich mich schon zufragen Ph. Hafner ges. schr. 1, 179.
 
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zufrau, f., concubina Diefenbach 139c.

 

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